Lord EKKA schrieb:
Studiert hier jemand Mathematik und kann mir erzählen ob das Studium für Matheliebhaber schwer, leicht, nervig oder paradisisch ist? Zukunftsaussichten wären auch interessant. Ende des Jahres soll es bei mir losgehn.
Ich studiere Physik, hab aber im ersten Semester (pflichtmäßig) genau die Mathevorlesungen gehört, die ein Matheersti auch hört. Jetzt, im zweiten Semester, höre ich noch freiwillig Lineare Algebra 2 (falls ichs zeitlich durchhalte) und überlege mir derzeit noch, ob ich evtl. auch Analysis 2 höre, oder die einfachere Physiker-Variante bevorzuge.
Man merkt es vielleicht schon: Ich find Mathe gut!
Aber von vorne & in kurz:
Mathestudium ist viel Arbeit. Ich saß nicht selten bis abends 22-23h da, was aber auch an Physik lag. Das ist aber kaum ein Problem, wenn man von Leuten umgeben ist, die es genauso tun. Klingt jetzt schlimmer, als es ist.
Mathe ist schwierig: Nicht selten wirst du über Beweisaufgaben verzweifeln. Wenn man es trotzdem schafft, ist das Erfolgserlebnis umso größer. Man muss eben dranbleiben, den Vorlesungsstoff voll drauf haben und sich dransetzen und es nicht als persönliche Kränkung verstehen, wenn du mal etwas nicht schaffst.
Mathe macht Spaß: Im Gegensatz zu anderen Studiengängen wirst du in Mathe nicht dasitzen und stumpf 200 Powerpointfolien auswendiglernen. Du machst unheimlich viel selber, weil die Übungszettel den Großteil des zeitl. Aufwands bedeuten. Das ist in meinen Augen durchaus kreative und "schöpferische" Arbeit.
Allerdings darfst du nicht erwarten, dass das, was du tust auch nur entfernt einen Praxisbezug hat. Mathe kann zwar praxisbezogen sein, ist es aber i.A. nicht.
Dass Unimathe mit Schulmathe wenig zu tun hat, wurde ja schon gesagt. Unimathe ist mehr "formalisiertes Denken".
Man kann jetzt viel reden. Ich kann nur sagen: Probiers, wenn du durch hohen Arbeitsaufwand und Abstraktionsgrad nicht abgeschreckt wirst. Mir persönlich macht Mathe viel Spaß, auch wenns oft eine Hassliebe ist.