Wenn man nicht gerade ein ARM-Tablet nimmt (da laufen - abgesehen von Office - keine "klassischen" Desktop-Programme drauf).
Habe die Tage noch ein wenig weiter die Consumer Preview Beta ausprobiert. Weitere Eindrücke (überwiegend zu Metro / Metro-Apps):
Login / Passwort-Bug
Ich hatte ja schon
im Beitrag weiter oben geschrieben, dass ich nach dem ersten Einrichten Probleme mit meiner Windows Live ID hatte. Beim Login-Feld wurde mein (langes & komplexes) PW nicht angenommen. Es gab immer eine Fehlermeldung. Dachte zuerst es liegt vielleicht an Sonderzeichen im Zusammenspiel mit dem virtuellen Rechner (wobei auch das komisch wäre, da das Einrichten des Kontos am Ende der Installation ja wunderbar ging). Aber jetzt habe ich durch Ausprobieren den Grund gefunden: Das Passwort-Feld von Win8-Accounts lässt nur maximal 16 Zeichen zu. Mein PW ist länger und wird deshalb als "falsch" abgelehnt. Der eigentliche Fail kommt aber, wenn ich einfach nur die ersten 16 Zeichen eingebe. Damit geht es! WTF?
Bilder, Videos & Musik-„Apps“ unter Metro
Zu den ersten Apps für die Metro-Oberfläche gehören Anwendungen für Multimediainhalte. Kurz mal einige Bilder anschauen, Musik hören oder ein Video abspielen gehört zu den Grundfunktionen eines Rechners. Die erfreuliche Nachricht: Das geht auch noch mit Windows 8.

Allerdings ist die Umsetzung – mit den aktuellen Beta-Apps – ausgesprochen bescheiden. Das hat zwei Gründe: 1. Ist der Funktionsumfang der „Apps“ sehr dürftig und zum anderen sind es eher Werbeapps. Öffnet man Videos oder Musik, dann wird man – in bester Xbox 360-Tradition – mit einem Werbevollbild für Kaufinhalte begrüßte. Erst wenn man weiter nach rechts durchscrollt sieht man den Bereich, worüber man Zugriff auf die Eigene Video/Musik-Bibliothek bekommt. Im Fall der Videos ist es mit einer Werbeseite allein nicht getan. Hat man die Videosammlung geöffnet, dann öffnet sich erst einmal die Ansicht für gekaufte / gemietet Filme und man darf noch einmal umschalten, bis man zu den Eigenen Videos kommt. Der Medienplayer unterstützt dann auch nur die allerrudimentärsten Funktionen. Play, Pause & nächste / vorheriger Track & das Anspringen zu Zeitindex Y.
Bei den Bildern gibt es nicht so viel Werbung für Käufer, dafür wird – je nach Auflösung – 2/3 bis 3/4 vom Schirm für weitere Dienste verwendet (Skydrive, Facebookd & Twitter), die auf der Bilder-Startseite immer eingeblendet werden. Ob man entsprechende Accounts hat / die Dienste nutzen will, ist da völlig uninteressant. Optionen für Metro-Einstellungen & Apps gibt es generell nur sehr spärlich bis gar nicht. Ist man etwa im Bilder-Ordner, dann kann man außer löschen & ansehen / Diashow nix weiter machen. Kopieren, verschieben, umbenennen oder mit Anwendung X (E-Mail, Grafikprogramm, etc.) öffnen geht alles nicht.
