Ich fand die deutsche Synchro bzw. Übersetzung schwer in Ordnung.
Bin mir zwar sicher, dass der ein oder andere Gag im Original noch besser rüberkommt, aber insgesamt haben die Übersetzer hervorragende Arbeit geleistet und die Sprüche sehr gut an die deutsche Sprache angepasst. Es wurde also nicht stumpf Wort für Wort übersetzt, sondern nach ähnlich gelagerten deutschen Formulierungen gesucht. Fand ich wirklich gut.
Anbei nochens mein Eindruck ausm Zuletzt-gesehen-Thread.
Kurzfassung:
Ted ist schon jetzt eindeutig die beste Komödie des Jahres 2012 und zugleich eine der besten Genrevertreter der letzten Jahre.
Langfassung: Seth MacFarlane, Schöpfer primitiver Schenkelklopferzeichentrickserien wie
Family Guy oder
American Dad, macht einen Realfilm. Das kann nun entweder das genialste Komödienerlebnis der letzten Filmjahre oder aber ein unbeschreiblicher Reinfall werden. Glücklicherweise ist MacFarlane's "Real-
Family Guy" ersteres und kann jedem Freund des platten Holzhammerhumors nur ans versaute Herz gelegt werden.
Ted verbindet eine originelle Idee mit reichlich aberwitzigen Momenten, Popkultur-Referenzen am laufenden Band und ein wenig Herz. Selten musste ich im Kino so lachen. Obwohl es sich hier, bis auf Ted natürlich, um einen Realfilm handelt, hat MacFarlane es tatsächlich vollbracht seinen typischen, total absurden
Family Guy-Humor unterzubringen, ohne, dass es aufgesetzt wirkt. Neben den gewohnt zynische Bemerkungen über Juden, Dicke & Co, haben es sogar seine sinnfreien "Rückblenden" (Sowas in der Art wie die "Das ist wie damals, als ich vergessen hab, wie man sich hinsetzt ..."-Szene aus Family Guy) in den Film geschafft. Zusammen mit vielen überraschenden Gastauftritten bekannter Stars und den unzähligen grandiosen Popkultur-Referenzen - die irgendwo in den 80ern, bei Queen,
Star Wars und
Flash Gordon (

), beginnen und bei modernen Verweisen auf Adam Sandler's
Jack & Jill, Katy Perry und vielen mehr enden - ergibt sich so ein herrlich unkonventioneller Humor, der das Lachzentrum im Hirn zum explodieren bringt. Vorausgesetzt man steht auf Seth MacFarlane's Humor.
Dennoch ist
Ted bei weitem nicht so sinnbefreit wie eine handelsübliche Folge
Family Guy, sondern bietet eine runde, sympathische und zeitweise sogar spannende Geschichte. Auch packt der Film immer, kurz bevor er in bekannte Genremuster verfällt, den Absurditäts-Hammer aus und prügelt die Klischees mit überraschender Originalität von der Leinwand. So gehört sich das.
An dieser Stelle muss ich noch kurz die deutsche Synchonarbeit lobend erwähnen. Hier hat man sich wirklich sehr viel Mühe gegeben. Auch wenn manche Gags im O-Ton sicherlich noch besser rüberkommen, wurde der Wortwitz absolut gelungen in die deutsche Sprache übertragen (
"Besser steif in der Hose, als Steiff im Ohr!" 
). Daumen hoch für die Übersetzer.
Ted ist eine freche Komödie, deren Witze sich meist unter der Gürtellinie abspielen, dafür aber auch ausnahmslos zünden. Die Handlung bewegt sich im Grunde genommen auf klassischen RomCom-Pfanden, überrascht jedoch immer wieder mit kleineren Richtungswechseln und vielen aberwitzigen Verweisen auf Musik, Filme und Menschen der letzten drei Jahrzehnte. Die Schauspieler hatten sichtlich Spaß bei der Arbeit (Neben den Hauptdarstellern, ist es vor allem Giovanni Ribisi, der hier mächtig aufspielt.), die Animationen des Bären sind einwandfrei und die gelungene Inszenierung weiß positiv zu überraschen - Immerhin hat hier ein Mann das Drehbuch geschrieben und Regie geführt, der sonst nur Zeichentrickserien macht. Seth MacFarlane's erster Realfilmausflug ist sicherlich nicht anspruchsvoll, aber höchst unterhaltsam und eigenständiger als 95% der Hollywoodkomödien. Wer
Familie Guy & Co mag, wird
Ted lieben, wobei auch Nichtkenner mit Hang zum deftigen Humor reichlich Freude daran haben werden. Mir, als alter MacFarlane und 80er Jahre-Fan, bleibt da gar nichts anderes übrig als die Höchstpunktzahl zu zücken.