Ich bin durch.
So richtig begeistert bin ich nicht. Sherlock Holmes ist ein klasse Charakter und das Spiel hat einige positive Aspekte:
Die Atmosphäre ist trotz repetitivem Soundtrack wirklich gut. insbesondere die Szenen mit den Leichen und das Armenviertel habe ich gemocht
das Deduction Board ist genau das, was ich mir bei so einem Titel gewünscht habe
einige dieser "Its simplicity itself" Rätsel wären richtig interessant.
Die Story ist in Ordnung
Am Ende überwiegt aber die Enttäuschung. Das liegt zum einen an den kleinen Problemen: für mich gab es keinen steigenden sondern einen sinkenden Schwierigkeitsgrad bei den Rätsel [das letzte Rätsel war das einfachste. aber generell hatte ich in der ersten Hälfte mehr Mühe mit den Schlössern!]
auch auf die Sammelaufgaben, aus denen leider ein Grossteil des Gameplays besteht, hätte ich grösstenteils verzichten können. Einfach alles sammeln was im Gebiet ist und dann auch einfachste Weise kombinieren... toll. Richtig grossartig war das auch in den Szenen, in denen ich schon genug gesammelt habe, um weiter zu kommen. aber nein, Sherlock braucht noch einen Beweis. Nachdem ich diesen dann gefunden habe, kommt er zum gleichen Schluss wie ich.
da komme ich eigentlich zum grössten Kritikpunkt: das Spiel hält mich für dumm; und Sherlock Holmes ebenso. Einfache Schlussfolgerungen darf ich auf dem Deduction Board machen. Die komplexen macht Holmes selber. Schlimmer noch: Einzelheiten, die komplexere Sacheverhalte erklären könnten, behält Holmes für sich.
Er ist intelligenter als Watson, Scotland Yard, "die bösen" und ich
Das Zusammenführen aller Fakten aus dem grossen Ganzen macht Holmes ganz alleine. Er erklärt da Watson und mir den ganzen Fall. Es sollte DER Moment sein im Spiel... und genau da bin ich einmal mehr der "dumme" Watson, der vom grossartigen Holmes belehrt wird.
warum durfte ich das nicht selber machen, als Holmes, und somit das Gefühl bekommen, dass ich effektiv den Fall gelöst habe?
So blieben auch die Möglichkeiten des Deduction Board unausgereizt: nur gerade 3 (!) gibt es davon im ganzen Spiel. das beste Gameplay-Element nimmt so keine 5% der Spielzeit in Anspruch. Manche Logik-Rätsel wissen zu begeistern. Aber es passiert zu selten, dass ich mir dabei wie der clevere Detektik vorkomme. Dafür sind viele der Rätsel entweder zu aufgesetzt oder, gerade gegen Ende, zu leicht. vllt wollte man da den "flow" der Geschichte nicht mehr mit langen Rätsel unterbrechen. Funktioniert hat das nicht: Am Ende hatte ich nicht das Gefühl, irgendetwas gelöst zu haben. ich war dabei, als Holmes etwas gelöst hat. ich war nicht viel mehr als die schrecklichen Kinder aus dem Intro
Crimes and Punishement werde ich sicherlich im Auge behalten. Immerhin soll es dort verschiedene Enden von den Fällen geben. d.h. ja wohl, dass
ich bestimme, wie es ausgeht, und nicht Holmes