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Bundesliga 2009/2010 - der Diskussionsthread

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Hier mal ein Ausschnitt vom Interview mit Aki Watzke, worin es unter anderem auch um diese ganzen Retorenclubs geht.
Kann das nur unterstreichen was er sagt.

Sie argumentieren oft gegen Retortenklubs und für jene mit Tradition. Verdienen Erstere nicht die Chance, sich ihre eigene Geschichte zu erarbeiten?

Damit habe ich überhaupt kein Problem. Ich habe auch nie gesagt, dass ich was gegen diese Vereine habe und schon gar nicht, dass die Klubs ihren Erfolg nicht verdient hätten. Mein Punkt ist: Es müssen gleiche Regeln für alle gelten. Das ist vor Jahren mal außer Kraft gesetzt worden mit Wolfsburg und Leverkusen, was vielleicht ein Fehler war, aber das ist eben so. Gleiche Regeln für alle heißt aber auch, dass die 50+1-Regel auch konsequent angewendet wird. Ich habe so meine Zweifel, ob das wirklich so ist.

Warum?

Viele Verlautbarungen etwa aus Hoffenheim sind konträr. Wir müssen aufpassen, dass der Bundesliga nicht Entscheidendes verloren geht. Leverkusen, Wolfsburg, Hoffenheim, das sind Klubs, die von vorne herein ihre Stadien auf 30.000 Zuschauer anlegen, weil sie mehr nicht generieren. Auswärts bringen sie dann nicht mehr als 500 bis 1000 Fans mit. Wenn demnächst noch ein oder zwei Klubs dieser Machart hinzukommen - Leipzig lässt grüßen - ist der viel umjubelte Zuschauerboom in der Bundesliga vorbei. Es muss doch auch mal jemand warnend den Zeigefinger heben dürfen. Finanziell haben diese Vereine ganz andere Möglichkeiten als etwa Eintracht Frankfurt. Das ist einfach so. Solche Klubs drohen auszubluten. Wenn wir es etwa bei den Fernsehgeldern rein sportlich betrachten und nicht wie in England auch nach Fanbindung und ähnlichen Faktoren, dann wird es für Traditionsvereine trotz großer Basis immer schwerer, gegen die potenten Emporkömmlinge zu bestehen. Man muss sich einfach über die Folgen im Klaren sein. Wenn die Bundesliga das so will, in Ordnung.

Fanbindung ist aber doch ein Prozess, selbst der BVB ist vor hundert Jahren nicht mit vier Millionen Fans zur Welt gekommen. Von Herrn Hopp stammt der Satz: "Unsere Tradition ist die Zukunft." Umfragen stützen seine These, nach nur einem Jahr Bundesliga liegt Hoffenheim vor Dortmund, was die Sympathiewerte angeht.

Das ist aber eine Momentaufnahme. Diese Studie, auf die Sie anspielen, stammt aus der Winterpause und ist vom Eindruck der Hoffenheimer Herbstmeisterschaft geprägt. Das hat sich heute schon wieder relativiert. Im Übrigen noch einmal der Hinweis: Ich habe großen Respekt vor der Arbeit in Hoffenheim. Rangnick, Schindelmeiser, die machen das wirklich gut. Aber zu glauben, dass die TSG Hoffenheim jemals die Tradition und die Faszination von Dortmund, Schalke, Hamburg oder sogar die der Bayern erreichen wird - dazu muss man schon sehr viel Fantasie haben. Auch wenn ich vielleicht mal Abbitte leisten muss: Das wird es nie geben! Bei Borussia hat es sich über hundert Jahre entwickelt, richtig. Aber Borussia war nie von einem einzigen Menschen abhängig. Oder von einem Konzern. Dagegen weiß jeder, dass Hoffenheim an Herrn Hopp hängt und Wolfsburg an VW. Die können ihren Lizenzspieler-Etat nicht aus laufenden Einnahmen finanzieren.

Das nächste Klub-Projekt kündigt sich bereits an. Bei Rasenball Leipzig zeigt sich, wie ein Konzern die 50+1-Regel umgehen kann: Indem unternehmensnahe Personen, in diesem Fall vom Getränkeriesen Red Bull, selbst einen Verein gründen, um die Einflussnahme zu sichern. Die Berechtigung zum Spielbetrieb wird dann einem Amateur-Klub abgekauft. Hätte der DFB da einschreiten müssen?

Ich habe bereits alles zu diesem Thema gesagt. Ich habe versucht, die Entscheidungsträger beim DFB für diese Problematik zu sensibilisieren, weil früh zu sehen war, dass da noch mehr kommen kann. Hoffenheim taugt jetzt nicht als Beispiel, weil Herr Hopp ein honoriger Mann ist. Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz meine ich auch nicht. Aber es wird Nachahmer geben, und irgendwann ist da mal ein Mäzen oder Unternehmer dabei, der nicht mehr so honorig ist. Red Bull in Leipzig wird nicht das letzte Beispiel für fremdfinanzierte, fremdbestimmte Vereine bleiben.

