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MOVIE Interstellar (Zeitreise-Sci-Fi von Christopher Nolan)

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

So jetzt nochmal etwas länger. Was für ein toller SciFi Film alter Tradition. Bei mir schwang da gedanklich immer 2001 drüber. Schon lange keine SciFi Film in dieser Art mehr gesehen. Ruhig und langsam erzählt, sehr "authentisch", also mehr Science als Fiction und dennoch zu jeder Minute spannend. Hatte im Vorfeld ja lediglich gewusst dass der Film von Nolan ist, ein SciFi Film bei dem es um Planetenerkundung geht und sonst nichts. Und das war wahrscheinlich auch gut so. So hat der Film richtig auf mich wirken können.

War quasi von Minute 1 an gepackt und die fast drei Stunden sind regelrecht dahin geflogen. Zu sehr war ich auf die Geschehnisse und die Handlung fixiert. Zumal ich auch nicht so genau wusste worauf es letztlich hinaus laufen würde. Gerade das Stilmittel des Sounds war so fantastisch. Da wummert in einem Moment die erhabene Orgelmusik (die so irgendwie ja eigentlich gar nicht zu nem SciFi Film passt) und im nächsten Moment ist die totale Stille des Alls. Sehr genial diese extrem konträre Sounduntermalung. Dazu wieder die Frage des Menschseins und wohin wir gehen, wie es in 60ern und 70ern SciFi Romanen an der Tagesordnung war und in modernen Büchern leider viel zu selten geschieht.

Tatsächlich bin ich wie Xettman es schon geschrieben hat, als Jungvater auch nochmal ganz anders von der Vater-Tochter Geschichte (aber auch den ganzen Familiengeschichten über den Zeitverlauf) mitgenommen. Anakin Skywalker in Episode 1 wird mir zwar immer auf den Wecker gehen, aber in solchen Filmen berührt mich diese Thematik nochmal mehr. Wirklich schön, weil es den Kern des Elternseins beschreibt, fand ich die Antwort auf die Frage, warum er seiner Tochter nicht gesagt hat, dass er die Welt retten geht.
Weil man Kinder Sicherheit geben möchte und dazu gehört nicht ihnen zu sagen dass die Welt wohl untergehen wird.
Ganz genau so ist es. Insgesamt hat der Film extrem viel auf der menschlichen Ebene gespielt. Setze ich mich als Mensch für andere Menschen ein oder nur für meine Bedürfnisse. Lügen, Liebe, Angst, Hoffnung, Hingabe alles Themen des Films, ohne es einem aufs Auge drücken zu wollen.

Dazu kam die doch sehr spezielle Kameraführung, die immer auch gewirkt hat, als wäre hier teilweise ein Dokumentarfilm gedreht worden. Mag man bemängeln, da die ein und selbe Einstellung der Ranger immer wieder vorkam ohne dass es einen Mehrwert geliefert hat. Mich hats aber nicht allzu sehr gestört. Dazu war der Bildstil des Films ohnehin zu speziell.

Am Ende war ich wirklich fasziniert als der Film vorüber war. Ohne dass ich jetzt so ganz genau beschreiben könnte, was mich am Film so derart fasziniert hat. Das war einfach der Film an sich der eine unheimliche Wirkung auf mich entfaltet hat. Dadurch habe ich auch nicht den Drang ihn nochmal sehen zu müssen. Der hat jetzt beim ersten Mal unheimlich auf mich gewirkt und hallt auch noch in meinen Gedanken nach. Aber damit ist es auch gut. Wie damals als ich 2001 zum ersten Mal gesehen habe. Danach habe ich ihn jahrelang nicht mehr angesehen obwohl er mich so fasziniert hat.

Wirklich extrem viel zum Grübeln hat der Film mir aber nicht gegeben. Im Prinzip wurde das Meiste erklärt (auch wenn ich mangels tieferer Physikkenntnisse nicht alles genau verstanden habe). Allein am Ende habe ich eine Sache nicht so ganz verstanden oder nachvollziehen können
Die Menschen haben inzwischen die Cooperstation gebaut und sie in die Nähe des Saturns gebracht. Warum haben sie nicht selbst weitere Expeditionen durch das Wurmloch unternommen? Warum musste jetzt unser Held ein Schiff klauen und sich wieder auf in die andere Galaxie machen. Natürlich ist Brand dort auch gerade erst gelandet. Aber ich nehme an, dass die Menschen mit der Cooperstation zumindest schon ein paar Jahre am Saturn und damit in der Nähe des Wurmlochs sind. Fand ich etwas seltsam. Offensichtlich haben sie noch keine weitere Erkundungsmission gestartet, da ja der Monolog von Murph darauf hin deutet "finde uns eine neue Heimat und finde Brand"

Alles andere fand ich wirklich genial und doch auch für Laien oft gut erklärt.
Auch die Sache mit den Zukunftsmenschen die schon in der fünften Dimension leben und diese in eine vierte oder dritte Dimension gebogen haben, damit heutige Menschen diese überhaupt nachvollziehen und handeln können. Ich liebe einfach Flüge in schwarze Löcher. Für mich in Filmen fast genauso spannend wie die Suche nach Atlantis.
 
