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Die große Sexismus-Debatte

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Ja, das erspart einem aber trotzdem nicht das eigene Denken. Er mag recht haben, insofern als dass das Sexual-Strafrecht bisher keine aktive Rolle des Opfers einfordert. Kein Opfer muss irgendetwas leisten. Dennoch scheint es so zu sein, dass es Fälle gibt, wo nicht klar ist, ob jemand jemand Opfer ist, oder nicht. Und da mag das vielleicht helfen.

Insgesamt ist das allerdings wieder eine emotional geführte Debatte. Und von emotional geführten Debatten verstehe ich nichts.

Hätte man mir vor 5 Wochen den Gesetzestext vorgelegt, ich hätte darin keine Lücke entdeckt.

Die Schwierigkeiten liegen imo darin, wann was zur Anwendung kommt und wie man das beweisen kann. Und so wie ich das mitbekommen habe, ändert sich durch das Nein ist Nein-Prinzip daran wenig.

Wenn allerdings so wenig daran hängt. Kann man es auch reformieren. Was solls?

Tja, was soll's? Schaden kann's ja nicht.

Ja, er mag Recht haben, er kennt sich schließlich damit aus. Nur ist das offenbar kaum irgendwo angekommen. Selbst die Bundesregierung bewirbt das neue Gesetz auf Facebook so:

#‎Neinheisstnein‬! Sexuelle Handlungen werden strafrechtlich künftig auch dann als Vergewaltigung gewertet, wenn das Opfer sich nicht aktiv wehrt bzw. nur mit Worten oder Gesten. Das hat der Bundestag heute beschlossen – einstimmig. „Frauen werden in Zukunft besser vor sexualisierter Gewalt geschützt. Keine Vergewaltigung darf straflos bleiben“, so Justizminister Maas. http://bpaq.de/KabSe


Differenzierung, nein danke. Hauptsache der Slogan ist schön schmissig!

Ich glaube, jeder kennt das, wenn auf der Arbeit die Chefetage irgendwas Tolles ausheckt und der Rest dann zusehen darf, wie man im Alltag damit umgeht. So stelle ich mir das , nach dem Artikel, innerhalb der Justiz vor. Geholfen hats am Ende niemanden wirklich. Aber schaden kann's ja auch nicht.
 
Ist vielleicht meine naive Vorstellung, aber Gesetze sollten erst einmal praxisneutral sein. Und wenn ich dann im theoretischen Konstrukt die Wahl zwischen "Sie hat sich nur mit Worten und Gesten gewehrt, also durfte er ihn reinstecken" und "Sie hat 'Nein' gesagt, konnte sich aus Angst nicht wehren und weil er es trotzdem nicht lassen konnte, war es eine Vergewaltigung." habe, muss ich nicht lange überlegen. Gesetze sollten sich nicht danach richten, was umsetzbar ist, sondern unsere Werte statuieren.
 
Tja, was soll's? Schaden kann's ja nicht.

Ja, er mag Recht haben, er kennt sich schließlich damit aus. Nur ist das offenbar kaum irgendwo angekommen. Selbst die Bundesregierung bewirbt das neue Gesetz auf Facebook so:

#‎Neinheisstnein‬! Sexuelle Handlungen werden strafrechtlich künftig auch dann als Vergewaltigung gewertet, wenn das Opfer sich nicht aktiv wehrt bzw. nur mit Worten oder Gesten. Das hat der Bundestag heute beschlossen – einstimmig. „Frauen werden in Zukunft besser vor sexualisierter Gewalt geschützt. Keine Vergewaltigung darf straflos bleiben“, so Justizminister Maas. http://bpaq.de/KabSe


Differenzierung, nein danke. Hauptsache der Slogan ist schön schmissig!

Ich glaube, jeder kennt das, wenn auf der Arbeit die Chefetage irgendwas Tolles ausheckt und der Rest dann zusehen darf, wie man im Alltag damit umgeht. So stelle ich mir das , nach dem Artikel, innerhalb der Justiz vor. Geholfen hats am Ende niemanden wirklich. Aber schaden kann's ja auch nicht.

Wie gesagt, bisher muss sich ein Opfer bisher nicht aktiv gewehrt haben (ob nun mit Worten oder Gesten, oder wie auch immer) damit es im stGB erfasst ist. Ich vermute, dass sich dieser Irrglaube deshalb verbreitet hat, weil Bundestagsabgeordnete auch keine Richter sein müssen und sich deshalb ebenfalls durch die Medien beeinflussen lassen.

