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KT Bart Wux denkt: Spiele für Erwachsene?

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

The perfect Dark schrieb:
QFT. In Filmen regt sich auch kein Kritiker auf, dass zig tausend Unschuldige sterben.
In welchem Film werden zigtausende Tode im Detail gezeigt?

@ Bart: Ich habe den Eindruck, dass du eher ein Genrespieler bist und sehr auf Actiontitel fokussiert bist. Actionspiele haben ähnlich wie das Actionkino schon immer einen pubertären Einschlag gehabt und ich persönlich finde auch, dass gerade die trashigsten, unreifesten Actionspiele wie Bayonetta, Duke Nuke oder Prototype ihre Sache besonders gut machen.

Die Frage ist, wie sich ein reifes Spielgeschehen mit einem Actiontitel verbinden lässt. Ich habe ein solches Spiel noch nie gespielt. Und für mich ist auch ein Max Payne, in meinen Augen eines der besten Spiele aller Zeiten, kein Erlebnis, dass in irgendeiner Weise reif oder anspruchsvoll wäre. Wenn man es genau nimmt ist es eine sehr trashige Angelegenheit. Als Film würde Max Payne vermutlich unter dem Exploitation-Genre laufen.

Ich frage mich, was du möchtest. Willst du in deinen Actionspielen eine reifere Rahmenhandlung, die um das unreife Spielgerüst herum gestrickt ist? Oder möchtest du wirklich reife Spielerlebnisse?

Letztere gibt es in meinen Augen, wobei ich den Eindruck habe, dass reife Spiele sogar deutlich abnehmen! In den 1990ern gab es vor allem PC-Bereich durchaus anspruchsvolle Titel, etwa im Adventure-Genre.

Drei Spiele für Erwachsene, die ich jedem Interessierten ans Herz legen kann:

The Last Express
Ein herausragender Thriller, der historisch ist ohne den Spieler intellektuell zu beleidigen. Es gilt im Orientexpress vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges einen Fall zu lösen. Das Spiel läuft in Echtzeit ab, alle Reisende im Zug gehen ihren Dingen nach, noch heute ein beeindruckendes und unerreichtes Spielerlebnis, obwohl das Spiel 13 Jahre alt ist.
[vid]http://www.youtube.com/watch?v=-kRI_pXFHxw[/vid]

The Path:
Dieses Horrorspiel ohne Kämpfe "spiele" ich momentan. In Anführungszeichen, weil man darüber streiten kann, ob The Path überhaupt ein Spiel im engeren Sinne ist. Es geht eher um das Entdecken und das Reflektieren über das Geschehen auf dem Bildschirm macht den Reiz aus, nicht irgendwelche Missionen oder Spielziele.
[vid]http://www.youtube.com/watch?v=adj0flt1-7U[/vid]

Fahrenheit:
Trotz der Schwächen gehört dieses Experiment in meinen Augen auch in die Kategorie.
[vid]http://www.youtube.com/watch?v=H095eoc4K-0[/vid]

Edit: Urgs spricht einen wichtigen Punkt an. Interaktives Entertainment mit (Kunst-)Anspruch muss sich in meinen Augen von dem eigentlichen Begriff des "Spiels" lösen und neues probieren.
 
Shadow of memories ist auch so ein abartig geniales Spiel, dass hierzulande leider kaum Beachtung fand. So was gutes hab ich schon lang nimmer gespielt. Die Geschichte ist auch einmalig. Aber die Kinder verstehen sowas eben nicht. Ist eben nicht so ein cooles Spiel.

[vid]http://www.youtube.com/watch?v=UpoZWNeseuU&feature=PlayList&p=AE5985C3BF79F45B&playnext=1&playnext_from=PL&index=23[/vid]
 
Fahrenheit war nicht so mein Fall, dauernd diese QTEs. An die Story kann ich mich kaum noch erinnern.

Dagen fand ich condemed 1 doch schon sehr erwachsen. Es hat sehr gut mit den Ängsten gespielt.

