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MULTI RDR2 - Crunch-Time und 100h-Woche

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Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Ich finde es einfach generell erschreckend zu sehen, wie wenige Leute sich bewusst sind, dass wir als Spieler zum Teil auch mit Schuld an solchen Entwicklungen sind. Damit beziehe ich mich gar nicht mal so auf dieses bescheuerte "Ja, wenn du ein Zeichen setzen willst, kauf es halt nicht, sonst Doppelmoral, ohohoho", aber viel mehr die Wahrnehmung von insbesondere R*Spielen.

Wir wissen es doch jetzt schon, wie es ablaufen wird. Das Teil wird sämtliche Verkaufsrekorde von hier bis Timbuktu zerschmettern. Nicht nur für Tage, sondern Wochen wird das Kernthema jeglicher Diskussionen, Essays, Berichte und Podcasts RDR2 sein. Am Ende der Gen wird es auf dutzenden, hunderten Listen als Game of the Generation stehen. Nach RDR2's Release wird jedes Spiel, insbesondere noch umso mehr jedes Open-World Spiel, daran gemessen.
Ja, warum ist die Spielwelt nicht so lebendig designed wie in RDR2? Warum sind Sidemissions nicht so unterhaltsam, das Writing des Hauptplots nicht so gut? So viel Mühe wie in RDR2 sollte man sich beim Voiceacting mal machen. Warum gibt es nur langweilige Rennen und Außenposten zu befreien als Aktivitäten, wo ist die Kreativität wie beim zuletzt erschienenen RDR2? All das ganze Zeug wird man lesen und hören. Und das mit ziemlicher Sicherheit zu recht, weil RDR2 wird garantiert eine neue Messlatte in der Videospiel-Branche, da bin ich mir sicher.

Aber all diese ganzen beeindruckenden Details und diese von anderen Studios unerreichte Qualität wird halt wortwörtlich erreicht in dem einfach allles an Ressourcen, völlig ungeachtet jeglicher Moralvorstellungen, in den Meatgrinder gesteckt wird. Es ist ein endloser Teufelskreislauf, weil natürlich Spieler von R* diese Qualität erwarten. R* muss sich natürlich nochmal übertreffen, sie müssen noch einen Schritt weiterin jedem Aspekt als ihr letztes Spiel gehen. Und die einzige Möglichkeit das einzuhalten, ist halt jegliche Regeln und Grenzen zu sprengen. Absolut alles an Geld und Arbeitskraft bis ins absolute Maximum auszureizen.

Wie würde denn sonst wohl die Reaktion aussehen, wenn RDR2 rauskommen würde, aber es nur ein durch und durch gutes Open-World Spiel wäre? So ein solider 8/10 Titel, wie Saints Row und ähnliche? Nein, von R* wird erwartet, dass sie die Marschrichtung für die Gamingbranche für die nächsten paar Jahre vorgeben.
Aber dann bei etlichen Spielern das entsetzen, wie es zu solch schrecklichen Arbeitsbedingungen kommen kann. Damit man dann einen Thread weiter sich bei nem anderen Spiel (insbesondere bei allem was nicht AAA ist) beschweren kann, warum qualitativ hier und da etwas Schliff fehlt und das doch bei diesem und jenem Spiel so viel besser ist.

Ich nehme mich davon jetzt gar nicht mal komplett raus, aber das so viele im Netz auf diese News das nicht mal realisieren, warum es zu solchen Arbeitsbedingungen erst kommt, wie denn diese für jeden anderen Entwickler völlig übertriebenen Ambitionen überhaupt erst bei so ziemlich jedem R*-Spiel auch realisiert werden können...
Wie würde wohl vielleicht ein Naughty Dog Spiel aussehen, wenn so dermaßen auf jegliche Ressourcenbegrenzung bei der Entwicklung geschissen würde?
 
Ist halt immer ein 2schneidiges Schwert.

Nein, ist es nicht. Gerade Rockstar schwimmt im Geld, die haben mit GTA Online dermaßen viel Kohle gescheffelt, das es locker möglich wäre noch zusätzliche 100 Mitarbeiter einzustellen damit es nicht zu solchen Zuständen kommt. Hab ich NULL Verständnis für und den Verantwortlichen gehört eigentlich ordentlich die Fresse poliert. Wie man solche skrupellosen Arschlöcher auch noch verteidigen kann, erschließt sich mir nicht.
 
