Zum Thema von aggressiver Disposition...
Spielt mal folgendes Gedankenexperiment durch (welches übrigens ein ganz praktisches ist, wovon die meisten Züchter die mit ihren Welpenkäufern in Kontakt bleiben ein Lied singen können):
Ihr habt einen Wurf mit vielen Welpen (9 zum Beispiel; oder 16, wenn ihr dieselbe Verpaarung 2 Jahre später nochmal durchführt und dabei dann 7 Welpen herauskommen) und vergleicht diese dann im Alter von 5 Jahren. Aus dem einen wurde ein ziemlich dominanter und aggressiver Hund, der andere ist ein ängstlicher Schisser, der nächste ausgeglichen, der andere fast schon zu extrem gechillt, das nächste Wurfgeschwisterchen hyperaktiv, ein anderer wird sogar zum Therapiehund eingesetzt usw...
Woran liegt diese charakterliche Diversität in ein und demselben Wurf (oder über zwei Würfe, bei selben Eltern) nun? Bloß alles allein durch die Gene determiniert? An der Sozialisierung und ganz allgemein den Erfahrungen die gesammelt wurden? Am Zufall (der ja Hand in Hand mit zuvor erwähnter Erfahrungen geht) oder vielleicht irgendeinem Mix dieser Dinge? Vielleicht gar irgendwas Anderes (man setze hier zB irgendeinem Götzen für etwaige religiöse Erklärungen ein)?
Die Frage ist genauso schwierig und ungewiss zu beantworten als ob man selbiges Beispiel nun mit Menschen statt Hunden durchspielen würde. Ich würde aber zumindest die reine Herrschaft der Gene und Götzeneinwirkung ausschließen.
Man sollte dich davor hüten besonders “höhere Lebewesen“ (ja, blödes Wort aber mir fiel auf Anhieb kein besseres ein) als reine, biologische Maschinen zu betrachten, außer man möchte dies auch beim Sapiens tun und das würde zumindest den meisten ziemlich kontraintuitiv erscheinen.