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TV Bart Wux' DVD Kritiken: Heute: American Dad Vol. 5

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American Dad ist ein Phänomen, genau wie der Verwandte Family Guy. Mehr und mehr wirkt es für mich wie ein Test der Macher oder wie eine Wette: Wie lange kann ich eine Show halten ohne auch nur einen einzigen halbwegs sympathischen Charakter?

Die fünfte DVD Box (mitnichten die fünfte Staffel) enthält satte 14 Folgen, plus Kommentare, die über alles schwadronieren, nur nicht über die Folge, die gerade läuft. Allerdings erfährt man dadurch, dass Wendy Weitzmann die Ehe ruiniert und Matt eine neue Liebe hat, die er im Tonstudio gevögelt hat. Awesome...

Die Episoden im Überblick.

Phantom of the telethon: Phantom der Oper Verarschung mit einem Ausgangssetting, das konstruierter nicht hätte sein können, einer augenzwinkernden Pro-Folter-Message und Roger als Phantom. Guter, weil bitterböser Einstieg.

Chimdale: Stan ist kahl. Der Gag dient einmal als Aufhänger für eine weitere Lektion in "Wir akzeptieren dich wie du bist" und zum anderen als weitere Thematisierung der Beziehung zwischen Stan und Sohn Steve, die mal klasse ist, mal eine Katastrophe, je nachdem wie es die Autoren grad brauchen. Highlight, natürlich, Rogers Eskapaden mit Francine und Hayley während Forest Whittakers Parodie seiner The Shield Rolle bereits hier erste Ermüdungserscheinungen zeigt.

Stan Time: Stan schnappt sich eine Dose mit Pillen, die ihn 24/7 wach halten, um Zeit neben seiner Familie zu haben. Francine will mit machen. Ende vom Lied: Natürlich, Stan verbringt doch lieber Zeit mit der Familie. Zu vorhersehbar, zu wenig gute Gags.

Family Affair: Roger trägt mal wieder eine Show und natürlich ist sie daher gut. Das Alien hat verschiedene Familien, bei dem es unterkommt und vor dem Finale wieselt und lügt Roger sich mehr als einmal um Kopf und Kragen.

Live and let fry: Stan wird mal wieder seine eigene Heuchelei vorgeführt und Forest Whittakers Charakter langweilt mittlerweile dermaßen, dass er die ganze Folge runter zieht. Gewusst, wann genug ist, Jungs! Namedropping alleine bringt es nicht.

Roy Rogers Mcfreely: Stan bringt Roger nicht das aus dem Supermarkt mit, was er gern hätte und Roger reagiert wie immer, nämlich über, übernimmt das Amt des Oberhauptes der Nachbarschaftsvereinung und missbraucht diese Macht, um Stan das Leben zur Hölle zu machen. Grandios bis in die Credits.

Jack's back: Yeah, Vater-Sohn Beziehung. Diesmal im Dreieck, Jack-Stan-Steve. Gleiche Moral, gleicher Verlauf.

Bar Mitzvah Hustle: Die erste Folge mit Steve in der Hauptrolle und allein deswegen schwach. Steve ist kein sonderlich interessanter Charakter, weder witzig noch charmant. Der Loser-Nerd, der gern möchte, aber nicht kann. Done to death. Im Übrigen mag ich die Stimme und Sprechweise nicht besonders. In kurzen Dosen annehmbar, über einen längeren Zeitraum, aber schmerzhaft. Die typischen Highschoolprobleme interessieren mich seit den 80er nicht mehr.

Wife Insurance: Zur Abwechslung mal wieder Ehesorgen. Stan labert dumm und muss sich daraufhin mit einem Agentenkollegen um seine Frau streiten. Könnte besser sein.

The Dolorean Story-an: Stan baut ein Auto und... ach was soll's, es geht um die kränkelnde Beziehung Vater Stan zu Sohn Steve. In der gemeinsamen Suche nach einer Tür für Stans Bastelauto kommen sich Vater und Sohn näher.

Every which way but lose: Der erfolgverwöhnte Stan schmeißt Steve aus seinem Footballteam, weil Gewinnen für ihn wichtiger ist. Im Endeffekt geht es um die kränkelnde Beziehung zwischen Vater Stan und verdammt noch mal, Leute, es reicht! Entweder die beiden können miteinander oder nicht. Sucht euch eins aus und bleibt dann dabei!

The Weiner of our discontent: Roger fühlt sich wertlos, als er erfährt, dass er nur als CrashtestDummy auf die Erde geschickt worden ist. Einige herrlich gemeine Zoten von Stan gegen Roger.

