Layer Cake [Blu-ray]:
Wow.
Seit geraumer Zeit hatte ich vor diesen Film zu schauen, jedoch habe ich es aus den verschiedensten Gründen immer wieder vergessen - leider, denn wie sich gerade herausgestellt hat ist "Layer Cake" ein kleines Thriller-Highlight, das der Genreliebhaber unbedingt gesehen haben sollte.
In "Layer Cake" geht um um einen namenlosen Drogendealer (Daniel Craig), der seinen nicht wirklich legalen Job jedoch weitaus professioneller betreibt, als die Kleinkriminellen in Amsterdams Straßen. Dabei versucht er immer einige wichtige Regeln einzuhalten: wickel alle Geschäfte so unauffällig und Akkurat wie möglich ab, vermeiden den Kontakt mit dem Endverbraucher und lasse dich nicht mit Kleingangstern ein, die sich für etwas besseres halten. Mit diesen, sich selbst auferlegten, Vorschriften fährt unser Protagonist auch sehr gut, sodass er sich in kurzer Zeit eine Millionen Pfund beiseite legen konnte und vor hat aus dem Drogengeschäft auszusteigen. Leider kommt ihn da sein Boss Jimmy Price (Kenneth Cranham) in die Quere, der ihm gleich zwei unangenehme Aufgaben auferlegt: finde die im Junkiemilieu untergetauchte Tochter eines alten Freundes und wickel einen Deal, über eine Millionen Ecstasypillen, mit einen größenwahnsinnigen Nebenstraßendealer namens Duke ab. Damit werden die überlebenswichtigen Regeln unseres Hauptcharakters mit einem Schlag ausgehebelt. Er bekommt es mit genau dem zu tun, das er die ganze Zeit versucht hat von seiner Person fern zu halten und gerät immer mehr in einen Sumpf aus Intrigen...
Gerade diese Intrigen machen die, ansonten genretypische, Story spannend und außergewöhnlich. Die vielen Charaktere und unterschiedlichen Handlungsstränge verlangen vom Zuschauer eine gehörige Portion Aufmerksamkeit. Stellenweise sind die einzelnen Geschichten vielleicht sogar etwas zu unübersichtlich geraten. Die ständigen Rückblenden, Ortswechsel und neuen Charaktere sind nicht einfach zu sortieren, machen den Film aber irgendwie auch interessant, da man immer mitdenken muss und häufig kleinere und größere Wendungen präsentiert bekommt, die immer wieder angenehm überraschend ausfallen. Insgesamt hat mich die Geschichte von Anfang bis Ende überzeugt, denn, auch wenn sie nicht wirklich innovativ ist, sie wird gekonnt und intelligent erzählt.
Grandios ist auch die schauspielerische Leistung der einzelnen Darsteller. Ja, Daniel Craig hatte auch vor "James Bond" ein Leben und wusste schon 2004 als Schauspieler zu gefallen. Er spielt seine Rolle glaubwürdig, und verleiht ihr durch seine, anscheinen angeborene, Coolness einen ganz eigenen Charme - verdammt, sogar ich als Mann muss sagen, dass der Kerl extrem schöne Augen hat.

Aber auch die anderen Schauspieler sind fast perfekt und lassen kaum Wünsche offen.
Neben Story und Darstellern geht ein ganz großes Lob an Regisseur Matthew Vaughn und seine hervorragende Inszenierung. Selten habe ich in einem Thriller bessere Szenenwechsel, Kameraeinstellungen und fast schon innovativ umgesetzte Szenen gesehen - beispielsweise ist mir die Schlägerei im Cafe im Kopf geblieben, die, begleitet von Duran Durans „Ordinary World“, eine unglaublich packende und irgendwie auch ironische Atmosphäre erzeugt. Überhaupt nimmt der Film sich nicht immer ernst und verteilt auch schonmal gerne kleinere Seitenhiebe auf das Drogenmilieu, meistens verpackt in grandiosem, sehr schwarzen und trockenen, englischen Humor. Man merkt deutlich, dass Vaughn zuvor Filme wie „Bube, Dame, König, Gras“ und „Snatch“ mitproduziert hat.
Ich bin von "Layer Cake" begeistert. Die Story ist intelligent und mitreißend erzählt, die Charaktere sind grandios ausgearbeitet und werden von ihren Schauspielern perfekt rübergebracht und die Inszenierug ist über alle Zweifel erhaben. Diesen spannenden, stellenweise ironischen und brilliant umgesetzten Gangster-Thriller sollten sich Genrefans nicht entgehen lassen. Von mir gibt es:
8/10 Punkte
"Frauen ficken ist was für Schwuchteln!"
