Und das ungebührliche Verhalten resultiert möglicherweise nicht auch aufgrund von Auswüchsen einer gesellschaftlich verankerten Geschlechterdiskriminierung, die zweifelsfrei noch immer allgegenwärtig ist?
Möglicherweise, aber meiner Meinung nach nicht. Ich schätze es so ein, dass sie angemacht wird, weil sie attraktiv erscheint, _nicht_ weil sie wegen ihres weiblichen Geschlechtes als etwas Niederes angesehen (und damit diskriminiert) wird.
Das Problem ist in dem Fall dann eher jenes, dass sie nicht wissen wie man sich zu benehmen hat und nicht ein solches, dass Frauen geringeren Wert hätten o.ä.. (Wobei natürlich gerade bei Holzköpfen, die Problem A mit sich tragen, auch Problem B überdurchschnittlich häufig zu beobachten sein wird. Aber ich sehe nicht diese strikte, zwingende Kausalität von A zu B.)
Und warum soll ein "schlechtes Benehmen" und "Sexismus" nicht in Relation zueinander stehen können? Ersteres kann selbstverständlich auch ein unmittelbares Produkt von letzterem sein.
Ja, kann. Wenn jemand sich Frauen gegenüber generell schlecht verhält, weil er sie für schwach, dumm, was auch immer hält.
Kann aber auch ohne (engen/kausalen) Zusammenhang stattfinden, wenn da jemand so plump und anstößig verhaltensauffälig wird.
Die Schlussfolgerung ist mir zu simpel, insbesondere auch in Anbetracht der Tatsache, dass es oftmals nur einem Geschlecht in dieser Häufigkeit widerfährt. Es sei aber auch erwähnt, dass eine Geschlechterdiskriminierung sich selbstredend nicht ausschliesslich auf ein bestimmtes Geschlecht beschränkt.
Angemacht/angeflirtet zu werden ist mMn erst mal an sich keine geschlechtsbedingte Schlechterstellung, kein Diskriminieren, als welche ich "Sexismus" verstehe. Männer sind im Schnitt einfach umtriebiger, geiler, etc., dann passiert es einfach häufiger in die eine als in die andere Richtung. Ist so, macht nix und gehört auch nicht politisch korrekt mit staatlichen Maßnahmen angeglichen. Es gilt in der Art und Weise menschlicher Begegnung einfach nur den Anstand zu wahren.