Kapstadt, Südafrika. Ein Crewmitglied wurde von einem Skorpion
gebissen und musste ins Krankenhaus.Ein anderer sagt, er käme heute
etwas später, seine Schwester wäre gerade erschossen worden.
Wir drehen mit Chris Roland als ausführenden Produzenten JANJAWEED,
den Film über den Genocide im Sudan. Seit ca. 6 Jahren bringen
arabische Horden (die JANJAWEED) im Südsudan die schwarze Bevölkerung um. Mädchen werden vergewaltigt, Babies zerhackt etc.!
Schon 400.000 Zivilisten wurden abgeschlachtet und dies mit der Unterstützung von Präsident Bashir in Kartoum, gegen den jetzt sogar ein internationaler Haftbefehl ausgestellt wurde. Aufgrund dieser Vorgänge sind schon über 2 Mio. Sudanesen in die Flüchtlingslager nach Darfur und in den
Tschad geflohen. Weder die NATO, noch die Afrikan Union sind bisher
militärisch tätig geworden, um das Morden zu stoppen. Mein Film
handelt nun von einer fiktiven Gruppe Journalisten, die mit Soldaten
der African Union in den Süd-Sudan fahren und ein Dorf besuchen. Auf
dem Weg zurück sehen sie die Janjaweed das Dorf ansteuern. Sie
beschliessen zurückzukehren, um die Janjaweed aufzuhalten. Der
Anführer der Janjaweed macht ihnen klar, dass sie das Dorf zu
verlassen haben oder er wird sie alle töten. Zunächst fahren die
Journalisten wieder ab, doch dann entscheiden drei von ihnen
zurück zu kehren und zu kämpfen. Sie werden, so wie die Dorfbewohner,
alle getötet.
Ein Dorf wurde auf einer Ranch außerhalb von Kapstadt gebaut und uns
gelang es original sudanesische Flüchtlinge zu gewinnen, die sich
selber spielen. Für viele entpuppt sich dies als äußerst hart, denn
sie sind ja tatsächlich vergewaltigt worden und/oder haben Familienangehörige verloren.
Eine Frau, die von Loken interviewt wird, bekommt einen Schwächeanfall vor der Kamera und wimmert "ich habe niemanden
mehr...ich habe alle verloren". Sie bekommt am Schluss des Drehs
von uns und dem Kameramann Mathias Neumann eine Ausbildung zur
Krankenschwester geschenkt. Eine andere ist 3000 Kilometer zu Fuß gegangen und hat auch niemanden mehr und lebt jetzt im Slum.
Eines Nachts sehe ich zwei Schwarze vor meiner Tür. Sie versuchen
reinzukommen. Ich stehe auf, gehe hoch, nehme mir ein Küchenmesser,
gehe raus auf den Balkon und tuhe so als ob ich mit der Polizei
telefonieren würde. Leider geht die 911 Nummer nicht. Die Zwei
verschwinden. Ich lasse mir im Büro die Nummer der Polizei und von
einer privaten Sicherheitsfirma auf Speed-Dial programmieren. Ich
verstehe nun, warum jeder in Südafrika Waffen hat. Fast jeder mit dem
ich spreche kennt Leute, die überfallen oder getötet wurden. Und
dennoch ist das Land ein traumhaftes Urlaubsparadies mit weissen
Stränden und tollen Hikingtouren. Mehrfach gehe ich auf den Tafelberg, jedes Mal ein toller 3 Stunden Hike. Das Wasser ist ja leider zu
kalt zum schwimmen und wenn irgendwo weisse Haie zuhause sind, dann
in Südafrika.
Der Dreh ist sehr einfach, da nur eine Location und alles bei
Tageslicht und es zahlt sich wieder aus, dass ich die Schauspieler
ihre Dialoge improvisieren lasse. Die Sudanesen reden meist nur
arabisch und von daher filmen wir alles sehr real mit Dolmetscher.
Von den Janjaweed kann nur Sammy Sheigh englisch. Er entpuppt sich
als der beste Darsteller im Film. Er spielt den Anführer absolut
eiskalt und überzeugend.
Am Ende des Drehs brennen wir das Dorf nieder. Mehrere große
Schlangen kommen aus ihren Löchern während des Feuers und kriechen
davon. Wir müssen höllisch aufpassen,dass das Feuer nicht übergreift
und zum Buschfeuer wird.
Am Schluss drehen wir noch kostenlos einen Werbespot für die MY LIFE
Foundation, die Strassenkindern den Eintritt in Jobs ermöglicht.
Ein wichtiger Film ist gedreht.
Uwe Boll
Bilder vom Set gibt's in unserer Gallery ---> http://gallery.bollfans.com/thumbnails.php?album=20