Was mich zu den Punkt bringt, das Horror Spiele eher nur für erwachsene sind und hier die Story realtiv egal sein kann. Das würde heißen , dass diese Gruppe schon fast komplett ignoriert werden könnte.
 
Eternal Darkness

Leider habe ich es nie gespielt, aber Spoony meint, für ihn sei es eines der besten Games aller Zeiten.

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Ich finde es übertrieben von Videospielen mehr zu erwarten, als von Filmen oder Musik.

Eternal Darkness ist genial.

Ansonsten finde ich auch dass das Action Genre für anspruchsvolle/erwachsene Unterhaltung gar nicht fähig ist.
 
Ich hab heute Terminator - Die Erlösung gesehen, fand ich auch echt toll, aber das war ein typischer Hollywood Blockbuster Film, das ist genau auf dem selben Niveau wie Uncharted 2 oder CoD MW2.

In dem Zusammenhang frage ich mich auch wozu diese Spiele eine Geschichte überhaupt erzählen?
 
Shadow of Memories war sicherlich ein geniales Erlebnis, aber genau da lag auch das Problem. Das Gameplay war ja fast nicht mehr vorhanden. Hatte man die Szenen übersprungen, die man schon kannte, konnte man das Spiel in 20 Minuten beenden. Geil waren aber die beiden Bonusenden. Seht intelligent gemacht. Natürlich will ich in einem Spiel richtig was tun, wie in einem Actionspiel. Ich hätt aber gern zu meinem Actionspiel einen gewissen Rahmen, der mich nicht zwingt, die Cutszenes beschämt zu überspringen. Am meisten findet man sicherlich noch in Adventurespielen, aber da muss ich klar sagen, die sind mir manchmal zu passiv. Womöglich hat Iro sogar tatsächlich Recht und ich will zuviel.

edit:
Ne, Iro hat nicht Recht, ich nehm's zurück.
Guckt Terminator 4 und zieht den Vergleich zu Modern Warfare 2.
 
Gerade im Actiongenre kommt es nun mal zu Konflikten. Einen klassischen Shooter im Kriegssetting zu produzieren kann nur in einem dummen Spiel enden, wenn man als Spieler hunderte Polygonfeinde über den Jordan schickt. Das Problem der Actionspiele ist, dass das Töten, die Prügeleien und die Verfolgungsjagden an sich so inflationär eingesetzt werden. Man müsste hingehen und Actionadventures machen, bei denen jede Tötung, jede Verfolgungsjagd ein besonderes Ereignis ist, das im Spielverlauf Bedeutung hat und Sinn macht. Erst dann kann man in meinen Augen überhaupt über sowas wie Reife nachdenken.

Da widerspreche ich Bart Wux auch beim Punkt Uncharted. Uncharted ist kein Hollywood-Sommerblockbuster, sondern wohl eher mit einem Schwarzeneggerfilm zu vergleichen, wenn man sich mal anschaut, was im Spielverlauf wirklich passiert. Nämlich hundertfacher Massenmord.

Dass Adventures passiv seien, stimmt für die Klassiker von Lucas Arts und Co. Die von mir geposteten Beispiele sind aber alles Spiele, bei denen man das Geschehen aktiv erlebt oder zumindest die Illusion hat den Verlauf zu steuern. Diese Spiele sind verdammt selten, aber es gibt sie. Und ja, Shadow of Memories gehört auch in die Liste, wenn es auch recht linear ist.

Am Ende machen es sich die meisten Entwickler zu einfach. Die Story wird passiv erzählt und zwischen der passiven Story kommen dann "interaktive" Einlagen. Ob das jetzt Ballern, Prügeln und Autorennen in Actionspielen oder irgendwelche Klettereinlagen, Logikpuzzles und Sammelspielchen in Adventures sind. In 95% der aktuellen Spiele haben die interaktiven Elemente in der Regel kaum einen Bezug zur Rahmenhandlung. Es wird nur Zeit bis zur nächsten Zwischensequenz tot geschlagen. Das ist in meinen Augen das größte Problem, das das Medium Videospiel momentan behindert.
 
