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Coronavirus / Covid-19

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Zunächst die Fakten: Knapp zwei Milliarden Dosen Impfstoff hat die EU seit dem Sommer bei sechs Herstellern bestellt. Das würde theoretisch locker reichen – auch wenn jeder EU-Bürger zwei Impfstoffdosen verabreicht bekäme, wie es bei den meisten Impfstoffen vorgesehen ist. Doch zum einen sind längst nicht alle Impfstoffe zulassungsreif. Die Vakzine des französischen Pharmariesen Sanofi etwa, von dem die EU 300 Millionen Dosen geordert hat, wird wegen diverser Rückschläge frühestens Ende 2021 fertig. Viel zu spät, um in der aktuell dramatischen Situation mit europaweit Tausenden Covid-Toten pro Tag zu helfen.

Denn beim Preis unterscheiden sich die Vakzinen gewaltig. Offizielle Zahlen gibt es zwar nicht, doch eine belgische Staatssekretärin gab kürzlich auf Twitter kurzzeitig Einblick: Demnach kostet eine Dosis Impfstoff von Moderna umgerechnet rund 15 Euro, die von Biontech/Pfizer 12 Euro, und die von AstraZeneca nur 1,78 Euro. Folglich kaufte die EU von AstraZeneca schon im Sommer 400 Millionen Dosen. Ein Schnäppchen. Doch der Billigimpfstoff ist in der EU noch nicht zugelassen – und nach letzten Studien wohl auch deutlich weniger wirksam als die teureren Mittel von Biontech und Moderna.

Die EU hat also nicht nur zu lange gezögert, sondern auch am falschen Ende gespart. Womöglich aus Angst, viele Millionen Dosen überflüssigen Impfstoff bestellt zu haben, orderte man lieber etwas weniger. »Wir waren uns in der EU einig, dass wir nicht alles auf eine Karte setzen dürfen«, verteidigt sich die zuständige EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides nun. Doch richtig wäre es gewesen, alles auf alle Karten zu setzen. Oder zumindest auf viele.

Die Kosten dafür wären geradezu lächerlich gewesen im Vergleich zu den volkswirtschaftlichen Schäden, die die Coronakrise verursacht. Mal sehr großzügig angenommen, die EU hätte 900 Millionen Dosen Biontech, Moderna und AstraZeneca bestellt – also genug, um jeden Bürger der Union mit jedem Impfstoff zweimal zu impfen: Nach den Preisen der belgischen Staatssekretärin hätte das insgesamt rund 26 Milliarden Euro gekostet – für die gesamte EU. Zum Vergleich: Allein an November- und Dezemberhilfen für zwangsweise geschlossene Betriebe in Deutschland zahlt der Bund mehr als 30 Milliarden Euro. Und laut einer Schätzung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) verliert allein die deutsche Volkswirtschaft mit jeder Woche Shutdown rund 3,5 Milliarden Euro. Da lohnt sich die ganz große All-inclusive-Sammelbestellung selbst dann noch deutlich, wenn man auch bei den anderen drei Herstellern jeweils 900 Millionen Dosen für weitere gut 22 Milliarden Euro in Auftrag gegeben hätte.
https://www.spiegel.de/wirtschaft/s...der-eu-a-bdfceb9a-12b4-47ab-a3fb-4a02a3db0bf9

mein fazit: besonders clever hat sich die eu nicht angestellt.
 
Zudem wollte man wohl auch nicht das ausgerechnet ein Deutsches Unternehmen den "rettenden" Impfstoff bereit stellt,zumindest von Französischer Seite. Wahrscheinlich nur inoffiziell. Hab das in einem Focus Artikel gelesen.
 
