I Saw the Devil
So eben lief der Abspann durch und ich habe noch immer ein recht flaues Gefühl im Magen.
Mitunter einer der blutigsten und gewalttätigsten Filme, die mir je untergekommen sind. Anders als die meisten Filme seines Genres/Themas bekommt man hier keinen eher ruhigeren Einstieg präsentiert, indem der eine dem anderen erst mal 90 Minuten nach jagt, ehe es zum finalen Showdown kommt, sondern startet beinahe von der ersten Minute an voll durch und lässt die beiden Kontrahenten bereits nach kürzester Zeit aufeinander los.
Als sinnlose Gewaltorgie, wie sie von Urgs ein paar Beiträge zuvor hingestellt wurde, will ich I Saw the Devil nicht bezeichnen. Klar lässt einen die schonungslose Gewalt immer wieder aufstöhnen oder vielleicht sogar wegsehen, sie steht dabei aber stets im Dienste des Films und erfüllt auf keinen Fall den Selbstzweck. Wie man gegen die hier vorherrschende Gewalt abstumpfen kann, will mir auch nicht ganz eingehen, zumindest für mich gab es hier über den gesamten Film hinweg genügend Szenen, die mir einen kalten Schauer über den Rücken jagten. Von Abstumpfung konnte bei mir absolut nicht die Rede sein.
Handwerklich ist der Film absolut Spitze und alles unter dem Prädikat "grandios" wäre eine Beleidigung für die Regiearbeit dahinter. Hier wurde mit den verschiedensten Perspektiven und Kamerafahrten experimentiert: Interessante und intensive Einstellungen mit der Wackelkamera, die Linse die mit dem Darsteller hautnah durchs nächste Fenster hechtet, wundervolle Szenenbilder (zB das Gartenhaus, das Herrenhaus(?), die verschneite Nacht am Anfang,...) im Standbild oder unwirklich-künstlerisch erscheinende Fahrten durch Zwischenräume oder dem Innenraum eines Taxis.
Inszenatorisch hat man es hier mit einer sehr intensiven und fast schon hypnotisierenden Bildorgie zu tun, deren immersive Atmosphäre einen regelrecht einwickelt. Für mich wohl auch DER Grund, wieso mir in diesen über zwei Stunden nicht einmal ansatzweise langweilig wurde.
Bei den beiden Protagonisten bin ich aber gespaltener Meinung...
Während der aus Oldboy bekannter Darsteller des Kyung-Chul (Min-Sik Choi, der hier in Höchstform ist und mir noch besser als in Oldboy gefällt) mit einer furiosen Darbietung überzeugen konnte, fand ich die Darstellung des Polizisten Kim Soo-hyeon (Byung-Hun-Lee) im Vergleich dazu relativ blass. Klar, die Choreografien von Byung-Hun-Lee waren spitze, aber ansonsten war er mit darstellerisch viel zu starr, vor allem wenn man ihn mit dem grandiosen Min-Sik Choi vergleicht.
Mein zweiter Kritikpunkt geht an die inneren Werte von I Saw the Devil. Grundsätzlich gefällt mir die Idee ganz nach Nietzsches berühmten Zitat, welches in einem Katz- und Mausspiel um die Moral endet und den Zuseher dabei in die vermoderten Winkel der menschlichen Seele entführt. Der ein oder andere wird sich vielleicht dabei ertappt haben, wie ihn eine gewisse, perverse Faszination gepackt hat.
Inhaltlich wäre da aber definitiv mehr gegangen, zum Beispiel hätte man den meiner Meinung nach genialen Charakter des Kyung-Chul durch mehr Tiefe noch ausbauen können.
Gilt auch für den gesamten Plot der Geschichte, dem es, wenn man etwas tiefer scharrt, doch etwas an Substanz mangelt. Zwar wird hier mehr geboten als im typischen Rache-Kino, besonders mit Blick auf ein paar Produktionen aus der Traumfabrik, aber das hat man schon mit mehr Substanz bewundern können (Sympathy For Mr. Vengeance zum Beispiel).
In diesem Punkt muss sich I Saw the Devil auch meinem koreanischen Favoriten "Thirst" geschlagen geben.
Insgesamt ein packender, meisterhaft inszenierter, gewalttätiger und kurzweiliger Trip, dem ein paar interessante, moralische Fragen zur Grunde liegen.
"Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehn, dass er nicht dabei zum Ungeheuer wird. Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein." - Friedrich Nietzsche (Jenseits von Gut und Böse)
9/10
So eben lief der Abspann durch und ich habe noch immer ein recht flaues Gefühl im Magen.
Mitunter einer der blutigsten und gewalttätigsten Filme, die mir je untergekommen sind. Anders als die meisten Filme seines Genres/Themas bekommt man hier keinen eher ruhigeren Einstieg präsentiert, indem der eine dem anderen erst mal 90 Minuten nach jagt, ehe es zum finalen Showdown kommt, sondern startet beinahe von der ersten Minute an voll durch und lässt die beiden Kontrahenten bereits nach kürzester Zeit aufeinander los.
