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"Videospiele-Journalismus"

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Ja, hätte ich nach dem posten auch wieder löschen und einfach auf Dich verweisen können :knuddel:

Edit: ich bin halt ein alter Mann und brauche ein wenig länger :p
 
Bexter schrieb:
Zimtzicke schrieb:
Wenn man sich bei 4p registriert, kann man die (ohnehin eher überflüssige) %-Zahl auch ausblenden lassen.

Was bleibt, sind die qualitativ und inhaltlich besten Tests in der Branche, denn wie schon oft erwähnt, kann man nach der Lektüre wirklich ziemlich gut abschätzen, was für einen selbst wichtig ist und was nicht.

Das finde ich persönlich sogar super und ne Spitzenidee! Ich mag eh keine Prozentwertungen, weil Entertainmentprodukte immer zum Teil subjektiv bewertet werden - was verständlich ist, denn seinen eigenen Geschmack kann man nicht abstellen.

Leider sind aber die User dann immer DIE, die schreien, dass sie ohne Wertungen nicht wollen - sonst könnte man die längst abschaffen, wenn es nach mir ginge! Die meisten klicken aber eh nur aufs Fazit von dem Test, schauen sich die Wertung an und das war es dann - den Test durchlesen tun sich leider nur weniger User.

FULL ACK!

Mit einem kurzen Fazit, einer beliebigen Zahl und ein paar Pros and Cons kann ich in der Regel nicht viel anfangen, mit einem ausführlichen Test, der gerne auch die persönlichen Emotionen des Testers aufzeigt, statt in Richtung Stiftung Warentest zu gehen kann ich allerdings sehr viel anfangen.

Eben aus folgendem Grund...
Bexter schrieb:
weil Entertainmentprodukte immer zum Teil subjektiv bewertet werden

...und da fallen mir spontan zwei Schreiberlinge ein, deren Tests für mich fast immer interessant und anders genug sind (wohl aufgrund ihrer unverhohlenen Subjektivität): Bart Wux und Luibl. Mit Bart Wux bin ich da zwar selten einer Meinung, aber seine Tests lese ich trotzdem gerne, was bei den meisten Redakteuren überhaupt nicht der Fall ist. Da schläft mir das Gesicht beim Lesen ein und im Nachhinein bin ich genauso schlau wie vorher.
 
So, damit die "Journalistencrew" nicht den Eindruck bekommt, das komplette Forum sei der Meinung von Zicke, Silbex und Co: ;)

Ich bin eigentlich vollkommen auf Bexters und Felix' Seite. Dieser Generalverdacht gegenüber der Presse ist einfach nur noch nervend.
Klar, es bekommen heute mehr Spiele gute und sehr gute Bewertungen als früher. Aber liegt das wirklich an angeblich geschmierten und gepäppelten Schreibern? Oder liegt es nicht eher an der massiv gestiegenen Durchschnittsqualität gegenüber den früheren Generationen?
Meiner Meinung nach eindeutig zweiteres. Während man früher wirklich komplett ins Klo greifen konnte und es recht viele Spiele gab, die eigentlich recht unspielbar waren, übermäßig frustig oder mies zu steuern, kommt das heute eigentlich nicht mehr vor.
Im Gegenteil, sehr viele Spiel haben einen extrem hohen Production Value und machen einfach Spaß. Natürlich kann nicht jedem alles Spaß machen. Aber nehmen wir einfach mal Far Cry 3 als Beispiel auf. Auch wenn ich es nicht gespielt habe, kann ich mir denken, dass eine Wertung von 66% ungerechtfertigt ist. Solche Spiele sind hochglanzpoliert und bringen imo einfach eine Menge Spielspaß, sind gut produziert und kurzweilig.
Luibl hat in meinen Augen einen vollkommen falschen Ansatz, Spielspaß "messen" zu wollen. Er hat seine Ansprüche im Vorhinein wohl schon festgestellt und wenn das Spiel anders ist, wirds gnadenlos abgewatscht. Seine Kriterien haben mit meiner Definition von SpielSPASS rein gar nichts zu tun. Er versucht, den einsamen Reiter gegen angeblich schlechte Qualität zu spielen und macht sich imo damit komplett lächerlich. VOn glaubwürdiger Bastion kann da keine Rede sein.

