Ich schaue Buffy gerade zum ersten Mal (bin nun bei Staffel 6) und bin auch heute noch schwer begeistert. Nach dem Twilight-Vampir-Hype und Serien wie Supernatural oder Grimm, wirkt das Monster-Setting natürlich etwas angestaubt, aber das ist ja "mein Problem", da ich Buffy eben heute, mit anderem "Vorwissen", schaue und nicht damals gesehen habe, wo die Serie sicherlich noch "innovativer" aufgefasst werden konnte.
Ansonsten ist sie aber vor allem eins: menschlich. Eine Eigenschaft, die die meisten Whedon-Serien besitzen und sie deutlich von der Konkurrenz abheben. Buffy ist ein Mädchen. Eine junge Frau, der du beim Erwachsenwerden zusehen kannst und die ganz menschliche und nachvollziehbare Probleme hat (wie Liebe, Sexualität, Verlust, Hass, etc.). So sind es eigentlich auch immer diese alltäglichen Erfahrungen, die hier im Mittelpunkt stehen und weniger der Monster-Part an sich. Im Grunde ist Buffy also eine ziemlich gute Coming-of-Age Story, die jedoch den unterhaltsamen Kniff besitzt, dass sie in einer Monster-verseuchten Stadt über den Toren zur Hölle spielt.
Die glaubwürdigen, liebenswerten Charaktere und deren herausragenden Entwicklungen (Beispiel: Supernatural. Da haben sich die Charaktere seit der ersten Folge kein Stück weiterentwickelt. Aber wirklich kein bisschen. Anders Buffy, wo die Figuren sich tatsächlich ändern.) bilden also das Fundament. Der Monster-Rahmen bringt dann die nötige übernatürliche Spannung, den pointierten Witz und viele clevere Drehbuchideen mit. Alles in allem ist das eine erstaunlich substanzhaltige, intelligente und charmante Angelegenheit. Heutzutage audiovisuell natürlich etwas angekratzt, vom Inhalt her aber unglaublich zeitlos, weil hier eben menschliche Geschichten kurzweilig verpackt und brillant vorgetragen werden. Besser geht es in diesem Genre eigentlich nicht.