The Forgotten City
Wow, das war ein Erlebnis. The Forgotten City wirkt am Besten, wenn man so wenig wie möglich über das Spiel weiß, aber ich möchte trotzdem nicht darauf verzichten, ein paar Lobeshymnen los zu werden, denn es hat mich richtig gepackt und ich würde mich freuen, wenn noch mehr Leute am Ende meine Emotionen teilen können. Das Ganze aber komplett spoilerfrei zu machen ist gar nicht so einfach, deshalb belasse ich es bei den Basis-Elementen.
Gestartet als Skyrim-Mod kam es mitte 2021 als Standalone-Version raus und ist seit Ende letzten Jahres auch im Gamepass, allerdings nur noch bis zum 31.10. Mit unter 10 Stunden Spielzeit lässt es sich aber vielleicht bei dem ein oder anderen noch unterkriegen. Und selbst wenn nicht: Die 25 Euro UVP ist es sowas von wert. Worum geht es im Kern? Zwei Stichwörter: Römische Antike und Zeitreisen. Allein damit hat mich das Spiel schon enorm gereizt, da ich beides total spannend finde und mich insbesondere mit Geschichte (und auch gerne römischer) in meiner Freizeit schon beschäftige. Alles Weitere solltet ihr selber herausfinden.
Was dann knapp 10 Stunden auf euch wartet, ist ein unglaublich gut geschriebenes, innovatives, sehr spannendes und faszinierendes Abenteuer, das mich das ein oder andere Mal mit einem breiten Grinsen vorm TV zurückließ und mir auch öfter ein inneres „wow“ entlockte. Das Spiel nimmt den Spieler und sich selbst ernst, stellt viele ethische Fragen auf, bringt den Kopf zum Nachdenken – auch wenn die Konsole bereits aus ist. Das habe ich in der Form in den letzten Jahren leider im Spielesektor viel zu selten erlebt. Man sollte sich bewusst sein, dass es sich um ein dialoglastiges Spiel handelt und man sicher 2 Stunden benötigt, um richtig in der Welt anzukommen. Die Dialoge sind aber nie zu lang oder uninteressant, im Gegenteil. Sie gehören zum Besten, was ich in jüngster Vergangenheit erlebt habe, sind toll vertont und auch viele Quests sind wirklich interessant aufgebaut. Abseits der ohnehin grandiosen Hauptstory, bei der sich Stück für Stück alles zusammenfügt um in einem AHA!-Erlebnis zu münden. Darüber hinaus gibt es unterschiedliche Enden, die sich massiv voneinander unterscheiden.
Atmosphäre und Welt ziehen einen völlig rein, der Begleitsoundtrack untermalt das ganze perfekt – gleichzeitig mystisch, aber auch melancholisch schön. Bei der Entwicklung gab es Unterstützung durch Historiker und das merkt man: Hier wird auf viele Details und Authentizität Wert gelegt.
Zum Schluss kann ich nur sagen: Gebt diesem Indie-Game eine Chance, es hat es sich verdient und hat mich persönlich sehr mitgerissen. Insbesondere wenn ihr mal etwas Neuartiges abseits der üblichen 0815-Titel spielen wollt.
9/10