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Der Politikthread

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https://www.wiwo.de/unternehmen/aut...-die-mythen-der-e-auto-kritiker/23906014.html

Die Mythen der E-Mobilität mal unter die Lupe genommen. Kurzfassung: alles ist möglich und das E-Auto ist bereits heute nach wenigen Jahren umwelttechnisch vorne.

Und auch hier wurden offensichtlich wieder falsche Zahlen genutzt, um Fortschritt zu verhindern...

Dabei spricht selbst als Auto-Fan eigentlich garnichts gegen ein E-Auto. Die Kraft und Dynamik der Fahrzeuge ist beachtlich (einen i3 mal eben zu überholen, wenn er voll beschleunigt ist garnicht so einfach) und über Soundgeneratoren klingt bei Bedarf selbst ein kleines E-Auto besser als ein 340i...

Stromgewinnung und CO2-Bilanz schön und gut, aber ein anderes wichtiges Thema wird nur kurz erwähnt und im letzten Absatz quasi als selbstverständlich hingestellt - die Rohstoffe für die Batterien!


„In einigen Jahren dürften die allermeisten Lithium-Ionen-Zellen kobaltfrei und die Nickel- und Lithiumproduktion so weit ausgebaut sein, dass die wichtigen Rohstoffe ausreichend verfügbar sind.“
 
Ich hab die Diskussion jetzt nur am Rande verfolgt, daher sorry falls es schon gepostet wurde, aber:

Gibt es einen Artikel der sachlich erklärt warum Wasserstoff noch nicht Standard ist, warum das E-Auto nicht nur eine kurze Übergangslösung ist und wie wahrscheinlich die Zukunft aussieht? Ich hab letztens mit meinem Vater drüber gesprochen und hab bemerkt, dass ich da leider absolut nicht am aktuellen Stand bin. Punkte die in dem Gespräch gefallen sind waren "Mercedes fährt schon mit Wasserstoff, die Infrastruktur ist dank der Tankstellen bereits gegeben, in Amerika gibts n Typen in der Wüste der mit Sonnenkraft selbst Wasserstoff produziert (hat er in irgend ner Doku mal gesehen und sollte untermauern, dass die Herstellung keine Hexerei ist), die Herstellung der E-Auto Batterien trocknet Länder wie Marokko (?) komplett aus."

Ich würd mich selbst gern ein wenig dabei einlesen und dann halt auch gleich meinen Dad dazubringen.

@Zimtzicke hast du vielleicht noch mehr neben dem Artikel von Wiwo?
 
@Zimtzicke hast du vielleicht noch mehr neben dem Artikel von Wiwo?

Nicht zur Hand. Ich lese zwar sehr viel darüber, bin aber letztlich auch nur durchschnittlich bewandert.

Das Problem an Wasserstoff ist, dass man ihn in den benötigten Mengen synthetisch herstellen muss. Das erfordert sehr viel Strom. Um klimaneutral zu bleiben, muss dieser aus Erneuerbaren erzeugt werden.

Um die rund 45 Millionen PKW alleine in Deutschland auf Wasserstoff zu bringen, bräuchte man rund (aus dem Gedächtnis) 500TW zusätzlichen Strom (also fast eine Verdopplung des jetzigen Bedarfs). Das kriegt man in DE nicht hin, da schlicht die Fläche fehlen würde.

Als Beispiel wurde die marokkanische Wüste genannt. Dort könnte man die nötigen Windparks und PV-Anlagen installieren. Problem ist a) Transport nach DE und b) die instabile Lage des Landes. Und natürlich, dass wir dann nur über die deutschen Autos gesprochen haben.

Dazu kommt, dass die Infrastruktur ein Problem darstellt. Tankstellen gibt es Stand jetzt afair noch unter 50. In ganz Deutschland. Und Tankstellenbetreiber haben kein Interesse an alternativen Kraftstoffen. Zudem sind die Wasserstoff-Zapfsäulen sehr teuer in der Installation.

Trotzdem denke ich, dass wir einiges an Wasserstoff in DE produzieren könnten. Hier müsste man in Spitzenzeiten ja nicht nach Stromspeichern suchen, sondern man könnte weiter produzieren.

Und im Gegensatz zu @Steffko denke ich trotzdem, dass Wasserstoff in einigen Einsatzgebieten und Fahrzeugklassen eine Zukunft haben wird. Der angesprochene Schwerlastverkehr z.B.. Oder Vielfahrer, die im Jahr 50.000km+ fahren und keine Zeit/Lust haben, ihre Route nach Schnellladern zu planen. Die Brennstoffzelle könnte beide Techniken vereinen, ist aber natürlich sehr teuer.

