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... und 2 weitere.
I Saw the Devil

So eben lief der Abspann durch und ich habe noch immer ein recht flaues Gefühl im Magen.
Mitunter einer der blutigsten und gewalttätigsten Filme, die mir je untergekommen sind. Anders als die meisten Filme seines Genres/Themas bekommt man hier keinen eher ruhigeren Einstieg präsentiert, indem der eine dem anderen erst mal 90 Minuten nach jagt, ehe es zum finalen Showdown kommt, sondern startet beinahe von der ersten Minute an voll durch und lässt die beiden Kontrahenten bereits nach kürzester Zeit aufeinander los.
Als sinnlose Gewaltorgie, wie sie von Urgs ein paar Beiträge zuvor hingestellt wurde, will ich I Saw the Devil nicht bezeichnen. Klar lässt einen die schonungslose Gewalt immer wieder aufstöhnen oder vielleicht sogar wegsehen, sie steht dabei aber stets im Dienste des Films und erfüllt auf keinen Fall den Selbstzweck. Wie man gegen die hier vorherrschende Gewalt abstumpfen kann, will mir auch nicht ganz eingehen, zumindest für mich gab es hier über den gesamten Film hinweg genügend Szenen, die mir einen kalten Schauer über den Rücken jagten. Von Abstumpfung konnte bei mir absolut nicht die Rede sein.

Handwerklich ist der Film absolut Spitze und alles unter dem Prädikat "grandios" wäre eine Beleidigung für die Regiearbeit dahinter. Hier wurde mit den verschiedensten Perspektiven und Kamerafahrten experimentiert: Interessante und intensive Einstellungen mit der Wackelkamera, die Linse die mit dem Darsteller hautnah durchs nächste Fenster hechtet, wundervolle Szenenbilder (zB das Gartenhaus, das Herrenhaus(?), die verschneite Nacht am Anfang,...) im Standbild oder unwirklich-künstlerisch erscheinende Fahrten durch Zwischenräume oder dem Innenraum eines Taxis.
Inszenatorisch hat man es hier mit einer sehr intensiven und fast schon hypnotisierenden Bildorgie zu tun, deren immersive Atmosphäre einen regelrecht einwickelt. Für mich wohl auch DER Grund, wieso mir in diesen über zwei Stunden nicht einmal ansatzweise langweilig wurde.

Bei den beiden Protagonisten bin ich aber gespaltener Meinung...
Während der aus Oldboy bekannter Darsteller des Kyung-Chul (Min-Sik Choi, der hier in Höchstform ist und mir noch besser als in Oldboy gefällt) mit einer furiosen Darbietung überzeugen konnte, fand ich die Darstellung des Polizisten Kim Soo-hyeon (Byung-Hun-Lee) im Vergleich dazu relativ blass. Klar, die Choreografien von Byung-Hun-Lee waren spitze, aber ansonsten war er mit darstellerisch viel zu starr, vor allem wenn man ihn mit dem grandiosen Min-Sik Choi vergleicht.

Mein zweiter Kritikpunkt geht an die inneren Werte von I Saw the Devil. Grundsätzlich gefällt mir die Idee ganz nach Nietzsches berühmten Zitat, welches in einem Katz- und Mausspiel um die Moral endet und den Zuseher dabei in die vermoderten Winkel der menschlichen Seele entführt. Der ein oder andere wird sich vielleicht dabei ertappt haben, wie ihn eine gewisse, perverse Faszination gepackt hat.
Inhaltlich wäre da aber definitiv mehr gegangen, zum Beispiel hätte man den meiner Meinung nach genialen Charakter des Kyung-Chul durch mehr Tiefe noch ausbauen können.
Gilt auch für den gesamten Plot der Geschichte, dem es, wenn man etwas tiefer scharrt, doch etwas an Substanz mangelt. Zwar wird hier mehr geboten als im typischen Rache-Kino, besonders mit Blick auf ein paar Produktionen aus der Traumfabrik, aber das hat man schon mit mehr Substanz bewundern können (Sympathy For Mr. Vengeance zum Beispiel).
In diesem Punkt muss sich I Saw the Devil auch meinem koreanischen Favoriten "Thirst" geschlagen geben.

Insgesamt ein packender, meisterhaft inszenierter, gewalttätiger und kurzweiliger Trip, dem ein paar interessante, moralische Fragen zur Grunde liegen.

"Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehn, dass er nicht dabei zum Ungeheuer wird. Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein." - Friedrich Nietzsche (Jenseits von Gut und Böse)

9/10
 
I Saw the Devil

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Eben lief der Abspann durch und ich habe noch immer ein recht flaues Gefühl im Magen.
Mitunter einer der blutigsten und gewalttätigsten Filme, die mir je untergekommen sind. Anders als die meisten Filme seines Genres/Themas bekommt man hier keinen eher ruhigeren Einstieg präsentiert, indem der eine dem anderen erst mal 90 Minuten nach jagt, ehe es zum finalen Showdown kommt, sondern lässt die beiden Kontrahenten bereits nach kürzester Zeit aufeinander los.
Als sinnlose Gewaltorgie, wie sie von Urgs ein paar Beiträge zuvor hingestellt wurde, will ich I Saw the Devil nicht bezeichnen. Klar lässt einen die schonungslose Gewalt immer wieder aufstöhnen oder vielleicht sogar wegsehen, sie steht dabei aber stets im Dienste des Films und erfüllt auf keinen Fall den Selbstzweck. Wie man gegen die hier vorherrschende Gewalt abstumpfen kann, will mir auch nicht ganz eingehen, zumindest für mich gab es hier über den gesamten Film hinweg genügend Szenen, die mir einen kalten Schauer über den Rücken jagten. Von Abstumpfung konnte bei mir, zum Glück, absolut nicht die Rede sein.

Handwerklich ist der Film absolut Spitze und alles unter dem Prädikat "grandios" wäre eine Beleidigung für die Regiearbeit dahinter. Hier wurde mit den verschiedensten Perspektiven und Kamerafahrten experimentiert: Interessante und intensive Einstellungen mit der Wackelkamera, die Linse die mit dem Darsteller hautnah durchs nächste Fenster hechtet, wundervolle Szenenbilder (zB das Gartenhaus, das Herrenhaus(?), die verschneite Nacht am Anfang,...) im Standbild oder unwirklich-künstlerisch erscheinende Fahrten durch Zwischenräume oder dem Innenraum eines Taxis.
Inszenatorisch hat man es hier mit einer sehr intensiven und fast schon hypnotisierenden Bildorgie zu tun, deren immersive Atmosphäre einen regelrecht einwickelt. Für mich wohl auch DER Grund, wieso mir in diesen über zwei Stunden nicht einmal ansatzweise langweilig wurde.

Bei den beiden Protagonisten bin ich aber gespaltener Meinung...
Während der aus Oldboy bekannter Darsteller des Kyung-Chul (Min-Sik Choi, der hier in Höchstform ist und mir noch besser als in Oldboy gefällt) mit einer furiosen Darbietung überzeugen konnte, fand ich die Darstellung des Polizisten Kim Soo-hyeon (Byung-Hun-Lee) im Vergleich dazu relativ blass. Klar, die Choreografien von Byung-Hun-Lee waren spitze, aber ansonsten war er mir darstellerisch viel zu starr, vor allem wenn man ihn mit dem grandiosen Min-Sik Choi vergleicht. Da hat er mir in zB "The Good, the Bad, the Weird" besser gefallen.

Mein zweiter Kritikpunkt geht an die inneren Werte von I Saw the Devil. Grundsätzlich gefällt mir die Idee ganz nach Nietzsches berühmten Zitat, welches in einem Katz- und Mausspiel um die Moral endet und den Zuseher dabei in die vermoderten Winkel der menschlichen Seele entführt. Der ein oder andere wird sich vielleicht dabei ertappt haben, wie ihn eine gewisse, perverse Faszination gepackt hat.
Inhaltlich wäre da aber definitiv mehr gegangen, zum Beispiel hätte man den meiner Meinung nach genialen Charakter des Kyung-Chul durch mehr Tiefe noch ausbauen können.
Gilt auch für den gesamten Plot der Geschichte, dem es, wenn man etwas tiefer scharrt, doch etwas an Substanz mangelt. Zwar wird hier mehr geboten als im typischen Rache-Kino (den von mir erst kürzlich gesehenen "The Crow" zum Beispiel, der inhaltlich gegen I Saw the Devil regelrecht erbärmlich wirkt), besonders mit Blick auf ein paar Produktionen aus den USA.
Dennoch hat mans aber schon mit mehr Substanz bewundern können, wie zB ein "Sympathy For Mr. Vengeance" eindrucksvoll unter Beweis stellt.
In diesem Punkt muss sich I Saw the Devil auch meinem koreanischen Favoriten "Thirst" geschlagen geben.