Daddy Everquest: Die obligatorische Homo-Akzeptanzfolge, denn wenn man zwei schwule Charaktere im Stammcast hat, muss man sich bei den Schwuchteln einschmeicheln. Oder so scheint es. Terrys Vater kommt zu Besuch, ist als Ex-Footballer der Inbegriff des manly mans und hat natürlich keine Ahnung, dass Sohnemann schwul und mit einem Mann zusammen ist, trotz der Tatsache, dass die beiden eine offene Beziehung führen, ein Baby adoptiert haben und das lokale NACHRICHTENSPRECHER TEAM sind. Aber was interessiert sich ein Amerikaner auch für Nachrichten. Ja, das SetUp haben wir so auch noch nie gesehen. Lustig nur der Twist am Ende, als Stan sämtliche Klischeesprüche zum Thema Akzeptanz runter betet und Terrys Vater stur dabei bleibt, dass er es ekelhaft findet.

Stan's Night Out: Die Box endet mit einem Highlight und der klaren Ansage, dass CIA Agenten alles Arschlöcher sind. Wer einmal Party machen, sollte dies mit Agenten tun, da bleibt kein Auge trocken.

Alles in allem hinterlassen die neuen Folgen einen extrem schalen Beigeschmack. Dass in solchen Serien am Ende jeder Folge immer der Resetknopf betätigt wird, damit der Status quo erhalten bleibt, liegt in der Natur des Genres. Die Holzhammermethode und die Berechenbarkeit, mit der sich Themen nahezu 1:1 wiederholen, nimmt aber mittlerweile einfach Überhand. Etwas Ähnliches musste ich, meine ich mich zu erinnern, auch in der Kritik der letzten Box schon erwähnt haben. Es werden in den Folgen Probleme gelöst, die erst in der jeweiligen Episode in den ersten zwei Minuten aufgeworfen werden. Am Ende wird alles genullt und es geht wieder ganz von vorne los. Das wäre noch nicht einmal tragisch, wenn es nicht immer wieder dieselben zwei, drei Themen wären, um die es geht. Die Beziehung Stan zu Steve, die Beziehung Stan zu Francine oder generell die Tatsache, dass Stan im Grunde ein verachtenswerter Kotzbrocken im Anzug ist. Wenn dann gleich zwei Episoden in Folge das gleiche Gebiet thematisieren, welches in der vorigen Episode eigentlich als gelöst galt, dann verliert man das letzte bisschen Interesse am Ausgang der Konflikte. Man weiß ja eh, dass alles, was man gerade sieht, in allen nächsten Folgen ignoriert wird.

Natürlich ist das in erster Linie eine Comedyshow, aber diese Themen werden pro Episode so sehr in den Vordergrund gerückt, dass es schwer ist, sich davon nicht ablenken zu lassen. Ehrlich gesagt, ohne Roger wäre diese Serie vermutlich längst tot. Stans ureigene Probleme, die außer ihm kein anderer Mensch auf dem Planeten hat, taugen weder für interessante noch für witzige Situationen. Er ist ein verbohrter, alter Idiot, unbelehrbar und unsympathisch. Menschen seines Schlages heiraten in der Regel nicht. Und wenn sie heiraten, so bleiben sie es nicht lange. Francine verkommt mehr und mehr zum absoluten psychischen Wrack, deren Handlungen immer irrationaler werden, was man sich mit der Ehe zu einem Idioten wie Stan erklären könnte, aber wohl wie auch schon in Family Guy der Tatsache geschuldet ist, dass die Autoren keine Charaktere entwickeln können, sondern ihnen lediglich komplett neue Eigenschaft aufzwingen.

Klaus wird sträflich vernachlässigt und die Tatsache, dass man einen sprechenden Fisch im Glas hat, wird so gut wie nie als nonsense Gag eingeschoben. Und genau hier liegt der springende Punkt. Mit der CIA, dem Alien, dem Fisch und generell dem regellosen Universum hat American Dad doch jede Chance, völlig durch zu drehen und eine Nonsense Episode nach der anderen zu drehen, eine bekloppter und sinnfreier als die nächste. Stattdessen wälzt man stur die ewig gleichen Themen rauf und runter, Themen, die bereits lange vor American Dad in den amerikanischen Sitcoms der 80er abgenudelt wurden.

Für neue Folgen würde ich mir ernsthaft wünschen, dass jemand dem Autorenteam die Handbremse löst. Oder dass man ein paar junge Talente hinzu fügt, die das Wort Kreativität noch kennen.

American Dad ist leidlich lustig, hat einige gute Folgen mit guten Szenen, 99% davon stammen von Roger, ist aber im Großen und Ganzen gesehen so unglaublich belanglos und abgenutzt, dass es einfach nur eine Schande für das Konzept und die sich daraus ergebenden Möglichkeiten ist.
 
Schade. Habe geofft, dass die Serie wieder besser wird.
Season 3, welche ich gerade beendet habe, fand ich nämlich nicht sonderlich prall.

Dann bleibe ich wohl besser bei Family Guy und Futurama. :D
 
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