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REVIEW Castlevania: Lords of Shadow [Review]

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Genre: Action-Adventure
Erschienen: 7. Oktober 2010 für PS3 und Xbox360
Alterseinstufung: USK 16

Die einstmals renomierte Spielemarke Castlevania gibt es bereits seit 1986 mit unzähligen Ablegern für fast alle erdenklichen Konsolen des letzten Vierteljahrhunderts. Doch seitdem man versucht, die Serie vom altehrwürdigen 2D in die dritte Dimension zu bringen, wirken diese Ableger ziemlich blutleer. Doch der aktuellste Titel Lords of Shadow fährt große Kaliber auf: Elemente von God of War, Kojima Productions und Patrick Stewart als allgegenwärtigen Sprecher…

Betrachtet man also diese potenziell guten Grundlagen für die Entwicklung, kann nach den ähnlich angelegten Darksiders sowie der Referenz God of War 3 ein weiterer toller Titel dieses Genres innerhalb eines Jahres erscheinen. Bedenken kamen lediglich auf, wenn man die weitere Entwicklungsfirma dazu zieht, denn Mercury Steam legte 2007 mit Clive Barker´s Jericho lediglich stumpfe Ballerkost aufs Parkett. Dass es gerade diese Produktionsschmiede besser kann, beweist sie nun aber mit Castlevania: Lords of Shadow, das sich letzten Endes qualitativ knapp hinter oben genannten Spielen einreiht, in einer handvoll Punkten aber durchaus besser ist.

Hierzu gehört allerdings nicht die etwas seichte, vorhersehbare Geschichte. Trotz ihrer größtenteils pompösen, fantasievollen Inszenierung fehlt eine gewisse Emotionalität, die insbesondere Kratos´ Rachefeldzug so einzigartig macht: Unter der harten, reich verzierten Rüstung von Gabriel Belmont steckt ein etwas langweiliger Schönling mit wallend langer Haarmähne, von dem man im Prinzip nur weiß, dass er seiner verstorbenen Frau nachtrauert. Diese erscheint ihm in unregelmäßigen Abständen in seinen Träumen und erzählt von einer nahenden Bedrohung, hervorgerufen durch die dunklen Lords der Schatten, denen er sich nun stellen muss. In den zwölf Kapiteln mit insgesamt mindestens 16 Stunden reiner Spielzeit stellt er sich so vielen Zwischengegnern, um eine Verschwörung zwischen den Mächten des Lichts und denen des Schattens auf die Schliche zu kommen. Diese kommt erst später so richtig in Fahrt, wird durch Dialoge mit den Zwischengegnern weitergesponnen und zwischen den einzelnen Levels von der markanten Stimme des Schauspielers Patrick Stewart erzählt, der auch als wichtige Spielfigur auftritt. Trotz des guten Monsterdesigns, einer handvoll Wendungen, sehr guten Zwischensequenzen ist das Ganze dann doch ein wenig zu vorhersehbar, aber nett anzusehen.