Wie gesagt, schaden tut es nicht, obs hilft, weiß ich allerdings auch nicht. Is allerdings auch egal, im nächsten Jahr sitzt die Hälfte von uns eh im Knast, weil sie von ihren Lebenspartnern und Bekannten, bzw. flüchtigen Begegnungen angezeigt werden. Ausgenutzt von der Weiberschar, verrottet das männliche Geschlecht, bis wir irgendwann nur noch auf die Kinder aufpassen dürfen, weil wir zu der Welt kein Zugang mehr haben. Dann verdienen wir auch weniger, und müssen uns aufhübschen, damit wir noch eine Frau abkriegen, die unser Überleben sichert.
 
Also ich meine bei dem videoschnipsel sagt sie nein hör auf als der andere Kamerad ihr mitten ins Gesicht filmt und dabei sein gebinsel ins Gesicht klatscht? Versteh deshalb die vergewaltigungsvorwürfe bis heute nicht und vor allem ist das doch schon ewig her?
 
Ist vielleicht meine naive Vorstellung, aber Gesetze sollten erst einmal praxisneutral sein. Und wenn ich dann im theoretischen Konstrukt die Wahl zwischen "Sie hat sich nur mit Worten und Gesten gewehrt, also durfte er ihn reinstecken" und "Sie hat 'Nein' gesagt, konnte sich aus Angst nicht wehren und weil er es trotzdem nicht lassen konnte, war es eine Vergewaltigung." habe, muss ich nicht lange überlegen. Gesetze sollten sich nicht danach richten, was umsetzbar ist, sondern unsere Werte statuieren.

Ja, aber die Wahl hast du ja nicht. Du hast die Wahl zwischen, ohne Opferbeteiligung ist es -praxisneutral- immer noch eine Vergewaltigung, egal ob jemand nein gesagt hat und das selbe Szenario, nur hat jetzt noch jemand nein gesagt.

Die Vorraussicht, dass jemand in einer solchen Situation sich zwar nicht weheren kann, aber noch entschieden Nein sagen kann, halte ich aber auch für fragwürdig. Es kann sich eignetlich nur um eine Ergänzung handeln, denn ansonsten würde man festhalten müssen, dass Opfer noch irgendetwas leisten müssen, damit es als Vergewaltigung zählt. Ansonsten wäre es paradox:

Es wird kritisiert, dass Opfer sich oft nicht wehren können, weil sie Angst haben, und deshalb sei das dann keine Vergewaltigung. Die Kritik lautet also, Opfer müssen etwas leisten, was sie nicht können und deshalb bleibt es straffrei.
Und jetzt haben wir das Szenario, dass das Opfer aktiv werden muss, damit es hier in diesem Fall als Vergewaltigung zählt. Ist doch Bullshit! Das wäre sogar eine Verschlechterung der Lage, sollte nur noch das "Nein" ausschlaggebend sein.

Von daher, muss man dann sehen, wie das aussieht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es was bringt. Aber wie gesagt, ist mir eigentlich auch Wurst.
 
Ja, aber die Wahl hast du ja nicht. Du hast die Wahl zwischen, ohne Opferbeteiligung ist es -praxisneutral- immer noch eine Vergewaltigung, egal ob jemand nein gesagt hat und das selbe Szenario, nur hat jetzt noch jemand nein gesagt.

Die Vorraussicht, dass jemand in einer solchen Situation sich zwar nicht weheren kann, aber noch entschieden Nein sagen kann, halte ich aber auch für fragwürdig. Es kann sich eignetlich nur um eine Ergänzung handeln, denn ansonsten würde man festhalten müssen, dass Opfer noch irgendetwas leisten müssen, damit es als Vergewaltigung zählt. Ansonsten wäre es paradox:

Es wird kritisiert, dass Opfer sich oft nicht wehren können, weil sie Angst haben, und deshalb sei das dann keine Vergewaltigung. Die Kritik lautet also, Opfer müssen etwas leisten, was sie nicht können und deshalb bleibt es straffrei.
Und jetzt haben wir das Szenario, dass das Opfer aktiv werden muss, damit es hier in diesem Fall als Vergewaltigung zählt. Ist doch Bullshit! Das wäre sogar eine Verschlechterung der Lage, sollte nur noch das "Nein" ausschlaggebend sein.

Von daher, muss man dann sehen, wie das aussieht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es was bringt. Aber wie gesagt, ist mir eigentlich auch Wurst.

