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PS4 Euer Fazit: Wie fandet Ihr The Last of Us Part 2? (Spoiler Gefahr)

Wie fandet Ihr The Last of Us Part 2?


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Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Das Problem ist, imho und überspitzt formuliert, dass viele in Joel und Ellie Heldencharaktere sehen, die sie nicht sind. Die sie in ihrem Kopf im ersten Teil durch die emotionale Zuneigung den beiden Charakteren gegenüber entwickelt haben und nun im zweiten Teil im Rahmen eines Ellie & Joel Adventures 2.0 nicht neu aufleben lassen können.

Joel ist ganz sicher kein "guter" Mensch. Im ersten Teil wird wiederholt darauf eingegangen, dass Joel ein brutales Arschloch ist. "We're shitty people, Joel. It's been that way for a long time." Er hat als Schmuggler gearbeitet, Menschen gefoltert, weist beim Überfall in Pittsburgh darauf hin, dass er in der Vergangenheit auch so gearbeitet hat.

Und egoistisch wie Joel ist, sind auch wir als Spieler manipuliert im ersten Teil, um über Leichen hinweg das Wohl der beiden Hauptcharaktere zu sichern. Welchen "Umgang" mit Joel hätte man im zweiten Teil denn erwarten sollen? Friede, Freude, Eierkuchen? Was ihn ereilt hat, war eine bittere Konsequenz, die er in Kauf nehmen musste ... die der Spieler in Kauf genommen hat.

Ebenso könnte ich mit Ellie weitermachen. Sie hat ihre Mutter verloren, Riley, Sam, Marlene, ihren "Wert" als Hoffnung für die Menschheit, sogar Joel mit seinen Lügen, die sie am Ende von Teil eins nur widerwillig runterschluckt. Wie hätte man mit Ellie im zweiten Teil umgehen sollen, wenn nicht mit einem psychischen Wrack, das durch den Tod von Joel endgültig in sich zusammenbricht?

Ich verstehe den "Frust", den du und andere entwickeln. Zu sehen, was aus Ellie am Ende des zweiten Teils geworden ist, ist herzzerreißend und man möchte schreien, dass die Entwickler sie in Frieden lassen. Aber gerade das rechne ich dem Spiel hoch an. In einer noch jungen Medienlandschaft wie der des Gamings eine solche Narrative zu versuchen und knallhart durchzuziehen, verlangt mir Respekt ab und sorgt dafür, dass ich über das Geschehene noch lange nachdenken werde.

In der Summe bin ich 100%ig bei Dir. Als "Held" habe ich Joel auch nie gesehen, eher als zutiefst tragische Gestalt. Aus rein menschlichen Gesichtspunkten konnte ich sein Handeln im Krankenhaus daher eben auch nachvollziehen. Und ich denke die meisten Spieler seinerzeit auch. Oder hast Du damals beim Ende von Teil 1 Joel zugerufen, er solle Ellie doch bitte sterben lassen und nach Hause gehen? ;)
 
In der Summe bin ich 100%ig bei Dir. Als "Held" habe ich Joel auch nie gesehen, eher als zutiefst tragische Gestalt. Aus rein menschlichen Gesichtspunkten konnte ich sein Handeln im Krankenhaus daher eben auch nachvollziehen. Und ich denke die meisten Spieler seinerzeit auch. Oder hast Du damals beim Ende von Teil 1 Joel zugerufen, er solle Ellie doch bitte sterben lassen und nach Hause gehen? ;)

Nein, natürlich nicht. Ich würde lügen, wenn mir Joel und Ellie nicht ans Herz gewachsen sind und ich aus der Emotion heraus nicht zu Joel gehalten hätte. Aber es ist eben auch nur eine Seite der Medaille, nämlich die, welche wir als Spieler mit Joel erleben. Und so brutal und gnadenlos die Welt von TLoU ist, habe ich mir schon damals gedacht: Das muss für Joel doch früher oder später Konsequenzen haben? Und dass er in Teil 2 nicht den Heldentod stirbt, sondern auf so radikale Weise aus dem Leben gerissen wird, fand ich stark, da leider logisch.