Ich bin mir sicher, dass wir in Zukunft alle drei Techniken sehen werden. Hinderniss ist weniger die Technik, sondern der mangelnde Wille auf allen Seiten. Aber das wird alles nur aufgeschoben, wie so oft. Kommen wird es trotzdem.
 
Ich bin mir sicher, dass wir in Zukunft alle drei Techniken sehen werden. Hinderniss ist weniger die Technik, sondern der mangelnde Wille auf allen Seiten. Aber das wird alles nur aufgeschoben, wie so oft. Kommen wird es trotzdem.
This! Wenn man überlegt, wie lange schon mit Wasserstofffahrzeugen experimentiert wird. War nicht eines der Argumente für die A-Klasse, dass man in den Sandwich-Boden super ne Brennstoffzelle einbauen könnte? Gibt es nicht seit Ewigkeiten Fahrzeuge von Mercedes, die mit Wasserstoff über die Straßen gurken? Aber alles nur experimentell. Und wieder einmal müssen Asiaten (Toyota und Hyundai) voranpreschen, weil es hierzulande niemand hinbekommt, koordiniert eine Alternative zu schaffen.

Mich nervt immer sehr, dass es nur um scharz und weiß geht. Entweder Verbrenner oder Alternativen. Warum nicht beides bzw alle 3?

Btw: Anfang der 2000er war ich mal in HH beim HVV, die seinerzeit 3 Wasserstoffbusse im Einsatz hatten. Sehr interessant. Aber danach habe ich auch nichts mehr davon gehört. Hätte man entsprechend Zeit, Geld und Verstand in die Technologie gesteckt, wäre die Alternative Wasserstoff vermutlich weiter...
 
Naaaaaja, das stimmt so auch nicht ganz.

Die Akku Entwicklung scheint furchtbar schwierig zu sein, sonst würde das Ganze nucht seit 30-40jahren fast! stagnieren.

Und man kann sich ausmahlen, dass die Firma, die nen richtig guten Akku entwickelt, die wahrscheinlich wertvollste Firma der Welt wird.

Wieso es mit Wasserstoff nicht voran geht, ist mir aber auch ein Rätsel. Risiko wohl zu hoch bzw. es wird erwartet dass das von staatlicher Stelle aus voran geht.
 
@daddlefield

Bei Wasserstoff sind die Asiaten uns nicht voraus. BMW hatte bereits Anfang der 2000er den 7er als Serienversion verkauft (wenn auch nur 100 Stück an ausgesuchte Kunden). Der technische Aufwand ist eher gering einzustufen. Brennstoffzellen gibt es auch schon ewig.

Bisher gab es aber mehrere Probleme. Wer soll es kaufen, dass sich Entwicklung und Produktion lohnen? Bisher war es doch beim Verbrauch nicht wichtig, ob es um die Umwelt geht. Es war der eigene Geldbeutel, der sich bei 5,5 Liter Diesel gefreut hat.

Dann bleiben zwei Probleme, die kriegst du ohne die Politik halt nicht behoben. Wie und wo den Strom für die synthetische Erzeugung erzeugen und wo tanken?

Mineralölkonzerne scheuen die Kosten für die Zapfsäulen (die Säulen sind schon sehr speziell; 700 Bar Druck und ein Drucktest muss vor der Betankung gemacht werden; knappe 3kg Wasserstoff dauern aber auch nur rund 3 Minuten), der Staat... bekommt bei Wasserstoff keine Mineralölsteuer. ;)

@Gerri

Unsere politischen und wirtschaftlichen System verhindern leider Fortschritt, wo es ihnen nichts nützt. Hätte man vor 30 Jahren ein Interesse an neuer Akkutechnik gehabt, dann hätten da nicht nur ein paar Ingenieure und Unis dran gesessen. Alleine Mercedes investiert jetzt afair 50 Milliarden (!) Euro in Batterietechnik. Hätte man das früher gemacht, wären wir jetzt schon weiter.
 
Und BMW baut das Werk in Dingolfing so aus, das man eigene Batterien herstellen kann. Auch ca 40 Milliarden..
Also investiert wird halt schon. Zu spät? Weiß ich nicht .ist wie mit dem Huhn oder Ei. Ohne passende Infrastruktur kauft hier auch niemand e Autos.
 
Das Problem an der Denke ist einfach die Kurzsichtigkeit.

Viele sehen E-Autos aus 2015 bis 2017 und denken, das ist der Status Quo, der uns bis in alle Ewigkeit begleiten wird.

Dabei ist die Entwicklung sprunghaft und schon nächstes Jahr werden wir bezahlbare Autos mit guten Reichweiten sehen. 2021 dann nochmals mehr. Alles rund um das Thema wird sich rasant weiter entwickeln.

