The Illusionist:
Das, ich nenne es mal, Magier-Epochen-Drama "The Illusionist" ist leider nicht der erhoffte Hit geworden, auf den ich mittlerweile über 3 Jahre gewartet habe.
Die Geschichte ist nicht schlecht, aber bei weitem nicht so ausgereift und spannend, wie im Konkurrenten "The Prestige". In der ersten Filmstunde passiert storytechnisch fast garnichts, was zu einigen Längen führt und das, von vielen Magazinen als "überraschend" angekündigte, Finale bietet nichts, was dem geneigten Filmfan nicht schon 45 Minuten vorher klar sein wird. Ich habe mir den großen Twist jedenfalls schon mitten im Film selbst zusammengereimt, sodass die Schlusswendung dann nurnoch eine Bestätigung meiner Gedankengänge war. Daher verschenkt die, eh schon ruhige und ein wenig belanglos ablaufende, Handlung eine verhältnismäßig große Portion Spannung. Für die Leute, die das Ende nicht so vorhersehbar finden, bietet der Film dann aber eine durchaus gelungene Überraschung. Ich persönlich war aber leider sehr enttäuscht, vor allem, wenn man diesen Film mit "The Prestige" vergleicht, bei dem ich niemals auf die finale Wendung gekommen wäre.
Die Schauspieler machen ihre Sache gut, wenn auch nicht überragend. Edward Norton und Paul Giamatti verkörpern ihre Rollen hervorragend, auch wenn sich Nortons Screentime lediglich auf einige Auftritte als Illusionist beschränkt und er dadurch tatsächlich von Giamatti "überspielt" wird. Jessica Biel legt hier die beste Leistung ihrer Karriere ab, was bei ihrer Filmographie aber auch kein wirkliches Wunder ist, sodass sie, im Vergleich zu ihren Kollegen, nur eine durchschnittliche Darbietung abliefert.
Handwerklich ist "The Illusionist" gut bis sehr gut. Kostüme, Sets und die damit verbundene Atmosphäre wissen zu gefallen, die Regie- und Kameraarbeit ist ebenfalls gelungen. Trotzdem kann dieser Film auch hier nicht mit dem nahezu perfekten "The Prestige" mithalten.
"The Illusionist" ist ein handwerklich gut gemachter Epochenfilm, der vernünftige Schauspieler und eine grundsätzlich garnicht so schlechte Geschichte bietet. Leider wurde diese, für meinen Geschmack, zu "einfallslos" erzählt, sodass kaum Spannung aufkommt. Auch die Twists sind leider vorhersehbar, sodass ich, in Bezug auf die Handlung, doch sehr enttäuscht wurde.
Dieser Film ist zwar gut, aber lange nicht so grandios wie "The Prestige", der fast Alles (Schauspieler, Optik, Story) besser macht, sodass ich dem Illusionisten nur eine verhältnismäßig geringe Punktzahl geben kann. Genrefans sollten trotzdem mal ein Auge auf diesen Streifen werfen, schließlich gibt es so gut wie keine guten, anderen Magierfilme.
6/10 Punkte