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Coronavirus / Covid-19

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Diese Prämie war in der Vergangenheit doch schon nicht erfolgreich oder ?
Ist ja nur eine Umschichtung. Wegen 3k Euro wird sich niemand ein Neuwagen kaufen, wenn er es nicht eh vorhatte. Wenn er vorhatte, wird er es vorziehen aber dann später keinen mehr kaufen. Also Boom und dann Luftpumpe.

Oder übersehe ich was ?
In der Nachbetrachtung war die Abwrackprämie vor allem für die deutschen Hersteller kein Segen, richtig. Ist auch logisch, dass man damit nicht unbedingt mehr Autos verkauft.

Das Problem ist nur: momentan kauft niemand Autos. Seit März kauft niemand Autos. Ohne dem Markt einen Impuls zu geben, wird auch in den kommenden Wochen und Monaten niemand ein Auto kaufen, wenn es nicht unbedingt notwendig ist. Psychologisch durchaus verständlich.

Verständlich ist für mich aber nicht, warum man diese Prämie dann in den Raum geworfen hat, sogar Zahlen waren schon im Spiel, sogar ein CO2-Grenzwert für die Autos... und dann soll sie doch nicht kommen.

Das hat dem Handel über vier Wochen keine Verkäufe beschert. Das hätte man auch Anfang Mai direkt so beschliessen können. Oder halt eine wirklich umweltbezogene Prämie.

Wenn's so weiter geht, wird das für viele übel werden. 15.000 Stellen bei ZF sind nur der Anfang.

"All dies ist leider notwendig, um ZF nachhaltig zu sichern und an die neue wirtschaftliche Realität anzupassen. [...] Als Folge des Nachfragestopps auf Kundenseite wird unser Unternehmen 2020 hohe finanzielle Verluste machen."
 
Erstens weiss ich das nicht. Zweitens ist das die völlig falsche Betrachtungsweise für das Problem. Drittens arbeiten die Hersteller eh alle mit Verkaufsfördermassnahmen, was uns wieder zu Punkt 2 führt.
 
Vllt. muss die autobranche nun auch mal selbst kreativ werden und schauen, wie sie ihre produkte im globalen umfeld so attraktiv gestalten können, dass wieder eine nachfrage entsteht. Subventionen auf verbrenner sind innovationsschädlich und somit langfristig gesehen nicht förderlich.
 
Ohne dem Markt einen Impuls zu geben, wird auch in den kommenden Wochen und Monaten niemand ein Auto kaufen, wenn es nicht unbedingt notwendig ist. Psychologisch durchaus verständlich.
Interessant. Eine ganze Branche geht kaputt, weil die Leute nur noch kaufen, was sie brauchen. Und jetzt soll der Staat dem Bürger Anreize geben, etwas zu kaufen, was er nicht braucht. Ich soll jetzt 3000 Eier kriegen, damit ich 60000 Flocken für eine Geldverbrennungsmaschine ausgebe, die ich eigentlich nicht brauche. Ok. Hat der Begriff unternehmerisches Risiko eigentlich jede Bedeutung verloren?
 
Na ja 60k ist auch sehr hochgegriffen. Für uns wäre das schon verlockend. Unser Kombi ist BJ 2006. Wir liebäugeln mit nem Touran. Aber dann reden wir nem Touran als Neuwagen (Listenpreis) abzüglich ein paar Prozent und dann gehen die 3k noch runter. Wird mich in Summe nicht ansprechen, bin ich mir sehr sicher.
 
Die (dt.) Autoindustrie hatte doch vorher schon Probleme, Corona hat es jetzt nur beschleunigt. Da hilft eine Kaufprämie auch nix, die verlagert das Problem nur etwas weiter in die Zukunft.
 
Die (dt.) Autoindustrie hatte doch vorher schon Probleme, Corona hat es jetzt nur beschleunigt. Da hilft eine Kaufprämie auch nix, die verlagert das Problem nur etwas weiter in die Zukunft.
Ja aber in der zukunft retten wir die branche dann ja wieder. :ugly:

die branche soll mir doch nicht erzählen dass sie keinen gewinn erwirtschaften. Wie viele betriebe gehen bei 0 raus? Wenn das auto den leuten zu teuer ist dann liegst vielleicht auch daran dass es aus 2,5 tonnen metall Besteht. Wieso baut man autos die keiner bezahlen kann? Wenn ich mein produkt nicht los werde dann mach ich was falsch.
 
