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Sie müßte dann aber auch beweisen, daß sie zu voll war.- Und wenn sie in dem Zustand einen Blutanalysetest machen kann, kann sie auch nein sagen![]()
Ja, das erspart einem aber trotzdem nicht das eigene Denken. Er mag recht haben, insofern als dass das Sexual-Strafrecht bisher keine aktive Rolle des Opfers einfordert. Kein Opfer muss irgendetwas leisten. Dennoch scheint es so zu sein, dass es Fälle gibt, wo nicht klar ist, ob jemand jemand Opfer ist, oder nicht. Und da mag das vielleicht helfen.
Insgesamt ist das allerdings wieder eine emotional geführte Debatte. Und von emotional geführten Debatten verstehe ich nichts.
Hätte man mir vor 5 Wochen den Gesetzestext vorgelegt, ich hätte darin keine Lücke entdeckt.
Die Schwierigkeiten liegen imo darin, wann was zur Anwendung kommt und wie man das beweisen kann. Und so wie ich das mitbekommen habe, ändert sich durch das Nein ist Nein-Prinzip daran wenig.
Wenn allerdings so wenig daran hängt. Kann man es auch reformieren. Was solls?
Tja, was soll's? Schaden kann's ja nicht.
Ja, er mag Recht haben, er kennt sich schließlich damit aus. Nur ist das offenbar kaum irgendwo angekommen. Selbst die Bundesregierung bewirbt das neue Gesetz auf Facebook so:
#Neinheisstnein! Sexuelle Handlungen werden strafrechtlich künftig auch dann als Vergewaltigung gewertet, wenn das Opfer sich nicht aktiv wehrt bzw. nur mit Worten oder Gesten. Das hat der Bundestag heute beschlossen – einstimmig. „Frauen werden in Zukunft besser vor sexualisierter Gewalt geschützt. Keine Vergewaltigung darf straflos bleiben“, so Justizminister Maas. http://bpaq.de/KabSe
Differenzierung, nein danke. Hauptsache der Slogan ist schön schmissig!
Ich glaube, jeder kennt das, wenn auf der Arbeit die Chefetage irgendwas Tolles ausheckt und der Rest dann zusehen darf, wie man im Alltag damit umgeht. So stelle ich mir das , nach dem Artikel, innerhalb der Justiz vor. Geholfen hats am Ende niemanden wirklich. Aber schaden kann's ja auch nicht.
Ist vielleicht meine naive Vorstellung, aber Gesetze sollten erst einmal praxisneutral sein. Und wenn ich dann im theoretischen Konstrukt die Wahl zwischen "Sie hat sich nur mit Worten und Gesten gewehrt, also durfte er ihn reinstecken" und "Sie hat 'Nein' gesagt, konnte sich aus Angst nicht wehren und weil er es trotzdem nicht lassen konnte, war es eine Vergewaltigung." habe, muss ich nicht lange überlegen. Gesetze sollten sich nicht danach richten, was umsetzbar ist, sondern unsere Werte statuieren.
Ja, aber die Wahl hast du ja nicht. Du hast die Wahl zwischen, ohne Opferbeteiligung ist es -praxisneutral- immer noch eine Vergewaltigung, egal ob jemand nein gesagt hat und das selbe Szenario, nur hat jetzt noch jemand nein gesagt.
Die Vorraussicht, dass jemand in einer solchen Situation sich zwar nicht weheren kann, aber noch entschieden Nein sagen kann, halte ich aber auch für fragwürdig. Es kann sich eignetlich nur um eine Ergänzung handeln, denn ansonsten würde man festhalten müssen, dass Opfer noch irgendetwas leisten müssen, damit es als Vergewaltigung zählt. Ansonsten wäre es paradox:
Es wird kritisiert, dass Opfer sich oft nicht wehren können, weil sie Angst haben, und deshalb sei das dann keine Vergewaltigung. Die Kritik lautet also, Opfer müssen etwas leisten, was sie nicht können und deshalb bleibt es straffrei.
Und jetzt haben wir das Szenario, dass das Opfer aktiv werden muss, damit es hier in diesem Fall als Vergewaltigung zählt. Ist doch Bullshit! Das wäre sogar eine Verschlechterung der Lage, sollte nur noch das "Nein" ausschlaggebend sein.
