Mistgabeln zücken wie im Mittelalter, um sobald die Namen fallen loszuziehen. Mittelalter passt ganz gut, in dem einige aus dem Klientel wohl hängengeblieben sind.
Und gerade von jemanden, der zuvor anscheinend nicht genug Maßnahmen bekommen konnte, dem es alles nicht schnell genug voranging mit Schließungen und Co., der will plötzlich nun Namen wissen, um die Mistgabeln zu zücken, da es zu viele Maßnahmen gab, alles zu schnell ging mit den Maßnahmen und Co? Derjenige freut sich, wenn noch mehr Namen fallen, damit man die Mistgabeln zückt? Es ist für ihn lustig, wenn Menschen bedroht werden, sie in Angst leben müssen? Menschen deren einziges Verbrechen es war andere zu schützen und in einer Extremsituation nicht zu 100% immer die richtige Entscheidungen getroffen haben? Viel lächerlicher kann es nicht mehr werden, um es nett auszudrücken. Aber daran sieht man, wie stark die Emotionen oder eben die Bubbles in denen man sich bewegt, auf einen einwirken können.
Eh ein ziemlich ekelhafter Move, jetzt im Nachhinein, wenn man weiß wie alles abgelaufen ist, wie die Pandemie verlief, man nun weiß wie man es besser oder schlechter hätte machen können, was richtig oder falsch lief, akribisch alles nochmal durchzugehen, welche Entscheidungen nicht richtig waren, nur um dann mit dem Finger auf Leuten zu zeigen. Leute, die - ich wiederhole mich - in einer extremen Situation extreme Entscheidungen treffen musste, ohne dass sie auf praktrische Erfahrungen zurückgreifen konnten, ohne Präzedenzfall. Leute, welche die Verantwortung für Millionen von Menschen hatten, die vieles abwägen mussten. Ich hätte nicht in deren Haut stecken wollen.
Den aktuellen Sherlocks geht es nicht um Aufarbeitung, damit man es das nächste Mal besser macht. Aufarbeitung würde bedeuten, dass man die negativen und positiven Aspekte nochmal durchgeht. Nur ein "das, das und das hast du falsch gemacht" bringt für eine Aufarbeitung nicht viel. Aber es bringt zumindest dem eignem angeschlagenem Ego etwas.
Und nochmal, da es einige nicht checken: Nicht die deutschen Politiker haben alleine über die Maßnahmen entschieden, es war eine Pandemie, es betraf (fast) die ganze Welt, in Frankreich, Spanien, USA und Co. wurden die gleichen und ähnliche, teilweise härtere Maßnahmen getroffen. Man hat bei dem Kleintel stets das Gefühl, dass es nur in Deutschland so war, nur deutsche Politiker alles falsch gemacht haben. Aber gut, auch in den USA, Spanien und Co. haben sie ihre Möchtegern-Spezialisten, die stets alles besser wissen und in solch einer Extremsituation natüüürlich genau die richtigen Entscheidungen getroffen hätten... es aber "leider" nie geschafft haben einen entsprechenden Posten zu besetzen.
Ich war auch nicht immer mit allem einverstanden. Aber hey, es war ne f*** Pandemie, komplett unklar wie das Ganze weitergehen wird. Die Entscheidungträger waren und sind keine Monster, die unser aller Unwohl wollen. Wir sind relativ glimpflich davongekommen, mir relativ harmlosen Maßnahmen (leider mit Auswirkungen in einigen Branchen, wie in der Gastronomie oder Schulen z.B.). Aber wenn ich damals schon immer wieder lesen musste, dass einige emotional schon überfordert waren für kurze Zeit eine Maske zu tragen, dass dies scheinbar ihr größtes persönliches Problem in der Pandemie war, dann fällt es schwer solch erwachsenen Menschen als erwachsen anzusehen.
Allgemein taten und tun mir solche Leute einfach nur unendlich Leid.