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Naja, ich habe derzeit einen betrieblichen Grund, warum ich frage. Unsere Geschäftsführung möchte gern Vertrauensarbeitszeit und damit Abschaffung der "Stempeluhr" einführen und ich soll die technische Umsetzung koordinieren. Und wenn ich das richtig verstehe, ist das Thema mit dem Urteil erledigt. Oder übersehe ich was?
 
Genau. Alle Arbeitgeber sind schlecht und Beuten ihre Mitarbeiter aus. Wie ich diesen Blödsinn auch echt nicht mehr hören kann.

Habe ich auch gesagt. Lol. Aber es ist ein flächendeckendes Problem in allen Branchen. In einigen auch zu annähernd 100% wie der Gastronomie. Und es ist halt nur Bürokratie, die sich heute digital günstig und zuverlässig lösen lässt. Das tut dann auch den fairen Arbeitgebern nicht weh.
 
Naja, ich habe derzeit einen betrieblichen Grund, warum ich frage. Unsere Geschäftsführung möchte gern Vertrauensarbeitszeit und damit Abschaffung der "Stempeluhr" einführen und ich soll die technische Umsetzung koordinieren. Und wenn ich das richtig verstehe, ist das Thema mit dem Urteil erledigt. Oder übersehe ich was?

Du kannst doch trotzdem deine Zeit loggen, damit man nachvollziehen kann, ob du nicht über den gesetzlichen Arbeitszeiten liegst. Also wo genau siehst du das Problem?
 
Verkehrt finde ich das auch nicht. Und es wird sicher wieder dutzende Ausnahmen geben...

Über 2 Milliarden Überstunden nur in DE, davon die Hälfte nicht ausgeglichen/bezahlt. Tendenz weiter rasant steigend. Von der jetzigen "unbürokratischen" Lösung profitieren eigentlich nur die Arbeitgeber und der Arbeitnehmer kann seine rechtlichen Ansprüche nichtmals dokumentieren.
 
Dem Urteil nach müssten die Arbeitgeber doch "nur" die Arbeitszeiten systematisch dokumentieren. Wie sagen sie doch nicht. Das sollte doch auch einfach systematisch auf einem Blatt Papier gehen?!

Ich bin in der Zeiterfassung und ich finde es gut. Obwohl die, die
Bei uns nicht in der Zeiterfassung sind, weniger arbeiten als sie sollten.
 
Du kannst doch trotzdem deine Zeit loggen, damit man nachvollziehen kann, ob du nicht über den gesetzlichen Arbeitszeiten liegst. Also wo genau siehst du das Problem?
Ziel der Geschäftsführung war, alle Zeiterfassungssysteme abzubauen. Wenn sie aber systematisch die Zeiten erfassen müssen, wäre das ja Quatsch. Die Frage ist: Was heißt systematisch erfassen? Muss das ein zentrales System sein oder kann das im Zweifel auch ein Excel-File sein, das jeder Mitarbeiter selbst ausfüllen muss?
 
Naja, ich habe derzeit einen betrieblichen Grund, warum ich frage. Unsere Geschäftsführung möchte gern Vertrauensarbeitszeit und damit Abschaffung der "Stempeluhr" einführen und ich soll die technische Umsetzung koordinieren. Und wenn ich das richtig verstehe, ist das Thema mit dem Urteil erledigt. Oder übersehe ich was?
Natürlich will dein Arbeitgeber das. Genau das sollte zu denken geben. Ist ja auch zu seinem Vorteil und nicht zu deinem. :P
 
Ziel der Geschäftsführung war, alle Zeiterfassungssysteme abzubauen. Wenn sie aber systematisch die Zeiten erfassen müssen, wäre das ja Quatsch. Die Frage ist: Was heißt systematisch erfassen? Muss das ein zentrales System sein oder kann das im Zweifel auch ein Excel-File sein, das jeder Mitarbeiter selbst ausfüllen muss?

Wir füllen das selbst aus. Und wenn wir weniger arbeiten, werden wir natürlich trotzdem voll bezahlt. Aber bei Überstunden schreibt man sich so auch seine Zeiten ziemlich genau auf. Das erhöht den Druck auf den Arbeitgeber enorm, fair zu bezahlen.
 
Dem Urteil nach müssten die Arbeitgeber doch "nur" die Arbeitszeiten systematisch dokumentieren. Wie sagen sie doch nicht. Das sollte doch auch einfach systematisch auf einem Blatt Papier gehen?!

Ich bin in der Zeiterfassung und ich finde es gut. Obwohl die, die
Bei uns nicht in der Zeiterfassung sind, weniger arbeiten als sie sollten.
Das gibts sicherlich auch, früher habe ich ohne Zeiterfassung gearbeitet, nie eine Überstunde generiert, seit Jahren Zeiterfassung und seitdem wird jede Überstunde erfasst, momentan noch 250h offen, ich lass mir gerade auch welche ausbezahlen. Ein hoch auf Zeiterfassung. :dhoch:
 
Habe ich auch gesagt. Lol. Aber es ist ein flächendeckendes Problem in allen Branchen. In einigen auch zu annähernd 100% wie der Gastronomie. Und es ist halt nur Bürokratie, die sich heute digital günstig und zuverlässig lösen lässt. Das tut dann auch den fairen Arbeitgebern nicht weh.
"schert sich niemand" waren deine worte oder hab ich mich verlesen?

edit: oh und doch, das tut auch den fairen arbeitgebern weh. zum beispiel den kleinen läden mit wenig mtiarbeiter die jetzt eine weitere dokumentationspflicht für ihre angestellten haben. das kostet zeit durch die manuelle erfassung oder es entstehen kosten durch ein elektronisches system. darüber hinaus muss die ganze geschichte gespeichert/gelagert werden und der steuerberater verdient auch mit daran. herzlichen glückwunsch.
 