(...)
Die Menschen haben inzwischen die Cooperstation gebaut und sie in die Nähe des Saturns gebracht. Warum haben sie nicht selbst weitere Expeditionen durch das Wurmloch unternommen? Warum musste jetzt unser Held ein Schiff klauen und sich wieder auf in die andere Galaxie machen. Natürlich ist Brand dort auch gerade erst gelandet. Aber ich nehme an, dass die Menschen mit der Cooperstation zumindest schon ein paar Jahre am Saturn und damit in der Nähe des Wurmlochs sind. Fand ich etwas seltsam. Offensichtlich haben sie noch keine weitere Erkundungsmission gestartet, da ja der Monolog von Murph darauf hin deutet "finde uns eine neue Heimat und finde Brand"
Sie müssen den neuen Planeten bereits besiedelt haben. Denn wie gesagt benötigten sie ja das organische Leben auf dem Planeten, um überhaupt weiterleben zu können. Daher war Murph ja auch vor der Reise zu der Saturnstation 2 Jahre lang im Kälteschlaf. Insgesamt sind schließlich gut 40-50 Jahre seit der Entdeckung der Formel vergangen. Deshalb müsste Brand auf einem bereits besiedelten Planeten eintreffen.
 
Ja aber der war ja gerade nicht
besiedelt. Man sieht doch deutlich dass Brand hier mit den Schiffscontainern nur ein Basiscamp aufgebaut hat. Zudem sieht man wie sie Edmund beerdigt hat. Wären da schon vorher Menschen zu Besiedlung gewesen, hätten die die Leiche sicher nicht ewig herum liegen lassen und hätten ne ordentliche Stadion aufgebaut. Zudem gäbe der Abschlussmonolog von Murph ja auch nicht viel Sinn. Warum soll er Brand noch suchen, wenn er einfach gemütlich mit dem nächsten Shuttle zum Planeten reisen könnte.

Ich denke auf der Cooperstation können die Menschen schon selbst ihre Nahrung herstellen. Immerhin ist das ja auch Plan A. Während Brand ja letztlich Plan B ausführt.

Aber okay, für die Situation gibt es wohl keine eindeutige Aufklärung. Was ich aber etwas Schade finde. Glaube nicht dass Nolan das unbedingt der Interpretation überlassen wollte.
 
Ist doch klar.
Die Menschen brauchen ja noch Zeit. Sie sind noch nicht auf Brands Planet angekommen. Ausserdem wussten sie bis dahin ja noch gar nicht was passiert war. Cooper ist ja erst seit wenigen Tagen bei den Menschen. Erst Cooper konnte Ihnen ja von Brand berichten, denn durch das Wurmloch tröpfeln die Bits ja nur einzeln.
 
So würde ich das ja auch sehen
da ja die Kommunikation aus der anderen Galaxis in die Erdengalaxis nicht funktioniert. Dann bleibt aber mein Grundproblem - wieso haben die Menschen trotz Cooperstation in der Nähe des Wurmlochs nicht mal selbst eine weitere oder mehrere Expeditionen durchs Loch geschickt. Schiffe hatten sie ja offensichtlich genug inzwischen. Würde ja meinen dass die Cooperstation schon ein paar Jahre im Orbit des Saturns ist.
 
Also vorab: ja, guter Film rein handwerklich und über die ersten beiden Drittel hinweg auch noch inhaltlich. Alles was danach kommt hinterlässt mich etwas zwiegespalten aber dazu später mehr. Auch Zimmers soundtrack, vielleicht nicht ein Meisterwerk an Komplexität, aber doch immer sehr präsent weiß zu begeistern. Ich finde er hat ein wenig zu simpel gedacht als er das ticken der Zeit in fast jedem zweiten Thema eingebaut hat aber das ist nörgeln auf hohem Niveau, apropos, ab ins spoiler land:

Interstellar erklärt nicht viel und möchte die Erde genau so schnell hinter sich lassen wie cooper seine Kinder. Das tut dem Tempo des Films gut und bietet dem Zuschauer trotzdem jederzeit genug wissen über die Situation der Figuren. Natürlich verzettelt nolan sich hier und da in ein paar Widersprüchen aber das kann man auch mal verzeihen. Die Reise ins unbekannte ist das absolute Highlight des Films. Die Planeten, die Entwicklung der Figuren, hier sind die 60+ Minuten wo nolan wirklich seine Stärken ausspielt. Mir war das zwar hier schon teilweise etwas zu viel Hollywood (muss er denn knapp über der Oberfläche landen? Muss man der Welle knapp entkommen?) was meines Erachtens nach der sonst so ruhigen erzählweise etwas den Wind aus den segeln genommen hat, aber trotzdem hat der film immer wieder gut zum Kern der Geschichte zurück gefunden.

