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Gast
Das Problem ist halt das solche Aussagen den "Täter" immer aus der Schuld nehmen.
- Du hättest halt nicht so viel trinken sollen.
- Als schwarzer hättest du bei der Polizeikontrolle hat devoter sein sollen
- Mit dem Outfit hast du es ja förmlich provoziert
- Kein Wunder das du gemobbt wirst wenn du so rum läufst / dich so verhältst
Ich nehme das aber vielleicht inzwischen auch etwas strenger wahr. Beispiel aus meiner Arbeit:
Ich fahre zu einer Patientin mit Borderline Störung ausgelöst durch eine vergewaltigung in der jugend. Wir hatten sie nach 2 Monaten Behandlung zuletzt wirklich gut entlassen können und das erste Mal seit ca. 20 Jahren konnte sie ein halbwegs normales Leben führen. Wir mussten sie wieder aufnehmen weil sie versucht hatte sich umzubringen. Eines Abends ging sie mit den Hunden spazieren und machte sich dann zurück auf dem Weg zum Auto. Grade los gefahren winkte jemand wie wild hinter ihr her am Parkplatz. Sie dachte sie hat vielleicht was verloren? Was liegen gelassen? Sie fuhr zurück, ein man kam an ihr Fenster und sagte zu ihr das er sie auf dem Rücksitz ihres Autos sicher gut ficken könnte. Einen Tag später öffnete sie sich einer Freundin, ein großer Fortschritt für sie, welche ihr wiederum nur sagte "ich wäre nachts auch nie zurück gefahren und hätte mit einem fremden geredet. Irgendwie ziehst du solche Ereignisse auch an". Kurze zeit später der Selbstmordversuch.
Solche relativierenden Aussagen sind Gift, in erster Linie für die Opfer. Es geht dabei nicht darum ob eine Person angezeigt werden sollte oder was auch immer aber Menschen das Gefühl zu geben selbst schuld an ihren traumatischen Erfahrungen zu sein kann wirklich schlimme Folgen haben...
Edit: der Frau geht es inzwischen übrigens wieder halbwegs gut. Zumindest so lange bis das nächste männliche Arschloch auf sie trifft das denkt es könnte handeln wie es will.
Phew, zum Glück geht es der Frau wieder gut! <3
Und ja, es nervt echt einfach nur noch, wie zum Teufel ist es jemals passiert das die "Opfer" immer an allem selbst Schuld. Und die Täter ja nichts dafür können. Diese "Norm"-Denke ist echt krank. Und zeigt eigentlich auf wie viele Probleme sehr viele Menschen (Männer) in ihrer Denkweisen und Wahrnehmung haben, manche mehr manche weniger. Ich finde es auch beachtlich das der Täter
"Dummer primitiver Steinzeit-Mann, der anscheinend so derbe triebgesteuert ist und nicht über sein eigenes Handeln reflektieren kann, das er am Ende in seinem Kopf das Opfer ist, weil er ja nichts dafür kann wenn er so handelt, die anderen wollten es ja so und haben ihn dazu verleitet, und generell sind Frauen ja auch Männern untergeordnet und wenn ich meine Macht die aus Privileg, Patriarchat und weißer Gesellschaft nutze und mir nicht klar ist das ich sie habe, bekomme ich schon was ich will da ich ja im Recht bin"
sowas glauben kann, oder die Wahrnehmung einer solchen Situation automatisch dahin driftet... was hat das Opfer gemacht, das dem Täter einen legitimen Grund gegeben hat ein unfassbares Arschloch zu sein.