Heute Monarch hinter mir gelassen und bereits einige Quests in Byzantium erledigt.
Nach wie vor ein fantastisches Spiel. Nein, es ist nicht perfekt. Da wären beispielsweise die technischen Macken. Ich hatte glücklicherweise noch keinen einzigen Gameplay-Bug, dafür aber einige Engine-Schluckaufe, wie nachladende Texturen oder erst spät einsetzende Dialoge.
Außerdem geht nach 20+ Spielstunden dem Loot die Puste aus. Habe ich zu Beginn noch jede Kiste, jeden Körper und jedes einzelne Objekt gelootet, beschränke ich mich mittlerweile nur noch auf die "größeren" Dinge. Waffen habe ich alle gesehen und bleibe nun eh bei meinen Lieblingstotmachern, die ich an der Werkbank hochzüchte anstatt sie auszutauschen. Rüstungen gibt es schlussendlich auch nur "ein paar" verschiedene. Und der andere Loot ist für mein Spielverhalten entweder unwichtig oder den Button-Druck nicht wert. Ergo spare ich mir die meisten Kisten. Läuft auch ohne gut und dürfte in einer Fortsetzung gerne etwas sinnvoller und abwechslungsreicher gestaltet werden (wenigstens die Ausrüstung).
An dieser Stelle mögen sie dann auch noch mal das Inventar überarbeiten.
Enttäuschend darf man sicher auch die Story finden, die eben sehr "klein" bleibt. Kein Universum, das gerettet werden möchte, sondern bloß eine schrullige Crew, die den eigenen Bedürfnissen hinterherjagt. Entsprechend bleiben auch die Entscheidungen überschaubar. Du entscheidest nicht über das Wohlergehen der gesamten Menschheit, sondern über das erste Date einer Freundin oder, was dann schon zu den größeren Nummern gehört, den Ausgang eines eventuellen Bürgerkriegs.
Ja, das war es dann auch schon mit meiner Kritik. Und ich glaube Obsidian, dass jegliche dieser Kritikpunkte auf genau eine Sache zurückzuführen ist, die sie in Bezug auf The Outer Worlds auch regelmäßig predigten: time and budget.
Sie mussten das Spiel gezwungenermaßen "klein" halten. Und trotzdem oder gerade deswegen ist es so großartig. Der letzte Kritikpunkt, die kompakten Geschichten und Entscheidungen, ist für mich vielmehr ein Pluspunkt. Bei Weltenretterstories verliere ich gerne den Überblick und die Bindung zu den Charakteren. Mir hat es hier tausend mal mehr Spaß bereitet, Parvati bei ihrer Romanze zu unterstützen und diesbezüglich kleine Entscheidungen zu treffen, als mal wieder den obligatorischen Helden zu mimen. Und trotzdem war es nie langweilig, weil die Charaktere so echt sind. Übrigens war die "begleitende Romanze" hier viel interessanter als die "eigene Romanze" in beispielsweise Mass Effect. Diese sind immer so ... berechenbar. Du belaberst und beschenkst dein Crewmitglied einfach so lange, bis das Liebesmeter auf Anschlag ist. Fertig. Bei Parvati wusste ich ehrlich gesagt nie wie es sich entwickelt, was sehr erfrischend war.
Die Crew ist übrigens eine Mischung aus Firefly und Futurama - und das ist ja wohl die beste Mischung überhaupt. Gibt tatsächlich einige Serienfiguren und Charakterzüge, die man in Outer Worlds wiedererkennt.