Dann kam das letzte Drittel und mit ihm Matt Damon. Dessen Geschichte fand ich auch durchaus nachvollziehbar und da mir so ein weiterer Planet nahe gebracht wurde war ich innerlich auch noch befriedigt doch dieser ganze Action Schwurbel danach, mit dem Kampf, mit dem Flug, mit dem Andocken, war einfach nur unnötig und imo eher dafür da die Leute im Zaum zu halten die wie die Frau denken die hinter mir im Kino saß ("alter der Film ist ja komplizierter als Star Wars")

Darüber hinaus, ich bin wirklich kein Prophet was Filme angeht, ich möchte bei weitem nicht behaupten oft vorher zu sehen wie die Geschichte ausgeht aber in dem Moment wo seine Tochter meinte das irgendwer mit Ihr in diesem Zimmer Kommuniziert hat bzw. der Geist eine Person war, war das Ende für mich schon Erzählt. Ich hab von da an nur gehofft das er nicht wirklich im Hintergrund die Fäden gezogen hat und nicht auch noch mit der Uhr kommuniziert. Ich möchte nicht mal sagen das all dies ein schlechtes Ende für den Film dar stellt, es geht viel mehr darum das ich völlig andere Erwartungen hatte.

Hier wurde sehr oft der Vergleich zu 2001 gezogen und ich bin mir nicht sicher ob ich damit d'accord gehen würde. Nur weil hier auch Jemand in einem schwarzen Loch verschwindet und durchs Weltall reist rechtfertigt das noch lange nicht den Vergleich zu einem der besten Filme aller Zeiten. 2001 war ein Meisterwerk und durchzogen von Metaphern und Philosophischen Denkanstößen. Interstellar ist dagegen nur eine actionreiche Odyssee durchs Weltall. Das Ende ist für 2001 Fans zu simpel und durchschaubar, die Geschichte selbst driftet nach genialen start zu sehr ins Actionland hinüber. Auch Emotional war der Film zu sehr übers Knie gebrochen, die Zeit hätte Nolan lieber in die Erkundung des dritten Planeten oder in mehr Weltraum investieren sollen. Über die Logik oder die Stimmung der letzten Minuten möchte ich mich nicht auslassen, wie gesagt, so einem Film kann man schon mal kleine Logiklöcher verzeihen.

Das klingt jetzt vielleicht sehr harsch, aber ich möchte damit nicht sagen das Interstellar ein schlechter Film ist. Er hatte keine längen, einen unglaublich starken einstieg und schauspielerisch wirklich starke Leistung (außer Anne Hathaway die imo doch etwas blass blieb) Mit 2001kann er sich zu keinem Zeitpunkt messen, muss er aber auch am Ende des Tages nicht um über weite strecken gut zu unterhalten.

8/10 Wurmlöchern.
 
@SirHorst
Ich gehe mal davon aus, dass du selbst noch nicht Vater bist.
Dieses emotionale packt einen richtig krass, wenn man selbst Vater ist. Dann erlebt man den Film auch ganz anders. Zumindest ich.

Der Film erinnert an 2001, allerdings ist er auch für die ganzen casual Mainstreamler massenkompatibel aufbereitet.
Mir haben auch Kleinigkeiten hierund da nnicht so gut gefallen, dass ist aber Hollywood massentauglich und Geld verdienen müssen und so geschuldet.
Das weiß man vorher, wenn man in einen Hollywoodfilm geht und sieht notgedrungen darüber hinweg.

Woanders habe ich vor kurzem eine Userkritik gelesen, in der einer dediziert ausführt und sehr gut begründet, weshalb er den Film nicht so gut fand. Jeder empfindet den Film anders, hat andere Erwartungen und vor allem Erfahrungen, die wiederum sein Filmerlebnis gestalten.