Noch stärker war dann die Entwicklung, auf dieser Grundlage die andere Seite der Medaille aus Sicht von Abby zu erleben, in der das Fundament aus Gut und Böse, Ellie/Joel als sympathisierte Fixpunkte und der für Fans sicher unbeliebte, aber von den Entwicklern bewusst eingesetzte Perspektiven-Wechsel ihren Höhepunkt erreicht. Der "Boss"kampf mit Abby gegen Ellie im Theater war für mich aus dramaturgischer Sicht ein Mind-Blown-Moment, den ich so noch nicht erlebt habe.
 
In der Summe ist es aber niemanden ab zu sprechen das gerade die andere Sichtweise einer anfangs unbekannten Person den hardcorefans überhaupt nicht gefällt und sie das spiel dadurch abwerten.
Ich war nie so der übelste Fan vom Vorgänger, deswegen hat es mich persönlich nicht ganz so gestört, aber schon verwundert.
 
Und dass er in Teil 2 nicht den Heldentod stirbt, sondern auf so radikale Weise aus dem Leben gerissen wird, fand ich stark, da leider logisch.

Ja, diese Konsequenz ist im (AAA-)Videospielbereich bisher tatsächlich einzigartig und von der Sache her empfinde ich das auch als ausgesprochen mutig und positiv.

Der "Boss"kampf mit Abby gegen Ellie im Theater war für mich aus dramaturgischer Sicht ein Mind-Blown-Moment, den ich so noch nicht erlebt habe.

Und spätestens hier wurden viele Spieler - inklusive mir - emotional wohl einfach überrollt. Damit die Szene ihre Wirkung entfaltet, ist es aber unglaublich wichtig, dass der Spieler in den Passagen davor eine gewisse Sympathie für Abby entwickelt hat. Ich hatte während des gesamten Abby-Gameplays leider durchgehend eine derart starke Abneigung gegen sie, dass dieser Schlüsselmoment einfach nicht gezündet hat bzw. die gewünschte Wirkung entfalten konnte. Mich haben auch einige andere Dinge gestört wie z.B. die Tatsache, dass Mel (imho einer der schwächsten Charaktere) tatsächlich hochschwanger zusammen mit Abby und Manny auf Außeneinsätze geht. Auch zu Owen konnte ich nie so etwas wie eine Bindung aufbauen.

Im Nachhinein glaube ich, dass ich durch Joels unerwarteten Tod emotional einfach zu blockiert gewesen bin, weshalb es mir nicht möglich war, Zugang zu Abby zu bekommen. Mal sehen, vielleicht ist das beim zweiten Durchgang anders.
 
Also diesen Vorwurf, die Story wäre ja schlecht weil er die Geschichte des Spiels auf ein Minimum runter bricht - "es ist ne 08/15 Rache-Story" - kannst du so ja echt auf jeden Film, Buch oder Spiel anwenden. Herunter gebrochen sind das doch alles irgendwie entweder ne Helden-, Liebes-, oder Coming of Age ect. Geschichten. Geschichten die rein auf den Kerninhalt (Roten Faden) bezogen irgendwie schon mal so oder anders erzählt wurden.


Erstmal ja, es ist eine Geschichte die durch Rache Gelüste erzählt wird. [Check]
Aber 08/15 ist an der filmreifen Erzählung mit ordentlich Überlänge so überhaupt nix zu finden.
Die Motive sind plausibel und eine logische Forterzählung der Konsequenzen aus dem ersten Teil. Die Motive, Charaktere und die des neuen Haupt Antagonisten werden hier überhaupt nicht mit dem Holzhammer, eher völlig im gegenteil, erzählt. Nur dass halt im Zweiten Teil das Genre gewechselt wird, aus der Helden-Geschichte - und den Held*Innen aus dem ersten Teil - wird eine Rache Geschichte welche zudem aus den Held*innen des ersten Teils tragische Personen macht. Das mag einigen der Fans des Erstlings erstmal wie Blei auf die Füße fallen zu scheinen und das wird wohl auch der Hauptgrund für die stark auseinander gehenden Meinungen zur der Story sein. Manche wollen einfach das gewohnte Hollywood Schema F, don't fuck with my established Mindset about my loving Characters.

