Meine Mutter ist heute, 8 Monate nach der Diagnose, an ihrem Lungenkrebs verstorben.
Ich bin ja seit dem 23.12.24 bereits hier in der Heimat und sie war quasi durchgehend im Krankenhaus. Sie war dabei mal zwei Tage nicht ansprechbar und ich bin dann am nächsten Tag einfach in Tränen ausgebrochen, weil ich nochmals mit ihren reden konnte, als sie von der Intensivstation wieder herunter verlegt wurde. Hatte nicht erwartet nochmal ein Wort mit ihr wechseln zu können. Das war echt ein Auf und Ab der Emotionen. Daneben noch Kinderbetreuung mit meiner Frau.
Habe auch ständig mit den Ärzten gesprochen (Organisiert euch unbedingt eine General- und Vorsorgevollmacht!) und ihren Willen quasi ständig durchgesetzt. Dementsprechend wurden alle weiteren Maßnahmen stark eingeschränkt. Also nur noch geringfügig Sauerstoff und dazu Morphin und Midazolam. Letzteres ist eine Art Schlafmittel. Sie wollte nie ein "sabbernder Lappen" werden. Zitat ihrerseits. Und in diesen Zustand war sie leider schon großenteils angekommen. Ein Hospiz war bereits im Gespräch und ich musste mit Engelszungen auf sie einreden und ihr teilweise deutlich klarmachen, dass sie nie wieder in ihr Einfamilienhaus zurückkehren kann. Das tat unendlich weh. Sie dachte bis zum Schluss das sich das Blatt nochmal wenden könnte und hat immer Hoffnung gehabt.
Auch wenn sie durch ihre Raucherei schlussendlich großenteils an ihrer Erkrankung selber Schuld war, war es ungemein frustrierend sie ständig mit der Wahrheit zu konfrontieren und hinter ihren Rücken Klartext mit den Ärzten zu reden. Die Frau wollte einfach nur leben und mit ihren Freunden und ihrer Familie nochmal was unternehmen und nach Hause gehen. Das war echt schlimm mit anzusehen.
Leider konnte die Lunge den Körper seit Anfang der Woche nicht mehr mit Sauerstoff versorgen. Ab Mittwoch war sie erneut gar nicht mehr ansprechbar. Ich war teilweise den ganzen Tag bei ihr am Bett und heute Morgen, kurz nach 9, ist sie dann für immer eingeschlafen. Hab ihren Puls nicht mehr gespürt und dann eine Schwester gerufen.
Jetzt sitze ich in meinen Elternhaus und fühle mich einfach fehl am Platz. Meine Mutter müsste hier sitzen und leben. Die Frau ist letztes Jahr in Rente gegangen. Ein kleiner Trost ist, dass sie zu Lebzeiten nichts hat anbrennen lassen und wirklich alles gelebt hat. Urlaube, Konzerte, Feiern.. Und das sie halt nicht mehr leiden muss.
Aber es fühlt sich einfach so Falsch an. Meine gesamte Familie ist jetzt verstorben. Fühle mich gerade total ohnmächtig.