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Mail & Skydrive
Ebenfalls als Beta-App gibt es eine E-Mail-Anwendung, womit simple Aufgaben erledigt werden können. Während es sich sehr einfach gestaltet beim Schreiben einer Mail schnell ein Bild (von der Platte oder Skydrive) an die Mail anzuhängen bzw. lediglich einen Link zum Anhang auf Skydrive zu verschicken, so hat man als User eines kleines Monitors (unter 1680 x 1050) die Arschkarte in Sachen Übersicht. Die drei Spalten für Ordner / E-Mail Accounts, Mailübersicht & geöffnete Mail sind so breit, dass man überhaupt nicht alles sieht und bei kleinen Auflösungen von der Detailansicht einer Mail gar nicht so einfach wieder zurück zu den Mail-Ordnern kommt, die ganz links angezeigt werden. Sind nicht zu sehen, können entsprechend nicht angeklickt werden und mit dem Mausrad, womit man sonst das Bild nach links / rechts scrollen kann, scrollt man die Mail-Detailansicht.
Besser schlägt sich dagegen die Skydrive-App. Dateien lassen sich schnell hinzufügen, lokal speichern und die Geschwindigkeit auch wirklich gut. Allerdings lassen sich von der App-Oberfläche aus keine neuen Ordner erstellen oder Berechtigungen verwalten.
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MS App-Store & Xbox-Integration
Mit Windows 8 kommen die Apps für Desktopmassen. Obwohl es in der CP-Beta bislang nur einige wenige Apps gibt, so erstreckt sich der MS-App-Store schon über 6 Bildschirmseiten (bei einer Auflösung von 1366 x 768). Im Gegensatz zur Box gibt es gescheite Filtermöglichkeiten und es können schriftliche Rezensionen verfasst werden. Allerdings hat sich MS in Sachen Schnelligkeit leider ganz stark an der Konsole orientiert. Obwohl die Beta bislang nur von 1 Millionen Leuten geladen wurde und es im Store nur 20-30 Apps gibt, so ist alles unglaublich träge, zäh und gespickt von Aussetzern und Serverfehlern. Mit vielen Apps kommen natürlich im Laufe der Zeit viele Updates. Während jeder Otto-Normalverbraucher eigentlich erwartet, dass die entsprechenden Updates mit über die Windows-Update-Route eingespielt werden können (zumindest optional) hat sich MS dazu entschlossen die App-Updates in einen eigenen Update-Vorgang auszulagern, der jeweils manuell im App-Store gestartet werden muss.
Neben PC-Anwendungen gibt es mit Windows 8 & Metro auch eine engere Verzahnung mit der Xbox-Konsole. Eine Anwendung ermöglicht es den Xbox-Marktplatz zu durchstöbern, wie man es sich eigentlich auf der Konsole gewünscht hätte, wenn einem dort schon Metro aufgedrückt wird. Es gibt etliche Sortier- & Filtermöglichkeiten und die Oberfläche wirkt informativer & kompakter. Lediglich einige komische Aufteilungen & Anordnungen zeugen noch vom Beta-Stadium. Ansonsten macht dem Xbox-Store auf dem PC lediglich die lahme Geschwindigkeit zu schaffen.
Als „Spielerei“ gibt es auch noch die Möglichkeit die eigene Konsole via Fernsteuerung vom PC zu bedienen. Ein Klick am Rechner und auf der Box startet Game X oder man übernimmt vom PC aus die Gamepadsteuerung.
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Storage Spaces
Sehr interessant ist die Möglichkeit in Windows 8 mehrere (IDE, SATA & USB, geht auch gemischt) Festplatten unter Storage Spaces in ein „Laufwerk“ zu vereinen, so dass man sich nicht mehr darum kümmern muss, ob Platte X nun voll ist und weitere Daten auf Platte Y kommen. Sind die Platten voll, dann kann man einfach weitere HDDs anschließen. Zudem kann man auch einfach per Mausklick bestimmen, ob Daten doppelt oder dreifach gesichert / gespiegelt werden sollen. Funktioniert auch alles wunderbar. Lediglich die Größenangabe, die man beim Einrichten machen kann, ist völlig bescheuert. Wenn man z.B. 2 Platten a 20 GB verwendet und doppelte Datensicherheit wählt, dann hat man effektiv etwa 20 GB Speicherplatz (logisch). Man kann allerdings auch in dem Feld der Datengröße 2 TB (statt 20GB) eintragen. Dann wird einem diese Größe auch im Explorer angezeigt, so dass man den echten Füllstand gar nicht mehr direkt sehen kann.