Punkten und die Konkurrenz stellenweise überflügeln kann Castlevania: Lords of Shadow dann aber in Sachen Gameplay: Weder Darksiders, noch God of War 3 oder seine Vorgänger schaffen eine derart gute Balance zwischen durchaus taktischen Kämpfen sowie Rätsel- und Klettereinlagen. Gabriel schnetzelt sich in vier wählbaren Schwierigkeitsgraden in altbekannter Manier durch ganze Gegnerhorden, so weit – so bekannt. Das wohlschmeckende Gewürz in der Suppe sind aber die unzähligen sinnvollen Kombo-Möglichkeiten, die ihr euch mit den gewonnenen Punkten durch erledigte Gegner erlernen könnt. Dazu kommen noch Licht- und Schattenmagie, deren Leiste sich ebenso wie die Gesundheitsanzeige durch gefundene Teile ebenfalls aufwerten lassen. Es lohnt daher in jedem Fall den auf den ersten Blick streng linearen Level besondere Beachtung zu schenken, denn die Upgrades sind gut versteckt, lauern nicht selten in einer ungeahnten Ecke oder hinter einer brüchigen Mauer. Dazu gibt es noch einige Kniffe: Mit eingeschalteter Lichtmagie lässt sich durch Verkloppen der Gegner die Gesundheitsanzeige wieder aufladen, weil feste Gesundheitsstatuen eher spärlich sind, sollte diese Möglichkeit oft genutzt werden. Eine weitere Leiste in der unteren Mitte des Bildschirms füllt sich bei besonders erfolgreich hintereinander gelandeten Kombos ohne Unterbrechung: Orbs erscheinen auf dem Spielfeld, können per Druck auf dem linken Stick die Lichtmagie bzw. per rechtem Stick die Schattenmagie auffüllen. Auch das defensive Verhalten von Gabriel funktioniert wunderbar, wobei man für die Blocken-Funktion ein wahnsinnig gutes Timinig benötigt, simpler aber effektiver sind auch in diesem Spiel Ausweichen oder Salti über den Widersacher. Sprinten, Springen und Rammen sind nur weitere Bewegungsmöglichkeiten, die Castlevania: Lords of Shadow bereithält. Kleine Reitabschnitte auf riesigen Spinnen, Warzenschweinen, usw. sind nicht nur effektiv gegen große Feindesgruppen, sondern sind für das Weiterkommen unentbehrlich, beispielsweise beim Zerstören dicker Türen oder Überspringen großer Abgründe. Das Kampf-, Magie- und Kombosystem ist also wirklich sehr vielfältig, viel wichtiger noch: Abwechslungsreich.

Besonderes Highlight sind zahlreiche, toll inszenierte Bossgegner, zuweilen wird man hier angenehm an Klassiker wie Shadow of the Colossus erinnert, wenn man Bildschirmfüllende Titanen besteigt. Mit der richtigen Kampftaktik sollten aber auch diese keine größere Herausforderung darstellen, denn eine gesunde Mischung aus Schlagen, ausweichen und Quick-Time-Events verlangt der Großteil nur selten ab.

Neben den bekannten Standardgegnern wie Goblins, Werwölfen, Vampiren, usw. die wunderbar in das Szenario passen, gibt es aber auch Nervtötende: Chupacabra! Diese kleinen Fieslinge stehlen unsere Fähigkeiten, zeigen uns ihren Hintern, verstecken sich feige während sie Gabriel aus der Ferne verhöhnen. An diesen Stellen wirkt die Spielzeit ein wenig gestreckt, auch wenn diese Ereignisse zum durchaus gelungenen Rätseldesign gehören. Ganz in der Nähe von standardmäßigen Schieberätseln und wirklich Ausgefallenem wie dem Vogelscheuchen-Abschnitt liegen auch immer wieder gefallene Menschen in der Spielgegend herum, die nach hilfreichen Schriftrollen durchsucht werden können. Für eigenständiges Lösen der Rätsel gibt es massig Punkte. Mit ein wenig Überlegung ist aber wirklich jeder dieser Abschnitte ohne größere Anstrengung schaffbar.

Auch Sprung- sowie Kletterpassagen fügen sich wunderbar in den Spielverlauf mit ein, wobei diese deutlich anspruchsvoller sind als noch etwa in Uncharted oder den aktuellsten Ablegern von Tomb Raider, wobei die streng vorgegebene, feste Kamera ihren Anteil daran hat. Was in den Kämpfen nicht selten für fehlende Übersicht sorgt, ist für eben jene Passagen genau die richtige Lösung, auch wenn eine freie Kamera heutzutage zeitgemäßer ist. Diese Entscheidung bei der Entwicklung hat aber auch noch weiteres Gutes, was die Optik betrifft: So läuft eine klitzekleine Spielfigur sehr oft vor dem Hintergrund malerischer Landschaften und fantastischer Architekturen, die wirklich sehr fantasievoll und detailliert gestaltet wurden. Auch wenn es für meinen Geschmack viel zu wenig Bewegungsfreiheit durch unfassbar viele unsichtbare Barrieren gibt, ist das Gesamtbild absolut in sich stimmig. Wehrmutstropfen ist eine fehlende deutsche Sprachausgabe, die aber auf gar keinen Fall an das englische Pendant herangekommen wäre. Zusammen mit der überragenden musikalischen Untermalung unterstreicht dies nochmals das gelungene, atmosphärisch düstere, abwechslungsreiche Action-Adventure.