Insgesamt ein packender, meisterhaft inszenierter, gewalttätiger aber kurzweiliger Trip, dem ein paar interessante, moralische Fragen zu Grunde liegen.

Friedrich Nietzsche (Jenseits von Gut und Böse) schrieb:
Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehn, dass er nicht dabei zum Ungeheuer wird. Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein.

9/10
 
Trayal schrieb:
Als sinnlose Gewaltorgie, wie sie von Urgs ein paar Beiträge zuvor hingestellt wurde, will ich I Saw the Devil nicht bezeichnen. Klar lässt einen die schonungslose Gewalt immer wieder aufstöhnen oder vielleicht sogar wegsehen, sie steht dabei aber stets im Dienste des Films und erfüllt auf keinen Fall den Selbstzweck.

Selbstverständlich dienen die Gewaltdarstellungen nur sich selbst, bzw. der Ergötzung daran. Es ist ein durch und durch gewaltverherrlichender Film, denn die Gewalt wird von den Protagonisten mit hingebungsvoller, aber vollkommen zynischer Lust ausgefüht. Die Qualen der Opfer stimulieren sie sogar noch dazu. Der Film distanziert sich davon in keiner einzigen Szene. Er zelebriert die Gewalt in totaler Überlänge. Die Handlung ist zweitrangig. Sie dient immer nur dazu, eine Gewaltszene mit der nächsten zu verknüpfen und das manchmal auch nur mehr Schlecht als Recht. Es gibt z.B. keine tiefgreifende Logik dahinter, warum der Hauptdarsteller den im Krankenhaus liegenden Kumpel des Irren besucht, nur um herauszufinden, dass der sich gerade auf den Weg zu seiner Familie befindet. Dieser Besuch dient lediglich dazu, eine neue, völlig sinnlose Gewaltexesse zu produzieren. Und so läuft das den ganzen Film ab. Wer geistige Auseinandersetzung mit dem Thema Rache sucht, wird hier mit stumpfen Phrasen und Klischees abgespeist und ist mit der Revenge-Trilogie weitaus besser bedient.
 
Dann ist der Film ganz einfach thematisch nichts für dich. Er dreht sich halt grundsätzlich um einen extremen Soziopathen und einen Agent, der seine Verlobte rächen will und dabei selbst immer mehr zum Monster wird. Klar artet das aus und schockiert, aber das ist stets im Dienste des Films.
Im Endeffekt muss dann jeder für sich abwiegen, ob er mit dem harten Tobak zurecht kommt oder es ihm zu viel des Guten ist. Die Gewalt hier aber als reinen Selbstzweck hinzustellen ist Schwachsinn.

Was die Revenge-Trilogie angeht, muss ich dir aber weitgehend zustimmen. Zwar finde ich I Saw the Devil besser als Lady Vengeance, aber besonders mit Sympathy For Mr. Vengeance kann er es nicht aufnehmen.
 
Ich bin ein großer Fan des Rachekinos. Zu behaupten, der Film wäre einfach nix für mich, nur weil ich ihn nicht so toll finde und nicht über den hohen Klee lobe, ist etwas zu kurz gedacht. ;)
 
Du schreibst doch selbst, dass es dir einfach zu viel ist. Was wäre da logischer anzunehmen, als dass er nichts für dich ist?
Rache-Kino ist auch ein weit dehnbarer Begriff. Hier ging es viel eher um das Zitat von Nietzsche, der Angleichung von Soo-hyeon an Kyung-Chul und die damit verbundene Eskalation der Dinge. Ja, ich denke sogar sehr stark, dass der Film entweder inhaltlich nichts für dich war, du ihn nicht verstanden hast oder ihn nicht verstehen willst.

Ist eher zu kurz von dir gedacht, dem Film jegliche, inhaltliche Stärke und Tiefe abzustreiten - auch wenn er sie nicht im Überfluss besitzt, aber sie ihm völlig abzustreiten? Nein.

Geschmäcker sind halt verschieden, aber ich bleibe weiterhin dabei, dass es absoluter Schwachsinn ist, der Gewalt hier einen reinen Selbstzweck zu zuschreiben.
 
