Die Reifen sind in der ersten halben Runde (bei St. Croix A II) bis ganzen Runde (Rennstrecken mit üblicher Länge) zum Rennstart nicht auf dem Gripniveau, das man dann mit warmen Reifen hat. Das ist bei GTS so gewollt. Dadurch ergeben sich frühere Bremspunkte und niedrigere Kurvengeschwindigkeiten. Der Grip muss aber spätestens nach besagtem Zeitpunkt da sein, wenn es keinen Ausritt gegeben hat.
Der Netzwerkcode von GTS war gestern wieder unter aller Sau, und ist es seit geraumer Zeit (3-4 Wochen) generell, nicht nur im Konsolentreff. Erst sieht Zaister mich nicht in der Lobby, dann hat Zimti Rücken ... äääh, Reifen und bei Kelle gab es auch ein mysteriöses Verhalten mit dem "Ich komme im Windschatten nicht näher ran". Der Beetle ist zwar auf den Geraden kein Dampfhammer, aber er sollte im Windschatten eines Z4 mindestens dranbleiben können.
Die Dirty Air und der größere Windschattenbereich sind seit dem letzten oder vorletzten Update von GTS da und auch so gewollt (wenn sie normal funktionieren). Da lässt sich auch in den Lobbies nichts ändern, was die Dirty Air angeht. Man könnte mal probieren, ohne oder mit geringem Windschatten zu fahren, aber das erfordert ein wenig Testarbeit, bevor man über eine Änderung nachdenken sollte. Denn eigentlich ist es ja das Ziel des "neuen" Windschattens, einfacher dranbleiben zu können. Wenn die Tests gewünscht sind, dann braucht es ein paar Teilnehmer zwischen den Rennen.
Zimtis Lobby nach dem Rennen war auch bescheiden, denn die Autos aller Teilnehmer zuckten und ruckten, sodass ein enges und zugleich faires Fahren nur schwer möglich gewesen ist.
Zum Rennen in St. Croix gestern (26 Runden)
Hurra, hurra, der Start hat funktioniert! Keine Unfälle, da kam uns sicherlich die Streckenbreite und der Verlauf der Strecke entgegen. Trotzdem nochmal der Hinweis, am Anfang darauf zu achten, dass die Reifen noch nicht warm sind.
Ich hatte zu Beginn einen netten Dreikampf mit
@daddlefield und
@Zaister . Schade, dass daddles Fernseher einen Strich durch die Rechnung machte. So blieb erstmal nur Zaister übrig, den ich alsbald überholen konnte. Zwar konnte ich mich ein wenig absetzen, aber wir waren stets eng beisammen.
Ende Runde 5 bin ich dann in die Box, noch am Überlegen, ob ich nun 11 und 10 Runden fahre, um das Rennen mit zwei Boxenstopps zu absolvieren. Da mir die Reifen aber schon Ende der fünften Runde nicht mehr sonderlich gefielen, setzte ich auf die "Sprintvariante" mit 3 Boxenstopps. So kam ich dann in Runde 12 und 20 nochmal rein. Auf der langen Strecke fühle ich mich wohler, wenn ich Attacke machen kann anstatt kontrolliert einen Vorsprung zu verwalten mit älteren Reifen.
Zaister ist in der sechsten Runde an die Box und wir waren uns wieder ganz nah. Dann hatte er, wenn ich mich richtig erinnere, einen kleinen Fahrfehler, und ich konnte mich da auf 4-5 Sekunden absetzen. Als ich in Runde 12 reinging, war er wieder vorbei. Man verliert auf der Strecke durch die verkehrsgünstige Lage der Boxengasse nicht viel Zeit, und ich kam hinter ihm wieder raus. Es müssen so um die 14 Sekunden gewesen sein.
Die ich dann ganz gut abknabbern konnte durch die frischeren Reifen und dem neuen Player in der Runde, denn daddlefield war zurück. Ihn hatte ich gar nicht mehr auf der Rechnung, aber durch seine Nähe zu Zaister konnte ich bestimmt auch etwas Zeit gut machen.