Welche Probleme sehen Sie?

Mit der Glorifizierung dieser neuen Art von Klubs haben wir die Tür weiter geöffnet und sie wird noch weiter aufgehen. Ich bin seit 45 Jahren Fußballfan und weiß genau, was andere Fans empfinden. Das wird am Ende nicht mehr der Fußball sein, den die Zuschauer wollen. Ein Klub soll nicht wie ein Konzern geführt werden. Es muss Raum für Emotionen bleiben. Wenn das 30.000er-Stadion zum Standard wird, geht große Faszination flöten. Was wäre die Liga ohne den prall gefüllten Signal Iduna Park? Wie lange werden sich Klubs wie Dortmund oder Frankfurt wehren können, wenn Konzerne plötzlich 300 Millionen Euro irgendwo reinpumpen, weil es sich aus Marketinggesichtspunkten rechnet? Wollen wir wirklich auf einer Meisterfeier Red Bull Soundso feiern? Ich glaube nicht, dass der deutsche Fußball schon dermaßen amerikanisiert ist.

Immerhin taugt Hoffenheim inzwischen als Exportmodell. In England hat Viertligist Notts County den früheren Nationaltrainer Sven-Göran Eriksson verpflichtet und plant den Durchmarsch in die Premier League.

Nur dass Notts County nicht mehr Notts County ist, sondern ein Klub mit arabischen Investoren. Wenn es das ist, was die Bundesliga will, dann Gute Nacht, deutscher Fußball!
Hier das ganze Interview
http://bundesliga.t-online.de/c/19/59/16/86/19591686.html
 
Marcello schrieb:
Hier mal ein Ausschnitt vom Interview mit Aki Watzke, worin es unter anderem auch um diese ganzen Retorenclubs geht.
Kann das nur unterstreichen was er sagt.

Sie argumentieren oft gegen Retortenklubs und für jene mit Tradition. Verdienen Erstere nicht die Chance, sich ihre eigene Geschichte zu erarbeiten?

Damit habe ich überhaupt kein Problem. Ich habe auch nie gesagt, dass ich was gegen diese Vereine habe und schon gar nicht, dass die Klubs ihren Erfolg nicht verdient hätten. Mein Punkt ist: Es müssen gleiche Regeln für alle gelten. Das ist vor Jahren mal außer Kraft gesetzt worden mit Wolfsburg und Leverkusen, was vielleicht ein Fehler war, aber das ist eben so. Gleiche Regeln für alle heißt aber auch, dass die 50+1-Regel auch konsequent angewendet wird. Ich habe so meine Zweifel, ob das wirklich so ist.

Warum?

Viele Verlautbarungen etwa aus Hoffenheim sind konträr. Wir müssen aufpassen, dass der Bundesliga nicht Entscheidendes verloren geht. Leverkusen, Wolfsburg, Hoffenheim, das sind Klubs, die von vorne herein ihre Stadien auf 30.000 Zuschauer anlegen, weil sie mehr nicht generieren. Auswärts bringen sie dann nicht mehr als 500 bis 1000 Fans mit. Wenn demnächst noch ein oder zwei Klubs dieser Machart hinzukommen - Leipzig lässt grüßen - ist der viel umjubelte Zuschauerboom in der Bundesliga vorbei. Es muss doch auch mal jemand warnend den Zeigefinger heben dürfen. Finanziell haben diese Vereine ganz andere Möglichkeiten als etwa Eintracht Frankfurt. Das ist einfach so. Solche Klubs drohen auszubluten. Wenn wir es etwa bei den Fernsehgeldern rein sportlich betrachten und nicht wie in England auch nach Fanbindung und ähnlichen Faktoren, dann wird es für Traditionsvereine trotz großer Basis immer schwerer, gegen die potenten Emporkömmlinge zu bestehen. Man muss sich einfach über die Folgen im Klaren sein. Wenn die Bundesliga das so will, in Ordnung.

Fanbindung ist aber doch ein Prozess, selbst der BVB ist vor hundert Jahren nicht mit vier Millionen Fans zur Welt gekommen. Von Herrn Hopp stammt der Satz: "Unsere Tradition ist die Zukunft." Umfragen stützen seine These, nach nur einem Jahr Bundesliga liegt Hoffenheim vor Dortmund, was die Sympathiewerte angeht.