Ich konnte ja nicht ahnen, dass der Film so plump auf Gewaltdarstellungen setzt. Wenn die inhaltliche Auseinandersetzung und die Dramaturgie ausgeklügelter gewesen wäre, hätte ich mich damit sicherlich eher arrangieren können. So fühlte ich mich ab der Hälfte ungefähr gelangweilt und mitunter sogar verscheissert. Wenn ein Filmemacher die Story soweit strapaziert, nur um noch eine und noch eine blutige und rein voyeristisch ausgelegte Gewaltszene einzubauen, dann fühle ich mich intellektuell beleidigt. Besonders dann, wenn im Anschluss Nitzsche bemüht wird, um den Film einen philosphischen Touch zu verleihen.
Im Grunde war von Anfang an klar, worauf es hinausläuft. Schon mit der Szene als der Kopf der Getöteten gefunden wird. Ein Polizist brüllt über das ganze Feld "HIEEER". Alle, Polizisten und die riesige Journalistenmeute rennen auf den Ort zu. Was für eine absurde Szene! Die aber an Albernheit noch getoppt wird, als der Kopf in einen Karton gepackt wird, der natürlich nicht verschliessbar ist und der Träger erwartungsgemäß vor der Journalistenmeute stolpert und das Ding wieder rauspurzelt. Im Grunde war damit schon alles gesagt, was die nächsten 2 Stunden den Film beherrschte, nämlich der unbedingte Wille zu obszönen Gewaltdarstellungen. Viel mehr ließ sich für mich nicht finden und das war mir einfach zu anspruchslos.
Nach ungefähr 40 Minuten, als endlich die Rachestrategie im Raum stand, da wurde mein Interesse nochmal geweckt. Aber auch das stellte sich im Nachhinein als reiner Füllstoff für noch mehr Gewalt heraus. Ein intelligenter Killer wäre von allein viel früher auf das GPS-Geheimnis gekommen. Man denke da nur wie intelligent das in No Country for Old Men aufgelöst wird und wie plump in diesem Film. Hier wird der Killer zum Dummkopf, damit der Rächer quasi Eintritt in seine Welt hat, um immer mehr Blut, Fleisch und Gewalt zu präsentieren. Naja, und so weiter und so weiter.
Klar, sicherlich ist es in gewisser Weise nicht "mein Film" gewesen. Ich bin da mit ner überhöhten Erwartungshaltung rangegangen, weil der Film eben anders vermarktet wird. Im Grunde ist es ein Film für Saw-Fans und nicht für Arthaus-Freunde.
 
Der Film hat die Gewalt zum Thema, was ist daran so schwer zu begreifen?
Es dreht sich thematisch alles darum wie ein Mann in seiner Vendetta immer mehr in den Sumpf von Gewalt und Perversion abrutscht und sich zum Schluss immer weiter seinem eigentlichen Feinbild angenähert hat.

Die von dir angeschriebene Szene ist auch gar nicht so abwegig, klar wurde sie sehr stilisiert herausgehoben. Der Kopf im Karton dürfte übrigens ein Seitenhieb oder eine Hommage an "Sieben" gewesen sein.

Gut, bei der Nennung von No Country for Old Men (ausgerechnet einer der schlechteren Coen Filme, der mit unzähligen Preisen überhäuft wurde) musste ich dann sowieso schmunzeln, wie sehr es um unseren Filmgeschmack steht - ich erinnere mich da ja auch noch düster an deinen Verriss von "Thirst". Der könnte wohl nicht weiter voneinander abdriften. :D

Im Grunde ist es ein Film für Saw-Fans und nicht für Arthaus-Freunde.

Das kann ich dann aber so wiederum nicht stehen lassen, schon alleine nicht der grandiosen Ragiearbeit und Darstellung von Min-Sik Choi wegen. Plumpe Stammtisch-Polemik! :deal:
 
Gerade was das Thema Jäger-Gejagter angeht, da hat No Country for Old Men die Messlatte extrem hoch angesetzt. Der Film filtert da extreme Spannung aus einem punktgenauen Detailgrad und extrem cleveren Handlungsverlauf. Obwohl kaum geredet wird, kann man die Gedanken förmlich spüren. Die dort ebenfalls extreme Gewalt ist vollkommen konzentriert, kommt aus dem Nichts und hinterlässt innerhalb von Sekunden ein Blutbad. Das ist genau die Mischung, die den Zuschauer gebannt in den Sessel presst. Spannung baut sich auf und entlädt sich im Überraschungsmoment. Man wird so selbst Teil dieser Jagd. Aber sowas geht I Saw The Devil völlig ab. Hier läuft das mit den typischen, auf coolness getrimmten Action-Choregrafien, die man aus asiatischen Action-Filmen und vom Regisseur zuhauf kennt. Mitreissend ist an dem Film kaum etwas.
 