Ja aber in der zukunft retten wir die branche dann ja wieder. :ugly:

die branche soll mir doch nicht erzählen dass sie keinen gewinn erwirtschaften. Wie viele betriebe gehen bei 0 raus? Wenn das auto den leuten zu teuer ist dann liegst vielleicht auch daran dass es aus 2,5 tonnen metall Besteht. Wieso baut man autos die keiner bezahlen kann? Wenn ich mein produkt nicht los werde dann mach ich was falsch.

Naja, da fallen ihnen halt gerade Strukturen auf die Füße, die sie über lange Zeit selbst geschaffen haben:

- die Branche hat viele extrem gut bezahlte Jobs, die durch die starken Gewerkschaften auch nur schwer in kurzer Zeit und ohne extrem hohe Kosten abbaubar sind. Gehalt, Urlaub, Absicherung, die meisten anderen Arbeitnehmer in Deutschland schauen zu den Konditionen neidisch herüber
- die Branche hat sehr hohe Rentenverpflichtungen
- die Branche hat ein riesiges Netz an Händlern, das (zum Teil) unterhalten werden muss
- die Branche hat ein großes Netz an Zulieferern, die man unterhalten muss


All das drückt die Margen ziemlich nach unten. Deshalb sind Automobilunternehmen an den Börsen seit Jahren auch extrem unbeliebt (außer in Deutschland und außer Tesla...). Sehr hoher Kapitaleinsatz, sehr viel Konkurrenz und hohes Risiko bei (im Verhältnis) geringem Profit.

Wenn jetzt Unternehmen wie Tesla kommen, die man (inklusive mir) vor wenigen Jahren noch belächelt hat, die all das nicht haben und insofern jetzt auch keinen Klotz am Bein haben, dann kann sowas in Zeiten der Krise eine ganze Branche disruptieren.

Was für ein gigantischer Vorteil das ist, sieht man imo am besten an der Steuersoftware der Autos. Tesla benutzt ein einziges selbst entwickeltes Betriebssystem. VW und Co. nutzen pro Auto mehrere unterschiedliche Steuergeräte inklusive unterschiedlicher Software, die sie von Zulieferern einkaufen müssen. Deshalb läuft der id3 und neue Golf vermutlich auch nicht richtig...
 
Und es war vollkommen klar dass man als gewerkschaft nicht immer nur nehmen kann, jetzt gibts kein zurück mehr. Ich guck sehr neidisch auf die gehälter, da fallen einem die augen heraus. Und trotzdem werden unglaubliche gewinne eingefahren.

Das erste kino hat jetzt in berlin insolvenz angemeldet. Wir öffnen wohl am 30.06 wieder.
 
Interessant. Eine ganze Branche geht kaputt, weil die Leute nur noch kaufen, was sie brauchen. Und jetzt soll der Staat dem Bürger Anreize geben, etwas zu kaufen, was er nicht braucht. Ich soll jetzt 3000 Eier kriegen, damit ich 60000 Flocken für eine Geldverbrennungsmaschine ausgebe, die ich eigentlich nicht brauche. Ok. Hat der Begriff unternehmerisches Risiko eigentlich jede Bedeutung verloren?

Wenn wir nach der Logik gehen würden, hätte man nie Rettungspakete schnüren sollen (wie z.B. diejenigen kürzlich).


@Mondknallschlumpf Ich finde das alles etwas arg pauschal. VW, BMW und Daimler (die großen deutschen OEMs) gehören zu den absoluten Top Unternehmen. Die verdienen seit ewigen Zeiten gutes Geld, haben ordentliche Margen, bauen exzellente Autos und behandeln ihre Mitarbeiter vernünftig.
Das Netz an Händlern ist auch nicht aus Jux und Dollerei da, sondern weil man es braucht.
 
Das trifft alles auch auf Branchen zu, die heute nicht mehr existieren. Aber im Kern stimme ich dir zu. Die Branche hat immer noch genug Reserven, um die Kurve zu kriegen. Aber sie haben sich selbst in diese Situation gebracht, deswegen sehe ich Staatshilfen sehr kritisch. Die hatten den Weckruf seit dem Abgas-Skandal 2015 bis 2019 immer noch nicht gehört und sollen jetzt wieder gepäppelt werden. Vielleicht müssen sie endlich mal in den Abgrund blicken, um wirklich zu verstehen, was los ist. Und ein paar Wettbewerber müssen über den Jordan gehen, um den Druck etwas vom Markt zu nehmen und den überlebenden guten Firmen mehr Raum zur Entfaltung zu geben.
 
