Fast (& Furious) Five
Zunächst muss ich anmerken, dass ich nie ein großer Freund der
Fast & Furious-Reihe war. Meine bisherigen Begegnungen mit Dom & Co sahen ungefähr so aus:
- Fast & Furious
Kurzweiliger, geradliniger Action-Thriller, den ich 2002 (?) ein einziges Mal gesehen, für durchschnittlich befunden und vergessen habe. Ich kann mich tatsächlich an keine Szene mehr erinnern, weiß jedoch noch, dass mir das Tuning-Geprolle auf den Zeiger ging.
- 2 Fast 2 Furious
Irgendwann vor einigen Jahren habe ich den Film im Free-TV aufgeschnappt. Mal davon abgesehen, dass er noch mittelmäßiger, als der Erstling ist, kann ich mich auch hier nur an eine hässliche Asiatin und den nicht vorhandenen Vin Diesel erinnern. Fazit: Doof.
- Tokyo Drift
Allein schon die Tatsache, dass sie hier einen Typen für die 17(!)-jährige Hauptrolle gecastet haben, der aussieht wie Ende 30, hat mir den Film versaut. Der Mann hat mehr Haare auf der Brust, als manch anderer aufm Kopf und spielt ein Kind... Immerhin muss ich gestehen, dass Tokyo als Setting überzeugt und der Film auch sonst ziemlich kurzweilig geraten ist, wodurch ich ihm einen gewissen Unterhaltungswert nicht absprechen kann. Brauchbares Spin-Off der Reihe. "Ich bin DK!" - "Donkey Kong?" 
- Fast & Furious - Neues Modell. Originalteile.
Siehe Fast & Furious. Weniger Rumgeprolle und Unterbodenbeleuchtungen, als in den Vorgängern, dafür mehr Leerlauf und miese CGI-Effekte. Besser als 2F2F, ansonsten aber ein eher langweiliges Stück Zelluloid.
Wie ihr seht, bin ich nun wirklich kein Fan der
Fast & Furiouse. Umso überraschter bin ich von
Fast Five. Dieser ist, wenn ich es mir recht überlege, eine der besten, wenn nicht sogar DER beste Action-Film des Jahres.
Der alte Cast ist wieder vereint, bekommt Unterstützung von einigen frischen Gesichtern und begeistert durch sein lockeres, gut aufgelegte Schauspiel. Wenn zwei charismatische Kampf-Schweine, wie Vin Diesel und Dwayne 'The Rock' Johnson, im beeindruckenden Rio de Janeiro aufeinandertreffen, bleibt kein Action-Fan-Auge trocken und Wellblechdach auf dem anderen. Hier fliegen Fäuste, Kugeln, Autoteile und Sprüche.
Die reichlich vorhandenen Actionszenen sind handwerklich zudem einwandfrei umgesetzt und, im Gegensatz zum direkten Vorgänger, alle handgemacht. Super! Was im Finale abgeht, würde ich fast schon als innovativ bezeichnen. Bei der rund 10-minütigen Verfolgungsjagd, kann selbst Michael Bays Highway-Szene aus
Die Insel einpacken. Actionfans kommen definitiv auf ihre Kosten, wobei man hier bitte keinen Realismus erwarten sollte.
Insgesamt bewegt sich
Fast Five dabei weg vom Tuning- bzw. illegale Autorennen-Bereich, hin zum Heist-Movie. Es ist einfach kein 'echter'
Fast & Furious mehr, sondern vielmehr ein rasanter
A-Team-Verschnitt. Das Hauptaugenmerkt liegt also nicht mehr auf den Autos und Rennen, sondern den Charakteren und imposanten Actionszenen, welche auch schonmal ohne Muscle Car auskommen müssen. Fans der kitschigen Tuning-Boliden, könnten daher eventuell enttäuscht sein. Mir persönlich gefällt das 'neue' Konzept jedoch sehr.
Fast Five ist explosives Actionkino, das keine Zeit zum Verschnaufen lässt. Die Kerle sind cool, die Frauen sexy, die Sprüche kernig und die Action adrenalingeladen. Auf eine Handlung und Charakterentwicklung hat man weitesgehend verzichtet und die ruhigeren Momente können qualitativ nicht mit der hochwertigen Action mithalten. Trotzdem überzeugt die neue Heist-Ausrichtung und sorgt für reichlich gute Unterhaltung. Hier würde der Untertitel
Neues Modell. Originalteile. deutlich besser passen.
Fast Five ist ein fulminanter Neustart der angestaubten Film-Reihe.
Fast Six darf gerne kommen.
8/10 Geldbündel