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Metro-Interface mit Maus & Tastatur bei der täglichen Nutzung / Fazit Win 8 Beta
Auch wenn die 3-4 Stunden, die ich jetzt mit der Win 8 Beta verbracht habe, sicherlich zu kurz für ein endgültiges Urteil ist und die ganzen Apps waren ja auch noch Preview-Versionen, so ist für mich inzwischen recht klar, dass Metro für den klassischen Desktop-Einsatz eher suboptimal ist. Wer einfach nur eine Mail schreiben, seine Freunde bei Facebook pflegen und etwas Musik hören möchte, der findet all das, was er braucht / will, unter einer bunten Oberfläche. Es ist schon bequem, wenn man über den Store, sollte er mal schnell & zuverlässig laufen, einfach weitere Programme nachladen / nachkaufen kann. Aber in Sachen Usability ist Metro ganz klar auf Tablets ausgelegt. Da reicht es, wenn man ein Bild lediglich ansehen oder löschen kann. Sehr schön ist es natürlich auch, wenn man nach einem Rechnerwechsel / Formatierung alle Metro-Einstellungen & Apps wieder vorfindet.
Aber als Desktop-User, der sich nicht nur X Stunden durchs Web klickt, ist Metro in Sachen Usabilty nix. Dazu ist die Oberfläche viel zu unflexibel, störrisch und es fehlen unzählige Funktionen. Da boten DOS-Programme vor 15 Jahren mehr Features und waren eingängiger in der Handhabung. Bei Metro sieht man vieles / wichtige Sachen nicht wirklich. Auf dem Desktop reicht ein Klick auf das Programm in der Taskleiste und man ist am Ziel. Bei Metro muss man erst eine kryptische Bewegung in einer Ecke machen, damit man eine kleine Übersicht bekommt oder ist gezwungen sich mit ALT+TAB durch die Anwendungen zu navigieren. Drag & Drop ist damit auch begraben worden, das Kontextmenü ist nur noch eingeblendeten Leiste am unteren Rand mit 2- Funktionen degradiert worden und man ist ständig am Suchen, da Optionen / Möglichkeiten fehlen oder eher versteckt eingebaut wurden. So gibt es im App-Store beispielsweise eine Übersicht, welche Anwendungen installiert sind, aber man kann die installierten Anwendungen über die Übersicht nicht entfernen. Das geht nur im Metro-Startmenü. Außer man hat die Anwendung dort entfernt, dann muss man diese über die Suchfunktion erst wieder suchen. Eigentlich würde man ja vermuten, dass man die Startseite vom Internetexplorer einfach unter Einstellungen ändern könnte. Aber da gibt es den Punkt nicht. Man soll / muss (?) zur gewünschten Startseite navigieren und dann diese Seite als Metro-Icon zusätzlich ans Startmenü heften. Dadurch hat man zwei gleiche Metro-Schaltflächen im Metro-Startmenü, aber mit unterschiedlichen Funktionen im Kontextblock.
Man kann natürlich / zum Glück noch immer fast alles ohne Metro-Oberfläche machen. Die klassische Nutzungsweise ist nahezu unverändert vorhanden. Aber schon die anfängliche Verschmelzung lässt einen / mich mit einem unguten Gefühl zurück. Für ein Tablet ist Win 8 wirklich eine sehr interessante Sache, da man bei Bedarf auch jederzeit alle Möglichkeiten & Programme eines vollwertigen Betriebssystems nutzen kann. Aber als Desktopuser fühlt man sich da eher verschaukelt mit der Mischung, da Touch & Metro der neue Fokus sind und der Rest eher „notgedrungen“ mitgeschleppt wird.