Bart Wux schrieb:
Shadow of Memories war sicherlich ein geniales Erlebnis, aber genau da lag auch das Problem. Das Gameplay war ja fast nicht mehr vorhanden. Hatte man die Szenen übersprungen, die man schon kannte, konnte man das Spiel in 20 Minuten beenden. Geil waren aber die beiden Bonusenden. Seht intelligent gemacht.

Soviel ich ich moch noch erinnern kann, gab es aber 5 od. 6 verschiedene Enden.
Hab es auch genau so oft durchgespielt. Einzigste Spiel das ich öfters als 2 mal durchspielte.
 
Ich finde nicht, dass der hundertfache Mord in Spielen dem Anspruch entgegensteht. Es kommt darauf an, was man daraus macht.
Im Beispiel MAX PAYNE oder BROTHERS IN ARMS funktioniert das IMO prima. Nur sollte man Gewissenskonflikte noch mehr herausarbeiten oder behandeln. Das Einsetzen von Rückblenden und/oder Gedankenspielchen ist schon der richtige Weg. Geschieht zwar schon in diesen Spielen, aber für meine Begriffe noch zuwenig, vor allem bei Spielen mit Kriegsthematik (Ursache bei Letzteren ist jedoch noch immer die einseitige, patriotisch eingefärbte Ami-Sicht der Dinge, die einer "übergeordneten" und somit neutraleren Sicht im Wege steht).

Auch finde ich, entgegen Iro's Ansicht, dass Spiele sehr wohl "das Zeugs" dazu haben, es den Filmen gleichzutun und sie sogar zu übertrumpfen. Beispiele habe ich wiederum genannt, in denen das meiner Meinung nach sehr gut funktioniert. Es gibt ja zudem nicht "die Spiele" und "die Filme".
 
Naja, gerade in Max Payne zieht der hundertfache Mord das Geschehen ins lächerliche. Darunter leidet einfach die Glaubwürdigkeit. Hundert- bis tausendfacher Massenmord in New York ist nicht nur völlig unrealistisch und absurd, er ließe sich auch nur dadurch erklären, dass Max ein totaler Psychopath ist. Um dem einzelnen Mord eine Bedeutung zu geben, muss er etwas besonderes im Spiel sein. Und die Tötung muss einen Sinn geben abseits des üblichen "Der hat auf mich geballert, also muss ich zurück schießen, um zu überleben".

Ein interessanteres Beispiel finde ich ist da Hitman, bin aber kein Fan der Serie/ des Spielprinzips.
 
Also ich fand dieses Jahr Borderlands entspannend, weil es mich nicht mit einer blöden Story gequält hat, ich komme mir in manchen Spielen so vor, als ob das Spielen ansich eine Art "Werbung" zwischen den Sendungen ist. Ganz schlimm kommt mir das bei Resident Evil 4 oder generell Third Person Spielen so vor.

Das fand ich ja auch so toll an CoD MW2, es gab 3 Trailer voll mit tollen Actionszenen im Spiel sah man diese dann aus seiner eigenen Perpektive und alles passierte im Spiel, bei MGS hingegen sieht man in den Trailern bloss nen Film. Weshalb ich auch nie die MGS Fans verstehen werde, die schauen sich ne Filmvorschau an freuen sich aber auf ein Spiel.

Also ich finde eine anspruchsvolle Geschichte schadet jedem Spiel, diese will schließlich erzählt werden...
 
Hamlet schrieb:
Bart Wux schrieb:
Shadow of Memories war sicherlich ein geniales Erlebnis, aber genau da lag auch das Problem. Das Gameplay war ja fast nicht mehr vorhanden. Hatte man die Szenen übersprungen, die man schon kannte, konnte man das Spiel in 20 Minuten beenden. Geil waren aber die beiden Bonusenden. Seht intelligent gemacht.