Ich blicke langsam auch irgendwie nicht mehr durch.

Szenario A: Freundin wird von ihrem besoffenen Freund zum Sex gezwungen. Sie schreit und heult, keine körperliche Gewalt, Nachbarn können Schreie bezeugen. Vergewaltigung vor und nach der Reform, ja oder nein?

Szenario B: Sechs Uhr morgens in einem Berliner Club. Auf der Tanzfläche nur noch Alkoholopfer. Zwei halbwegs zurechnungsfähige Typen suchen sich das besoffenste Mädel aus, schleppen es auf's Klo und haben mit ihr ihren Spaß. Sie ist komplett weg und sie filmen es und stellen es online. Vergewaltigung vor und nach der Reform, ja oder nein?
 
Ich vermute, dass sich dieser Irrglaube deshalb verbreitet hat, weil Bundestagsabgeordnete auch keine Richter sein müssen und sich deshalb ebenfalls durch die Medien beeinflussen lassen.

Wir sprechen hier aber von der offiziellen Facebook-Präsenz der Bundesregierung. Das ist ein klassischer Regierungs-Move. Sich handlungsfähig zeigen, bei einem Thema, bei dem man moralisch gar nicht dagegen sein kann. Was will man gegen so eine Parole wie "Nein heißt Nein" auch schon ernsthaft sagen können?
Aber dann bitte beim nächsten Mal nicht rumheulen, weil überall Populisten Gehör finden. Das ist genauso populistisch, nur das man hier das Gerechtigkeitsgefühl einer links-liberalen Zielgruppe bedient.
 
Nunja am nächsten Tag ist die Droge sicher noch nachweisbar...

Nope, so einfach ist das nicht. Das meiste von dem was hier unter KO Tropfen bekannt ist, ist spätestens 12 Stunden nach Einnahme nicht mehr nachweisbar. Gibt aber natürlich auch Substanzen die sich auch mehrere Tage später noch nachweisen lassen. Keta zum Beispiel. Liquid Ecstasy kann mit etwas Pech bereits 6 Stunden später nicht mehr nachgewiesen werden.
 
Also ich meine bei dem videoschnipsel sagt sie nein hör auf als der andere Kamerad ihr mitten ins Gesicht filmt und dabei sein gebinsel ins Gesicht klatscht? Versteh deshalb die vergewaltigungsvorwürfe bis heute nicht und vor allem ist das doch schon ewig her?

Das Problem war wohl, dass das Gericht mehr von dem Video gesehen hatte, und sich deshalb der Verdacht nicht erhärtet hat. Anscheinend (!) bezog sich das nur auf das Filmen, nicht auf den Akt später. In diesem Fall, hatte also auch der "Nein ist Nein"-Paragraph nicht gegriffen.

Wie gesagt, ich sehe, dass es Probleme mit der Beweisbarkeit gibt. Das ist nicht wegzureden. Aber diese Probleme löst man imo nicht durch eine Gesetzesänderung, die diesen Punkt nicht tangiert. Von daher kann man das natürlich machen, aber die Frauen, die vergewaltigt wurden, obwohl sie nein gesagt haben, stehen dann immer noch im Regen. Es sei denn, jemand steht daneben und macht ne Zeugenaussage. Und die könnte man jetzt auch schon machen.
 
Ich blicke langsam auch irgendwie nicht mehr durch.

Szenario A: Freundin wird von ihrem besoffenen Freund zum Sex gezwungen. Sie schreit und heult, keine körperliche Gewalt, Nachbarn können Schreie bezeugen. Vergewaltigung vor und nach der Reform, ja oder nein?

Ja, liegt in beiden Fällen vor. Der Täter hat sich mit Gewalt Zugang verschafft. Er hat sie zum Sex gezwungen. Das ist verboten. Ist egal, ob sie "Nein" gesagt hat.

Szenario B: Sechs Uhr morgens in einem Berliner Club. Auf der Tanzfläche nur noch Alkoholopfer. Zwei halbwegs zurechnungsfähige Typen suchen sich das besoffenste Mädel aus, schleppen es auf's Klo und haben mit ihr ihren Spaß. Sie ist komplett weg und sie filmen es und stellen es online. Vergewaltigung vor und nach der Reform, ja oder nein?



Ja, liegt in beiden Fällen vor. Die Täter nutzen das schutzlose Opfer in ihrer Lage aus.
 
