1.) Die Gefahr besteht aktuell und bleibt, bis Deutschland durchgeimpft ist.
2.) Dem begegnen wir mit einem Prinzip von als notwendig erachteten/erwiesenen Maßnahmen wie Aufenthaltsverboten, Schließen von Einrichtungen und Betrieben, privater Selbstisolation, etc.
3.) Halten wir die Maßnahmen aufrecht, bis Deutschland durchgeimpft ist, sind Millionen Leute arbeitslos, Aber-Milliarden an Schäden entstanden, deren Deckung irgendwann selbst der Staat nicht leisten kann.
Liege ich bei einem der Punkte falsch?
Richtig erkannt.
Wir werden jetzt eine ganze Weile mit dem Virus leben müssen und mit der Gefahr, dass unser Gesundheitssystem jederzeit durch eine zweite, dritte oder vierte Welle - ähnlich wie in Italien, Spanien, New York - zusammenbricht. Wir kennen die Bilder. Dass wäre dann halt die Triage (dass aussortieren und auslesen von Erkrankten) und der Anstieg der Todesrate. Und für Menschen mit anderen tödlichen, aber behandelbaren Erkrankungen wäre dass vermutlich auch der sichere Tod, aber auch für Menschen mit weniger dramatischen Erkrankungen könnte eine fehlende Therapie und Behandlung zu spätfolgen führen. Das wäre halt langfristig dass worauf Deutschland zusteuern würde, wenn der R0-Wert bei über 1 bleiben würde.
Dass bedeutet aber gleichzeitig auch, dass du mittlerweile so viele (entdeckte und unentdeckte) Infizierte in der Bevölkerung hast, dass das Risiko sich mit Covid-19 anzustecken bei jedem exponentiell - im vergleich zum jetzt zustand - ansteigen würde. Bei jedem Gang in den Supermarkt, den Weg zur Arbeit/Schule, auf der Arbeit/Schule oder im privaten Umfeld. Und wir wissen mittlerweile, dass dieser Virus nicht nur für Alte und Vorerkrankte tödlich enden kann, sondern der Virus wirklich jeden ziemlich hart erwischen kann. Zudem können wir noch nicht mal genau sagen, wie es nach überstandener Infektion mit den Spätfolgen aussieht und ob der Virus nicht auch langfristig am Körper Schäden verursacht.
Jetzt haben wir zwei Strategien die wir verfolgen können:
Jetzt auf Messerschneide das Experiment wagen mit Lockerungen zu beginnen
- Obwohl die Fallzahlen für eine ordentliche Rückverfolgung für eine erfolgreiche Eindämmung noch immer zu hoch sind [sagen die Experten].
- Wir noch keine funktionierende Tracing-App haben [Ein wichtiges Schlüsselinstrument sagen die Experten].
- Wir immer noch nicht ausreichend und breit genug Testen [Ein wichtiges Schlüsselinstrument sagen die Experten].
- Der R0-Wert jetzt wieder so langsam auf über 1 zusteuert.
Sich am Modell Südkorea orientieren
- Dazu hätte man die Fallzahlen noch etwas drücken müssen [Verlängerung des Lockdowns um 2-3 Wochen, eventuell für kurze Zeit nochmal anziehen]
- Warten bis man eine funktionierende Tracing-App hat.
- Warten bis man die Testkapazitäten zusammen mit einem vernünftigen Konzept hochfahren konnte.
- Eventuell zusätzlich warten bis man ein funktionierendes Konzept hat um die vulnerable Gruppe besser zu schützen [vllt durch ranholen von medizinischen Schutz-Masken speziell für diese Gruppe]
Und ich weiß, jede weitere Woche im Lockdown bedeutet weitere Arbeitslose und Existenzen die für immer ihre Geschäfte schließen können.
Aber uns ist halt auch nicht geholfen, wenn wir unseren Erfolg leichtsinnig durch zu schnelles und unvorsichtiges Handeln an die Wand fahren und wir (zusammen mit der Wirtschaft) in 2-4 Monaten wieder auf einen Lockdown zusteuern. Was wir jetzt aber durch zu frühe Lockerungen wagen ist einfach ein Experiment, dass uns nochmal locker um die Ohren fliegen könnte. Damit ist langfristig weder der Wirtschaft noch die Gesundheit der Gesellschaft geholfen.
Edit: Es geht hierbei um 2-3 Wochen um auf Nummer sicher zu gehen und um besser vorbereitet zu sein. Südkorea zeigt, dass dieser Weg (unter oben beschriebenen Voraussetzungen) funktionieren kann, dass man Wirtschafts- und Gesundheitsinteressen im Einklang zu bringen kann. Aber das Experiment, dass wir jetzt wagen könnte langfristig auf einen zweiten Lockdown hinauslaufen. -> wäre auch schädlich für die Wirtschaft.