Foren Aktuelles Erstellen Mitglieder Anmelden

KT Bart Wux denkt: Spiele für Erwachsene?

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Ich auch. Die Demo hat mich beim zweiten Durchgang ziemlich angeödet. Wenn ich da im Vergleich die Demo zu Arkham Asylum denke - die habe ich wieder und wieder und wieder gezockt. Ich denke, DI werde ich mir maximal als Budget-Version holen. Die Demo hat mir zu viele Punkte, von denen ich denke, dass sie mich im fertigen Spiel abnerven. So will ich z.B. bei einem Wurf den Gegner einfach nur werfen oder (im Falle von GoW zerfetzen). Aber ich habe da keinen Bock drauf, jedes Mal ein QTE-Minispielchen zu absolvieren.
 
Mir war das zuviel God of War... ich hasse diese sinnlose, auf gewaltgeilheit gemachten Gewaltszenen. Dante´s Inferno werde ich trotzdem nich eine Chance geben, weil mir diese Höllengeschichte zusagt.
 
Zimtzicke schrieb:
Nicht nur das. Ist es ein Zufall, dass ein fast ausgestorbenes Genre jetzt ein Spiel nach dem Anderen bekommt?

Och das passiert doch immer wieder. Ende der 90er war das West-RPG sogut wie ausgestorben und hat mit Baldurs Gate seine Auferstehung gefeiert. Aktuell sind es auch die Point&Click Adventures auf dem PC.
 
Sorry, das Thema ist etwas älter, aber ich muss dazu doch auch etwas loswerden. Finde eure Argumente sehr interessant und kann Bart einerseits verstehen, muss aber Vetulus Recht geben. Ich habe lange Zeit gar nicht gespielt, mangels Zeit und Interesse.
Der Knackpunkt ist doch: Wieso muss ich mich vor Freunden/Kollegen/in der Gesellschaft schämen Videospiele zu spielen? Das liegt meiner Meinung nach nicht daran, dass in Videogames keine "erwachsenen" Themen verarbeitet werden sondern weil sie nicht adäquat transportiert werden.

Seit ich wieder intensiver angefangen habe zu spielen und mir Games wie "Uncharted 2", "Dead Space", "God of War 3", "FF XIII" zugelegt habe, fiel mir wieder auf, dass - egal bei welchem Spiel - das Prinzip ist: Laufen, Gegner ausschalten, Missionen erfüllen. Verpackt mit einer noch so tiefgründigen Geschichte, komplexen Charakteren und fotorealistischer Grafik, ist das Prinzip an sich eines, das so plump ist, dass es überhaupt nicht salonfähig werden kann! Kein Spiel wird jemals eine Botschaft vermitteln können, ganz einfach aus dem Grund, weil man aktiv Level für Level ablaufen muss, um den Handlungsstrang voranzutreiben. Dazu fehlt einfach vielen Menschen die Motivation. Für eine gute Geschichte lese ich da lieber ein Buch oder schaue mir einen Film an. Bei Videospielen geht es um das Spielen an sich. Den meisten zumindest.
Ich vermisse auch Spiele mit einer durchdachten, komplexen, spannenden und durch eindrucksvolle Charaktere gestalteten Geschichte. Ich glaub, ich würde ein Spiel LIEBEN, das wie ein spielbarer Film ist, von QTE zu QTE hangeln und sich an den Dialogen und Wendungen der Handlung fesseln zu lassen, ohne irgendwo rumzulümmeln auf der Suche nach Items oder dem Auffinden des richtigen Weges oder dem upgraden meiner Waffen etc. ... Und wenn ich es dann eine Stunde gespielt habe, würde ich es hassen. Wozu hat mein Controller nochmal so viele Knöpfe?

Ich habe z.B. Silent Hill 2 geliebt, Silent Hill 3 war zwar mMn schlechter, aber immer noch ein geniales Silent Hill. Danach haben die Teile nach und nach abgenommen, was ich ziemlich schade finde. So eine geniale Story, wie sie mir in Silent Hill 2 geboten wurde, zusammen mit der beklemmenden, angsteinflößenden Atmosphäre, die durch den perfekten Sound zu einem wunderbaren Alptraum wurde, hat mir seitdem kein Spiel mehr in der Form bieten können. Ich hatte noch in keinem anderen so viel Angst. Spiele die annähernd das erreichen konnten, waren FEAR 1+2 und vor kurzem Dead Space. Und das waren gute Horrorgeschichten. Zwar nichts außergewöhnliches, aber mir würd kein Horrorfilm oder Buch einfallen, dessen Geschichte besser war.

