Mantis
Ich bin für Werder.
Krank geschrieben sein ist in Deutschland wirklich ein ganz spezialgelagerter Sonderfall. Man darf sich kaum in der Öffentlichkeit blicken lassen. Und wenn man nur am Fenster des Wartezimmers beim Arzt oder beim Straßeüberqueren bei der Apotheke gesehen wird, die Leute zeigen mit dem Finger auf einen und sagen sich „So krank kann der ja gar nicht sein“. Zugleich wird einem in jeder Hinsicht ein Strick draus gedreht. Kommt man mit offensichtlichen Beschwerden zur Arbeit kriegt man von den Kollegen zu hören „Bah, steck mich bloß nicht an“. Bleibt man weg und kommt man einigermaßen erholt wieder kriegt man zu hören: „Jetzt sei mal ehrlich, wie krank warst du denn wirklich auf einer Skala 1 bis 10?“. Man muss schon wirklich den Kopf unterm Arm haben, um krankgeschrieben akzeptiert zu werden.
Besagter Kollege aus der Perso sagte zu mir, dass wenn morgens Leute anrufen, die sich krank melden, viele nochmal besonders leidvoll klingen, um den Status des Krankseins zu unterstreichen. Vom kleinen Licht bis zum hohen Tier. Dabei ist es ja meines Wissens sogar erlaubt, Dinge zu unternehmen, die der Genesung nicht im Weg stehen, d.h. mit einem gebrochenen Arm ins Restaurant oder Kino „sollte“ erlaubt sein, die Leute nehmen es einem aber trotzdem krumm. Wer krank ist, darf eigentlich nicht mal Lebensmittel einkaufen, er muss quasi unsichtbar sein.
Ein Freund von mir hat sich allerdings mal besonders hölpen angestellt. Er war nach einem verkorksten Medizinstudium wieder als Pfleger angefangen und sich im ersten Monat erst eine Nierenstauchung, dann eine Gürtelrose eingefangen. Bei letzterer ist keine Bettruhe verordnet, allerdings ist sie ja ansteckend, von daher durfte er nicht arbeiten. Er musste zu der Zeit noch seine Studibude im Osten räumen und hat dann bei der Personalabteilung gefragt, ob er denn den Umzug durchziehen könnte. Daraufhin meinte die Mitarbeiterin, die hätten auch schon mal jemandem mit einem gebrochenen Bein nach Mallorca fliegen lassen – wobei ich nicht weiß ob es sich bei demjenigen um den Chef oder gar nur um einen Witz handelte. Naja, er hat den Umzug durchgezogen und jedem davon erzählt. Die haben dann in der Probezeit die Reißleine gezogen. Mag auch an anderen Sachen gelegen haben, aber ich hab’s so im Urin, dass die Krankschreibung plus Umzug Geschichte da zumindest ein Puzzleteil war.
Besagter Kollege aus der Perso sagte zu mir, dass wenn morgens Leute anrufen, die sich krank melden, viele nochmal besonders leidvoll klingen, um den Status des Krankseins zu unterstreichen. Vom kleinen Licht bis zum hohen Tier. Dabei ist es ja meines Wissens sogar erlaubt, Dinge zu unternehmen, die der Genesung nicht im Weg stehen, d.h. mit einem gebrochenen Arm ins Restaurant oder Kino „sollte“ erlaubt sein, die Leute nehmen es einem aber trotzdem krumm. Wer krank ist, darf eigentlich nicht mal Lebensmittel einkaufen, er muss quasi unsichtbar sein.
Ein Freund von mir hat sich allerdings mal besonders hölpen angestellt. Er war nach einem verkorksten Medizinstudium wieder als Pfleger angefangen und sich im ersten Monat erst eine Nierenstauchung, dann eine Gürtelrose eingefangen. Bei letzterer ist keine Bettruhe verordnet, allerdings ist sie ja ansteckend, von daher durfte er nicht arbeiten. Er musste zu der Zeit noch seine Studibude im Osten räumen und hat dann bei der Personalabteilung gefragt, ob er denn den Umzug durchziehen könnte. Daraufhin meinte die Mitarbeiterin, die hätten auch schon mal jemandem mit einem gebrochenen Bein nach Mallorca fliegen lassen – wobei ich nicht weiß ob es sich bei demjenigen um den Chef oder gar nur um einen Witz handelte. Naja, er hat den Umzug durchgezogen und jedem davon erzählt. Die haben dann in der Probezeit die Reißleine gezogen. Mag auch an anderen Sachen gelegen haben, aber ich hab’s so im Urin, dass die Krankschreibung plus Umzug Geschichte da zumindest ein Puzzleteil war.


