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Uni und so

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Kommt halt aufs Fach und die Zielsetzung der Uni an.
Meine Freundin hat für ihre Bio-Masterarbeit auch 6 Monate Zeit gehabt. Grade bei den Naturwissenschaften steht man ja hauptsächlich im Labor rum, das geht als WiWi irgendwie schlecht :D
Klar, da gibts die empirischen Fragestellungen, aber die sind ja auch nur ein Teil der wissenschaftlichen Leistungen in der Disziplin. Sich grundlegende Gedanken machen und Rahmenbedingungen und Grundzüge von Modellen aufstellen (die dann andere mit empirischen Inhalten füllen) gehört genauso dazu.
 
el_barto schrieb:
Wohl eher nix. Passt dann ja zum Bachelor :D

Du bist schon ein Held. Schreibst in nur 3 Monaten deine Diplomarbeit, aber lästerst über 8 Wochen Bachelorarbeit? Du schreibst grad mal anderthalb mal so lang - und bei dir ist das ne Diplomarbeit, die sich doch anspruchs- und umfangsmäßig deutlich vom Bachelor abheben sollte?! Ergo: Wenn der Bachelor so lächerlich ist, wie du ihn darstellst, dann ist es deine Diplomarbeit auch.

el_barto schrieb:
[...] ein möglichst ganzheitliches und umfassendes Modell bilden [...] keine Daten selbt erfasse [...] grundlegende Gedanken machen [...] Rahmenbedingungen [...]Grundzüge von Modellen

Versteh mich nicht falsch: Trotz der erschreckenden Häufung an unkonkreten Allgemeinplätzen in deiner Beschreibung (die du mit Sicherheit während der Bearbeitung ausmerzen wirst & werden musst, gar keine Frage), denke ich nicht, dass deine Arbeit anspruchslos ist. Ich find nur das Bachelorgebashe etwas befremdlich.
 
Nehms doch nicht so ernst (du Held :p ). Hab ich dir auf den Schlips getreten, weil du noch im Bachelor bist? Dann tuts mir leid :D
Über den Bachelor zu hetzen, ist halt "en vogue" und in so einem Halbsatz natürlich mit einem Augenzwinkern gedacht, auch wenn ich genug Kritik an dem System (und der Umsetzung an meiner Uni) hab. Und dass die Abkehr vom Diplom eine (gelinde gesagt) umstrittene Entscheidung, auch für die Studienqualität, war, dürfte kein Geheimnis sein...

Und natürlich gibt es 2 Tage, nachdem ich meinen ersten Termin hatte und noch in der Findungsphase des konkreten Themas bin, noch Allgemeinplätze. Ich hab ne halbe Stunde Gespräche mit meinem Betreuer + ne handvoll Paper zum Thema gehabt (über ein Thema, das so nicht Inhalt des Studiums war) Das ist auch bewusst so gemacht von meinem Betreuer. Ich soll an meinem konkreten Thema mitwirken, das ist der Sinn daran.

Bei dir in der Physik (allgemein in den NatWiss) läuft das halt komplett auch anders als in den Geistes- und Sozialwissenschaften....
Hab wie gesagt die Arbeitsweise dort bei meiner Freundin und ihren BA- und MA-Arbeiten in Bio gut mitbekommen.

PS: Ich kann übrigens absolut unbürokratisch auf 5 Monate verlängern, wenn Bedarf ist. Vom Betreuer unterschriebener Antrag ans Prüfungsamt und fertig. Will ich halt vermeiden, wenns irgendwie geht...

EDIT: OH, die 3-Monatsfrist hat auch noch nicht angefangen, weil ich erst in 2 Wochen zum Prüfungsamt muss, anmelden :D
 
Es kommt entgegen der offenbar landläufigen Meinung auch nicht so sehr darauf an, wie viele Seiten die Arbeit umfasst oder wie lange man daran gesessen hat, sondern eher was denn am Ende drin steht. VG, C. Obvious :D
 
eiti schrieb:
Es kommt entgegen der offenbar landläufigen Meinung auch nicht so sehr darauf an, wie viele Seiten die Arbeit umfasst oder wie lange man daran gesessen hat, sondern eher was denn am Ende drin steht. VG, C. Obvious :D

Das kommt noch dazu.
ich denk nicht, dass mein Prof die Ausrede "hatte nicht genug Zeit" gelten lassen würde, wenn ich nur Mist schreib :D
 
Zumal bei uns viele Profs froh sind, wenn die Arbeit nicht so extrem lang und ausgeschmückt ist sondern sich auf das Wesentliche konzentriert.
Der erhöhte Aufwand (durch den mMn total sinnlosen Bachelor, erst recht in den NatWis...) für die Profs verstärk bei uns eher den Wunsch der Profs nach kurzgefassten Abschlussarbeiten. Wer seine DA/Masterarbeit mit über 100 Seiten abgibt, wird schon komisch angeschaut und eventuell noch gebeten, das Ganze doch kürzer zu fassen^^
 
Bei uns gibts auch ne Obergrenze der Seitenanzahl, aber keine Untergrenze. Im Gegenteil, mir wurde mal gesagt (nicht auf DA bezogen, sondern allgemein auf wiss. Arbeiten) wer sich kürzer fassen kann und dabei gute Informationen transportiert wird oft besser benotet als einer, der für das Selbe nen halben Roman braucht.
 