Als sinnlose Gewaltorgie, wie sie von Urgs ein paar Beiträge zuvor hingestellt wurde, will ich I Saw the Devil nicht bezeichnen. Klar lässt einen die schonungslose Gewalt immer wieder aufstöhnen oder vielleicht sogar wegsehen, sie steht dabei aber stets im Dienste des Films und erfüllt auf keinen Fall den Selbstzweck. Wie man gegen die hier vorherrschende Gewalt abstumpfen kann, will mir auch nicht ganz eingehen, zumindest für mich gab es hier über den gesamten Film hinweg genügend Szenen, die mir einen kalten Schauer über den Rücken jagten. Von Abstumpfung konnte bei mir absolut nicht die Rede sein.
Handwerklich ist der Film absolut Spitze und alles unter dem Prädikat "grandios" wäre eine Beleidigung für die Regiearbeit dahinter. Hier wurde mit den verschiedensten Perspektiven und Kamerafahrten experimentiert: Interessante und intensive Einstellungen mit der Wackelkamera, die Linse die mit dem Darsteller hautnah durchs nächste Fenster hechtet, wundervolle Szenenbilder (zB das Gartenhaus, das Herrenhaus(?), die verschneite Nacht am Anfang,...) im Standbild oder unwirklich-künstlerisch erscheinende Fahrten durch Zwischenräume oder dem Innenraum eines Taxis.
Inszenatorisch hat man es hier mit einer sehr intensiven und fast schon hypnotisierenden Bildorgie zu tun, deren immersive Atmosphäre einen regelrecht einwickelt. Für mich wohl auch DER Grund, wieso mir in diesen über zwei Stunden nicht einmal ansatzweise langweilig wurde.
Bei den beiden Protagonisten bin ich aber gespaltener Meinung...
Während der aus Oldboy bekannter Darsteller des Kyung-Chul (Min-Sik Choi, der hier in Höchstform ist und mir noch besser als in Oldboy gefällt) mit einer furiosen Darbietung überzeugen konnte, fand ich die Darstellung des Polizisten Kim Soo-hyeon (Byung-Hun-Lee) im Vergleich dazu relativ blass. Klar, die Choreografien von Byung-Hun-Lee waren spitze, aber ansonsten war er mit darstellerisch viel zu starr, vor allem wenn man ihn mit dem grandiosen Min-Sik Choi vergleicht.
Mein zweiter Kritikpunkt geht an die inneren Werte von I Saw the Devil. Grundsätzlich gefällt mir die Idee ganz nach Nietzsches berühmten Zitat, welches in einem Katz- und Mausspiel um die Moral endet und den Zuseher dabei in die vermoderten Winkel der menschlichen Seele entführt. Der ein oder andere wird sich vielleicht dabei ertappt haben, wie ihn eine gewisse, perverse Faszination gepackt hat.
Inhaltlich wäre da aber definitiv mehr gegangen, zum Beispiel hätte man den meiner Meinung nach genialen Charakter des Kyung-Chul durch mehr Tiefe noch ausbauen können.
Gilt auch für den gesamten Plot der Geschichte, dem es, wenn man etwas tiefer scharrt, doch etwas an Substanz mangelt. Zwar wird hier mehr geboten als im typischen Rache-Kino, besonders mit Blick auf ein paar Produktionen aus der Traumfabrik, aber das hat man schon mit mehr Substanz bewundern können (Sympathy For Mr. Vengeance zum Beispiel).
In diesem Punkt muss sich I Saw the Devil auch meinem koreanischen Favoriten "Thirst" geschlagen geben.
Insgesamt ein packender, meisterhaft inszenierter, gewalttätiger und kurzweiliger Trip, dem ein paar interessante, moralische Fragen zur Grunde liegen.
"Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehn, dass er nicht dabei zum Ungeheuer wird. Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein." - Friedrich Nietzsche (Jenseits von Gut und Böse)
9/10


). So muss das sein. Selbst die, im Vergleich zu anderen Animationsfilmen, relativ häufigen Gesangseinlagen passen wunderbar - Und das sage ich, als jemand, der normalerweise kein großer Fan von Singsang in Filmen ist. Disney hat zwar schon bessere Songs abgeliefert, bietet aber auch hier durchaus unterhaltsamen und mitreißende Musik. An dieser Stelle muss ich den deutschen Synchronsprechern übrigens ein großes Lob aussprechen. Gerade bei den Musicaleinlagen, hatte ich so meine Bedenken. Alexandra Neldel (Rapunzel) und Moritz Bleibtreu (Flynn) haben jedoch hervorragende Arbeit geleistet und den Figuren gekonnt Leben eingehaucht. 