Aber auch abseits der Begleiter strotzt die Welt nur so vor gutem Writing. Eben erst bemerkt, dass ja tatsächlich die (unsere) Erde in The Outer Worlds existiert. Es ist unser Universum, das sich nur etwas anders entwickelt hat und ich liebe seine Glaubwürdigkeit. Zum Beispiel, dass es anscheinend auch in der Zukunft immer noch Straßenfeger von Serien gibt, die sich die Leute geben und dann darüber quatschen. Da kommt es dem Spiel dann auch wieder zugute, dass es so kompakt gehalten wurde. Die einzelnen Areale und ihre Bewohner sind authentisch und die Questverläufe, Entscheidungen und deren Auswirkungen dadurch clever eingefädelt. Ich wurde nicht selten überrascht oder vor eine schwierige Wahl gestellt. Das hätte in einer riesigen Open-World wahrscheinlich nicht so pointiert funktioniert.
Aber was soll ich noch weiter lobhudeln. Von den Dialogen, der Charakterentwicklung, dem Artdesign usw. hatte ich ja schon mehrfach geschwärmt. Die paar Kritikpunkte habe ich angesprochen, einige davon kann man aber sogar als Pluspunkt sehen und die meisten sind tatsächlich "time and budget" bedingt.
Wenn das Finale nicht komplett daneben geht, ist The Outer Worlds heißer GOTY Kandidat. Meine Überraschung des Jahres ist es bereits jetzt. Hatte ehrlich nicht mit so einer Rollenspielgranate gerechnet, nachdem Obsidian die letzten Jahre bloß im CRPG-Genre unterwegs war. War mir einfach nicht sicher, ob sie ihre Stärken erneut auf die dritte Dimension übertragen können. Aber anscheinend haben sie nichts aus ihren KOTOR 2- und Fallout NV-Zeiten verlernt. Wenn sie in Zukunft weiter darauf aufbauen und zusätzlich noch auf "Microsoft time and budget" zurückgreifen können, dann bin ich ab sofort heiß auf jedes neue Obsidian Game. Wenn alles gut geht, haben wir hier demnächst einen einwandfreien BioWare (00er Jahre) Ersatz.
Nach wie vor ein fantastisches Spiel. Nein, es ist nicht perfekt. Da wären beispielsweise die technischen Macken. Ich hatte glücklicherweise noch keinen einzigen Gameplay-Bug, dafür aber einige Engine-Schluckaufe, wie nachladende Texturen oder erst spät einsetzende Dialoge.
Außerdem geht nach 20+ Spielstunden dem Loot die Puste aus. Habe ich zu Beginn noch jede Kiste, jeden Körper und jedes einzelne Objekt gelootet, beschränke ich mich mittlerweile nur noch auf die "größeren" Dinge. Waffen habe ich alle gesehen und bleibe nun eh bei meinen Lieblingstotmachern, die ich an der Werkbank hochzüchte anstatt sie auszutauschen. Rüstungen gibt es schlussendlich auch nur "ein paar" verschiedene. Und der andere Loot ist für mein Spielverhalten entweder unwichtig oder den Button-Druck nicht wert. Ergo spare ich mir die meisten Kisten. Läuft auch ohne gut und dürfte in einer Fortsetzung gerne etwas sinnvoller und abwechslungsreicher gestaltet werden (wenigstens die Ausrüstung).
An dieser Stelle mögen sie dann auch noch mal das Inventar überarbeiten.
Enttäuschend darf man sicher auch die Story finden, die eben sehr "klein" bleibt. Kein Universum, das gerettet werden möchte, sondern bloß eine schrullige Crew, die den eigenen Bedürfnissen hinterherjagt. Entsprechend bleiben auch die Entscheidungen überschaubar. Du entscheidest nicht über das Wohlergehen der gesamten Menschheit, sondern über das erste Date einer Freundin oder, was dann schon zu den größeren Nummern gehört, den Ausgang eines eventuellen Bürgerkriegs.
Ja, das war es dann auch schon mit meiner Kritik. Und ich glaube Obsidian, dass jegliche dieser Kritikpunkte auf genau eine Sache zurückzuführen ist, die sie in Bezug auf The Outer Worlds auch regelmäßig predigten: time and budget.