Das sollte ja auch selbstverständlich sein.

Nur waren mir die 7 Monate DA schon viel zu kurz, deswegen kreide ich die 8 Wochen so sehr an.
Die meisten, die mit mir geschrieben haben, waren schon 2, 3 teilweise 5 Monate im Thema und haben dann erst bei der Uni angemeldet - hatten also effektiv 11 Monate für Ihre Arbeit und das macht auch Sinn.

Eine, die einen Bachelor gemacht hat, war auch beim Fraunhofer - totale Vergeudung. Im Endeffekt hat nach den 3 Monaten (waren es bei ihr), sich danach noch mal ein Diplomand rangesetzt und ALLES von Grund auf noch mal gemacht, weil es einfach nicht zu verwenden war.
Das ist auch kein Vorwurf an sie, sondern an das System.
 
eMKay schrieb:
Das sollte ja auch selbstverständlich sein.

Nur waren mir die 7 Monate DA schon viel zu kurz, deswegen kreide ich die 8 Wochen so sehr an.
Die meisten, die mit mir geschrieben haben, waren schon 2, 3 teilweise 5 Monate im Thema und haben dann erst bei der Uni angemeldet - hatten also effektiv 11 Monate für Ihre Arbeit und das macht auch Sinn.
Eine, die einen Bachelor gemacht hat, war auch beim Fraunhofer - totale Vergeudung. Im Endeffekt hat nach den 3 Monaten (waren es bei ihr), sich danach noch mal ein Diplomand rangesetzt und ALLES von Grund auf noch mal gemacht, weil es einfach nicht zu verwenden war.
Das ist auch kein Vorwurf an sie, sondern an das System.

Das passiert bei uns auch des öfteren :I

@el_barto: Klar ist es besser, sich kurz fassen zu können. Leider ist das bei vielen Studenten noch nicht angekommen und glauben deshalb: je mehr desto besser. Und das wird jetzt eben bei uns oft von offizieller Seite schon angesagt. Niemand will eben eine 100seitige Bachelorarbeit oder eine 200seitige Diplomarbeit lesen...
 
Sowas ist halt extrem schade und schädlich für die Wissenschaftslandschaft in Deutschland.

Die meisten Doktoranden (und das weißt du besser als ich), sind eben auf gute wissenschaftliche Zuarbeiter aka Diplomanden angewiesen.

Wenn das wegfällt oder auf Grund der kurzen Zeit die Qualiltät nicht mehr stimmt geht es bergab.
 
Ja das stimmt wirklich. Leider habe ich (noch) keinen Masterstudenten zu betreuen, aber das wird wohl ziemlich noch kommen sobald mein Aufbau fertig ist.

Etwas ähnliches: Es ist ebenfalls schade, dass es keine langfristig angestellten Wissenschaftler an den Universtitäten mehr gibt. Die Professoren sind die einzigen die lange da sind, die haben aber nichts im Labor zu tun. Damit geht extrem wertvolles Wissen - was Arbeit im Labor angeht - im Lauf der Zeit einfach verloren weil die längste Anwesenheitszeit eines Wissenschaftlers eben 6 Jahre ist. Das sind dann Doktoranden und Postdocs. Sind die weg, ist ein Wissensschatz verloren und muss meist neu aufgebaut werden. Und das alle paar Jahre, das ist echt nicht gut :I
 
Ich beginne seit diesem Semester auch meine Masterarbeit - bin aber noch in der Problemfindungsphase kombiniert mit Halbtagsjob in einem Software-Unternehmen und anderen Uni-LVs (aber nicht so viele). ^^
Jedenfalls ist bei uns die MA auf 2 Semester angelegt wovon das erste Semester als Vorbereitung gedacht ist.
 