Und wenn mein Sohn in 10 Jahren 18 wird, wird er sich die Frage nach einem E-Auto vielleicht garnicht mehr stellen.

Als das erste iPhone kam, wurde es von vielen Menschen als Unsinn abgestempelt. In wenigen Jahren hat es nicht nur den Handy-Markt revolutioniert, es hat unsere komplette Art der Kommunikation verändert. Grosse Teile des Internetvolumens laufen über Smartphones. Wie sagte Dieter Nuhr... das Wissen der Welt ist in diesem kleinen Kasten.

Wer hätte das vor nur 10 Jahren gedacht?
 
@Gerri

Unsere politischen und wirtschaftlichen System verhindern leider Fortschritt, wo es ihnen nichts nützt. Hätte man vor 30 Jahren ein Interesse an neuer Akkutechnik gehabt, dann hätten da nicht nur ein paar Ingenieure und Unis dran gesessen. Alleine Mercedes investiert jetzt afair 50 Milliarden (!) Euro in Batterietechnik. Hätte man das früher gemacht, wären wir jetzt schon weiter.

Das seh ich anders.

Es gibt genug Firmen die ein Interesse an guten Akkus hätten, eigentlich jede Firma die irgendwas mit Strom zu tun hat.
Stell dir mal vor, was passieren würde wenn Apple einen Akku rausbringt mit dem ein iPhone 2 Jahre ununterbrochen läuft?

Wieviele Probleme wir mit anständigen Akkus lösen könnten.
Wenn du ein Haus autark über Monate versorgen kann, mit einer Autobatterie?

Das ist natürlich alles utopisch aber viele Probleme weltweit wären gelöst. Auch und gerade was Umweltverschmutzung angeht.
 
Ich hab die Diskussion jetzt nur am Rande verfolgt, daher sorry falls es schon gepostet wurde, aber:

Gibt es einen Artikel der sachlich erklärt warum Wasserstoff noch nicht Standard ist, warum das E-Auto nicht nur eine kurze Übergangslösung ist und wie wahrscheinlich die Zukunft aussieht? Ich hab letztens mit meinem Vater drüber gesprochen und hab bemerkt, dass ich da leider absolut nicht am aktuellen Stand bin. Punkte die in dem Gespräch gefallen sind waren "Mercedes fährt schon mit Wasserstoff, die Infrastruktur ist dank der Tankstellen bereits gegeben, in Amerika gibts n Typen in der Wüste der mit Sonnenkraft selbst Wasserstoff produziert (hat er in irgend ner Doku mal gesehen und sollte untermauern, dass die Herstellung keine Hexerei ist), die Herstellung der E-Auto Batterien trocknet Länder wie Marokko (?) komplett aus."

Ich würd mich selbst gern ein wenig dabei einlesen und dann halt auch gleich meinen Dad dazubringen.

@Zimtzicke hast du vielleicht noch mehr neben dem Artikel von Wiwo?


Einen Artikel dazu habe ich leider nicht. Zu einigen Punkten würde ich aber trotzdem was sagen:

Was schon mal ganz wichtig ist: die Infrastruktur gibt es nicht. Warum sollte die auch da sein? Es fahren ca. 7 Wasserstoffautos auf der ganzen Welt rum, wer sollte da ne Wasserstofftankstelle bauen? :ugly:

Was aber vielleicht noch wichtiger ist: die Effizienz, von der Erzeugung bis zum Rad, ist bei E-Autos etwa um den Faktor ~4 höher. Man braucht also schlicht viermal so viel Energie, wenn man die ganze Fahrzeugflotte auf Wasserstoff umstellt, statt auf E-Autos. Für Deutschland wären das z.B. ~500 TWh für Wasserstoff und etwas über 100 TWh für E-Autos. Das Problem ist jetzt ganz simpel: die Energie muss man erstmal, erneuerbar, herstellen.

Für Deutschland kann man sich die Differenz (~400 TWh) mal beispielhaft so vorstellen: man bräuchte, wenn man komplett mit Wasserstoff fährt und den Strom, der dafür benötigt wird, zusätzlich zu dem was man sowieso schon braucht, mal eben ~400 GW an Leistung in PV oder ~200 GW an Leistung in Wind. Und dafür gibt es schlicht nicht genug Platz.