Ich muss gestehen, ich ein ziemlicher Gore-Fetischist bin. Je mehr Pixelblut desto besser. :twisted: Nichtsdestotrotz suche ich mir Spiele nicht anhand ihres Splatterfaktors aus und auch mit einem gekürzten Spiel hätte ich meinen Spaß, wenn mir eine gute Geschichte erzählt wird. Und ich finde die Entwicklung bisher großartig. Als ich God of War 3 gespielt habe, saß ich nicht nur wegen der atemberaubenden Grafik so :sabber: vor meinem TV. Aber selbst bei diesem stupiden Hack'n'Slay brach es mir das Herz, als
Kratos Pandora verlor und Zeus ihn daraufhin verspottete oder als Hera über das Sterben der Welt klagte
Zumal diese Rachegeschichten wie Sand am Meer zu finden sind, hat es doch einen gewissen Charme und ich fand von Anfang an, dass Kratos eine Entwicklung durchmacht. Und Kontroverse zu seiner Vorgehensweise liefert das Spiel zuhauf, was dem geneigten Spieler zu denken geben könnte diesen badass zu spielen. Man muss sich nur vor Augen führen, was man alles auf seinem Rachefeldzug anstellt und wozu es führt. Unheimlich. Beängstigend. :traurig: Eine Familiengeschichte, wie sie von Dichtern der Antike nicht besser hätte geschrieben werden können. Was es da alles für inzestuöse Verhältnisse, intrigante Machtspiele, Sex und Gewalt in der griechischen Götterwelt gibt. Unglaublich. Und da gibt es noch Menschen, die sich Daily Soaps anschauen. Denen lege ich dieses Spiel auch ans Herz.
Auch Vampirgeschichten sind klasse. Und müssen sie deshalb "kindisch" sein? Ist ein Vampire: Die Maskerade (Ob Redemption oder Bloodlines) weniger erwachsen, als so ein BallerBallerfilm wie Blade?! Ist es schlechter als das populäre Twilight?? Ich denke nicht.

Zum Thema Call of Duty: Eine Szenerie wie in MW2 (Ich habe es nie gespielt) muss natürlich nicht sein, aber wieso sollte das keine Berechtigung finden? Gut, so von dem, was ich bisher herausgelesen habe, ist die Story dahinter sehr dünn und die Motivation des Terroranschlags mehr als unrealistisch. Aber würde ich als Spieler vor diese Situation gestellt mit einer ähnlichen Hintergrundgeschichte wie in "Passwort: Swordfish" mit einem so charismatischen Terroristen, der ein Ideal verfolgt, wie ihn Johnny verkörperte, würde ich das ganze mit anderen Augen betrachten und ich glaube, dann würde auch der Effekt, den die Entwickler angeblich erzielen wollten, seine Wirkung zeigen. Man hat die Wahl, ob man als Undercovercop Zivilisten abknallt oder eben nicht. Ganz davon ab, ob das moralisch vertretbar ist so etwas zu spielen, warum sollte man als Spieler, der nun mal ein Cop ist, Zivilisten töten WOLLEN? Im Gesamtkontext ergibt das keinen Sinn, aber die Option ist da und somit Teil der spielerischen Freiheit, die viele in einigen Spielen so vermissen. (Vielleich hinkt der Vergleich, aber ich hoffe, ich hab irgendwie deutlich machen können worauf ich hinaus möchte). Gut wäre es natürlich, wenn diese Entscheidung auch Konsequenzen nach sich ziehen würde (Was es bei einem Shooter wie CoD wohl nicht gibt ... ).
Das ist nun auch mein Fazit: Genau nach so einem Prinzip müssten Spiele aufgebaut sein, nämlich ähnlich wie in Heavy Rain. Die Konsequenzen einer spielerischen Aktion müssen spürbaren Einfluss, auf den späteren Verlauf haben. Da muss man weg von der Lineraität, Genreübergreifend. Fragt mich nicht, wie man das anstellen könnte, aber nur so kann man glaubwürdige "erwachsene" Geschichten erzählen, die weitaus mehr zu bieten haben, als nur Polygonfiguren durch virtuelle Räume schleusen und die einem Film Meilen voraus sind, denn ein Film kommt immer zum gleichen Ende.. Das würde die Videospiel"kultur" evtl. attraktiver machen für ein älteres Publikum.

Naja, und wenn ich eine realistische, düstere Geschichte möchte, greife ich zu "Max Payne", "GTA", "Der Pate". Gangstergeschichten, Krimigeschichten. Alle auf einem guten Niveau. Da gibt es sicher eine Menge mehr Spiele, aber das sind nur die, die ich kenne.
Was ich eher von Spielen erwarte: Ein cineastisches Erlebnis mit guter Story (d.h. logisch durchdachter, unterhaltsamer und/oder spannender Geschichte mit interessanten Charakteren), einem tollen Sound und geiler Grafik. So wie z.B. Uncharted 2, God of War 3 oder Heavy Rain.

btw. das beste Spiel mit "erwachsenem" Inhalt ist immer noch "Sims 3" :ugly:

85!*
 
Ich gucke gerade nochmal die dritte Staffel von Dr. House.

Es ist für mich erschreckend zu sehen, wie scheinbar mühelos hier ein Drehbuch-Autor dutzendweise intelligente und gute Geschichten erzählen kann, wir bei Spielen aber immernoch mit Mist abgespeist werden.