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Man könnte glatt meinen alle poppen nur besoffen :ugly:

Macht Euch nichts in Hemd. Eine besoffene Frau* kann Euch auch weiterhin nicht an der Krawatte aus dem Club nach hause zerren und Euch morgens dann per Fingerzeig ne Vergewaltigung andichten.




*) austauschbares Beispiel
 
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Müsste man nicht im Bekanntenkreis nachfragen wieviele tatsächlich vergewaltigt wurden? Also Wenn man den Vergleich schon ziehen möchte.

Ehrlich gesagt habe ich das so formuliert, weil ich es insgesamt einfach zu oft erlebe, dass ein "Nein!" bei (nichtmal unbedingt sexueller) Belästigung und auch sexueller verbaler Gewalt einfach ignoriert wird, ebenso wie persönliche, individuell gesteckte Grenzen. In dieser ganzen Debatte um Frau Lohfink geht halt jetzt leider völlig unter, dass unerlaubtes Losgrabschen und Anfassen ohne Einverständnis nicht als sexuelle Nötigung gewertet wurde, wenn da nicht noch Drohungen zusätzlich erfolgten.
Und die nötige und ernsthafte Debatte geht jetzt leider vor allem auch darum so unter, weil sie ins Lächerliche gezogen wird und/oder weil - sorry - whinende Männer sich unrealistische Schreckgeschichten ausdenken und laut damit lospoltern.

Das erinnert mich leider sehr an die weißen, priviligierten Männer, die dann auch losschreien: WHITE LIVES ALSO MATTERS!!! und die priviligierten Heterosexuellen, die jetzt dann lautstark ebenfalls einen "Hetero Pride Day" einfordern!... :roll: :nein: Ich frage mich jedesmal wieder (auch in diesem Thread), woher diese Ängste kommen und wieso es so schwierig ist, sich mal für kurze Zeit in diejenigen rein zu versetzen, denen geholfen werden und das alltägliche Leben etwas erleichtert werden soll.


Mir ist es mehrfach passiert, dass mich Typen am hellichten Tag einfach angefasst haben (einmal so im Vorbeigehen einfach mal den Arm zur Seite ausgestreckt und meine Brust betatscht, ein anderes mal am Bahnsteig immer näher gekommen und dann meine Schulter angefasst...) und aufgrund persönlicher Erlebnisse kann mich sowas vermeintlich "harmloses" massiv triggern. Ich kann es schon nicht ausstehen, wenn Leute mich in einer vollen Bahn ungefragt anfassen und zur Seite schieben, weil sie nicht in der Lage sind, rechtzeitig auszusteigen. Letzteres hat bei mir schon eine leichte Panikattacke ausgelöst.
Natürlich würde ich die alte Bahn-Oma jetzt nicht wegen Belästigung und Grabschen anzeigen, aber es ist bitter nötig, dass endlich ein Dialog über Belästigungen, das Einstufen dieser und das Einhalten von persönlichen Grenzen und Komfort-Zonen geführt wird. Und es ist schade, dass dieser Dialog nun nahezu vollständig aufgrund aktueller Ereignisse in einer ausschließlichen Vergewaltigungsdebatte versumpft.


EDIT: Und nur für's Protokoll: Ich war auf dem Weg, was zu bauen und mich mit Farbe zu bekleckern: Ich trug ein labbriges T-Shirt mit einem alten, ollen grauen Cardigan und eine schwarze Jogginghose. No Makeup. Meine Klamotten haben ganz sicher schon von weitem geschrieben: Die ist auf SonntagvormittagvormerstenKaffee-Sex aus! Fass sie an, Alter!
 
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Hat ein bisschen was mit gegenseitigem Respekt zu tun was du da schreibst. Ich empfinde den generellen Unterton bei den Leuten die ihre "Weiße, priviligierte Männer"-Phrasen dreschen alles andere als friedlich und wertneutral ist da ohnehin überhaupt nichts. Das ist genau das über einen Kamm scheren, was diese Leute auch nicht wollen. Reichlich beschränkt, dann genau so darauf zu reagieren anstatt mit gutem Beispiel voran zu gehen. Es geht oft genug doch überhaupt gar nicht mehr um Gleichberechtigung sondern darum, dass jetzt die wahrgenommene Mehrheit nun den Kürzeren ziehen soll. Dabei ist es das Individuum völlig egal wie gesagt. Rassismus bzw. Diskriminierung at its best. Es macht mich teils fassungslos welche Verhaltensmuster in diesen Bewegungen immer wieder zu finden sind, in denen genau diese bekämpft werden - nur halt bei anderen.