Rapunzel (3D)
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Wow! Ich bin begeistert. Traumhaft schöner Animationsfilm, den man gesehen haben muss, wenn man etwas mit den klassischen Disney-Märchen anfangen kann. Anders als der Trailer vermuten lässt, ist Rapunzel nämlich keine platte Action-Comedy - wie es in diesem Genre leider immer häufiger der Fall ist - sondern ein waschechter "Disney", inklusive wundervoller Figuren, reichlich Gesang und zum Niederknien schönen Bildern. :huldig:

Was Disneys Animationsteam hier gezaubert hat, ist einfach zu gut. Mal abgesehen von den vielleicht etwas zu glatten ("glatt" in Bezug auf die Optik, nicht den Charakter) Figuren, beeindruckt der Film vor allem durch sein hinreißendes Design. Die knalligen Farben, famosen Hintergründe, bezaubernden Animationen und viel Liebe zum Detail, sorgen für reichlich Sehnerv-Futter. In 3D entfaltet das Bild dann sein volles Potential und besticht durch eine atemberaubende Tiefenwirkung. Plakative Pop-Outs gibt es hier nicht, dafür aber eine Räumlichkeit, die ich in dieser Perfektion noch nicht erlebt habe. Man kann tatsächlich in den Film "hineinschauen". Zudem ist das komplette Bild zu jeder Zeit knackig scharf. Design, Animationen und Bildqualität sind der helle Wahnsinn.

Aber nicht nur die Optik kann überzeugen, auch der Inhalt stimmt. Rapunzel erzählt eine wunderschöne, klassische Disneygeschichte, angepasst an die heutigen Sehgewohnheiten. Das heißt ein deutlich höheres Tempo, sowie etwas mehr Witz und Action als die guten alten Zeichentrickfilme. Die Charaktere sind sympathisch, die bösen Bubenn gemein und hinterlistig und die Sidekicks einsame spitze (Das Pferd und Chamäleon. :lachweg: ). So muss das sein. Selbst die, im Vergleich zu anderen Animationsfilmen, relativ häufigen Gesangseinlagen passen wunderbar - Und das sage ich, als jemand, der normalerweise kein großer Fan von Singsang in Filmen ist. Disney hat zwar schon bessere Songs abgeliefert, bietet aber auch hier durchaus unterhaltsamen und mitreißende Musik. An dieser Stelle muss ich den deutschen Synchronsprechern übrigens ein großes Lob aussprechen. Gerade bei den Musicaleinlagen, hatte ich so meine Bedenken. Alexandra Neldel (Rapunzel) und Moritz Bleibtreu (Flynn) haben jedoch hervorragende Arbeit geleistet und den Figuren gekonnt Leben eingehaucht. :dhoch:

Zusammenfassend kann ich nur sagen: Unbedingt anschauen! Rapunzel ist charmant, lustig und unterhaltsam und verzaubert einen (vor allem in 3D) mit seinen atemberaubenden Bildern und der herzlichen Geschichte. Bester Animationsfilm des Jahres 2010, bester Disney-Film der letzten Jahre und eindeutig eine der besten (3D) Blu-Rays. :huldig:

Film: 10/10 Pfannen
3D-Effekt: 10/10 Pfannen
 
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:traurig: Wunderschöner Film. Ein richtiger Star Trek Film eben. Vor allem die Szenen im Nexus mit der Musikuntermalung sind atemberaubend. Dazu der Auftritt von Kirk. Einzig der Tod von Kirk ist doch schwach, wobei ich es bei weitem nicht so schlecht finde, wie die Allgemeinheit.