Das Spiel macht aber genau das. Und ja, dass ist genial und alles andere als 08/15.
Edit: Endlich mal ein Spiel für wirklich Erwachsene Menschen
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Und spätestens hier wurden viele Spieler - inklusive mir - emotional wohl einfach überrollt. Damit die Szene ihre Wirkung entfaltet, ist es aber unglaublich wichtig, dass der Spieler in den Passagen davor eine gewisse Sympathie für Abby entwickelt hat. Ich hatte während des gesamten Abby-Gameplays leider durchgehend eine derart starke Abneigung gegen sie, dass dieser Schlüsselmoment einfach nicht gezündet hat bzw. die gewünschte Wirkung entfalten konnte. Mich haben auch einige andere Dinge gestört wie z.B. die Tatsache, dass Mel (imho einer der schwächsten Charaktere) tatsächlich hochschwanger zusammen mit Abby und Manny auf Außeneinsätze geht. Auch zu Owen konnte ich nie so etwas wie eine Bindung aufbauen.

Im Nachhinein glaube ich, dass ich durch Joels unerwarteten Tod emotional einfach zu blockiert gewesen bin, weshalb es mir nicht möglich war, Zugang zu Abby zu bekommen. Mal sehen, vielleicht ist das beim zweiten Durchgang anders.

Richtig, und genau das ist für viele, denen das Spiel missfällt, der Knackpunkt: Sie schaffen keinen empathischen Zugang zu Abby, womit für sie der 10-stündige-Abschnitt mit ihr als "sinnlos" erachtet und das Finale unzufrieden wahrgenommen wird. Sie sehen Abby weiterhin als Antagonisten, der sterben soll, weil er Joel/Ellie "zerstört" hat (... oder, was weitaus schlimmer ist, verurteilen sie bereits aufgrund ihreres Äußeren und lassen sich deshalb nicht auf sie ein).

In der Folge entsteht die Diskussion darüber, wer Schuld an diesem Eindruck hat. Der einfache (!= falsche) Weg ist es, Naughty Dog vorzuwerfen, sie hätten mit angeblich schlechtem Writing versagt. Der schwierigere Weg ist es, sich einzugestehen, dass man selbst voreingenommen, blockiert und derartig auf Joel/Ellie fixiert war, dass man sich der Empathie gegenüber anderen querstellt. Damit unterstelle ich nicht, dass dies auf jeden zutrifft und dass es nicht auch andere Gründe für ein Missfallen geben kann (Pacing, Abbys brutale Art, Joel zu foltern, ...) - aber es ist eine Herausforderung, welche die Entwickler bewusst geschaffen haben.

Druckmann und Gross haben es schon vor Release in Interviews angekündigt:

"Part II is going to move players, hopefully teach them something about empathy."

“We’re always going back to this conversation about the cycle of violence and empathy. So what we wanted was to have that in every aspect of this game."
 
In der Folge entsteht die Diskussion darüber, wer Schuld an diesem Eindruck hat. Der einfache (!= falsche) Weg ist es, Naughty Dog vorzuwerfen, sie hätten mit angeblich schlechtem Writing versagt. Der schwierigere Weg ist es, sich einzugestehen, dass man selbst voreingenommen, blockiert und derartig auf Joel/Ellie fixiert war, dass man sich der Empathie gegenüber anderen querstellt. Damit unterstelle ich nicht, dass dies auf jeden zutrifft und dass es nicht auch andere Gründe für ein Missfallen geben kann (Pacing, Abbys brutale Art, Joel zu foltern, ...) - aber es ist eine Herausforderung, welche die Entwickler bewusst geschaffen haben.

Man muss fairerweise sagen, dass es NaughtyDog einem aber auch wirklich verflucht schwer gemacht hat. Aber die Wirkung die sie dadurch (im Optimalfall) erreichen - nämlich das Nachdenken über das eigene Empathieempfinden und die damit verbundene Fähigkeit zur Vergebung - ist schon sehr beeindruckend. Voraussgesetzt man ist bereit sich selbst und seine Gefühle/Ansichten zu reflektieren und in Frage zu stellen.

Druckman verlangt da imho wirklich viel vom Spieler und ich befürchte, dass sehr sehr viele Leute das Spiel enttäuscht in die Ecke feuern und nicht weiter drüber nachdenken. Sieht man ja auch schon anhand von Metacritic.