MouseMan schrieb:
Etwas ähnliches: Es ist ebenfalls schade, dass es keine langfristig angestellten Wissenschaftler an den Universtitäten mehr gibt. Die Professoren sind die einzigen die lange da sind, die haben aber nichts im Labor zu tun. Damit geht extrem wertvolles Wissen - was Arbeit im Labor angeht - im Lauf der Zeit einfach verloren weil die längste Anwesenheitszeit eines Wissenschaftlers eben 6 Jahre ist. Das sind dann Doktoranden und Postdocs. Sind die weg, ist ein Wissensschatz verloren und muss meist neu aufgebaut werden. Und das alle paar Jahre, das ist echt nicht gut :I

ist echt kein Spaß -> gibt bei uns Geräte, die niemand mehr benutzt, weil sich keiner damit auskennt...
wurden mal für teuer Geld gekauft und es gab einen Doktoranden oder Postdoc, der superviel damit gearbeitet hat und sich auskannte. Dann ist derjenige weg und niemand weiß mehr wie das Ding zu benutzen ist, bzw die Leute machen sich nicht die Mühe sich neu einzuarbeiten.

Mein Wissen über dynamische Lichtstreuung werde ich wohl auch nicht mehr weitergeben können :p

...und wir hatten bis letztes Jahr einen Doktoranten, der Kinetik-Experte war - dem weinen wir immernoch hinterher :heul: - was da an Wissen verloren gegangen ist...
 
@MouseMan:
Und selbst Professoren sind nur an guten Fakultäten mit entsprechendem Ruf lange da...
Ich sehs an meiner Uni: Die WiWi-Professoren sehen ihrer Stelle dort meist nur als Durchgangsstation, bis ein Ruf einer besseren Uni kommt. Dazu noch die ganzen Juniorprofessuren, die ja prinzipiell nur "günstige" befristete Lehrstellen für die Uni darstellen... Nur "mein" Marketing-Prof ist da standhaft und bleib trotz vielen Rufen bei uns :D
War aber vor 2 Jahren anscheinend auch mal sehr knapp und es bedurfte ziemlicher "Überredungskunst" der Unileitung (seitdem fährt er einen Porsche :ugly: ), um ihn zu halten.

Die Professoren der Mathe-Fakultät hingegen (die die beste in Deutschland ist) bleiben dagegen meist bis zur Pensionierung.

Was ich aber auch schade finde ist, wenn Doktoranden von ihren Profs nur als billige und hochwertige Arbeitssklaven gesehen werden... So war das in der AG, wo meine Freundin ihre Promotion begonnen (und u.a. deswegen abgebrochen) hat. Wie glücklich die Doktoranden mit ihrem Thema waren, wie ergiebig das Thema für ihre Arbeiten sind, ist dort absolut egal. Da werden Projekte, die von 90% der Leute als sinnlos abgestempelt werden, durchgeprügelt, weil ein Erfolgsfall für die Arbeitsgruppe (und besonders für den Prof) Prestige wäre und ein Paper in der Science oder Nature bedeuten würde... Der Prof. dort hat auch nen super Ruf weltweit, aber der Ruf ist anscheinend auch durch gnadenlose Ellbogenmentalität zustande gekommen.
Wir haben noch Kontakt mit anderen Doktoranden dort und eine musste jetzt gerade ihr Projekt komplett aufgeben. Nach 3 Jahren Arbeit und Frust, weil nix funktioniert hat, steht sie wieder bei Null... Seit 2 Jahren hat sie (plus Arbeitsgruppenleiter und andere Docs) dem Prof gesagt, dass das Projekt keinen Sinn macht, aber er wollte dran festhalten, weil er darin großes gesehen hat... Natürlich wird ihr Arbeitsvertrag dort auch entsprechend verlängert, aber meist sieht man ja auch die Doktorandenzeit noch zur "Ausbildung" gehörig, vor allem da man in den NatWiss nur mit einem recht kärglichen Gehalt abgespeist wird... Ihr gehts auch entsprechend nicht gerade toll...

Corpsegrinder18 schrieb:
MouseMan schrieb:
Etwas ähnliches: Es ist ebenfalls schade, dass es keine langfristig angestellten Wissenschaftler an den Universtitäten mehr gibt. Die Professoren sind die einzigen die lange da sind, die haben aber nichts im Labor zu tun. Damit geht extrem wertvolles Wissen - was Arbeit im Labor angeht - im Lauf der Zeit einfach verloren weil die längste Anwesenheitszeit eines Wissenschaftlers eben 6 Jahre ist. Das sind dann Doktoranden und Postdocs. Sind die weg, ist ein Wissensschatz verloren und muss meist neu aufgebaut werden. Und das alle paar Jahre, das ist echt nicht gut :I

ist echt kein Spaß -> gibt bei uns Geräte, die niemand mehr benutzt, weil sich keiner damit auskennt...
wurden mal für teuer Geld gekauft und es gab einen Doktoranden oder Postdoc, der superviel damit gearbeitet hat und sich auskannte. Dann ist derjenige weg und niemand weiß mehr wie das Ding zu benutzen ist, bzw die Leute machen sich nicht die Mühe sich neu einzuarbeiten.

