Foren Aktuelles Erstellen Mitglieder Anmelden

Coronavirus / Covid-19

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Sowas zu normalisieren oder als richtige Methode darzustellen, da läuft es mir Eiskalt den Rücken runter. Ich finds echt gruselig wenn eine Gesellschaft sowas befürwortet.
Du musst mir mal deinen Normalisierungsbegriff erklären, aber dass eine Gesellschaft den Konsens herstellt als drastisches Mittel zur Bekämpfung einer Pandemie (sic!) die Einschränkung invididueller Bewegungsfreiheiten zu akzeptieren, ist weit von irgendeiner "Normalisierung" entfernt.
Ganz im Gegenteil: ich akzeptiere das ja eben nur, weil es nicht Normalität ist.
 
Ich würde gerne noch mal auf das Thema lockdown eingehen und diejenigen hier die einen befürworten noch mal bitten tief in sich zu gehen und darüber nachzudenken was sie da genau fordern.
  • Zu den Einflüssen auf die Wirtschaft muss man wohl nicht extra Quellen suchen.

Muss man nicht?

IWF rät im Zweifel zum Lockdown
Der Kampf gegen das Coronavirus belastet die Wirtschaft. Richtig konzipierte Lockdowns sind laut IWF trotzdem das beste Mittel - für Gesundheit und Konjunktur.

https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/corona-lockdown-wirtschaft-iwf-1.5059455

Ich weil keine der punkte jetzt konkret streitig machen. Aber wie immer muss man doch beide Seiten anschauen.
 
Du musst mir mal deinen Normalisierungsbegriff erklären, aber dass eine Gesellschaft den Konsens herstellt als drastisches Mittel zur Bekämpfung einer Pandemie (sic!) die Einschränkung invididueller Bewegungsfreiheiten zu akzeptieren, ist weit von irgendeiner "Normalisierung" entfernt.
Ganz im Gegenteil: ich akzeptiere das ja eben nur, weil es nicht Normalität ist.
Kann ich dir ganz leicht erklären: Für mich geht es um die Akzeptanz von Maßnahmen. Natürlich befinden wir uns in einer Ausnahmesituation, aber in meinen Augen ist der Sprung einfach extrem. Ich weiß noch wie groß hier die Kritik war als man gesehen hat das China einen Lockdown verhängt (ja, einen drastischeren). Wenige Wochen (!) später wird ein Lockdown hier billigend hingenommen. Das ist ja nicht eine simple Anweisung wie eine Maske, Abstand, Personenbegrenzung usw.. Das sind alles Maßnahmen die keinen deutlich messbaren Einfluss auf irgendwas haben außer halt auf das Infektionsgeschehen. Ein Lockdown scheint eine soziale, gesellschaftliche, wirtschaftliche, gesundheitliche und psychologische Atombombe zu sein. Ich finde das sollte man selbst als last Resort nicht einfach schlucken. Nicht ohne 100% zu wissen was man damit anrichtet und ob es wirklich nichts vergleichbar wirksames gibt. (Stichwort Verhältnismäßigkeit)
 
Nicht ohne 100% zu wissen was man damit anrichtet und ob es wirklich nichts vergleichbar wirksames gibt.
Wenn das ganz allgemein für die Maßnahmen gegen eine so noch nie dagewesene Pandemie gelten soll, dann können wir ohnehin schlicht nichts tun und müssen die Pandemie einfach so hinnehmen, wie sie eben kommt.
 
Ich seh das mit dem Lockdown auch kritisch - und zwar unabhängig davon, ob er aus rein epidemiologischer Sicht angebracht wäre.
Aber es ist eben keine Maßnahme, die isoliert auf die Pandemie und Übertragung des Virus eingeht, sondern auf viele andere gesellschaftliche Aspekte.
Sei es Probleme wie Stress mit Arbeitgebern, die nicht schon wieder kulant sein wollen, weil die Mitarbeiter auf Kinder aufpassen müssen. Oder Schüler, die durch die fehlende Schule (und miserable digitale Lerninfrastruktur) nicht mehr mitkommen, am Ende einen schlechten Schulabschluss hinlegen - der mit Präsenzunterricht abgemildert werden könnte - und damit ihr Leben lang Nachteile haben werden.
Oder Kinder, die häufiger misshandelt werden, weil der Lagerkoller für manche Eltern zu viel wird.
Oder Kleinkinder, die ihres soziales Umfelds in Kita und Kindergarten beraubt werden, was ebenfalls negative Effekte auf Sozialisation und Werdegang nehmen kann.
Oder ganze Berufsgruppen, die ihre Daseinsberechtigung entzogen bekommen - bei Kleinstbetrieben und Soloselbstständigen ohne Lobby noch dazu kläglich von der Politik in der Scheiße sitzen gelassen werden
Oder Aktivitäten neben der Schule wie Sport, Freizeit, Musikschule - alles Aspekte, die für die Sozialisierung von Kindern und Jugendlichen essentiell sind und liegenbleiben.
Oder Angebote wie Jugendtreffs, sozialen Arbeitsmaßnahmen etc, die gegen Ungleichheit, Armut etc. arbeiten und das nicht können.