Und zum Thema "Events" kann ich meine Meinung, die ich am Anfang vom Thread schon mal geschrieben hab, nur noch mal wiederholen: Spielemagazine (und insb. Videoformate wie IC) sind zur Unterhaltung da und Berichte von solchen Events unterhalten nun mal. Natürlich will ich auch Eindrücke von Spielen bekommen, aber die ziehe ich eh nicht primär aus den Wertungen, sondern den bewegten Bildern und Aussagen über das Gameplay an sich.
Investigativjournalistische Auseinandersetzungen und bierernste Analysen im Eiche-rustikal-Herrenzimmer mit Pfeife und Karosakko sind im Gaming-Bereich fehl am Platz.

Nochmal: Spieleredaktionen sollen versuchen, möglichst objektiv (was eh nicht geht) den Spaß beim Spielen zu bewerten. Und wenn z.B. ein CoD zum x-ten Mal 90%+x abräumt, dann muss man sich nur die Absatzzahlen (und damit indirekt den Spaß, den viele Menschen damit offensichtlich haben) anschauen um zum Schluss zu kommen, dass die Wertungen wohl nicht so aus der Luft gegriffen und "geschmiert" sind wie manche meinen.
Und das sag ich als ein Zocker, dessen einziges CoD damals Modern Warfare 1 war.
 
el_barto schrieb:
Und wenn z.B. ein CoD zum x-ten Mal 90%+x abräumt, dann muss man sich nur die Absatzzahlen (und damit indirekt den Spaß, den viele Menschen damit offensichtlich haben) anschauen um zum Schluss zu kommen, dass die Wertungen wohl nicht so aus der Luft gegriffen und "geschmiert" sind wie manche meinen.

Gutes Marketing lässt noch lange nicht auf die eigentliche Qualität rückschließen.
 
Das sich CoD nur aufgrund des Marketings so gut verkauft (schon wieder!), ist auch so eine ausgelutschte Legende. Das passiert ein, zwei Mal, aber nicht zum x-ten Mal in Folge. Die meisten Leute - mich eingeschlossen - kaufen es sich, weil sie mit den Vorgängern Spaß hatten.
 
Übrigens zum Thema Wertungen und schmieren:
Kann da nur von uns reden, aber die Redaktion (nicht mal mehr die Chefredaktion) weiß AKTIV was in welcher Höhe bei uns gebucht ist.
Im Endeffekt erfahren die erst, dass wir Werbung zu dem Spiel haben, wenn sie diese auf der Seite sehen. Kampagnen werden auch meist lang VOR dem Test bei uns eingebucht.
 
Das war jetzt nicht auf dieses spezielle Beispiel bezogen, sondern eine allgemeine Aussage, zu el_bartos Beispiel.
CoD würde ich nie bewerten, da diese Reihe für mich völlig uninteressant ist und ich daher auch zu wenig Bezug zu ihr habe.
 
Bexter schrieb:
Übrigens zum Thema Wertungen und schmieren:
Kann da nur von uns reden, aber die Redaktion (nicht mal mehr die Chefredaktion) weiß AKTIV was in welcher Höhe bei uns gebucht ist.
Im Endeffekt erfahren die erst, dass wir Werbung zu dem Spiel haben, wenn sie diese auf der Seite sehen. Kampagnen werden auch meist lang VOR dem Test bei uns eingebucht.
Dito.
 
Trayal schrieb:
el_barto schrieb:
Und wenn z.B. ein CoD zum x-ten Mal 90%+x abräumt, dann muss man sich nur die Absatzzahlen (und damit indirekt den Spaß, den viele Menschen damit offensichtlich haben) anschauen um zum Schluss zu kommen, dass die Wertungen wohl nicht so aus der Luft gegriffen und "geschmiert" sind wie manche meinen.

Gutes Marketing lässt noch lange nicht auf die eigentliche Qualität rückschließen.

Sorry, aber das ist doch Blödsinn...

