Irgend jemand hatte doch hier Long-Covid? Bei Euch/Dir auch Muskelprobleme?
Ich hatte vom 24.12-31.12 Corona, seitdem tut mir der rechte Arm weh. Es sind definitiv Muskelschmerzen.
Dachte erst könnten einen Sehnenscheidenentzündung von der PC-Maus sein, hatte ich schonmal.
Jetzt ist es aber auch am linken arm, fühlt sich an als wären die Arme dauerhaft angespannt und wollen 20 Kilo hochheben.

Ja, Muskelschmerzen gehören auch zu den über 200 Symptome. Von Long COVID spricht man wenn du 4 Wochen nach der Infektion immer noch mit Symptomen zu tun hast.
Hier eine Übersicht was LC ist
https://longcoviddeutschland.org/
Rki:
https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/NCOV2019/FAQ_Liste_Gesundheitliche_Langzeitfolgen.html
Und ein ganz guter "Shorttrack" über den Umgang damit (in English, Deutschland ist was Info über LC angeht, nicht sehr gut).
https://longcovidrecover.com/7-things-you-need-to-know-when-you-are-new-to-long-covid/
Sowie in lang zwei Übersichten mit Recht aktuellen Zahlen
https://www.covidcaregroup.org/blog/covid-19-prevention-and-treatment
https://www.nature.com/articles/s41579-022-00846-2
Derzeit sind ca 1,5 Millionen deutsche daran erkrankt, 22 Millionen Amerikaner, 18 Millionen europäer. Weltweit knapp 70 Millionen Menschen.
Generell: 10% aller COVID infizierten entwickeln long COVID.
Diese 10 % sind unabhängig von vorherigen Infektionen ohne LC Bildung d.h. auch wenn du geimpft bist oder schon COVID Infektionen hattest, kannst du bei jeder weiteren Infektion Long COVID bekommen. Die Chance bei jeder Infektion liegt bei 1:10. Es gibt keinen Schutz dagegen außer sich eben nicht zu infizieren. Es gibt amerikanische Soldaten die sich erst bei der 5. Reinfektions Long COVID entwickelt haben.
Das bedeutet statistisch, ist die Chance nach der 8.infektion bei nahezu 100% das du Long covid entwickelst. Ein Immunologie hat das Mal in eine Statistik Berechnung gepackt
https://twitter.com/DavidSteadson/status/1546308765171224576
Darüber hinaus gibt es mittlerweile Studien die belegen das unabhängig von Long COVID jede reinfektions zu massiven organ schäden führen kann
https://www.nature.com/articles/s41591-022-02051-3
Zu den häufigsten Symptomen zählen
Fatique (Erschöpfungssydrom), brain fog, Herzrasen, Kopfschmerzen, Schwindel, Migräne und Muskelschmerzen sowie Geruchsverlust.
Derzeit gibt es keine Heilung, keine Medikamente (außer zur Symptombehandlung), keine Therapie. Nur warten und hoffen das es verschwindet. Die Ursache ist immer noch nicht geklärt, es gibt auch keine Tests als Nachweis. Weiterhin gibt es ärzte die denken die Ursache wäre rein psychisch bedingt. Quasi eine weltweite Massenhysterie

Es gibt jedoch Hunde die sowohl COVID als auch Long COVID Patienten erschnüffeln können.
Ein erster teilweiser Bluttest zum Nachweis ist Grade in einer Studie.
Deutschland ist leider sehr schlecht aufgestellt was die Long covid Betreuung angeht. Das wird alles über das normale gesundheits und Rentensystem abgewickelt. Das ist natürlich völlig überlastet damit. Alleine in der Post vac (impfschaden) Ambulanz der Uniklinik Marburg stehen 6500 Patienten auf der Warteliste. Die wenigen Long COVID Ambulanzen haben Wartezeiten von mehr als einem Jahr.
Ich selbst habe es jetzt
Seit 9 Monaten. Kann nur halbtags arbeiten, bin jeden Abend erschöpft, hab mehrfach die Woche Kopfschmerzen und Migräne. Am schlimmsten ist die fatique die ständig zuschlägt z.b. während ich diesen Text schreibe. Jede Form von mentaler oder körperliche Anstrengung führt zur erschôpfung. Du musst ständig Pausen machen. Meetings dürfen nicht länger als eine Stunde dauern, ansonsten bezahle ich dafür mit einem sogenannten crash oder pem. Dann bekomme ich meist Migräne und liege nur im Bett. Das ist jeden Tag so, auch am Wochenende. Dinge die du früher an einem Tag erledigt hast ziehen sich jetzt über Wochen. Ich habe Glück, meine Firma bezahlt mich weiterhin Vollzeit und lässt mich 100% aus dem Home Office arbeiten. Für andere bedeutet die Erkrankung den finanziellen Ruin. 1,5 Jahre zahlt die Krankenkasse wenn du nicht arbeiten kannst, danach droht Hartz iv bzw. Bürgergeld. Für Long COVID sind 1,5 Jahre nicht viel.
Vom "Ende der Pandemie" zu sprechen ist ein Schlag ins Gesicht aller betroffenen. Wir Long covid Patienten fühlen uns vergessen. Lauterbach und co. Labern nur. Bislang hat Deutschland Grade Mal 16 Millionen für Long COVID bereit gestellt. Die USA hingegen 1,15 Milliarden. Deswegen kommen von dort auch nun die ersten Studien. Bis vor wenigen Monaten gab es nicht Mal einen abgestimmten krankenkassenschlüssel für Long COVID.
Das soll sich nun (wieder Mal) ändern
https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/lauterbach-long-covid-103.html
Nur, das sind alles nur ankündigungen. Die 100 Millionen sind auch nur Lauterbachs Wunsch, davon ist noch nichts beschlossen. Der Artikel zeigt gut das bislang noch nahezu gar nichts getan wurde "zu wenig, zu spät" wie immer. Lauterbach will nun die ärzte in die Pflicht nehmen, ja klar.
Mein Hausarzt ist nett, wir verstehen uns gut aber von LC hat er keine Ahnung. Sagt er auch, deshalb informiere ich ihn immer über den neuesten Stand, was er für seine anderen Patienten nutzt und er verschreibt mir was immer ich brauche.
Ich hoffe für dich, das es bald wieder weg geht.
Der einzige Schutz gegen Long COVID ist sich nicht zu infizieren. Ich halte (und Frau Prof. Dr. Scheibenbogen von der Charité) für die grösste Herausforderung an das Gesundheitssystem. Aus COVID und Long COVID entwickeln sich zahlreiche Folgeerkrankungen wie Herz/Kreislauf, Diabetes, me/CFS, organschäden. Was das für unsere Ökonomie (Menschen zählen in den Land ja nicht) für folgen hat wird die Zukunft zeigen. Ich ahne nichts gutes.
Ganz wichtig für dich: solange du dich nicht fit fühlst und noch Symptome hast, lass dich krank schreiben und Ruhe dich aus. Es gibt die ersten Studien die nahelegen das ein verfrühtes wieder arbeiten bzw. Sport machen etc. Long COVID begünstigt. Die Vermutung ist das der Virus dann wie Eppstein Barr sich in den Körper einnisten und dann nur schwer oder gar nicht bekämpft werden kann.
Alles gute