Ein kleinr Tipp noch zum Ende: Unbedingt den Abspann durchlaufen lassen, danach gibt es noch eine weitere lange Sequenz mit nicht wenigen Überraschungen.
 
Na ja...für das Contern benötigt man kein besonders gutes Timing, die meisten Combos hab ich nie gebraucht, das Spiel ist viel lang und künstlich aufgeblasen worden, die QTEs zum Killen der Gegner sind vollkommen anspruchslos und ergo komplett überflüssig und die Rätsel zum Teil sehr nett aber ebenfalls oft sinnlos integriert worden. Schattenmagie braucht man fast gar nicht, die Kletterpartien enden durch die fixe Kamera immer wieder in tödlichen Abstürzen (ABER sehr gutes Checkpoint-System) und ab dem Vampirschloss war es für mich nur noch Arbeit ohne größeren Spaß. Zum Ende hin hab ich sogar die Rätsel geskipped, um einfach nur fertig zu werden. Keine wirklich besondere Leistung für ein Spiel. Das Pacing des Spieles ist vollkommen für'n Arsch.
 
was ich diese gen durchgezockt hab kann man an einer missgebildeten hand abzählen und castlevania gehört fjedn mal dazu.

god of war3, dantes inferno etc.pp. sind mir alle irgendwo bei der hälfte/(2/3) verhungert, castlevania hat da einfach nochmal ne schippe draufgelegt.


geil.
 
DonCorleone87 schrieb:
Lords of Shadow ist so das zusammengeklauteste Game was mir je untergekommen ist.

Den Titel hat bei mir Darksiders inne, Castlevania klaut ja immerhin bei mehreren Titeln :D. Und setzt die Elemente größtenteils kompetent um, ein paar Stunden weniger Spielzeit und dafür Feinschliff hätte dem Spiel gut getan.
 
Naja, es bringt mit seinen rätsel und platforming elementen teils schon vergessenes PS2 Gen action adventure feeling rüber, das würde ich für die shooter überladene heutige Generation in der ein Climax den anderen jagen muss und es kaum Zeit für ruhige Momente gibt schon hervorheben, davon hatte LoS nämlich einige.
 
Die Platforming Elemente gibt es in *lufthol* Tomb Raider, Prince of Persia, Uncharted, God of War, Dantes Inferno, Ninja Gaiden, Devil may cry, Arkham Asylum, Wet und anderen Spielen in ähnlicher Form. Die Rätsel sind teilweise in heutigen Spielen so nicht mehr zu finden, das stimmt. Aber auch aus guten Grund. Ich kann mich an wenig Stellen erinnern die ich ernsthaft als Rätsel durchgehen lasse, und die waren meistens aus dem Korsett des üblichen Gameplays gerissen.

Die ruhigen Momente sind nicht allzu häufig, tragen aber zur stellenweise grandiosen Atmosphäre bei, das stimmt.
Aber ich bleib dabei. Ein wenig kürzere Spielzeit und mehr Feinschliff hätte Castlevania gut getan. ;)
 
Ich versuche gar nicht zu begründen, warum genau, aber das Spiel hat mich bis zum Ende gefesselt, wie schon lange keines mehr. Ist ja alles auch geschmackssache, aber in einer Zeit, wo ich bei vielen Spielen mittendrin abbreche weil es mich langweilt, habe ich Castlevania mit Genuss verschlungen. Sicher, wenn ich anfangen würde, das Spiel zu zerpflücken, käme sicherlich die eine oder andere Macke zum Vorschein. Das will ich hier aber gar nicht machen. Es hat etwas geschafft bei mir. Den Spass am Zocken wiedergebracht.
 
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