Wirklich interessantes Thema. Sind die Spiele zu Jugendlich getrimmt oder ich zu alt? Ich denke es ist wirklich eine Frage der Zielgruppe. Ob wir hier es wollen oder nicht, aber wir Ü30er sind wohl einfach nicht mehr die Zielgruppe für Spieleproduktionen. Es ist einfach der Lauf der Zeit, dass viele die Lust am Zocken verlieren und nur wenige wie wir daran kleben bleiben. "Damals" zu Schulzeiten hat jeder meiner Freunde gezockt. Heute kann ich die ernsthaften Zocker an einer Klasse abzählen. Die anderen zocken höchstens mal ne Runde Fifa oder spielen Wii Sports. Gerade auf komplexe, tiefgehende Spiele haben die Meisten keine Lust. Da geht es mehr um den schnellen, leichten Zeitvertreib.
Einen jüngeren Gamer spricht dagegen häufig aber wieder mehr möglichst derbe Action an. Daran hat sich wohl kaum was geändert. Haben wir früher aufm Schulhof von Conan für den C64 geschwärmt wo man jeamand köpfen konnte, freut man sich eben heute wenn man jemand bei Gears zersägen kann. Splatter übt eben häufig eine unheimliche Faszination auf Jugendliche aus.
Jedoch finde ich für mich noch genügend Spiele die mir zusagen. Allerdings merke ich gerade im letzten Jahr wie mein Intersse sich da verschiebt. Shooter kann ich ähnlich wie Urgs zur Zeit kaum mehr sehen. COD MW2 liegt so schon ewig unberührt im Schrank und ich kann mich einfach nicht aufraffen es zu spielen. UC2 hat mir dagegen sehr gut gefallen und mich einfach an einen Kinofilm in Spieleform erinnert. Das Spiel hatte die richtigen Vibes. Auch wenn die Story - wie bei den meisten Actionfilmen - nicht besonders war, hat sie und die durch tolle Grafik in Szene gesetzte Action es aber perfekt geschafft mich zu unterhalten. Und das wünsche ich mir letztlich von Spielen.
Für mich das perfekte Spiel ist eines dem es gelingt mich Gefühlsmässig zu berühren. Das ist leider sehr begrenzt. Spiele wie Condemned und Dead Space haben das in Schreckform geschafft. Aber dass ich echt zu Tränen gerührt bin würde ich mir z.B. öfters wünschen. Ein Siel das mich Emotional echt berühren kann wäre so ein Erwachsenen Spiel. So etwas, wie auch Spiele die eine wirklich spannende Geschichte erzählen verdienen für mich den Ausdruck Kunst. Alles andere sind "nur" Spiele.
In der letzten Games TM ist auch ein schöner Artikel zum Thema erwachsene Spiele. Darum geht es darum dass sich die gesamte Gamesbranche davor Scheut Themen wie Vergewaltigung, Inzest etc. anzugehen. Solche Themen berühren in Filmen und Theater, sind aber in Spielen undenkbar. Und da ertappe ich mich in der Tat dabei, dass ich so etwas nicht in nem Spiel bräuchte. Auf der anderen Seite sind es diese Themen die in einem sicher starke Emotionen auslösen würden. Für mich wäre so etwas sicherlich in gewisser Form ein Katalysator. Jeder erinnert sich an die emotionalle Szene in The Darkness. Wenn ich mir vorstelle das meine Freundin vor dem Mord noch vor meinen Augen vergewaltigt worden wäre hätte das mit Sicherheit noch mehr Wut und Emotionalität in mir ausgelöst als so schon. Aber will man so etwas? Will man das Spiele so weit gehen? Ich für meinen Teil bin da wohl doch zu empfindlich und spüre bei so etwas einen inneren Unmut und hätte das Gefühl dass da eine Grenze überschritten ist.
Was ich mir wünschen würde wäre ein Spiel wie oben weiter beschrieben ohne Kämpfe! Hätte mir so z.B. gewünscht dass Alan Wake ein solches wird. Ein echtes Adventure mit spannender Story, das einen fürchten lässt und ohne große Kämpfe auskommt. Ganz ohne würde es wohl nicht gehen. Aber gerade ein Gruseladventure kann ich mir als solches gut vorstellen. Aber würde so etwas bei der Masse an Käufern funktionieren? Oder ist nicht etwas gerade der Actionanteil der Teil der die meisten Käufer zu nem Spiel greifen lässt?