Vor diesem Hintergrund sind die Mahnungen einiger europäischer Regierungschefs zu verstehen, dass die
EU ihre Waffen- und Munitionslieferungen in den nächsten Monaten massiv erhöhen müsse.
"Wir geben den Ukrainern nicht nur nicht genug, damit sie gewinnen könnten, sondern nicht einmal genug, um zu überleben", sagt ein Regierungsvertreter. "Sie halten momentan mit den Resten durch, die sie noch übrig haben." Zu der Gruppe, die mehr europäisches Engagement fordern, gehört allen voran der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz. Er hat seinen Kolleginnen und Kollegen in der EU in den vergangenen Wochen auf eine Art die Leviten gelesen, die für ihn persönlich wie für die in der Union geltenden Höflichkeitsregeln sehr unüblich war.
Deutschland werde seine Militärhilfe für Kiew in diesem Jahr auf fast acht Milliarden Euro verdoppeln, kündigte Scholz im Januar an. Und er verlangte offen, dass die anderen Europäer mitziehen. "Die bisher geplanten Waffenlieferungen sind zu gering", rügte er. Bis zum EU-Gipfeltreffen am 1. Februar sollten alle Mitgliedsländer mitteilen, welches Militärgerät sie der Ukraine im laufenden Jahr zu liefern gedächten, so Scholz.