Erst eine kurze Zusammenfassung aus Fahrersicht, Event-Auswertung folgt im Anschluss.
Auf
Bathurst habe ich eine Quali-Zeit hingelegt, die mich doch positiv überrascht hat. Platz 2 war eine gute Ausgangsposition ... bis beim Abarth die Startdrehzahl bei Grün immer auf 500 Umdrehungen abfällt. Aber gut, das war mir ja vorher bekannt. Leider habe ich im Radar für die erste Kurve ein wenig die Übersicht verloren, weswegen ich nach hinten durchgereicht wurde. Dann eine Aufholjagd gestartet, die von zahlreichen Fehlern geprägt war.
Sorry
@m1ke82 , dass ich dich ein Mal in der zweiten Kurve erwischt habe. Bremspunkt zu spät gewählt von mir. Die zweite Kurve wurde mir nochmal in der letzten Runde zum Verhängnis, als ich dachte: "Wenn ich
@kellewap nicht ausbremsen kann, ziehe ich doch im letzten Moment wieder rüber und nehme mehr Schwung mit ins Geschlängel."
Pustekuchen! Für den schnellen doppelten Richtungswechsel war nicht genug Grip vorhanden, und wenn man den Rechtsknick beim Einlenken außen erwischt, gibt es kein Entrinnen mehr, wenn man versucht, mit demselben Speed durch die Kurve zu kommen wie innen.
Das führte in der Folge zu einem netten Duell mit
@DC-Gamer die lange Gerade hinunter. Seite an Seite ging es in die Linkskurve der Schikane. Ich war doch innen, aber trotzdem schaffte es dieser Teufelskerl, sich außen vorbeizubremsen. "Das kann doch nicht wahr sein", dachte ich, und versuchte ihm sofort im Windschatten zu folgen. Unmittelbar darauf stellte sich heraus, warum er schneller in die Kurve hinein war. Denn er war auch schneller aus der Kurve wieder hinaus in die australische Botanik. Da ich mich ja zuvor entschied, mich direkt hintendran zu setzen, folgte ich ihm auch dorthin. Raus aus der Botanik hatte er schneller wieder den Anschluss auf den Asphalt gefunden, während ich auch nochmal links der Strecke in die Pampa rödelte. Rennreifen haben halt nicht soviel Grip außerhalb des grauen Bandes, habe ich festgestellt. Dadurch kam Zimti nochmal ran, aber ich konnte ihn gerade so hinter mich halten.
Auf der
Nordschleife war der Start besser, auch durch "Orientierungsschwierigkeiten" anderer Fahrer. Noch auf der GP-Strecke konnte ich mich auf Platz 2 setzen und es dauerte nicht lange, bis
@Zaister Orientierungsschwierigkeiten bekam. So konnte ich ganz nach vorne. Mein Dank gilt hierbei
@kellewap und
@m1ke82 , dass sie
@tomt2002 "so lange" aufgehalten haben.
Das Rennen war aber alles andere als einfach mit Holger im Nacken. Meine Komfortzone für entspanntes Schnellfahren geht hier bei ungefähr 8 Sekunden Vorsprung los, Holger war aber nie mehr als ca. 6 Sekunden weg. Und auf der Döttinger Höhe holte sein Mini rund eine halbe Sekunde auf meinen Fiat auf.
So ging es mit 5,8 Sekunden in die zweite Runde. Mit 4,3 Sekunden in die dritte. In der dritten Runde dachte ich, hey, du bist schneller als Holger in seiner vorherigen Runde, das sollte etwas Abstand schaffen, aber der Kerl war abermals schneller als zuvor, also ging es mit rund 3 Sekunden in die letzte Runde.
Ab Mitte der dritten Runde spürte ich etwas Gripabbau in den Reifen. Nix Dramatisches an sich, aber wenn Holgers 192 Kilo im Rückspiegel auftauchen, so dass man sein Auto gar nicht mehr erkennt, trägt dieser minimale Verlust an Grip eben zu deutlich mehr Sackschwitze bei. So hatte ich in der letzten Runde noch den ein oder anderen kleinen Fehler drin, aber ich schmiss das Auto nicht von der Strecke. Ich konnte 1,8 Sekunden auf die Döttinger Höhe retten. Am Galgenkopf dann so vorsichtig wie noch nie gebremst. Dabei fast zu wenig gebremst, aargh! Und 0,8 Sekunden ins Ziel gerettet.
Ich fand es vorne beeindruckend, dass wir mit zwei unterschiedlichen Autos und sicherlich unterschiedlichen Setups auf dem 24 Stunden-Layout der Nordschleife schnellste Runden gefahren sind, die nur 1-2 Sekunden auseinander waren. Pro Kilometer also ein Unterschied von deutlich weniger als eine Zehntel, das geht ab. Deshalb würde ich die Rennzwerge ja am liebsten nochmal irgendwann, idealerweise mit vollem 16er-Feld, in ein 90 bis 120-minütiges Langstreckenrennen auf der Nordschleife ausführen.