Nein, ist es nicht. Gerade Rockstar schwimmt im Geld, die haben mit GTA Online dermaßen viel Kohle gescheffelt, das es locker möglich wäre noch zusätzliche 100 Mitarbeiter einzustellen damit es nicht zu solchen Zuständen kommt. Hab ich NULL Verständnis für und den Verantwortlichen gehört eigentlich ordentlich die Fresse poliert. Wie man solche skrupellosen Arschlöcher auch noch verteidigen kann, erschließt sich mir nicht.
Du kaufst dann auch nicht bei Amazon, kaufst generell auch nichts was in China, Thailand oder solchen Ländern hergestellt wird ?
Vermeidest du auch etwas zu kaufen, was von Hermes oder DPD geliefert wird ?
 
Nein, ist es nicht. Gerade Rockstar schwimmt im Geld, die haben mit GTA Online dermaßen viel Kohle gescheffelt, das es locker möglich wäre noch zusätzliche 100 Mitarbeiter einzustellen damit es nicht zu solchen Zuständen kommt. Hab ich NULL Verständnis für und den Verantwortlichen gehört eigentlich ordentlich die Fresse poliert. Wie man solche skrupellosen Arschlöcher auch noch verteidigen kann, erschließt sich mir nicht.

Die 100 Mitarbeiter hast du aber auch NACH RDR2 und sie kosten auch NACH RDR2 massiv Kohle.
So einfach funktioniert das leider nicht.
Man kann zeitlich begrenzte Spitzen in der Entwicklung nicht gleich mit Aufstockung des Personals ausgleichen.
Zumal man mal nicht eben 100 neue MA klarmacht.
 
Die 100 Mitarbeiter hast du aber auch NACH RDR2 und sie kosten auch NACH RDR2 massiv Kohle.
So einfach funktioniert das leider nicht.
Man kann zeitlich begrenzte Spitzen in der Entwicklung nicht gleich mit Aufstockung des Personals ausgleichen.
Zumal man mal nicht eben 100 neue MA klarmacht.

Gerade in dem Bereich kannst du sehr viel mit Freelancern arbeiten.

Ist schon ein bisschen niedlich, dass die Industrie von Leuten ohne Plan geführt wird, aber dieses Forum vor Fachleuten wimmelt.

Ich kenns aus der Film und allgemein kreativen Branche, teils aus erster und teils aus zweiter Hand. Und da ist der Tenor nunmal, dass das Projektmanagement oft mit absolut unrealistischen Plänen kalkuliert. Und wer sagt ohne Plan? Ohne Skrupel wohl eher. Aber auch ohne Plan gibts anscheinend... nicht umsonst konnte damals Pixomondo ihre Mitarbeiter nicht mehr bezahlen, obowhl sie mit den Visuals für GoT Überstunden ohne Ende verlangt haben.
 
Ich hab keinen Plan, muss ich sagen aber ob sich Rockstar für so ein wichtiges Projekt Freelancer ans Bein bindet ?
Wobei, kann auch sein, dass der einzelne dann nur Bäume designt und vom Ganzen nichts zu sehen bekommt.
 
Ganz ehrlich eine 100h Crunch Time bedeutet für mich eines von zwei Dingen: 1. Hersteller/Publisher sind einfach ultra Greedy und wirtschaften mit dem Leid der Mitarbeiter in die eigene Tasche. 2. Das ist das Ergebnis schlechter Planung. Wenn ich am Ende der Produktion 100h arbeiten muss, dann hab ich schlichtweg scheiße geplant.

Dem Verbraucher mach ich keine Vorwürfe. Es ist richtig an ein fertiges Produkt Ansprüche zu stellen und der Hersteller hat die Wahl diese zu erfüllen. Aber nur durch den Einsatz von Workforce und Kapital, nicht durch 100h Crunch Times auf Kosten der MA.

EDIT: Was man dem Verbraucher aber schon zumuten darf, ist das Auswählen seiner Produkte (Games, Kleidung etc.) nach ethischen Gesichtspunkten. Dazu gehört auch, was die Hersteller mit ihren Mitarbeitern machen.
 
