Nun legen neue Recherchen der »Süddeutschen Zeitung« nahe: Aiwanger war wohl schon früher besorgt, dass das Pamphlet bekannt werden könnte. So soll der Staatsminister bereits 2008, nach seinem ersten Einzug in den Bayerischen Landtag, eine Parteikollegin aus Landshut zu einem früheren Lehrer geschickt haben. Die Parteifreundin, berichtet die »SZ«, habe von dem Lehrer wissen wollen, ob Aiwanger von ihm »Gefahr« drohe. Es sei »eindeutig gewesen«, dass es dabei um das Flugblatt gegangen sei, zitiert die Zeitung den Lehrer.
Hausbesuch beim ehemaligen Lehrer
Vor wenigen Wochen, an dem Tag, als Medien erstmals Aiwanger mit den Vorwürfen zur Urheberschaft der Hetzschrift konfrontierten, habe die Parteifreundin demnach erneut den Lehrer kontaktiert, dieses Mal telefonisch. Was beim zweiten Gespräch geschah, ist nicht bekannt. Die FW-Abgeordnete äußert sich nach Angaben der »SZ« derzeit nicht zu Fragen über ihren Besuch bei dem ehemaligen Lehrer. Der Lehrer selbst gehört zu jenen Kollegen, die damals Aiwanger wegen des Flugblatts bestraft hatten.
Der Vorgang wirft neue Fragen über Aiwangers Bezug zu dem Flugblatt auf, mindestens über seinen Umgang mit der Affäre. Gegenüber dem SPIEGEL hatte er am Wochenende erklärt, das Papier nicht verteilt zu haben. Gleichzeitig räumte er aber ein, es seien »ein oder wenige Exemplare« in seiner Schultasche gefunden worden. Den Inhalt nannte er »ekelhaft und menschenverachtend«. Und weiter: »Der Verfasser des Papiers ist mir bekannt, er wird sich selbst erklären.«
https://www.spiegel.de/politik/deut...-haben-a-6721934b-1925-4015-bd0b-3346bbd4239a[/QUOTE]