Von daher, muss man dann sehen, wie das aussieht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es was bringt. Aber wie gesagt, ist mir eigentlich auch Wurst.
Ich vermute, dass sich dieser Irrglaube deshalb verbreitet hat, weil Bundestagsabgeordnete auch keine Richter sein müssen und sich deshalb ebenfalls durch die Medien beeinflussen lassen.
Nunja am nächsten Tag ist die Droge sicher noch nachweisbar...
Also ich meine bei dem videoschnipsel sagt sie nein hör auf als der andere Kamerad ihr mitten ins Gesicht filmt und dabei sein gebinsel ins Gesicht klatscht? Versteh deshalb die vergewaltigungsvorwürfe bis heute nicht und vor allem ist das doch schon ewig her?
Ich blicke langsam auch irgendwie nicht mehr durch.
Szenario A: Freundin wird von ihrem besoffenen Freund zum Sex gezwungen. Sie schreit und heult, keine körperliche Gewalt, Nachbarn können Schreie bezeugen. Vergewaltigung vor und nach der Reform, ja oder nein?
Szenario B: Sechs Uhr morgens in einem Berliner Club. Auf der Tanzfläche nur noch Alkoholopfer. Zwei halbwegs zurechnungsfähige Typen suchen sich das besoffenste Mädel aus, schleppen es auf's Klo und haben mit ihr ihren Spaß. Sie ist komplett weg und sie filmen es und stellen es online. Vergewaltigung vor und nach der Reform, ja oder nein?

Müsste man nicht im Bekanntenkreis nachfragen wieviele tatsächlich vergewaltigt wurden? Also Wenn man den Vergleich schon ziehen möchte.
Ich frage mich jedesmal wieder (auch in diesem Thread), woher diese Ängste kommen und wieso es so schwierig ist, sich mal für kurze Zeit in diejenigen rein zu versetzen, denen geholfen werden und das alltägliche Leben etwas erleichtert werden soll.
Vielleicht versteh ich das aufgemachte Fass einfach nicht, weil das nein einer Frau für mich immer schon nein bedeutete
Bzw. in den meisten Fällen merkt man doch auch, wenn einfach überhaupt kein Interesse da ist, ohne dass es überhaupt thematisiert werden muss. Völlig egal, ob von einer oder beiden Seiten.
Und Cloud: Bitte lies dir nochmal durch, was das Wort in dem Zusammenhang bedeutet.
Solange du nicht mit übergewichtigen/schwarzen/homosexuellen/Trans*Frauen deinen Status und deine Rechte eintauschen würdest, musst du einfach einsehen, dass du gewisse Privilegien eben einfach hast, selbst, wenn du sie nie selbst eingefordert hast.
Das wurde mir selbst aber auch erst bewusst, als ich mich neulich mal in das Thema "Thin Privilege" eingelesen habe.
EDIT: Will sagen, ich würde jetzt selbst aufhören zu whinen, "Ich hab gar kein Thin Privilege!! ICH finde schließlich AUCH nie passende Hosen!! Und klein bin ich auch noch!!".
Hab ich mal vor Jahren untätig daneben gestanden, als mein Chef eine supernette, gebildete, leicht übergewichtige Frau als Azubi abgelehnt hat (intern eben genau wegen des Gewichts, denn "die ist sicher sehr bequem und kann die körperlichen Aspekte des Jobs sicher nicht so gut mit ihrem Gewicht" ) und stattdessen den schönen Sportler genommen hat, den wir wegen Dummheit 3 Wochen später wieder feuern mussten? Ja.
Würde ich mit einer übergewichtigen, kleinen Frau tauschen wollen? Nein, denn ehrlich gesagt mag ich mein Thin Privilege.
Ehrlich gesagt habe ich das so formuliert, weil ich es insgesamt einfach zu oft erlebe, dass ein "Nein!" bei (nichtmal unbedingt sexueller) Belästigung und auch sexueller verbaler Gewalt einfach ignoriert wird, ebenso wie persönliche, individuell gesteckte Grenzen.
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