Ich habe letztens "Erneuerbare Energien: Ohne die heiße Luft" (kostenlos als ebook) gelesen und in dem Buch werden für Deutschland u.a. die jeweiligen Potenziale der einzelnen erneuerbaren Energieträger gezeigt und was auf der anderen Seite aktuell verbraucht wird und was in Zukunft, bei Einsatz effizienterer Technologien (z.B. komplette Umstellung auf Wärmepumpen im Bereich Heizung), noch verbraucht werden wird. Es wird mit den effizientesten Technologien schon knapp. Wenn man sich aber eben mal das Wasserstoffauto gönnt, dann geht die Bilanz sich schlicht und ergreifend nicht mehr aus. Klar kann man sich innerhalb Europas bis zu einem gewissen Maß abhängig machen (gegenüber Marokko und ähnlichen Staaten halte ich das für grob fahrlässig), nur müssen die ja selbst erstmal genug Energie herstellen.

Die Herstellung von Wasserstoff ist afaik wirklich technisch kein riesiges Problem und darüber hinaus wäre Wasserstoff natürlich auch ein ganz schöner Zwischenspeicher (wobei da Power 2 Gas afaik besser für geeignet ist, u.a. weil man es in die vorhandenen Gasspeicher einspeisen könnte). Man kann das Zeug auch in riesen Mengen herstellen, nur ist das eben wahnsinnig energieintensiv.

Dass Marokko nennenswerte Lithium Reserven hat, war mir jetzt noch nicht bewusst, aber wer weiß :D Richtig ist aber afaik, dass der Prozess der Gewinnung von Lithium eine ziemlich riesige Menge Wasser verbraucht. Die Frage ist insofern also natürlich schon, wie man an die typischerweise sowieso schon recht trockenen Ecken der Welt, in denen es viel Lithium gibt, genug Wasser hinschafft (auf die Dauer).
 
Wenn ich es noch richtig in Erinnerung habe, werden für eine Tonne Lithiumsalz zwei Millionen Liter Wasser benötigt.

Und das Wasser wird nicht etwa aufgefangen und dann wieder verwendet, nein, es verdunstet.
 
Wenn ich es noch richtig in Erinnerung habe, werden für eine Tonne Lithiumsalz zwei Millionen Liter Wasser benötigt.

Und das Wasser wird nicht etwa aufgefangen und dann wieder verwendet, nein, es verdunstet.

Die Idee ist aktuell dafür Meerwasser zu nutzen und davon haben wir genug. Und auch verdunstetes Wasser bleibt ja im Wasserkreislauf der Erde.

Es gibt sicherlich einige Herausforderungen, aber ich bin mir relativ sicher, dass Strom die Zukunft ist. Es ist einfach sehr effizient und lässt sich flexibel erzeugen.
Aber viel wichtiger als Autos umweltschonender zu gestalten, ist es, sie zu reduzieren, meiner Meinung nach. Aktuell hat fast jeder Erwachsene in Deutschland durchschnittlich einen Wagen und er fährt damit hauptsächlich dieselben ein, zwei Strecken Tag ein Tag aus. Das ist ineffizient.
 
Der letzte Teil untermauert die Aussage, dass die Populisten es geschafft haben, dass viele Menschen nur noch lesen und hören, was ihre eigene Meinung untermauert. Alles Andere wird diskreditiert und ins Reich der "Fake News" verbannt...

Dazu gibt es auch genug Menschen, die genau so handeln, aber es nicht mal merken.


Der Initiator war bei Hard aber Fair zu Gast - dort hat er genug Fakten auf den Tisch gelegt, die seine Haltung untermauern. "Warum er keine Studie anfertig" wurde er auch gefragt - von der DUH Tante.
Antwort: Weil uns niemand 40-50 Millionen Euro zu Verfügung stellt, die man für so eine Studie benötigt.

Der Grundgedanke ist immer der gleiche und der wurde hier schon sachlich hervorgebracht. Wenn die Grundstudie zu dem Thema falsche Gewichtungen beinhaltet, dann muss das auf den Prüfstand. Nix anderes ist das Thema. Grenzwerte sind nicht generell Scheiße - sondern die Methode, nachdem ein Grenzwert nun hervorgebracht wurde, wird in Frage gestellt.
 
Internationale Studien legen nahe, dass die Grenzwerte sogar reduziert werden sollten.

Habe letztens einen Artikel gelesen, nachdem allerdings der Hauptverursacher von Deutschlands Feinstaubbelastung nicht der Verkehr sondern die Landwirtschaft bzw. dort besonders die Massentierhaltung ist, mit bis zu 45% Anteil (Amoniak entsteht beim Einsatz von Gülle und gewissen Düngemitteln und verbindet sich in der Atmosphäre mit anderen Gasen, woraus dann Feinstaubpartikel entstehen).
 
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Uff. Ich weiß nicht, ob Politikthread noch richtig ist...

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