Wenn CoD jetzt was brandneues wäre, ist ein großer Einfluss der Kampagnen denkbar, aber auch dank schneller Berichterstattung und Meinungsbildung im Internet sehr limitiert.

Aber: CoD ist eine extrem etablierte Marke mit etlichen Titeln, die sich im Grundprinzip nur marginal bis gar nicht unterscheiden. Leute wissen also GENAU, was sie bekommen, wenn sie ein CoD kaufen. Und sie scheinen es eben zu mögen, so stark, dass die Spiele immer wieder Rekorde brechen.
Also sind auch 90er-Wertungen für den Großteil der Masse gerechtfertigt, egal ob Activision jedes Jahr das gleiche in grün abliefert.

EDIT: Und ich bleibe dabei: Die allermeisten der sehr gut getesteten Spiele haben ihre Wertungen verdient, da sie sehr vielen Menschen Spaß machen. Und genau darum geht es doch beim Spielen. Wenn ich trotz Storylöchern Spaß habe (weil z.B. die Story für mich bei Actionspielen nebensächlich ist bzw. ich sie ausblenden kann ohne den Spaß groß zu beeinflussen) oder wenn mir auch das fünfte Assassins Creed trotz nur wenigen Neuerungen Spaß macht, dann haben diese Spiele in meinen Augen (und in denen vieler anderer, inkl. der meisten Redaktionen) eben auch entsprechende Wertungen verdient.
 
Ist ja auch immer das Problem mit den Bewertungen: Bewerte ich das Spiel unabhängig oder anhand seiner Vorgänger?
Gerade bei Sportspielen heißt es dann: Nur ein Update der Vorjahresversion, wem aktuelle Statistiken egal sind, kann zur günstigeren Vorjahresversion greifen.

Ich meine, dass man ein Spiel jedes Mal unabhängig bewerten muss, egal wie die Vorgänger waren, wenn Features fehlen, die zeitgemäß sind und fast standard, dann ist das ein Negativpunkt aber wenn man etwas gegenüber der Vorjahresversion ändert oder weglässt, muss man es nicht gleich negativ betrachten.

Aber das ist wie Rezensionen bei Amazon, Leute geben 1*, weil xyz im 1. oder 2. Teil besser war, obwohl das aktuelle Spiel nachwievor 4* rechtfertigt.
 
Lesenswerter Artikel, zum Thema Wertungen...

Spiele sind kreative Erzeugnisse, die Emotionen hervorrufen und keine Hautcremen.

Wertungssysteme für Spiele, Filme, Musik und Literatur sind etwas Magisches. Sie sorgen dafür, dass Kritiker wie Leser die Qualität eines Werks an einer einzigen Zahl festmachen können. Ein gutes Spiel beispielsweise erhält 8/10 Punkten, ein ausgezeichnetes 10/10 Punkten und ein wirklich schlechtes Spiel bekommt eine 4/10.

In der Theorie klingt das alles fantastisch. Das Problem: In der Praxis funktioniert es nicht.

Ein einziges Schlamassel

Die Wurzel allen Übels ist, dass Zahlen eine Vergleichbarkeit und mathematische Objektivität suggerieren. Doch abgesehen von direkten Kopien (sofern sie vorkommen) sind Spiele, Filme, Musik, Literatur nur in den seltensten Fällen eins zu eins vergleichbar und Rezensionen sind niemals objektiv.

Einem Kritiker mag ein Spiel wahnsinnig gefallen, während ein anderer sich an den negativen Aspekten stößt. Und das ist auch gut so, denn so erhalten Leser verschiedene Meinungen und Argumente und können sich anhand der Texte selbst ein Bild machen bzw. entscheiden, welche Argumente für einen persönlich mehr und welche weniger Gewicht haben. Doch schließt ein Rezensent seine Besprechung mit einer Zahl ab, hat es etwas Endgültiges. Eine 8/10 gibt einem Spiel das universelle Prädikat "gut". Welche Kriterien und Motive für diese Bewertung dahinterstehen, fällt unter den Tisch.