"Whinende" Männer? - Ehrlich? Weil du es so schreibst ist es nicht weniger schlimm. Es gibt mehr als genug Falschanschuldigungen bzgl. Vergewaltigungen insb. sehr gut zu sehen in der Gruppe der weiblichen Sozialhacker, die sich mitterweile um den CCC herumtreiben. Das ist dort immer wieder eine beliebte Waffe. Sind diese Vorwürfe dann haltbar? - Nein, natürlich nicht. Ist der Schaden angerichtet? - Aber hallo, gebrandmarkt auf Lebenszeit.

Und auch im generellen Umfeld passiert das viel zu oft. Da ein Familienmitglied bei der Polizei ist, bekommt man ja ein bisschen mehr mit. Ich kann dir keine definitive Zahl nennen, die Falschanschuldigungen der Vergewaltigungen aus niederträchtigen Gründen wie Rache, Eifersucht etc. scheint die Zahl der gerechtfertigen Anzeigen zu übersteigen. Vieles davon geht überhaupt nicht in die Statistik ein, weil die Stories oft so hanebüchen und widersprüchlich sind, dass es bei der Aufnahme der Anzeige gar nicht erst so weit kommt.

Lass dir das alles übrigens mal gesagt sein von jemanden, der den ganzen echten Scheiß schon durchgemacht hat. Dessen beste Freundin damals keine 5 Meter weiter in einer dunklen Ecke vergewaltigt wurde und was das alles nach sich zog die Jahre darauf.

Und stell dir vor, ich, als "weißer, priviligierter Mann", werde mehr als genug belästigt. Da brauch ich nicht auch noch von anderen wie "euch" mit dem Finger auf mich zeigen zu lassen.
 
Vielleicht versteh ich das aufgemachte Fass einfach nicht, weil das nein einer Frau für mich immer schon nein bedeutete :kaffee:

Bzw. in den meisten Fällen merkt man doch auch, wenn einfach überhaupt kein Interesse da ist, ohne dass es überhaupt thematisiert werden muss. Völlig egal, ob von einer oder beiden Seiten.
 
Vielleicht versteh ich das aufgemachte Fass einfach nicht, weil das nein einer Frau für mich immer schon nein bedeutete :kaffee:

Bzw. in den meisten Fällen merkt man doch auch, wenn einfach überhaupt kein Interesse da ist, ohne dass es überhaupt thematisiert werden muss. Völlig egal, ob von einer oder beiden Seiten.

Ja, aber dann ist sie eh eine hässliche, lesbische, ungefickte, frigide Bitch, an der er doch eh kein Interesse hatte. :)

Kennt man doch. Erst: "Eeey, Baby, fickificki!" und Küsschen zuwerfen und wenn sie kein Interesse hat, beleidigend werden.
Frag mich, ob dann je eine gesagt hat: "Oh, du hast Recht. Du scheinst doch ein toller Typ zu sein, hier ist meine Nummer."

*_*


Und Cloud: Bitte lies dir nochmal durch, was das Wort in dem Zusammenhang bedeutet.
Solange du nicht mit übergewichtigen/schwarzen/homosexuellen/Trans*Frauen deinen Status und deine Rechte eintauschen würdest, musst du einfach einsehen, dass du gewisse Privilegien eben einfach hast, selbst, wenn du sie nie selbst eingefordert hast.

Das wurde mir selbst aber auch erst bewusst, als ich mich neulich mal in das Thema "Thin Privilege" eingelesen habe.

EDIT: Will sagen, ich würde jetzt selbst aufhören zu whinen, "Ich hab gar kein Thin Privilege!! ICH finde schließlich AUCH nie passende Hosen!! Und klein bin ich auch noch!!".

Hab ich mal vor Jahren untätig daneben gestanden, als mein Chef eine supernette, gebildete, leicht übergewichtige Frau als Azubi abgelehnt hat (intern eben genau wegen des Gewichts, denn "die ist sicher sehr bequem und kann die körperlichen Aspekte des Jobs sicher nicht so gut mit ihrem Gewicht" ) und stattdessen den schönen Sportler genommen hat, den wir wegen Dummheit 3 Wochen später wieder feuern mussten? Ja.
Würde ich mit einer übergewichtigen, kleinen Frau tauschen wollen? Nein, denn ehrlich gesagt mag ich mein Thin Privilege.
 