Alles das muss man eigentlich mit in die Gleichung einbeziehen, bevor man sich für so eine extrem grundrechtseinschneidende Maßnahme wie Lockdowns (deren Anordnung und Länge) entscheidet und nicht nur sagen "das bringt vielleicht was gegen die Infektionsketten, also Feuer frei".
 
Wir haben gerade 6% Arbeitslosigkeit.
Weil Israel von 12% auf 19% gestiegen ist, sollen wir von 6% auf 20% steigen? Aha.

Wir haben noch 6% wegen Kurzarbeit. Gibt aber durchaus Befürchtungen dass mehr als die Hälfte derjenigen, die in Kurzarbeit geschickt wurden, ihren Job dauerhaft verlieren werden. Und wir müssten auch gar nicht auf 20 kommen um massive Auswirkungen zu spüren.
 
Ich bin in übrigem auch nicht für einen Lockdown. Ganz im Gegenteil, ich würde mir wünschen, wenn wir die Pandemie a) auch ohne solche einschneidenden Maßnahmen im Griff behalten und b) bei Maßnahmen auf Freiwilligkeit der Bürger*innen setzen könnten.
Mein Fazit
Das kann also durchaus ein gutes Mittel sein, um wieder zu einer gesicherten containment-Strategie zu gelangen.
ist keine persönliche Bewertung, sondern eine schlichte Darstellung des Outcomes in Bezug auf das Infektionsgeschehen.

Dazu muss man zudem noch sagen, dass sich Israel in einer besonderen geopolitischen Lage befindet.
Bei uns ist es mittlerweile z.B. wieder so, dass niedersächsische Krankenhäuser niederländische Patient*innen aufnehmen, weil dort lokal an die Kapazitätsgrenzen gestoßen wird (offenbar durch eine wenig wirksame Bekämpfung des dortigen Ausbreitungsgeschehens).
Man stelle sich mal vor (oder lieber nicht), Israel würde an die Grenzen seiner Krankenhauskapazitäten stoßen.
 
Glaubt ihr man kann es ausschließen dass ich corona hatte weil ich ne rotznase dazu hatte? Fieber hatte ich nur 1 nacht lang a 13h, danach keines mehr. Ich überlege mir aus reinem interesse einen Antikörper test zu machen, würde den aber nicht machen wenn es eh ausgeschlossen ist anhand des schnupfens.
 
Glaubt ihr man kann es ausschließen dass ich corona hatte weil ich ne rotznase dazu hatte? Fieber hatte ich nur 1 nacht lang a 13h, danach keines mehr. Ich überlege mir aus reinem interesse einen Antikörper test zu machen, würde den aber nicht machen wenn es eh ausgeschlossen ist anhand des schnupfens.
Kann halt auch sein, dass du Corona hattest und zufällig auch Schnupfen. Aber ehrlich gesagt ist die Wahrscheinlichkeit schon eher gering.
 
Ich bin in übrigem auch nicht für einen Lockdown. Ganz im Gegenteil, ich würde mir wünschen, wenn wir die Pandemie a) auch ohne solche einschneidenden Maßnahmen im Griff behalten und b) bei Maßnahmen auf Freiwilligkeit der Bürger*innen setzen könnten.
Mein Fazit

ist keine persönliche Bewertung, sondern eine schlichte Darstellung des Outcomes in Bezug auf das Infektionsgeschehen.