Das ist aber eine Momentaufnahme. Diese Studie, auf die Sie anspielen, stammt aus der Winterpause und ist vom Eindruck der Hoffenheimer Herbstmeisterschaft geprägt. Das hat sich heute schon wieder relativiert. Im Übrigen noch einmal der Hinweis: Ich habe großen Respekt vor der Arbeit in Hoffenheim. Rangnick, Schindelmeiser, die machen das wirklich gut. Aber zu glauben, dass die TSG Hoffenheim jemals die Tradition und die Faszination von Dortmund, Schalke, Hamburg oder sogar die der Bayern erreichen wird - dazu muss man schon sehr viel Fantasie haben. Auch wenn ich vielleicht mal Abbitte leisten muss: Das wird es nie geben! Bei Borussia hat es sich über hundert Jahre entwickelt, richtig. Aber Borussia war nie von einem einzigen Menschen abhängig. Oder von einem Konzern. Dagegen weiß jeder, dass Hoffenheim an Herrn Hopp hängt und Wolfsburg an VW. Die können ihren Lizenzspieler-Etat nicht aus laufenden Einnahmen finanzieren.

Das nächste Klub-Projekt kündigt sich bereits an. Bei Rasenball Leipzig zeigt sich, wie ein Konzern die 50+1-Regel umgehen kann: Indem unternehmensnahe Personen, in diesem Fall vom Getränkeriesen Red Bull, selbst einen Verein gründen, um die Einflussnahme zu sichern. Die Berechtigung zum Spielbetrieb wird dann einem Amateur-Klub abgekauft. Hätte der DFB da einschreiten müssen?

Ich habe bereits alles zu diesem Thema gesagt. Ich habe versucht, die Entscheidungsträger beim DFB für diese Problematik zu sensibilisieren, weil früh zu sehen war, dass da noch mehr kommen kann. Hoffenheim taugt jetzt nicht als Beispiel, weil Herr Hopp ein honoriger Mann ist. Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz meine ich auch nicht. Aber es wird Nachahmer geben, und irgendwann ist da mal ein Mäzen oder Unternehmer dabei, der nicht mehr so honorig ist. Red Bull in Leipzig wird nicht das letzte Beispiel für fremdfinanzierte, fremdbestimmte Vereine bleiben.

Welche Probleme sehen Sie?

Mit der Glorifizierung dieser neuen Art von Klubs haben wir die Tür weiter geöffnet und sie wird noch weiter aufgehen. Ich bin seit 45 Jahren Fußballfan und weiß genau, was andere Fans empfinden. Das wird am Ende nicht mehr der Fußball sein, den die Zuschauer wollen. Ein Klub soll nicht wie ein Konzern geführt werden. Es muss Raum für Emotionen bleiben. Wenn das 30.000er-Stadion zum Standard wird, geht große Faszination flöten. Was wäre die Liga ohne den prall gefüllten Signal Iduna Park? Wie lange werden sich Klubs wie Dortmund oder Frankfurt wehren können, wenn Konzerne plötzlich 300 Millionen Euro irgendwo reinpumpen, weil es sich aus Marketinggesichtspunkten rechnet? Wollen wir wirklich auf einer Meisterfeier Red Bull Soundso feiern? Ich glaube nicht, dass der deutsche Fußball schon dermaßen amerikanisiert ist.

Immerhin taugt Hoffenheim inzwischen als Exportmodell. In England hat Viertligist Notts County den früheren Nationaltrainer Sven-Göran Eriksson verpflichtet und plant den Durchmarsch in die Premier League.

Nur dass Notts County nicht mehr Notts County ist, sondern ein Klub mit arabischen Investoren. Wenn es das ist, was die Bundesliga will, dann Gute Nacht, deutscher Fußball!
Hier das ganze Interview
http://bundesliga.t-online.de/c/19/59/16/86/19591686.html

sehr gut. ich kann dieses ewige hoffenheim gebashe nicht mehr ertragen, aber der watzke zeigt ja, dass man es auch auf einer vernünftigen ebene machen kann. hat meine volle zustimmung.
 
ich bin so heiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiß auf freitag !!

...und das watzke interview ist wirklich sehr gut und hat auch meine hundertprozentige zustimmung !
 
Der SC Freiburg will ein neues Stadion – in Rust?

Die Führung des Sportclubs Freiburg macht sich ernsthaft Gedanken um einen möglichen Stadion-Neubau. In einer Machbarkeitsstudie sollen Standorte geprüft werden – auch außerhalb von Freiburg.

Im Raum steht auch die Idee, in Zusammenarbeit mit dem 35 Kilometer von Freiburg entfernten Europa-Park an der Autobahn zwischen Rust und Ringsheim eine neue Arena zu bauen.


omg omg omg omg omg omg wär das geil
:huldig::huldig::huldig::huldig::huldig::huldig:
 
Schreiben alle von der Dailymail ab. Da wird von einem Ausleihgeschäft geredet und das machen die Bayern nie im Leben.
 
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Um den Fans im Internet so viel Bundesliga-Videos wie noch nie zeigen zu können, hat BILD.de eine Kooperation mit dem Pay-TV-Sender Sky geschlossen. Sky überträgt alle Bundesliga-Spiele live.

Montag ab 0 Uhr, da hat doch jeder schon 10 mal alle Tore gesehen, ganz toll :ugly:
 
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