Zahlen, die gar nichts sagen

Die Aussagelosigkeit dieses Konzepts kulminiert schlussendlich in Meta-Bewertungsplattformen, die aus vielen Quellen die Bewertungen sammeln, um dann einen Durchschnitt zu errechnen. Eigentlich ein optimales System, könnte man meinen, denn so werden gute und schlechte Noten zusammengeführt. Doch wie aussagekräftig sind solche Durchschnittswertungen? Verlässt man sich auf Metacritic.com, sind laut den Kritikern "Persona 4 Golden", "Punch Quest" und "Mark of the Ninja" die besten Spiele des Jahres. Glaubt man wiederum den Spielerbewertungen ist "FIFA 13" eines der schlechtesten Spiele aller Zeiten. Wirklich?

Hinzukommt bei Metacritic, dass Medien, die keine Wertung vergeben, überhaupt nicht miteinbezogen werden. Anstatt die Meinungen und Argumente in den Vordergrund zu stellen, fördert dieses System die Reduktion der Inhalte auf Zahlen und verwässert so jegliche Kritik.

Orden vor den Augen

Anstelle aber Inhalte zu diskutieren, scrollen Leser direkt zur Wertung und streiten sich in Foren über "faire" 6/10s und "unfaire" 9/10s, während Journalisten ihre Anstrengungen dahingehend verlagern, sich ein ausgefeiltes Wertungssystem zu überlegen oder kapitulieren und unter jeden zweiten Test eine 8/10 setzen.

Schlussendlich profitiert davon nur einer: Der Hersteller, der seine Spielepackungen mit gut aussehenden, aber nichtssagenden Zahlen und glitzernden Bestnoten in Form von Orden ziert.

Spiele sind keine Hautcreme

Es ist ein Unsinn, der hier betrieben wird. Spiele, Filme, Musik und Literatur sind kreative Erzeugnisse, die Emotionen hervorrufen und keine Hautcremen, deren Inhaltsstoffe auf Wirksamkeit in Labors untersucht werden können.

http://derstandard.at/1353207844119/Warum-wir-keine-Wertungen-fuer-Videospiele-vergeben?_blogGroup=1
 
Jetzt kommt die Wahrheit und nichts als die Wahrheit raus. Ein ehemaliger, noch anonymer, Redakteur startet einen spielepresse-Blog. Da will er in den nächsten Tagen/Wochen dann die Bombe platzen lassen:

http://spielepresse.wordpress.com/
 
Ist aber wirklich so, in den großen Redaktionen sind immer mehr die Charakter-Schreiber verschwunden, Leute die ihren eigenen Stil hatten, ihre Meinung vertraten und der Publikation ein Gesicht gaben. Stattdessen wurden die Redaktionen runtergeschrumpft und durch Allerwelts-Schreiber ersetzt, Leute die keinerlei Persönlichkeit vermitteln und im Grunde die ganzen Spiele nur abarbeiten. Dann lassen sie einen Großteil der Tests auch noch von völlig unbekannten Freiberuflern schreiben und killen damit auch noch das letzte bisschen Persönlichkeit.

Ich meine was waren das früher für tolle Redaktionen in den Spiele-Magazinen? Man kannte fast jeden Redakteur, egal ob PC-Player, PC-Action, GameStar, GamePro...man hat ein Heft gelesen und die Videos der Heft-CDs geschaut und das war wie 'ne kleine Familie. Wenn da einer ging dann fehlte der auch. Mittlerweile erscheint mir ein Großteil der Redakteure komplett austauschbar.

Ich finde auch ehrlich gesagt es gibt inzwischen viel zu viele Seiten. Jeder meint mittlerweile, nur weil er Word bedienen kann und gerne Spiele zockt ein Spiele-Redakteur zu sein. Am Ende kommen dann diese Stiftung-Wahrentest-Reviews dabei raus, mit lächerlichen Wertungsystemen, weil der Text des Redakteurs sowieso scheißegal ist und er sich sein Geblubber an irgendeiner Skala rechtfertigen muss.
 
Wenn es noch jemand lesen möchte: Aus dem Google-Zwischenspeicher:
kyglfea2.jpg
http://webcache.googleusercontent.com/search?q=cache:http%3A%2F%2Fspielepresse.wordpress.com%2F
 
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