Okay, inhaltlich präzisiert:
Horst Seehofer sagt "Eine Enthemmung der Worte führt unweigerlich zu einer Enthemmung der Taten und zu Gewaltexzessen" und begründet damit seine Strafanzeige (als Innenminister!) gegen eine*n Autor*in eines eindeutig nicht ernst gemeinten Artikels über die aktuell (weltweite) Debatte der Polizei.
Was ich erstens ungeheuerlich finde: dass man mit so einem Mittel die Presse- und Meinungsfreiheit aufs Spiel setzt ist ein absolutes No-Go!
Zweitens finde ich den Zusammenhang mehr als konstruiert: die Randale in Stuttgart ist schlicht keine unmittelbare Folge dieses taz-Artikels. Ich finde diesen von vorne bis hinten bemüht-konstruierten Zusammenhang fast schon lächerlich absurd.
Drittens finde ich es unerträgtlich, dass Horst Seehofer eine inhaltlich richtige Feststellung ("Eine Enthemmung der Worte führt unweigerlich zu einer Enthemmung der Taten und zu Gewaltexzessen"), die mitunter seine Kritker*innen seit Jahren auch ihm berechtigterweise zum Vorwurf machen, in perfider Art und Weise wendet, wenn es ganz offensichtlich keine große sprachliche Enthemmung gab, die zudem keinesfalls in einer unvergleichlichen Enthemmung von Taten geführt hat.
Dass der Innenmininster hier mit zweierlei Maß misst muss man ihm viertens an genau dieser Stelle zum Vorwurf machen.
Unter anderem genau das sehe ich als ein Beispiel für
@BitByter s "harte Worte" - und das muss man in dieser Form und an dieser Stelle kritisieren können, ohne dass es als Whataboutism abgekanzelt wird.
Weil es genau um die Sache geht: wie wird hier eigentlich gerade ein Nacht der Randale - die ich im Übrigen nicht toll, gut, tolerierbar finde - in einem Maße überhöht, die politische Parameter in einem komplett falschen Verhältnis verschiebt?