Alternativ wäre der Einbau von zwei oder drei Entscheidungen, die der Spieler aktiv selbst treffen kann, möglicherweise wirklich ein sehr guter Kompromiss, vielleicht sogar die bessere Entscheidung gewesen. Hätte man als Spieler am Ende auf der Farm aktiv die Entscheidung treffen können, ob Ellie bei Dina bleibt oder ein letztes Mal auf einen Rachefeldzug gegen Abby geht, hätten die Konsequenzen aus letzterem eventuell noch eine viel stärkere Wirkung entfaltet also so schon, da man sich als Spieler ja aktiv für diesen Weg entschieden hat. Gleichzeitig wäre man für seine Einsicht, dass Vergebung der bessere Weg ist, belohnt worden, wäre man auf der Farm geblieben. Da hat man imho Potenzial verschenkt, den Spieler emotional noch viel stärker einzubinden.
 
ich hätte es besser gefunden, wenn die motivation zu dem hass eine andere gewesen wäre. man hätte in teil 2 joel und elli spielen können, wie es den meisten fans gefallen hätte. erst zum schluss hin hätte joel sterben können und die suche nach abby hätte man etwas abkürzen können, weil ja das spiel schon fast am ende wäre.
die geschichte zu abby hätte unabhängig in einer storyerweiterung erzählt werden können.
 
ich hätte es besser gefunden, wenn die motivation zu dem hass eine andere gewesen wäre. man hätte in teil 2 joel und elli spielen können, wie es den meisten fans gefallen hätte. erst zum schluss hin hätte joel sterben können und die suche nach abby hätte man etwas abkürzen können, weil ja das spiel schon fast am ende wäre.
die geschichte zu abby hätte unabhängig in einer storyerweiterung erzählt werden können.

Dann hätte man aber verpasst den großartigen Storykniff hinzulegen.
Aus der Hass Person Abby (Sie hat Joel getötet und muss deswegen weg) beim Spieler in laufe der Geschichte eine nachvollziehbare Tat aufzuziehen, in der es sogar gelingt (wenn man sich darauf einlässt) mitleid mit ihr zu haben.
 
Dann hätte man aber verpasst den großartigen Storykniff hinzulegen.
Aus der Hass Person Abby (Sie hat Joel getötet und muss deswegen weg) beim Spieler in laufe der Geschichte eine nachvollziehbare Tat aufzuziehen, in der es sogar gelingt (wenn man sich darauf einlässt) mitleid mit ihr zu haben.
Stimmt auch wieder. Ich hab im laufe des spiels ihre Beweggründe verstehen können. Ist schon nicht schlecht gemacht.
 
Mein größtes Problem hab ich eher gesagt mit dem End-Kampf.
Der wirkte irgendwie in seiner Umsetzung komisch auf mich, zumindest war es für mich sehr schwer (als Spieler der zuvor viel Zeit mit Abby verbracht hat und sympathie zu ihr aufgebaut hat) Ellie's Entscheidung (der Kampf) mit machen zu müssen. Aber anders als Ellie hatte ich das vergnügen Abby nochmal auf eine andere Weise kennen zulernen.

Edit: Das Spiel macht hat viel mit seinem Spieler/Zuschauer.
 
Ich bin durch.

32,5 Stunden
577 Photos
10/10

Ich bin letzte Nacht fertig geworden und fühle mich immer noch... leer. Ich kann bzw. will gerade keine Textwand schreiben, da ich in diesem Fall gar nicht teilen will, wie ich mich fühle, was das Spiel oder die ganzen ekelhaften Beiträge im Forum mit mir gemacht haben und beschränke mich auf ein paar Sätze. Jedenfalls bin ich Naughty Dog für dieses knallharte, konsequente Stück Software unglaublich dankbar. Ellie gehört für mich zu den - vor allem auch dank der technischen Darbietung - tollsten Videospielcharakteren, die ich je spielen durfte. Jede Sekunde habe ich geliebt. Ich kann übrigens jede Person verstehen, die mit der Narrative und dem Verlauf des Spiels Probleme hat. Nur die menschenverachtenden Kommentare hier haben mich z.B. davon abgehalten, mich in den TLOU2 Threads zu beteiligen. Da wird mir nur schlecht. Aber gelesen habe ich das meiste und @Fox kann ich mich prinzipiell einfach mal anschließen, was Wertung, Fazit und lobenden Grundtenor anbelangt.
 
Mein größtes Problem hab ich eher gesagt mit dem End-Kampf.
Der wirkte irgendwie in seiner Umsetzung komisch auf mich, zumindest war es für mich sehr schwer (als Spieler der zuvor viel Zeit mit Abby verbracht hat und sympathie zu ihr aufgebaut hat) Ellie's Entscheidung (der Kampf) mit machen zu müssen. Aber anders als Ellie hatte ich das vergnügen Abby nochmal auf eine andere Weise kennen zulernen.