Dazu muss man zudem noch sagen, dass sich Israel in einer besonderen geopolitischen Lage befindet.
Bei uns ist es mittlerweile z.B. wieder so, dass niedersächsische Krankenhäuser niederländische Patient*innen aufnehmen, weil dort lokal an die Kapazitätsgrenzen gestoßen wird (offenbar durch eine wenig wirksame Bekämpfung des dortigen Ausbreitungsgeschehens).
Man stelle sich mal vor (oder lieber nicht), Israel würde an die Grenzen seiner Krankenhauskapazitäten stoßen.


Da war gestern ne schöne Talkrunde bei Maischberger und jmd. der sich mit Epidemien etc. beschäftigt hat, meinte, es gibt 10% Entscheider, 80% Mitläufer (das ist in dem Fall gut) und 10% die alles ablehnen.
Wenn die 80 aber schmelzen, dann wird es eng, bei 20% Ablehnern bekommen wir nichts mehr in den Griff und da hapert es imo gerade.

Ich habe die Befürchtung dass der Bundesdurchschnitt der Bürger einfach zu dumm dafür ist.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich bin in übrigem auch nicht für einen Lockdown. Ganz im Gegenteil, ich würde mir wünschen, wenn wir die Pandemie a) auch ohne solche einschneidenden Maßnahmen im Griff behalten und b) bei Maßnahmen auf Freiwilligkeit der Bürger*innen setzen könnten.
Mein Fazit

ist keine persönliche Bewertung, sondern eine schlichte Darstellung des Outcomes in Bezug auf das Infektionsgeschehen.

Dazu muss man zudem noch sagen, dass sich Israel in einer besonderen geopolitischen Lage befindet.
Bei uns ist es mittlerweile z.B. wieder so, dass niedersächsische Krankenhäuser niederländische Patient*innen aufnehmen, weil dort lokal an die Kapazitätsgrenzen gestoßen wird (offenbar durch eine wenig wirksame Bekämpfung des dortigen Ausbreitungsgeschehens).
Man stelle sich mal vor (oder lieber nicht), Israel würde an die Grenzen seiner Krankenhauskapazitäten stoßen.
Ich will ja auch hoffen das es sich so bewahrheitet. Das sich dinge wie Lockdowns ausschließlich auf die Pandemie beziehen und man nicht aus der gesellschaftlichen Akzeptanz versucht auszureizen inwieweit sich Rechte noch einschränken lassen.

Sorgen machen mir, abseits von der Wirksamkeit, eigentlich in erster Linie nur zwei sachen:

1. Die schon erwähnte gesellschaftliche Akzeptanz. Was muss passieren damit eine Gesellschaft Lockdowns akzeptiert oder sogar fordert? Wie kann sowas gesteuert und ausgenutzt werden? Lassen sich über so etwas politische Aufruhe lenken etc. . Ich meine, woher kommt die Akzeptanz und der Wille zu einem Lockdown? Aus wissenschaftlicher Unterfütterung kann es ja nicht kommen, da müssen also andere Mechanismen in der Gesellschaft greifen.

2. Der Diskurs wenn die Akzeptanz kippt. Man merkt es hier aber auch medial, Großteils heißt es "wenn der 2. lockdown kommt, was macht das mit der Wirtschaft?" Nicht die Menschenrechte, nicht die Gesellschaft, nicht die Gesundheit, die Wirtschaft ist erst mal die große Frage. Ich find das super weird und gruselig. :ugly:
 
Sorgen machen mir, abseits von der Wirksamkeit, eigentlich in erster Linie nur zwei sachen:

1. Die schon erwähnte gesellschaftliche Akzeptanz. Was muss passieren damit eine Gesellschaft Lockdowns akzeptiert oder sogar fordert? Wie kann sowas gesteuert und ausgenutzt werden? Lassen sich über so etwas politische Aufruhe lenken etc. . Ich meine, woher kommt die Akzeptanz und der Wille zu einem Lockdown? Aus wissenschaftlicher Unterfütterung kann es ja nicht kommen, da müssen also andere Mechanismen in der Gesellschaft greifen.

2. Der Diskurs wenn die Akzeptanz kippt. Man merkt es hier aber auch medial, Großteils heißt es "wenn der 2. lockdown kommt, was macht das mit der Wirtschaft?" Nicht die Menschenrechte, nicht die Gesellschaft, nicht die Gesundheit, die Wirtschaft ist erst mal die große Frage. Ich find das super weird und gruselig. :ugly:

Angst?
 
Zurück
Oben