Ich finde, man muss schon etwas zwischen Staatshilfen und Konjunkturprogrammen unterscheiden. Daimler 10 Mrd. zu geben ist eine Staatshilfe. X Euro zusätzlich bei Kauf eines Neuwagens dem Verbraucher in die Hand zu drücken ist ein Konjunkturprogramm (das typischerweise eher kurzfristig Wirkung entfalten soll). Ohne Zweifel hat das auch eine, allerdings eher temporäre (siehe 2009), Wirkung auf die Automobilbranche. Afaik wird über Staatshilfen in Deutschland aber überhaupt nicht ernsthaft debattiert - man korrigiere mich, wenn ich hier falsch liege.

Ich sehe auch nicht, dass in dieser Branche unbedingt Wettbewerber vom Markt müssen. Es werden fast 100 Mio. Autos weltweit pro Jahr verkauft. Das ist ein riesen Markt. Da wüsste ich nicht, warum es da nicht 15, 20 sehr große Unternehmen + einige kleinere geben sollte, die sich einen harten, aber "gesunden" Wettbewerb liefern.
 
Der einzige Vorteil, den diese Lobby-Prämie (denn mehr ist das nicht) bietet, sehe ich darin, dass die kleinen Zulieferer, die das Geld und die Arbeit wirklich brauchen, nicht schon wieder (!!) in den Würgegriff der Autoriesen geraten - das sind nämlich die wirklichen Opfer. Es ist menschlich nicht nur unverschämt, sondern geradezu unanständig, diese Unternehmen mit Absatzprämien jeglicher Art zu unterstützen, obwohl die Rücklagen locker ausreichen, um dieses Tal erstmal alleine zu überstehen, ohne die Subunternehmen zu knebeln. Die steigern in den letzten Jahren durch Sparmaßnahmen regelmäßig ihr Betriebsergebnis, um sich jetzt weinend an den Rockzipfel von Altmaier zu klammern ?? Das läuft irgendwas grundsätzlich falsch.
 
Und es war vollkommen klar dass man als gewerkschaft nicht immer nur nehmen kann, jetzt gibts kein zurück mehr. Ich guck sehr neidisch auf die gehälter, da fallen einem die augen heraus. Und trotzdem werden unglaubliche gewinne eingefahren.

Das erste kino hat jetzt in berlin insolvenz angemeldet. Wir öffnen wohl am 30.06 wieder.

Also ich kann nur für Ford sprechen aber da wurde gerade in den letzten 15-20 Jahren nicht nur genommen, im Gegenteil.
Klar, das Gehalt ist immernoch überdurchschnittlich aber das muss es aus mehreren Gründen auch sein.

Aber z.b. vor 5? Jahren kam die Umstellung auf ERA, die bedeutet das jeder neue Arbeitnehmer seitdem weniger Geld verdient als die Etablierten und die Etablierten quasi kaum noch steigen können. Im Endeffekt also einem zukünftigen Gehaltsverzicht gleichkommen und das nicht zu knapp.
Wäre ERA nicht gekommen, hätte ich aktuell ca. 400€ netto! mehr.
 
Vielleicht sollten sich einige einfach mal überlegen, dass Hersteller und freie Händler zwei völlig unterschiedliche Paar Schuhe sind.

Wir bekommen keinen Cent von den Gewinnen der Hersteller. Kann ja jeder mal nach der Umsatzrendite im Handel googlen...

Und nur mal noch ein Gedankengang... ich alleine mache als einzelner Verkäufer im Jahr einen Umsatz von einigen Millionen Euro. Davon gehen 19% in die "Vergemeinschaftung" zurück. Mein Job ist sicher nicht wichtiger als der eines Gastronomen, aber sicher auch nicht unwichtiger.
 
Immer vorsichtig mit Umsatz und Gewinn. Von deinem Umsatz gehen nicht 19% als USt an an den Staat, sondern nur von deinem erwirtschafteten Anteil am Reingewinn der Firma. Wenn das trotzdem Millionen sind, dann Respekt.
 
Ja, aber eure Firma kauft die Fahrzeuge doch von BMW (oder einer Vertriebsorganisation) ein und da sind auch 19% drauf. Die bekommt ihr als Vorsteuer wieder zurück. Effektiv versteuert Ihr nur euren Aufschlag. Wobei ganz genau betrachtet der Käufer die Steuer bezahlt, ihr behaltet sie nur für den Staat ein und führt sie ab.
 
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