Ich weiß nicht was letztlich "überheblicher" ist, der Hinweis dass sich jemand zu einem bestimmten Thema (besser) bilden soll oder die Antwort: Ich muss mich nicht mehr bilden, ich weiß schon alles.
Das erst mal vorweg. Der Einwurf zur Quelle (deren Namensgeber offensichtlich Karl Marx ist), ihr Inhalt wäre ohnehin nicht beachtenswert weil die Personen dahinter "das fast gleiche übel auf der anderen Seite" seien, bestätigt mich in meinem Vorwurf der Geschichtsvergessenheit.
Kommunist*innen und Sozialdemokrat*innen waren mitunter die ersten Opfer des historischen Nationalsozialismus:
"Die „frühen“ Konzentrationslager dienten den Nationalsozialisten vor allem zur politischen Gegnerbekämpfung nach der Machtübernahme. Seit März 1933 entstanden binnen kurzer Zeit über 70 Konzentrationslager, dazu kamen „Schutzhaftabteilungen“ in Justiz - und Polizeigefängnissen. Manche dieser frühen Lager wie Oranienburg bei Berlin bestanden nur einige Wochen oder Monate. Sie waren Orte des Terrors gegen politische Gegner, vor allem Kommunisten und Sozialdemokraten, die willkürlich per Schutzhaft- Befehl in die Konzentrationslager eingeliefert wurden." (
https://www.bundesarchiv.de/zwangsarbeit/haftstaetten/index.php?tab=24)
Und um nochmal zum ursprünglichen Thema zurückzukommen, warum ich überhaupt geschrieben habe @Keanu79s Position wäre geschichtsvergessen.
Der historische Nationalsozialismus ist unter anderem deshalb politisch in die Position gelangt, in die er nun mal gelangt ist, weil die Nazis nicht als Gefahr für die Demokratie wahrgenommen wurden. Weil eben einerseits Hitler scheinbar eine Bereitschaft demonstrierte, seine NSDAP als vorgeblich konstruktive und demokratische Partei auch parlamentarische Pflichten und Verantwortungen übernehmen zu lassen, sich als kompromissfähiger Koalitionspartner zu zeigen, auf Länderebene unverdächtige Politik machen etc.
Davon haben sich Demokrat*innen verführen lassen, Zugeständnisse zu machen und die NSDAP mit immer mehr Macht auszustatten, im Irrglaube so ließen sich Nazis zähmen.
Jeder Demokrat und jede Demokratin dieser Bundesrepublik, der und die aus ihrer Geschichte Lehren gezogen hat, erkennt und warnt richtigerweise davor, dass die Auseinandersetzung mit der AfD nicht allein aus einem Dissens über unterschiedliche politische Positionen besteht, sondern dass es letztlich auch darum geht die Demokratie vor Antidemokrat*innen zu schützen.