Wollte ich nur nochmal gesagt haben... :I
 
Das ist halt die Krux mit den Spielen. Entweder man kriegt sowas wie Heavy Rain oder MGS4 (Film, Film, Film, Gameplay, Film, Film, Gameplay, Spielende), oder man muss sich was überlegen, wie man die einzelnen Spielabschnitte irgendwie sinnvoll miteinander verknüpft. Und da bohren halt viele Entwickler immer noch das dünnste Brett bzw. vermute ich, dass die Story häufig erst dann konkrete Formen annimmt, wenn große Teile des Spieles schon fertig sind.
 
Kann alles gut möglich sein.

Ich merke nur, dass ich persönlich mich mit diesen fadenscheinigen Ausreden immer weniger abspeisen lassen will.

Ich spiele ein Killzone 2 und gegen Ende des Spiels bekomme ich einen Story-Brocken vor die Füsse geknallt, aus der man das ganze Spiel hätte stricken müssen / können. Ich spiele ein inFamous und nur selten im Spiel bekommt man es mit wirklich "wichtigen" Entscheidungen zu tun. Das ist doch exemplarisch für fast alle Spiele.

Ja, ein Metal Gear Solid hat eine absolut abgedrehte Story, und ja, es gibt unendlich viele und lange Cut-Scenes. Aber was steckt da ein Herzblut in der Story? Was wird da an Themen aufgegriffen?

Heavy Rain mag Logicklücken haben, aber auch hier ist wenigstens erkennbar, wo die Reise IMO hingehen müsste.

Ein Uncharted 2 erzählt seine Story gekonnt mit Cut-Scenes, die sich perfekt ins Spielgeschehen integrieren. Dafür ist sie auch hier wieder nicht sonderlich anspruchsvoll. Aber hier kann man schön sehen, WIE man eine Story ins Spiel bringen kann. Würde auch in Shootern funktionieren. Ist es nicht erbärmlich, wieviel Potential die Story eines banalen Kriegs-Shooters wie Modern Warfare 2 haben könnte, und wie wenig davon umgesetzt wird?
 
Hab nur die erste und letzte Seite gelesen aber anstatt das die Geschichten besser und dichter werden, passiert genau das Gegenteil.

Und ich denke das wird sich auch nicht ändern.

Vielleicht nicht ganz passend mein Beispiel aber doch bezeichnend.

Selbst ein Colin das ja eher von Namen lebt als von einer Story ist nicht mehr das was es war.
Beim erscheinen vom ersten Teil haben die Codemasters Jungs versucht das flair einer Rally einzufangen und bestmöglich wiederzugeben. Colin auf die Packung und jeder wusste was in Erwartet.
Und heute ? Colin ist zar nur noch als Untertitel zu lesen aber er ist dabei nur haben die letzten beiden Teile nicht mehr allzuviel mit einer wirklichen Rally gemeinsam.

Das lässt sich sicher auch auf andere Game ummünzen.
Von der ganzen Gen habe ich mir für meinen Lieblingsbereich "Racing" viel mehr erwartet was den Realismus steigert und mehr und mehr die Wirklichkeit wiederspiegelt, das Gegenteil ist eingetroffen.

Realismus raus, 2 Tonnen Effekte und Grafik rein und ab dafür. Besonders schlimm, die Rechnung ist auch noch aufgegangen.
 
Zimtzicke schrieb:
Ich gucke gerade nochmal die dritte Staffel von Dr. House.

Es ist für mich erschreckend zu sehen, wie scheinbar mühelos hier ein Drehbuch-Autor dutzendweise intelligente und gute Geschichten erzählen kann, wir bei Spielen aber immernoch mit Mist abgespeist werden.
Gut, aber was willst du bei House für ein Gameplay sehen? In einem Actionspiel muss die Story eine Berechtigung dafür liefern, dass du 600 Menschen abknallst. Uncharted 2 macht das imo schon perfekt. Klar, die Handlung an sich ist nicht der Rede wert, aber die Präsentation und die Charaktere sind es, die das ganze unangreifbar machen.

Und wehe, einer nennt nochmal MGS 4 als Beispiel für gute Stories. Zwei alte Säcke anderthalb Stunden lang auf einem Friedhof röcheln zu lassen ist keine gute Storie.
 
Bart Wux schrieb:
In einem Actionspiel muss die Story eine Berechtigung dafür liefern, dass du 600 Menschen abknallst.

Und deshalb tut sich da auch nichts. Actionorientierung und pubertäre Stories sind zwei Seiten von ein und derselben Medaille.

Ich bin überzeugt, dass man Spiele auch durch andere Elemente für viele Spieler reizvoll machen könnte: Indem man eine spannende Spielwelt entdeckt, mit anderen Charakteren interagiert oder Entscheidungen trifft.

Aber warum sollte das irgendein Entwickler auf diesem Planeten machen, wenn es wie gehabt bequemer und lukrativer geht?
 
Zurück
Oben