Ich habe es heute um zwei Uhr in der Früh durchgezockt.
Im Vorfeld hab ich seitens eines Freundes so viel Negatives gehört.
Es fielen halt Sachen wie "Social Justice Warrior" schlagen wieder zu, die Schänden TheLastofUs genau so wie es bei Star Wars und Game of Thrones war, Naughty Dog behandelt seine Mitarbeiter miserabel usw. Er hat sich im Vorfeld die Leaks durchgelesen, beschlossenen Tlof2 nicht zu kaufen und mir prophezeit, dass ich mich schon auf einiges "freuen" kann. (ich gehörte zu den Leuten, die die Petition für eine neue 8te Got Staffel unterschrieben haben).
Ich hatte also im Hinterkopf stets die Bedenken, das was ich im Spiel erleben werde, mich negativ total umhauen wird. Parallel kamen beim Anzocken die ganzen negativen Userwertungen, die mir nochmal in Erinnerung riefen "Das ist scheiße!".
Und ehrlich... ich weiß nicht was. Es war ein Seelenritt sondergleichen. Last of Us 2 ist derbe unangenehm. Es geht tief in die Magengrube und hinterlässt ein mehr als ungutes Gefühl. Gleichzeitig zeigt es in so vielen Szenen, in so vielen Handlungen, so viel menschliches wie ich selten zuvor in einem Spiel erlebt habe. Last of us 2 ist für mich das wahrscheinlich erwachsenste Spiel, was ich je gespielt habe. Ein Spiel, was niemals so als Film funktionieren würde. Wie wir alle liebte ich Joel, so wie die meisten von uns hasste ich Abby. Ich wollte Abby trotz ihrer Beweggründe auch nicht verzeihen. Der Wechsel am Rachehöhpunkt im Theater nach 14, 15 Spielstunden zu ihr, fühlte sich wie eine Bestrafung seitens der Entwickler an - warum tut ihr mir das an?
Nach weiteren 12 Stunden war es mehr als verständlich. Sie ist genauso ein Mensch wie Joel und Ellie, mit ihrem ganz eigenen Leben und Problemen. Genau wie Owen, Danny, Mel, Tommy etc.
Rache führt stets zu Verlust und jede Handlung führt zu einer Reaktion.
Die Homosexualität, Transsexualität oder auch, dass Abby Muskeln hat und dadurch weniger feminin wirkt, das ist alles pure Nebensache. Für mich drängte sich das nie negativ in den Hauptfokus ala "SCHAUT HER, WIR SIND ANDERS". Ich fragte mich auch ganze Zeit, ob das die Themen sind, die die User aufregen? Wenn ja, dann rennt meiner Meinung nach was falsch und das hat nichts mit Social ustice Warrior zu tun. Joel wurde nicht wegen einer Lesbengeschichte getötet. Er wurde als Antrieb für eine rein menschliche Emotion verwendet - Rache. Rache Storys sind nie fulminant erzählte Geschichten. Sie sind strikt, einfach, direkt. Es kommt halt nur auf das "wie" an (wie man so eine Rachegeschichte erzählt). Man kann nicht immer neue Oberstorys mit tausend Wendungen erzählen. Auch das nutzt sich ab.
Man kann aber eine simple Geschichte so gut und spannend erzählen wie möglich und damit sein Publikum großartig unterhalten - und das macht es meiner Meinung nach. Von mir aus kann man auch die Super Mario Geschichte erzählen - wenn man wie es in Last of Us macht, dann wird auch diese Spaß beim Erleben machen.
Am Ende bin ich froh, dass Naughty Dog so "mutig" mit ihren Charakteren umgegangen ist und uns was kompett Neues präsentiert haben. Ich vermisse Joel noch immer und auch Ellie hat mein Mitleid, aber am Ende war das für mich die perfekte Geschichte, um am Ende von LastofUs1 anzuknüpfen. Es ist aber auch kein Spiel, was ich so schnell nochmals spielen werde - dafür brauche ich erst mal wieder ein paar Monate, um mich zu erholen
Ps. Was mir wirklich nicht gefallen hat, war die Spiellänge. Mir war es um ein paar Stunden zu lang. Vielleicht auch weil ich unbedingt wissen wollte wie es weiter geht.