Ich hab keinen Plan, muss ich sagen aber ob sich Rockstar für so ein wichtiges Projekt Freelancer ans Bein bindet ?
Wobei, kann auch sein, dass der einzelne dann nur Bäume designt und vom Ganzen nichts zu sehen bekommt.
Content wird wahrscheinlich eh schon ausgelagert sein, war bei Halo 5 zum Beispiel auch. Da wurden die ganze Rüstungen großteils von Freelancern gemacht.

Die 100 Stunden kommen auch sicher durch Dinge zustande die man eben nicht auslagern kann, trotzdem kann man mit Planung da sicher viel besser machen.
 
Ich hab keinen Plan, muss ich sagen aber ob sich Rockstar für so ein wichtiges Projekt Freelancer ans Bein bindet ?
Wobei, kann auch sein, dass der einzelne dann nur Bäume designt und vom Ganzen nichts zu sehen bekommt.
So gut wie jedes größere Spiel wird massiv mit Freelancern und Outsourcing von Nebenarbeiten an andere Studios entwickelt. Schau dir einfach mal die Credits eines beliebigen AAA-Spiels an, wie viele unbekannte kleine Studios da genannt werden, die irgendwelche Models, Rigging, Texturen etc. bauen.
 
Ich lese deine Beiträge in der Regel ja ganz gerne, aber das hier passt mal gar nicht.

Hältst du dir das selber auch vor Augen, wenn du deine Beiträge zu Politik- und Fußballthemen verfasst?
das ehrt mich, vielen dank. tatsächlich halte ich es mir beim thema politik durchaus vor augen. allerdings denke ich, dass das bei politik deutlich einfacher zu beurteilen ist, weil das feld im grunde transparenter ist und politiker erstmal keine qualifikation benötigen um ihren job zu machen.
beim fußball dagegen nicht. das ist rein emotional und dass ich löw nicht leiden kann ist ja nicht wirklich was neues. bei ihm bin ich tasächlich der meinung, dass seinen job, so wie er ihn macht, auch ein dressierter affe könnte (dramatisierte darstellung), aber ich schweife ab.

das thema unternehmensführung stößt mir häufiger auf. nicht nur hier im thread, sondern bei vielen, vielen anderen begebenheiten. sei es wenn es um EA, take2, ubisoft oder nintendo ging. es findet sich häufig eine gruppe leute zusammen, die ihren unmut über diese unternehmen äußern und dann breit erklären, warum in der führungsspitze nur idioten sitzen. dass das so schlicht nicht sein kann, da diese unternehmen überwiegend profitabel wirtschaften spielt dabei anscheinend überhaupt keine rolle. da wird sich bis zum geht nicht mehr überschätzt, auf der basis, dass man selber videospiele spielt. das ist oftmals die einzige qualifikation, die es dort zu geben scheint. dass in den unternehmen ausgebildete (studierte, was nicht immer was bedeuten muss, zugegeben) fachleute sitzen, dass dort jahrezehnte erfahrungen existieren, das marktforschung betrieben wird... who cares? ich weiß, wie der hase läuft, weil ich 400h witcher 3 gespielt habe und 3 freunde, die meiner meinung sind. über die mutmaßungen, die mangels insiderwissen zum eigenen urteil führen möchte ich dann gar nicht erst diskutieren.

ich will "die branche" gar nicht in schutz nehmen und die überlastung der mitarbeiter weder kleinreden noch rechtfertigen. letztlich sind wir es, die daran auch etwas ändern können. ob einem die "doppelmoral"-argumentation passt oder nicht spielt überhaupt keine rolle. wenn ich ein R* spiel kaufe, gebe ich ihnen mit ihrem vorgehen recht (wie @HajinShinobi sehr ausführlich und imo absolut richtig dargestellt hat). wenn ich weiß, welche arbeitsbedingungen bei R* und co herrschen, ich aber trotzdem deren spiele kaufe, dann ist mir das schlicht egal. zumal es sich hier um ein reines luxusgut handelt, welches der unterhaltung dient. niemand ist darauf angewiesen, im gegensatz zu kleidung, die bspw. in bangladesch hergestellt wird.
 
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