Mandos
Aure entuluva!
zion. schrieb:Sorry für die (vermutliche) Provokation, aber muss es nicht kacken langweilig sein, diese Tage Bayern Fan zu sein? Ich frag mich das häufiger über die letzten Jahre... aber ganz aktuell würde mir das schon sehr unangemehm sein. Wo ist der Reiz? Star Spieler und Trainer kommen in Strömen, man hält die Konkurrenz einfach klein, gewinnt alle Titel um die gespielt wird usw und sofort. Weiß nicht, ich würde da einfach keine allzugroße PERSÖNLICHE Befriedigung draus ableiten können, wenn 'mein' Verein so funktionieren würde. Ausgenommen meinetwegen ich KÄME tatsächlich aus München (aber sind wir mal ehrlich... Wieviele 'bayernfans' tun das schon?)
Kann mir kaum vorstellen dass du die Frage wirklich ernst meinst. Als Fan findet man doch den eigenen Verein niemals langweilig. Wie kann ein Fußballverein je langweilig sein/werden? Würde dir das bei gleicher Situation mit Dortmund so gehen? Wohl kaum. Gerade ihr lebt doch immer von euren Emotionen sagt ihr. Und die ebben nicht einfach ab.
Und zu deiner eigentlichen Frage: Ne, ganz im Gegenteil. Ich finde es total spannend was jetzt weiter passiert. Wenn ich jetzt die letzten 10 Jahre Revue passieren lasse finde ich die Entwicklung meiner Bayern einfach nur atemberaubend und extrem befriedigend. Endlich nutzen wir unser Geld auch mal vernünftig und haben eine unfassbar geile Mannschaft. Was erinnere ich mich noch an Diskussionen vor 5 Jahren mit anderen Bayernfans, wo man die ganzen Schwachstellen der ersten Mannschaft durch gesprochen hat und trotzdem bekamen wir ala Madrid nur irgendwelche Sturmbomben präsentiert. National haben wir zwar in der Zeit einiges gewonnen, aber international ewig nur im grauen Mittelmaß herum gedümpelt und das höchste der Gefühle war das Achtelfinale der CL. Und das obwohl wir von den Finanzen her immer schon in den Top 10 mitgespielt hatten.
Dann kamen 2007 Luca Toni, Miro Klose und eben Ribery. Dazu die Rückkehr von Ze Roberto *schwärm*. Plötzlich kam internationale Klasse und mit Ribery ein Spieler wie man ihn in der Buli und bei uns kaum gesehen hat. Einfach nur nice dieser Transfer. Trotzdem ging noch nicht viel. Es kam das Klinsmann Desaster. Wobei man der Vereinsführung da immer noch zu gute halten muss dass sie etwas neues versucht haben. Etwas was vorallem wieder mal von Hoeness angestoßen wurde der als Unternehmer weiß dass Stillstand Rückschritt bedeutet.
Nach Klinsmann kam van Gaal, aus meiner Sicht noch immer der Wendepunkt und mit die wichtigste Entscheidung. Egal wie unrühmlich das Kapitel ausgegangen ist - er hat 4-2-3-1 umgesetzt obwohl Hoeness das gar nicht verstehen konnte und wollte "Wir Bayern spielen 4-4-2". Robben kam und Ribery wurde gehalten. Die kongeniale Flügelzange Robery - die leider viel zu selten zusammen zu sehen war wurde geboren. "Der Zirkus ist in der Stadt". Zusammen mit Nerlinger musterte van Gaal gegen den Widerstand einiger im Verein und auch vieler Fans diverse Profis aus und sorgte für klare Transfervorgaben. Etwas wovon Sammer und Heynckes letzten Endes in der vergangenen Saison profitierten. Dank van Gaal, Robben und Glück gelangten wir so zum ersten Mal wieder ins CL Finale, in dem wir zurecht verloren. Aber plötzlich war man wieder da und hatte eine besondere Saison erlebt. Man machte in Europa wieder auf sich aufmerksam. Endlich wieder gegen eine internationale Topmannschaft weiter gekommen. Man Utd.
Danach liefs nicht mehr und Heynckes kam. Und es wurde tatsächlich endlich mal für die Defensive eingekauft. Nicht mehr zig Pseudotransfers, sondern punktuelle Transfers. Und wieder sprang ein CL Finale raus - nachdem man ein Real Madrid dass damals auf dem Höhepunkt seines Schaffens unter Mou im HF bewang - unglücklich verlor. International hatte man spätestens jetzt den alten Respekt wieder. Man war zurück in der Top 5. Und wieder wurde mit dem Martineztransfer die letzte Lücke geschlossen. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir die personell beste und ausgeglichenste Bayernmannschaft die ich je erleben durfte. Dazu stimmt es im Team und am Ende krönt man die Entwicklung der letzten zehn Jahre mit dem ersten Triple einer deutschen Mannschaft. Eine Generation Chefchen löst plötzlich die Generation Leader ab. Die Mannschaft ist auf dem absoluten Höhepunkt.
Und jetzt kommt die Frage: Folgt der Absturz? Wie wird Pep sich unter dieser Last schlagen? Es folgt der zu diesem Zeitpunkt notwendige Umbruch bzw. Neuausrichtung. Wird es vielleicht gelingen das Vorjahr zu wiederholen? War es eine Momentaufnahme oder gelingt es sich vielleicht sogar wirklich als Europas Nummer 1 zu etaplieren? Und das alles immer begleitet von Hass und Neid anderer Fußballfans die uns natürlich nichts anderes wünschen als zu scheitern. Warum sollte so eine Situation langweilig werden? Wir werden weder in der Buli noch international alles wegdominieren und wegbomben. Das kann nicht langweilig werden. Frag mal den Snowman ob er es langweilig findet Barca bzw. Spanienfan zu sein. An so einer Frage sieht man wirklich wie verfälscht manche wirklich Bayernfans sehen und einfach den Kunden im Kopf haben.
Und im Übrigen weiß man halt auch abzuschätzen wie schnell der Erfolg auch wieder vorbei sein kann und man wieder von der Bildfläche verschwindet. Pep kann auch grandios scheitern. Im Kern erinnert er mich an vG. Nur etwas charmanter. Aber ich denke er ist genauso kompromisslos und ehrgeizig. Da werden sich bei dem Kader sicher auch genug Probleme ergeben. Und dann wird es wieder spannend wie es dann weiter geht. Momentan hat man halt als Fan das Gefühl dass wir alles richtig machen und ist gespannt wie sich das wirklich entwickelt.

