SirHorst
Ahoy!
Nur schwer möglich sagt er, daß wurde in nature und Co massivst diskutiert. Die FP rate ist sogar für die Verhältnisse solcher Tests erstaunlich hoch.Falsch positiv ist eigentlich nur schwer möglich, aber bei dem o. g. Tönnies-Fall gabs 3 (!!!) falsche negative Tests in 2 Wochen. Und das ist dort kein Einzelfall.
Ich zitiere mal vom etwas verkopft aber verständlich formulierten Ärzte blatt:
Bei 128 Virus-positiven und 250 negativen Patienten in China ergaben sich ein RP = 93,8% und ein FP = 4,4%.
Wie mittlerweile auch in nature.com thematisiert, ist … die Falsch-Positiv-Rate problematisch. Was bedeutet das aber in welcher Konstellation konkret? Wie man durch die Berechnung des „positive predictive value (PPV)“ mithilfe der „Bayes-Formel“ leicht zeigen kann, wird ein Antikörpertest mit einem FP von 5 % mehr als 98 % aller positiv getesteten Personen fälschlicherweise als immun ausweisen, wenn die Durchseuchung nur eine von 1 000 Personen betrifft. Nur FP Raten unter 1 % werden – und das nur bei höherer Durchseuchung (über 1:10) – hinreichend zuverlässige Aussagen (über 95 %) erlauben. Das bedeutet aber, dass zunächst massenweise longitudinale Testungen des Virus- und Antikörperstatus in vielfältigen Kollektiven unverzichtbar sind – was bei der derzeit verfügbaren Testkapazität doch möglich sein sollte. Diese können auch nicht ersetzt werden durch komplexe mathematische Modelle (z. B. den „Reproduktionsfaktor“ R0) – die im Übrigen in der klinischen Medizin kaum je ihren Praxistest bestanden haben. Datenerhebung und -auswertung könnten dann von den Universitätskliniken sicher geleistet werden, die Koordination durch die DFG. Diese verfügt über einen Milliardenetat, die Universitäten über das qualifizierte Personal – mit (bisher in den „Expertenräten“ vermisster) Kompetenz für klinische Studien und Medizinische Statistik.
Natürlich sind das an sich gute Werte für einen test den es grade mal seit ein paar Monaten gibt aber für eine Pandemie können da schon merkbar starke Abweichungen entstehen. Auch hier wieder der übliche disclaimer: das soll nicht heißen covid 19 gibt es nicht oder ist keine Gefahr. Es ging jetzt rein um das Thema false positive und die Qualität solcher Tests nebst den Zuverlässichkeiten der Zahlen.