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Und Cloud: Bitte lies dir nochmal durch, was das Wort in dem Zusammenhang bedeutet.
Solange du nicht mit übergewichtigen/schwarzen/homosexuellen/Trans*Frauen deinen Status und deine Rechte eintauschen würdest, musst du einfach einsehen, dass du gewisse Privilegien eben einfach hast, selbst, wenn du sie nie selbst eingefordert hast.

Das wurde mir selbst aber auch erst bewusst, als ich mich neulich mal in das Thema "Thin Privilege" eingelesen habe.

EDIT: Will sagen, ich würde jetzt selbst aufhören zu whinen, "Ich hab gar kein Thin Privilege!! ICH finde schließlich AUCH nie passende Hosen!! Und klein bin ich auch noch!!".

Hab ich mal vor Jahren untätig daneben gestanden, als mein Chef eine supernette, gebildete, leicht übergewichtige Frau als Azubi abgelehnt hat (intern eben genau wegen des Gewichts, denn "die ist sicher sehr bequem und kann die körperlichen Aspekte des Jobs sicher nicht so gut mit ihrem Gewicht" ) und stattdessen den schönen Sportler genommen hat, den wir wegen Dummheit 3 Wochen später wieder feuern mussten? Ja.
Würde ich mit einer übergewichtigen, kleinen Frau tauschen wollen? Nein, denn ehrlich gesagt mag ich mein Thin Privilege.

Niemand der bei Verstand ist, würde hier behaupten nicht priviligiert zu sein. Darum geht es nicht. Ich muss mir deswegen aber nicht einreden lassen was ich alles sei oder nicht wäre. Ich habe auch ein Recht auf ein Leben, das ich mir selbst erarbeite und soweit möglich gestalte. Ja, das kann die Mehrheit auf diesem Planeten allein schon deshalb nicht, weil sie nicht hier geboren wurden. Das ist mir sehr wohl bewusst. Trotzdem bin ich stolz darauf da zu sein wo ich jetzt bin, weil ich mir eben in dem für mich relevanten Umfeld die Sachen erarbeitet habe. Schön, dass es mir mein Umfeld ermöglichte. Einfach war es -> für mich persönlich <- trotzdem nicht und die Leistung als solche lasse ich mir nicht absprechen. Insbesondere von anderen ebenso priviligierten, die es nur nicht wahr haben wollen dass sie es 1000x mehr sind als sie es glauben (nicht auf dich gemünzt).
 
Ehrlich gesagt habe ich das so formuliert, weil ich es insgesamt einfach zu oft erlebe, dass ein "Nein!" bei (nichtmal unbedingt sexueller) Belästigung und auch sexueller verbaler Gewalt einfach ignoriert wird, ebenso wie persönliche, individuell gesteckte Grenzen.

Ich denke die wenigstens hier heissen das gut. Aber wie hier auch schon gesagt wurde: das hat letztendlich aber auch viel mit gegenseitigem Respekt und Erziehung zu tun. Dass ab einem gewissen Punkt der Staat eingreifen soll/muss seh ich auch so. Aber es ist nunmal Fakt, dass man als Frau mit dem Thema Vergewaltigung sehr viel relativ leicht in Gang setzen. Genauso wie es Fakt ist, dass eine Frau leider sehr schnell in eine unangenehme nund unangebrachte Lage die dann eben in einer Vergewaltigung gipfeln kann gebracht werden kann.

Zum Thema unrealistische Horrorszenarien: Ich kenn zumindest eine Begebenheit persönlich bei der der Mann der Vergewaltigung beschuldigt wurde. Und da mein Paps bei der Polizei war auch noch einige andere Geschichten.

Als aktuelles Beispiel aus den Medien kann man wohl auch noch den Fall der 13 Jährigen hernehmen die behauptet hat ein Asylwerber habe sie im Freibad vergewaltigt. Die Folge: untergang des christlichen Abendlandes wurde vorhergesagt, Verbot für Asylwerber im Freibad und genug Hetze hintendran. 3 Tage später die Aussage des Mädels: alles frei erfunden. Man stelle sich mal vor die Polizei hätte durch die merhmaligen Befragungen augenscheinlich keine so gute Arbeit geleistet. Hat jetzt aber letztendlich relativ wenig mit dem Gesetz ansich zu tun... soll auch keine Gegenargument sein. Wirkliche Lösung für das Problem hab ich ja auch nicht.
 
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