Soviel ich ich moch noch erinnern kann, gab es aber 5 od. 6 verschiedene Enden.
Hab es auch genau so oft durchgespielt. Einzigste Spiel das ich öfters als 2 mal durchspielte.
Hatte sogar 8. Nach den ersten 6 gab es erst die richtigen Endsequenzen. Und Max Payne IST ein Psychopath, da wollen wir doch nix schön reden. :D
Das Problem ist auch klar, in einem Shooter will man nun mal schießen und bei 6-8 Stunden Laufzeit kommen da eine Menge Leichen zusammen. Was will man machen. Gilt auch für Uncharted. Sicher wäre es mit nur 10 Toten im ganzen Spiel lebensnaher, aber wie viel Spaß würde es machen? Nebenbei ist Uncharted 2 für mich das Paradebeispiel, wie man Story und Gameplay verbindet. Im Grunde genommen passiert ja im ganzen Kapitel 16 nichts, trotzdem ist es das beste Kapitel im Spiel.
 
Keymaker schrieb:
Eternal Darkness

Leider habe ich es nie gespielt, aber Spoony meint, für ihn sei es eines der besten Games aller Zeiten.

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Also zu Eternal Darkness kann man wirklich sagen, dass es eines der Besten Spiele auf dem Cube und auch sonst gewesen ist.

@Bart:

Du sagst in deinem Anfangspost, dass zB Saints Row weiß wie unreif es ist, und dass ganze auch zeigt. Da ich es nicht gespielt habe kann ich mich dazu nicht äußern.
Aber vorher im Post erwähnst du Madworld und da habe ich den Eindruck, dass es bei dir nicht so gut wegkommt. Ok, über Geschmack läßt sich streiten, aber dass da die Gewalt genauso mit einem Augenzwinkern gezeigt wird erwähnst du nicht, oder ich verstehe dich da falsch.


Im allgemeinen stimme ich Urgs schon zu. Wenn mich das Spiel fesselt, weil es vom Gameplay her überzeugt, kann man die Story auch mal gut und gerne vernachlässigen (Super Mario Bros als Beispiel).
Natürlich habe ich auch gerne eine Megageniale Story und hätte auch nichts gegen Rückblenden oder auch mehr Stilmittel die in Filmen zum Einsatz kommen, aber wenn das Gameplay kacke ist bringt das leider alles nicht (wobei man sagen muss, dass die Technik, sprich Grafik etc, hier nicht das entscheidene Kriterium sein sollte).

Denke aber auch, dass Spiele wie Max payne schon sehr erwachsen sind, gerade im Bezug auf Setting und Atmosphäre, aber auch Monkey Island (besonders Teil 1 und 2) halte ich für sehr erwachsen.

Aber es stimmt schon, dass gerade im Actionbereich wenige Experminte gewagt werden, die als Evolution angesehen werden können.

Aber was hälst du zum Beispiel von bioshock? Habe es nur kurz angespielt aber irgendwie lief es bei mir nicht so gut, so dass ich es wieder weggelegt habe, aber ich fand das Setting schon sehr genial.
 
Es gibt Spiele für Erwachsene. Mit denen kann kein Kiddie was anfangen.

Anno, Black Mirror, Siedler, Die Gilde, Drakensang, usw.

Alles tolle Spiele und für Erwachsene gemacht. Aber sie gehen unter weil ein bekacktes MW2 sich einfach besser verkauft als ein Anno. Der großteil aller Zocker möchte einfach das Hirn aus machen und mit "woah geil alter... guck dir an wie die sterben" sabbern vor der Glotze sitzen.

Als würde sich da einer die Zeit nehmen und sich in ein Wirtschaftssystem eines Spiels reindenken. :vogel:

Ich weiß selbst noch aus meiner MMO Zeit wieviel Zeit ich intensiv in die entwicklung eines für mich Funktionierenden Auktionssystems gesetzt hab. 5 Wochen hab ich gebraucht bis ich den Dreh wirklich raus hatte. Vorallem angeln skillen war nervig... aber das Endprodukt umso größer.

Der normale Zocker macht das nicht. WoW ist mit seinem Erfolg sicherlich eine Ausnahme. Und gerade deshalb ist es so schade.

Ein Anno sollte mehr erreichen. Lang lebe der PC.
 
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