Schert sich niemand im Sinne von es gibt keinerlei Kontrollinstanz?

Sorry, aber du überschätzt du Bürokratie völlig. Das muss doch eh gemacht werden, weil immer eventuell Überstunden auffallen könnten. Jetzt muss das System haben, damit man das nicht umgehen kann.
 
Gja und dann gibts noch den passus dass überstunden immer angeordnet sein müssen um ihre gültigkeit zu erhalten, auch ein Ass was sehr gerne gezogen wird. Wenn man das nicht selbst schon gehört hätte.
 
@BitByter

Ich weiss ja nicht, wo das ganz grosse Problem sein soll, selbst für Kleinstbetriebe. Wir haben eine Stempeluhr auf Software-Basis, Schnittstelle zum Lohnprogramm vorhanden. Jegliche manuelle Dokumentation entfällt und einmal im Monat wird ein Kontrolllauf gemacht.

Mag sein, dass das 3eurofuffzich kostet, aber zumutbar ist das allemal.
 
Ziel der Geschäftsführung war, alle Zeiterfassungssysteme abzubauen. Wenn sie aber systematisch die Zeiten erfassen müssen, wäre das ja Quatsch. Die Frage ist: Was heißt systematisch erfassen? Muss das ein zentrales System sein oder kann das im Zweifel auch ein Excel-File sein, das jeder Mitarbeiter selbst ausfüllen muss?

Naja, Stempeln muss man schon können. Oder Stundenzettel schreiben / DIenstpläne unterschrieben ablegen usw.


Vertrauensarbeitszeit würde z.b. heißen, das man keine pausen stempelt, das man quasi kommen und gehen kann, wann man will oder wie es passt. Aber das kommen und gehen muss schon dokumentiert sein.
Was passiert denn bei einem Arbeitsunfall oder einem Unfall auf Dienstreise? IRgendwo muss sowas ja belegbar sein.
 
Vertrauensarbeitszeit hat eigentlich den hintergrund dass du ein ziel erreichen sollst und du auch davon abhängig bezahlt wirst, natürlich mit grundgehalt, rest per zielvereinbarung. Wie lange du dafür brauchst ist dein bier.

Das kann durchaus cool sein aber das passt besser zum selbstständigen als zum angestellten. Auf papier ließt sich das bestimmt immer mega, die wirklichkeit sieht dann anders aus sonst würde es das konzept gar nicht geben.

Ich kannte jemand die hatte das aber hat die zeiten trotzdem notiert und dann auch überstunden gehabt, also das ist dann nicht so schlecht.
 
War vorhin beim Sport, deswegen hatte ich mich etwas kurz gefasst. Vielleicht etwas mehr zu meinen Erfahrungen.

Wir machen das so, dass wir jeden Tag in einer Tabelle neben unserem Namen Arbeitsbeginn und -ende aufschreiben, neben etwaigen Pausen, Nachtstunden, Überstunden, Minusstunden, Bemerkungen. Das wird dann am Ende der Schicht von einem Vorgesetzten unterschrieben. Diese Daten werden dann von uns in eine Exceltabelle übertragen, ausgedruckt, unterschrieben und vom Vorgesetzten überprüft und dann zur Kostenstelle für die Lohnabrechnung geschickt. Da sieht man dann auch Urlaubstage und so, also es macht die Arbeit für die Personalabteilung auch schön übersichtlich.
Das macht übrigens auch mein Vorgesetzter, der Vertrauensarbeitzeiten hat.

Es geht natürlich auch moderner mit Stempeluhren. So hatte ich das bei meinem vorherigen Arbeitgeber. Da musste man am Anfang und Ende der Schicht seine Karte an ein Gerät halten. Dann erfolgte alles automatisch. Kostet sicherlich etwas mehr und ich fand es auch nur bedingt besser.

Natürlich kann der Arbeitgeber immer noch Druck auf den Arbeitnehmer ausüben und ihn zu Überstunden und unbezahlten Überstunden, ähm, motivieren, aber es kostet mehr Überwindung falsche Arbeitszeiten zum eigenen Nachteil aufzuschreiben als einfach gar nichts zu machen und es hinzunehmen. Und es gibt Branchen, wo jeder Überstunden macht. Wie viele Menschen in der Gastronomie machen keine (meist unbezahlten) Überstunden? Und wie viele machen täglich vier und mehr Überstunden? Und man kann nicht einmal woanders hin, weil es in der Branche überall so ist. Das Gleiche gilt für Fahrer in der Logistik. Dort würde ich sogar weitergehen und unabhängige Zeiterfassungssysteme verpflichtend einführen.

Aber selbst bei "guten" Jobs sieht es nicht anders aus. Einer meiner besten Freunde arbeitet bei einem der größten Chemiekonzerne der Welt als Ingenieur und sein Vater ist im Vorstand. Und jeder Projektingenieur macht auch täglich Überstunden. Ich habe selbst in einem Labor gearbeitet und auch dort waren Überstunden ganz gewöhnlich. Und sie wurden nie aufgeschrieben. Und wenn ein Job eigentlich 10h täglich geht, dann sollte das auch so von Anfang an vereinbart werden. Legal ist das ja immer noch. Aber der Arbeitsmarkt ist in dieser Hinsicht nicht transparent, sondern bescheißt überall mit seiner 40h-Woche, die keine ist. Eine verpflichtende Zeiterfassung wäre ein nötiges Gegengewicht für einen sehr kleinen Preis.
 
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