So wars bei meiner Freundin auch^^
An großen Unis in guten AGs sitzt halt auch das Geld locker. Wenn ein PhD da halt n Analysetool für 50.000€ braucht, wird das schnell gekauft, geben die Geldmittel ja locker her. Und wenn der Kerl dann weg ist, dient das Tool noch als großer Staubfänger...
Ebenso wie dort im Lab alle Computer Macs mit Riesenmonitor oder MacBooks waren. Man hats ja :ugly:
 
eMKay schrieb:
tomixxx schrieb:
bin aber noch in der Problemfindungsphase kombiniert

Da kannst du dich entspannt zurücklehnen. Die Probleme werden DICH finden. :kaffee:

Oh man, das hoffe ich... Im Moment kenne ich mich überhaupt nicht aus. Einerseits soll ich ein "Thema finden" was ich eigentlich schon gefunden habe und andererseits soll ich "Problem finden". Ich dachte ja in meiner Ahnungslosigkeit das wäre das gleiche aber naja.
Ist ja jetzt schon stressig und dabei ist's noch nicht mal losgegangen. :gerri:

Edit: Aber wird schon klappen! Will hier nicht rumjammern. :D
 
el_barto schrieb:
Ebenso wie dort im Lab alle Computer Macs mit Riesenmonitor oder MacBooks waren. Man hats ja :ugly:


verstehe auch immer nicht warum soviele Wissenschaftler meinen nur an Macs arbeiten zu können? :? Hab mich da schon in etlichen Laboren drüber ärgern bzw. mit rumschlagen müssen.
Zum Glück sind die bei uns am Institut nicht so drauf :cool:
 
el_barto schrieb:
Hab ich dir auf den Schlips getreten, weil du noch im Bachelor bist? Dann tuts mir leid :D

Nicht weil ich im Bachelor bin, sondern weil Bachelorbashing mMn. oft undifferenziert betrieben wird - oder eben weils en vogue ist. In diese Kategorie fiel auch dein ketzerischer Nebensatz ( ;) ) aus bereits genannten Gründen. Ich bin nicht pissig, ich wollte nur ein wenig Kontra geben.
Zum sachlichen Teil: Zur Umsetzung des Bachelors an deiner Uni kann ich natürlich nichts sagen und es ist gut möglich, dass da Mist gebaut wurde. Den Bachelor allgemein als sinnlos zu klassifizieren ist in meinen Augen allerdings recht kurzsichtig.

eiti schrieb:
Es kommt entgegen der offenbar landläufigen Meinung auch nicht so sehr darauf an, wie viele Seiten die Arbeit umfasst oder wie lange man daran gesessen hat, sondern eher was denn am Ende drin steht. VG, C. Obvious :D

Sicherlich, aber wenn man von Genies absieht, die zufälliger- oder genialerweise die richtige Idee im zweiten Versuch hinschreiben, ist es doch sicherlich nicht falsch eine Korrelation zwischen Bearbeitungszeit und Qualität (bei konstanter fachlicher Fähigkeit und persönlichem Engagement) zu sehen, oder?

@MouseMan: Ich finde deine Sicht auf den Bachelor überraschend. Aus meiner Sicht ist die Bachelorarbeit eine Art Einführungspraktikum zur eigenständigen wissenschaftlichen Arbeit. Da dies dann meist an einem Thema mit moderatem Umfang und Selbstleistungsanteil geschieht, hab ich das ganze (aus Studentensicht) für recht sinnvoll gehalten: Man kann einmal das Handwerkszeug lernen, um dann im Master weniger Probleme damit zu haben. Klar, irgendeine Berufsqualifikation (wie eigentlich vorgesehen) hat man dadurch niemals, aber dass die Idee Humbug ist, war ja klar (zumindest in den Naturwissenschaften).
Kann natürlich sein, dass das den Instituten i.A. relativ wenig bringt, das wäre natürlich wirklich schade. Ich selbst mache in diesem Semester ein Praktikum, in dem wir einen Aufbau zur Erzeugung von Terahertzstrahlung realisieren. Den Aufbau, den wir im Prinzip kopieren ist einer, der im Institut von zwei Bachelorstudenten realisiert wurde und jetzt weiterverwendet und verbessert wird. Das ist zwar das einzige Beispiel, das ich kenne, aber hier war die Arbeit tatsächlich nicht für den Papierkorb. Ich hatte eigentlich gedacht, dass das der allgemeinere Fall wäre.
 
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