Als Zaister dann zu seinem zweiten und letzten Boxenstopp reinfuhr, kam ich auf rund 2 Sekunden an ihn ran. Danach hatte ich einen Vorsprung von um die 20 Sekunden, aber ich hatte ja noch einen Stopp vor mir. Zaister verkürzte mit seinen nun frischeren Reifen den Rückstand auf ca. 17 Sekunden, als ich das letzte Mal stoppte. Nachdem mein Stopp erledigt war, gucke ich in der Boxenausfahrt in den Rückspiegel und komme GERADE SO vor ihm wieder raus. Zaister hatte 0,7 Sekunden Rückstand und konnte im Windschatten schön Anschluss halten. Doch mit meinen frischeren Reifen konnte ich nun sicherer pushen und mich ein wenig von ihm absetzen.
Zwischenzeitlich hatten wohl auch
@kellewap und daddlefield nochmal Tuchfühlung zu Zaister, so dass ich mit meiner Boxenstrategie ohne mein Zutun entspannter, weniger zweikampflastig fahren konnte.
Hätte daddle nicht die Fernseher-Probleme gehabt, wäre das ein toller Dreikampf geworden. Hätte Mike nicht die spezielle Dirty Air gehabt und einen Dreher weniger eingebaut, wäre es ein Vierkampf geworden. Würde Zimti in Frankreich leben und hätte dort einen guten Internetprovider, wäre es ein Fünfkampf geworden!
Vorne fuhren
@tomt2002 und
@DaBuschi280579 in ihrer eigenen Liga. Wahnsinn, das Tempo. Ich habe versucht, dranzubleiben, aber die Kurven nicht annähernd so konstant gut erwischt wie die beiden. Muss eindeutig eine Lenkrad-Strecke sein, dieses St. Croix!


Die beiden da vorne waren ganz dicht beieinander und boten den Zuschauern sicher ein schönes Spektakel, bis Buschi seinen Dreher einbaute.
Fazit
Die technischen Probleme einzelner bedauere ich sehr, denn es zeigt, dass Polyphony in den zwei Jahren, in denen das Spiel auf dem Markt ist, keine sichtbaren Verbesserungen am Netzwerkcode erzielt hat, wenn man in privaten Lobbies fährt. Das finde ich enttäuschend.
Das Rennen selbst war aber richtig geil. Hatte ich zum Qualifying bei gerade mal 7 Teilnehmern auf dieser doch sehr langen Strecke Bedenken, dass es für die meisten ein einsames Erlebnis sein wird, hat das Rennen gestern bewiesen, wie spannende Langstreckenrennen entstehen können.
Ein wichtiger Grund dafür ist, dass Gran Turismo die sieben Sekunden Wartezeit bei der Boxeneinfahrt rausgenommen hat. Der andere wichtige Grund gestern, und ja, schlagt mich ruhig dafür: Die Benzinverbrauch- und Reifenverschleiß-Einstellungen. Wir hatten, wenn mich nicht alles täuscht, drei verschiedene Taktiken (2 Boxenstopps bei Zaister, 3 bei daddlefield und mir, kelle mit 4 Stopps?), und es ergab sich so eine tolle Mischung aus Fern- und direkten Duellen. So hatte man im Rennen "ständig" zu kalkulieren, ob man auf älteren Reifen noch eine Runde mehr fährt, damit die Stints später kürzer sind, gleichzeitig hat man aber in dem Moment mehr Zeit hergeschenkt für den Verfolger mit frischeren Reifen. Der dritte wichtige Grund war die metermäßig kurze Boxenein- und -ausfahrt. In Interlagos würde sowas nicht in dieser Form funktionieren.
Ich möchte anmerken, dass die unterschiedlichen Taktiken im Rennen sich mehr oder weniger spontan ergaben und keiner vorher Tausende an Kilometern ins Testen versenkt hat.
Zum Abschluss im Anhang noch das Bild mit dem Endergebnis.