5/5
 
Also ich wüsste nicht, was man hätte besser machen können. Charaktere, Story, Witz, Action, Optik, Musik. Da stimmt eigentlich alles.
Natürlich ist er nicht so clever wie Inception, nicht so actiongeladen wie Transformers oder nicht so gefühlvoll wie Blind Side, aber er bietet rundum gelungenen Animationsfilmspaß. Und wieso sollte ein Film, der mich von der ersten bis zur letzten Minute gekonnt unterhält, keine 10/10 bekommen? :D
 
Habe ihn am Mittwoch Abend mit meiner Freundin und der 9 jährigen Tochter eines Bekanntens geschaut und wurde auch durchgehend auf einem sehr hohen Niveau unterhalten. Zudem ist die Rapunzel einfach nur knuffig und süss und wunderschön animiert.
Die Szene, in der Rapunzel und Flynn in ein Boot steigen und Flynn dem Maximus ein Sack voll Äpfel als Trostpreis zurücklässt, ist epic. :)
 
Urgs schrieb:
Ich konnte ja nicht ahnen, dass der Film so plump auf Gewaltdarstellungen setzt. Wenn die inhaltliche Auseinandersetzung und die Dramaturgie ausgeklügelter gewesen wäre, hätte ich mich damit sicherlich eher arrangieren können. So fühlte ich mich ab der Hälfte ungefähr gelangweilt und mitunter sogar verscheissert. Wenn ein Filmemacher die Story soweit strapaziert, nur um noch eine und noch eine blutige und rein voyeristisch ausgelegte Gewaltszene einzubauen, dann fühle ich mich intellektuell beleidigt. Besonders dann, wenn im Anschluss Nitzsche bemüht wird, um den Film einen philosphischen Touch zu verleihen.
Im Grunde war von Anfang an klar, worauf es hinausläuft. Schon mit der Szene als der Kopf der Getöteten gefunden wird. Ein Polizist brüllt über das ganze Feld "HIEEER". Alle, Polizisten und die riesige Journalistenmeute rennen auf den Ort zu. Was für eine absurde Szene! Die aber an Albernheit noch getoppt wird, als der Kopf in einen Karton gepackt wird, der natürlich nicht verschliessbar ist und der Träger erwartungsgemäß vor der Journalistenmeute stolpert und das Ding wieder rauspurzelt. Im Grunde war damit schon alles gesagt, was die nächsten 2 Stunden den Film beherrschte, nämlich der unbedingte Wille zu obszönen Gewaltdarstellungen. Viel mehr ließ sich für mich nicht finden und das war mir einfach zu anspruchslos.
Nach ungefähr 40 Minuten, als endlich die Rachestrategie im Raum stand, da wurde mein Interesse nochmal geweckt. Aber auch das stellte sich im Nachhinein als reiner Füllstoff für noch mehr Gewalt heraus. Ein intelligenter Killer wäre von allein viel früher auf das GPS-Geheimnis gekommen. Man denke da nur wie intelligent das in No Country for Old Men aufgelöst wird und wie plump in diesem Film. Hier wird der Killer zum Dummkopf, damit der Rächer quasi Eintritt in seine Welt hat, um immer mehr Blut, Fleisch und Gewalt zu präsentieren. Naja, und so weiter und so weiter.
Klar, sicherlich ist es in gewisser Weise nicht "mein Film" gewesen. Ich bin da mit ner überhöhten Erwartungshaltung rangegangen, weil der Film eben anders vermarktet wird. Im Grunde ist es ein Film für Saw-Fans und nicht für Arthaus-Freunde.

Ich bin gerade mit den Filmschauen fertig geworden.

Mehr als du in diesen Text geschrieben hast, kann man eigentlich nichts mehr hinzufügen. Ich hatte mir durch die Darsteller anscheinend zu viel Versprochen. Noch immer wenn ich Choi Min-sik in Verbindung mit Filmen die eine Rachethematik besitzen sehe, muss ich an den genialen Film Oldboy denken. Genauso erfreut es mich Lee Byung-Hun von Bittersweet Life zu sehen, den ich ebenfalls positiv in Erinnerung habe.

Was kann den dann schon schief gehen, wenn die Beiden zusammen in einem Film mitspielen? Eine Menge...leider.

Abgesehen von einer Menge unnötiger Blutorgien, unfreiwilligen komischen Szenen und einem Storyverlauf der nicht langweiliger hätte sein können, hatte der Film nichts was mir leider positiv in Erinnerung bleiben wird. Nein, es ist kein Totalausfall, sondern nur ein weiterer Film, der nicht gesehen werden muss.
 
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