Ich gehe hier mit den meisten Punkten konform. Jedoch ist es immer einfach mit dem Finger auf die Regierenden zu zeigen. Da sitzen hunderte von verschiedenen Charakteren mit teilweise drastischen politischen Ansichten und daraus entsteht in der Regel ein Mischung die nicht allen schmeckt oder ungerecht ist. Die Leute die direkter betroffen sind schreien lauter und das zu Recht.
Mir geht aber schon vor Corona dieses "Fuck Greta, Danke Merkel und was auch immer Gelaber" sowas auf dem Sack. Wer es meint besser drauf zu haben kann sich politisch engagieren, bzw. in die Politik.
Wir sollten froh sein wenn der Impfstoff wirkt und wir irgendwann wieder ein "normales" Leben führen dürfen. Davon träumen die Menschen in Syrien schon fast 10 Jahre.
 
es hat schlicht und ergreifen damit zu tun, dass die EU sich einerseits verzockt und andererseits die gefahr im herbst/winter unterschätzt hat. daher dachte sie geld zu sparen wäre sinniger und guckt jetzt dumm aus der wäsche. da kann man die kosten schon mal vergleichen um einen eindruck zu bekommen, worüber wir eigentlich reden. die verzögerung durch eine spätere lieferung kommt uns deutlich teurer, als hätte man schon im sommer mehr bestellt. von den "unnötigen" toten mal ganz zu schweigen.
 
es hat schlicht und ergreifen damit zu tun, dass die EU sich einerseits verzockt und andererseits die gefahr im herbst/winter unterschätzt hat. daher dachte sie geld zu sparen wäre sinniger und guckt jetzt dumm aus der wäsche. da kann man die kosten schon mal vergleichen um einen eindruck zu bekommen, worüber wir eigentlich reden. die verzögerung durch eine spätere lieferung kommt uns deutlich teurer, als hätte man schon im sommer mehr bestellt. von den "unnötigen" toten mal ganz zu schweigen.

Man wusste im Sommer noch absolut nichts über die Wirksamkeit der Impfstoffe, welcher Hersteller als erstes in Produktion gehen kann oder welcher überhaupt zugelassen wird. Hätte man da Millionen
bestellt und im Nachhinein das Geld „zum Fenster rausgeworfen“, würden sich auch alle wieder hinstellen und meckern.
 
Man wusste im Sommer noch absolut nichts über die Wirksamkeit der Impfstoffe, welcher Hersteller als erstes in Produktion gehen kann oder welcher überhaupt zugelassen wird. Hätte man da Millionen
bestellt und im Nachhinein das Geld „zum Fenster rausgeworfen“, würden sich auch alle wieder hinstellen und meckern.
Kann dir ja reichen. Mir ist das zu wenig. Afair waren BioNtech da schon sehr vielversprechend. Dazu ein deutsches Unternehmen und sie bieten 500 Mio Dosen, von denen die EU nur 200 nimmt.
Insgesamt ist es ziemlich mau von dem Unternehmen, die als erste fertig sind praktisch sie wenigste Menge genommen zu haben.
 
Zu dem Zeitpunkt lag aber AstraZeneca weit vorne in der Entwicklung und war dazu noch um den Faktor 10 günstiger. Daß die ihre Testreihe zwei Wochen später doch noch mal rebooten mußten, konnte zu dem Zeitpunkt niemand wissen.

Drittens gab es zum Zeitpunkt der Vertragsabschlüsse mit den teuren Herstellern Anfang November immer noch Hoffnung, dass das Astra-Zeneca-Vakzin am schnellsten auf den Markt kommen würde. Erst Ende November war klar, dass die Astra-Zeneca-Impfstudie neu aufgesetzt werden musste.
https://www.faz.net/aktuell/politik...r-corona-impfdosen-bestellt-hat-17128800.html

Wie gesagt, hinterher weiß´man es immer beser.
 
dann hätte man ja zum beispiel nach dem reboot bestellen können und nicht im november. und ganz ehrlich: ne doppelte absicherung für die ganze EU lag nach rechnung des kommentators bei 48 milliarden. im vergleich zu den kosten (und toten), die wir jetzt haben, hätte man es imo durchaus verschmerzen können, wenn man einen teil dieser summe für nix und wieder nix ausgegeben hätte.
 
Vor allem waren andere Länder ja deutlich schneller. Dabei schicken wir doch immer nur unsere besten Leute zur EU. Naja, Herr Scheuer wird das dann bei er nächsten Pandemie auf seinem EU Posten schon alles besser machen :D.
 
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