Luke Cage Staffel 2 (Netflix)
Ich bin vermutlich einer der wenigen hier, der tatsächlich jede einzelne Netflix/Marvel Serie komplett geguckt hat. Einige waren gut, andere totalausfälle. Daredevil Staffel 1 war top. Daredevil Staffel 2 nicht mehr ganz so außerhalb des Punishers. Jessica Jones Staffel 1 war zuweilen auch ganz gut. Luke Cage Staffel 1 hatte eine gute erste und fürchterliche zweite Staffelhälfte. Iron Fist war ganz große scheiße. Defenders fing gut an und endete ziemlich mies. The Punisher Staffel 1 fand ich wieder ziemlich gut, auch wenn es eine Neuausrichtung des Charakters war, mit der viele Zuschauer nicht einverstanden war. Jessica Jones Staffel 2 liegt qualitativ irgendwo zwischen der zweiten Staffelhälfte von Luke Cage und der Defenders Serie.
Ich habe fast damit gerechnet, dass die zweite Staffel von Luke Cage das Ende des Netflix-MCU für mich darstellt, obwohl ich vorher schon einige gute Dinge über die Staffel gehört habe. Und ich muss gestehen, dass ich mitten in der ersten Episode kurz davor stand, abzubrechen. Ich hab's aber nicht gemacht, weil ich mindestens zwei, drei Episoden gucken wollte. Gesagt, getan. Gott sei dank, sollte ich hinzufügen, denn ich mag die zweite Staffel von Luke Cage sehr, sehr gerne.
Ich würde sogar so weit gehen und behaupten, dass Luke Cage Staffel 2 das beste ist, was dem Netflix-MCU seit Daredevil Staffel 1 entsprungen ist. Ja, die Episoden sind zu lang. Trotzdem hat man es diesmal geschafft, alle 13 Episoden sinnvoll zu nutzen, um eine große Geschichte mit einem Anfang, einer Mitte und einem Ende zu erzählen. Das Pacing ist langsam aber konstant. Hier und da gibt's zwar immer noch längen, trotzdem macht es durch die Leichtfüßigkeit der Charaktere und der inszenierung deutlich mehr Spaß, als z. B der trocken-düstere "no fun allowed" Stil von Jessica Jones.
Es gibt zahlreiche Verweise auf die anderen Serien und sogar einen Auftritt von Danny Rand, welche tatsächlich meine Lieblingsepisode des kompletten Netflix-MCU ist. Die Staffel hat es tatsächlich geschafft, aus dem ständig rumweinenden und unglaublich unsympathischen Danny Rand einen fast schon sympathischen Charakter zu machen.
Das beste an der Staffel sind aber Episoden 10 - 13 und besonders das Ende. Ich hab's nicht kommen sehen, finde diese Entscheidung aber großartig, vorallem wenn man bedenkt, wie .... einfach .... man es sich bei den anderen Serien teils gemacht hat. Fand ich richtig stark. Vermutlich werde ich der einzige sein, der der Staffel so euphorisch gegenüberstehen wird. Naja. Vielleicht war ich nach Iron Fist, Defenders und Jessica Jones einfach schon zu gebrochen.