Viel Blabla, von mir 11 von 10 Wurmlöchern, aber ich gehe auch mit 5 Wurmlöchern d'acord, da dieser Film wirklich auch spalten kann.
 
wegen vielleicht 10minuten "action" ist es also gleich eine actionreiche odyssee, die zu sehr ins actionland abdriftet :?
Naja 10 min sei mal da hin gestellt. Da waren schon wirklich viele dieser typischen "das wird aber ganz schön knapp" Momente. Es spricht ja auch nichts gegen etwas Krach bumm aber mir war das teilweise etwas zu viel Mittel zum swag. Aber wie gesagt, auch wenn ich das Ende wirklich... Na zumindest speziell fand, der ganze Rest war wirklich erstklassige Unterhaltung.

Zu dem Part das die Tochter Geschichte anders wirkt wenn man selbst Kinder hat, kann sein. Habe auch schon von Vätern gehört die den ganzen Part zu gehetzt und oberflächlich fanden. Aber man muss ja auch nicht aus jedem fitzel eines Films seine Begeisterung ziehen.

Das ganze ist halt auch nörgeln auf hohem Niveau sonst wäre ja keine 8/10 dabei Rum gekommen aber die genannten Punkte haben mich am Ende halt doch schon etwas gestört, Grade weil der Film so gut war.
 
Normalerweise fällt mir Musik in einem Film nie auf.
Aber bei Interstellar war das immer so passend, dass mir die Mucke richtig positiv aufgefallen ist.
War zuletzt bei Oblivion so.

Also was der Zimmer da gebastelt hat ist aller Ehren wert.

In der Batman Triologie und in Inception war die Musik von Zimmer fast zu präsent. In Interstellar wird sie hingegen eher sparsam und dezent eingesetzt. Und dazwischen ist die Stille des Weltraums. Das gefällt mir.
 
Das hatte ich auch erwartet, weil das hier im Thread schon mal erwähnt wurde. Aber nee, im Zoo Palast sitzen die Einstellungsprofis! War nicht zu laut, sondern genau richtig!
 
Am Freitag zum zweiten Mal gesehen und die Faszination bleibt unverändert. Könnte ihn mir auch direkt ein drittes Mal anschauen. Für mich der beste Film seit Jahren.

Es geht mir aber insgesamt etwas wie Mandos, so genau beschreiben, warum der Film diese Wirkung auf mich entfaltet, kann ich gar nicht sagen.

Den größten Anteil daran hat sicherlich der Aspekt der Raumfahrt. Das All und die Erkundung neuer Welten ist seit jeher ein Thema, dass mich unglaublich fasziniert. Für mich gehört daher z.B. auch Mass Effect 1 und im Speziellen die Erkundung fremder Planeten mit dem Mako zu meinen intensivsten Spielerfahrungen.

Das ganze Thema im Zusammenspiel mit der allgemein interessanten und emotionlen Geschichte (die Vater/Tocher Beziehung hat mich doch tiefer bewegt als ich gedacht hätte), den glaubwürdigen Charakteren, den unglaublichen Bildern und dem traumhaften Score. Es fiel hier auch schon der Begriff Authentizität, dem ich nur zustimmen kann. Interstellar kommt einfach unglaublich authentisch und bodenständig rüber, weshalb ich immer das Gefühl hatte, dass das Ganze irgendwann genauso stattfinden könnte.

Was ich darüber hinaus an Interstellar sehr schätze ist, dass einige Fragen unbeantwortet bleiben bzw. man als Zuschauer auch Sachen einfach hinterfragt und es somit zu interessanten Diskussionen kommt. Sieht man hier im Thread ja auch sehr schön. Sicherlich nimmt einem der Film schon viele Erklärungen ab, aber mir persönlich nicht alle, zumal ich auch kein Physik-Genie bin und schon allein daher nicht alles direkt für mich greifbar war/ist.

Ich hab dieses Jahr um die 30-40 Filme im Kino gesehen (alle Genres vertreten) und beim Mammutanteil war es einfach so, dass meine Kinobegleiter und ich vielleicht noch kurz aufgeführt haben, was wir gut/schlecht fanden, aber im Grunde wurde über das Gesehene kaum diskutiert. Interestellar bildet hier eine der wenigen Ausnahmen.

Wünsche dem Film daher einfach mal, dass er sich durch die doch allgemein recht positive Resonanz noch etwas länger und erfolgreicher in den Kinos hält. Für mich einfach eine Perle für die das Kino geschaffen wurde.
 
Das hatte ich auch erwartet, weil das hier im Thread schon mal erwähnt wurde. Aber nee, im Zoo Palast sitzen die Einstellungsprofis! War nicht zu laut, sondern genau richtig!
Kannst du doch überhaupt nicht einstellen, wenn dann liegt es an der neuen soundanlage des zoopalastes, atmos heißt das glaub ich, neugebaute kinos haben eben den vorteil nicht auf alte technik zurückzugreifen.
 
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