The Order 1886
So, wird mal Zeit für ein erstes Fazit, mit Chapter V...
Zur Optik braucht man eigentlich nicht mehr allzu viel erwähnen. Die ist nichts Geringeres als schlichtweg atemberaubend und momentan unangefochtene Referenz. Die Screenshot Funktion ist bei mir derzeit im Dauereinsatz, und wie hier bereits einmal im Thread von anderen angemerkt wurde, passierte es auch mir bereits, dass ich nach einer Cut Scene nicht sofort wieder das Ruder übernommen habe, weil ich dachte, noch innerhalb der Cut Scene zu sein. Die Übergänge zwischen Cut Scene und Gameplay sind völlig nahtlos. Keine Ladezeiten, keine Änderung der Optik, gar nichts. Zu 100% fließende Übergänge.Allgemein gibts keinerlei Ladezeiten in The Order, zumindest nicht bisher. Das Spiel würde sich vermutlich innerhalb einer Sitzung in einem Schwung durchspielen lassen.
Inszenatorisch und atmosphärisch ist The Order bisher eine Wucht, wozu die starke Technik natürlich ihren guten Teil beiträgt, da ich mich bisher wie einem interaktiven CGI Film fühlte, an dessen Regie ich bislang nichts zu bekritteln habe. Die Charaktere sind mir bis jetzt auch sehr sympathisch und die englische Tonspur kann sich ruhig als superb bezeichnen lassen. Allerdings sollte man dafür etwas fitter mit seinem Englisch unterwegs sein, da zum Teil doch einiges an altertümlicherem und "exzentrischem" Vokabular verwendet wird, die nicht unbedingt Teil von jedermanns Wortschatz sind.Die Geschichte zeigt sich bislang interessant und verwendet am Anfang einen bekannten Film-Trick, um von Minute 1 weg das Interesse des Spielers an ihr zu wecken: Geschehnisse aus der Zukunft, zu denen einen das Spiel dann vermutlich im Laufe der Kapitel führen wird.
Zur Anzahl an Cut Scenes: Sind schon sehr viele drin, allerdings sind diese bisher kurzer Natur. Die längsten gab es bislang ganz am Anfang. Der Großteil war bis dato aber eher eine Frage von Sekunden als von Minuten und da die The Order Gameplay und Cut Scenes so nahtlos wie kein anderes, mir bekanntes Spiel vermischt, reißt mich das auch nicht aus dem Spielgeschehen heraus, sondern kreiert eine für mich sehr fesselnde Erfahrung.
Was allerdings an der Tagesordnung ist (bitte beachtet, dass meine Einschätzung hier bis Kapitel 5 geht), sind ruhige Passagen, die einen die großartige Atmosphäre dieses Spiels atmen lassen und einem auch die anderen Knights des eigenen Squads näherbringen. Eine Action Achterbahn à la Gears sollte man sich auf gar keinen Fall erwarten. Damit würde man mit seiner Erwartungshaltung recht weit ab vom Schlag liegen.
Zum Shooter Gameplay: Grundsolide und geschliffen. Die Deckungsfunktion funktioniert astrein. Ist mir noch nicht passiert, dass ich mal nicht aus einer Deckung weg konnte, ein Wechsel missglückte oder ich nicht in Deckung gehen konnte - was mich ja bei einigen Cover Shootern der letzten Gen ziemlich geplagt hat. Als so einfach empfand ich die Shootouts bisher auch nicht. Bin zwar kein Shooter-Crack, spiele aber auf mittel und habe schon das eine oder andere Mal den Löffel abgegeben. Liegt ua daran, dass Galahad wirklich nicht viel aushält und die Regeneration nach Treffern im Vergleich zu anderen Titeln auch nicht die aller schnellste ist. Ein paar Treffer reichen, um ihn zu Boden zu schicken. Garstige Treffer von Schrottflinten, Snipern und vor allem von Granten, können ihn auch (nahezu) one-hitten. Ist aber kein Problem, da die Checkpoints in diesen Fällen immer sehr gut/fair gesetzt waren.
Man sollte allerdings unbedingt sofort die Empfindlichkeit der Steuerung auf Anschlag hinaufsetzen, da die Standard Einstellung extrem(!!!) träge ist. Hat mir einige Tode und etwas Gefluche beim ersten Aufeinandertreffen mit den Lykanern beschert, was darin begründet lag, dass sich Galahad nur im Schneckentempo drehte und zielte.
Punkto Qick Time Events...ich bin per se kein absoluter Feind von QTEs. Es kommt ganz darauf an wie sie designed wurden. Um einen Einblick zu geben wie ich zu den QTEs stehe, anhand zweier Beispiele: Den QTEs eines Heavy Rains kann ich etwas abgewinnen, während mich die QTEs eines God of War 3 schwer angekotzt haben. Die QTEs von The Order 1886 zählen zum Glück zur Marke Heavy Rain.
Freunden von cineastischen Titeln kann ich bislang nur wärmsten dazu raten The Order 1886 eine Chance zu geben. Gameplay Puristen, Die Hard Fans von Rollercoaster Action und Leute die bei Schlauchleveln Ausschlag bekommen, sollten wohl lieber auf einen Budget Preis warten, wenn sie denn überhaupt vorhaben auch einmal ihre Nase hier hineinzustecken.
@pil hatte die Glaskugel, was mich angeht.
Du wirst das spiel eher lieben.
Mir hats diese Transition von Spiel und Kinofilm bisher SEHR angetan.