Sie mussten das Spiel gezwungenermaßen "klein" halten. Und trotzdem oder gerade deswegen ist es so großartig. Der letzte Kritikpunkt, die kompakten Geschichten und Entscheidungen, ist für mich vielmehr ein Pluspunkt. Bei Weltenretterstories verliere ich gerne den Überblick und die Bindung zu den Charakteren. Mir hat es hier tausend mal mehr Spaß bereitet, Parvati bei ihrer Romanze zu unterstützen und diesbezüglich kleine Entscheidungen zu treffen, als mal wieder den obligatorischen Helden zu mimen. Und trotzdem war es nie langweilig, weil die Charaktere so echt sind. Übrigens war die "begleitende Romanze" hier viel interessanter als die "eigene Romanze" in beispielsweise Mass Effect. Diese sind immer so ... berechenbar. Du belaberst und beschenkst dein Crewmitglied einfach so lange, bis das Liebesmeter auf Anschlag ist. Fertig. Bei Parvati wusste ich ehrlich gesagt nie wie es sich entwickelt, was sehr erfrischend war.
Die Crew ist übrigens eine Mischung aus Firefly und Futurama - und das ist ja wohl die beste Mischung überhaupt. Gibt tatsächlich einige Serienfiguren und Charakterzüge, die man in Outer Worlds wiedererkennt.
Aber auch abseits der Begleiter strotzt die Welt nur so vor gutem Writing. Eben erst bemerkt, dass ja tatsächlich die (unsere) Erde in The Outer Worlds existiert. Es ist unser Universum, das sich nur etwas anders entwickelt hat und ich liebe seine Glaubwürdigkeit. Zum Beispiel, dass es anscheinend auch in der Zukunft immer noch Straßenfeger von Serien gibt, die sich die Leute geben und dann darüber quatschen. Da kommt es dem Spiel dann auch wieder zugute, dass es so kompakt gehalten wurde. Die einzelnen Areale und ihre Bewohner sind authentisch und die Questverläufe, Entscheidungen und deren Auswirkungen dadurch clever eingefädelt. Ich wurde nicht selten überrascht oder vor eine schwierige Wahl gestellt. Das hätte in einer riesigen Open-World wahrscheinlich nicht so pointiert funktioniert.
Aber was soll ich noch weiter lobhudeln. Von den Dialogen, der Charakterentwicklung, dem Artdesign usw. hatte ich ja schon mehrfach geschwärmt. Die paar Kritikpunkte habe ich angesprochen, einige davon kann man aber sogar als Pluspunkt sehen und die meisten sind tatsächlich "time and budget" bedingt.
Wenn das Finale nicht komplett daneben geht, ist The Outer Worlds heißer GOTY Kandidat. Meine Überraschung des Jahres ist es bereits jetzt. Hatte ehrlich nicht mit so einer Rollenspielgranate gerechnet, nachdem Obsidian die letzten Jahre bloß im CRPG-Genre unterwegs war. War mir einfach nicht sicher, ob sie ihre Stärken erneut auf die dritte Dimension übertragen können. Aber anscheinend haben sie nichts aus ihren KOTOR 2- und Fallout NV-Zeiten verlernt. Wenn sie in Zukunft weiter darauf aufbauen und zusätzlich noch auf "Microsoft time and budget" zurückgreifen können, dann bin ich ab sofort heiß auf jedes neue Obsidian Game. Wenn alles gut geht, haben wir hier demnächst einen einwandfreien BioWare (00er Jahre) Ersatz.
Ja, kann ich mich anschließen. Sind ein mal lustig, aber das war es auch schon.
Das hat mir sehr viel Spass gemacht und ich hoffe, dass da ein Nachfolger oder zumindest was ähnliches kommen wird. Meine Missionsliste enthält nun 60 abgeschlossene Missionen. Hoffentlich habe ich keine verpasst. Habe allerdings noch 5 oder 6 Geheime Erfolge und da befürchte ich, dass schon noch was fehlt oder sind das eventuell Erfolge die man je nach dem erhält, wie man sich irgendwo entscheidet?