Edit: Das Spiel macht hat viel mit seinem Spieler/Zuschauer.
fand ich auch irgendwie komisch. zumal ja abby in dem sinne die vernünftigere war und nicht kämpfen wollte. aber als ich sie so abgemagert, mit abgeschnittenen haaren gesehen habe, war ich erstmal geschockt was aus dieser fitten, vor kraft strotzenden frau geworden ist.
 
Sorry du begreifst es immer noch nicht. Wir Spieler hätten das wohl alle so gemacht und ja, wir wären da wohl alle egoisitisch gewesen. ND hält uns nun aber mit Teil 2 einen Spiegel vor
ND hält uns gar nichts vor. Beide Stories hat ND geschrieben, der Spieler hat auf rein gar nichts Einfluss. Druckmann schreibt ne Geschichte und sagt uns dann wie schlecht wir sind, weil wir seine Geschichte anschauen. Brillant. Allein der Anfang. Unsympathischer hätte man Ellie nicht schreiben können. Ganz anders Abby. Hochgradig manipulativ. Gut, genau so hat Breaking Bad funktioniert. Mit dem Unterschied, dass die Autoren in Breaking Bad es verdient und über lange Zeit hergeleitet haben. Ellie ist jetzt halt einfach ne Bitch.
 
Naja, mir gefällt die Story gerade deswegen, weil sie nicht typisch „gut“ ist, wie man es schon hundertfach erlebt hat.

Gerade diese Zerrissenheit zwischen Rache, Vergeltung, Schmerz, Erlösung und Wiedergutmachung konnte man nur in der Gestalt irgendwie nachfühlen, wie alles orchestriert war. Und ich bin richtig froh, dass sich ND für diesen Weg entschieden hat.

Ich kreide dem Spiel trotzdem an, dass das Pacing (für mich) nicht immer perfekt war und sich das Gameplay (wie in Teil 1) doch stellenweise recht repetitiv anfühlt. So ist es nicht, dass alles perfekt wäre und ND alles bis ins kleinste richtig gemacht haben.

Aber die Grafik, die Inszenierung, die Detailverliebtheit und ja, auch die Story. Ich falte meine Handy und preise es, großartig.
 
Um eine konsequente Fortsetzung zu erzählen, hat man sich getraut, das heilige Lamm zu schlachten. Das nötigt mir riesen Respekt ab. Die Bandbreite und Menge an Emotionen, die man man mir abgerungen hat, hat mich völlig erschöpft zurückgelassen. Wenige Spiele haben mich auf so vielen Ebenen beeindruckt, daher ist es für mich persönlich auch eine klare 10/10.

Es wurde ja schon alles gesagt. Was ich persönlich noch gerne ergänzen würde: das Gameplay wird von vielen ja als einer der Schwachpunkte ausgemacht. Das ist natürlich auch ein gutes Stück weit eine Frage von Präferenzen, aber ich persönlich habe großen Spaß damit. Schon der erste Teil war nach meinem Geschmack, und die Fortsetzung poliert viele Imperfektionen deutlich auf. Die Wohlfühlzone beim Schleichen wird von Hunden durchbrochen, Stalkern kann man nicht so einfach auflauern wie Clickern, das Nahkampfsystem ist besser geworden. Mechaniken wie Container-Schubsen oder Kabel/Seile verlegen werden nicht bis zur Erschöpfung genutzt, und es gibt immer wieder sehr ausgedehnte ruhige Phasen, in denen der Fokus auf Erforschung der Charaktere und der Umwelt gerichtet wird. Ich mag das.

Lieblingsmomente, anyone? Ich habe selten ein Spiel so sehr gehasst, wie in dem Moment, als ich mit Abby gegen Ellie kämpfen sollte, oder als Ellie ihre Familie verlässt, um sich der Rachsucht zu ergeben. Und ich habe selten ein Spiel so sehr geliebt, wie in dem Moment, als Joel das Unmögliche möglich macht, und Ellie einen Dinosaurier schenkt, oder als wir endlich erfahren, dass es vor Joels Tod doch noch ein versöhnliches Gespräch der Beiden gab. Dieses Spektrum an Gefühlen ist es, wodurch dieses Stück Software zu etwas außergewöhnlichem wird.
 
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